Erdbeerspinat zur Denkmaleinweihung Experten rufen alte Kulturpflanzen in Erinnerung und geben Tipps / Über Giersch nicht ärgern, sondern ihn essen Von Stefan Lyrath Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Holger Hansing bricht eine Lanze für alte Kulturpflanzen, die in Vergessenheit geraten sind. Erdbeerspinat zum Beispiel kommt in freier Wildbahn so gut wie gar nicht mehr vor. Zur Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals kam das leckere Gemüse 1896 auf den Tisch. Bei der jüngsten Wildpflanzenbörse des Vereins Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP), dem auch Organisator Hansing angehört, war Erdbeerspinat im Angebot. Eher in die Abteilung Unkraut gehört für viele der Giersch. Generationen von Gartenbesitzern haben sich daran die Zähne ausgebissen.Wegen seiner unterirdischen Triebe ist der Giersch kaum zu bekämpfen. Holger Hansing hat einen Weg gefunden: Er isst ihn einfach. "Ein wohlschmeckendes Wildgemüse", schwärmt Hansing. Alles eine Frage der Definition: Nutzpflanze - nicht Unkraut.Bäume, Sträucher, Stauden, dazu Pflanzensamen, Obst und Saft: Für viele Gartenbesitzer kommt die Wildpflanzenbörse, diesmal an der Mönkhoffschen Wassermühle in Kleinenbremen und mit Unterstützung des örtlichen Heimatvereins, genau zur rechten Zeit. Im Herbst wird der Garten winterfest gemacht.Aus ökologischer Sicht empfiehlt es sich, zumindest dort Laub liegen zu lassen, wo Pflanzen erfrieren könnten. Gleichzeitig finden Tiere wie Igel, Insekten, Kröten oder Spinnen auf diese Weise ein Winterquartier. Schimmel ist laut Holger Hansing nur dann zu befürchten, wenn das Laub zusammengedrückt wird, anstatt es locker liegen zu lassen. "Im Frühjahr hat man dann den besten Humus."Verstecke bietet auch Totholz. "Hecken", so Hansing, "sollte man erst im Frühjahr schneiden." Zum Baumpflanzen kommt dagegen jetzt die ideale Zeit: Bäume werfen ihre Blätter ab und treten in Winterruhe. Umsetzen stört sie nicht. Winterharte Stauden und Sträucher sollten ebenfalls jetzt gepflanzt werden."Laubsauger sind Käferkiller"Auf Kriegsfuß steht Holger Hansing mit Laubsaugern. "Das sind Käferkiller", sagt er. Sein Rat: "Wer auf motorisierte Unterstützung nicht verzichten will, sollte zumindest Laubbläser statt -saugern verwenden." Mit ihrer Hilfe entstehen Blätterhaufen.Weil Naturgärten wenig aufgeräumt wirken, können sich in Wohngebieten häufig nicht alle Nachbarn dafür begeistern. "Dann muss man Mut haben", sagt Hansing. Naturgärten bieten vornehmlich heimischen Tieren und Pflanzen eine Heimat.Unpassend sind zum Beispiel hochgezüchtete Rosen, englischer Rasen oder Friedhofsgehölze ausländischer Herkunft. Exotische Pflanzen bringen der heimischen Tierwelt nämlich zumindest als Nahrung nichts, höchstens als Versteck. Hansing: "Die stehen nicht auf dem Speiseplan."

Erdbeerspinat zur Denkmaleinweihung

Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Holger Hansing bricht eine Lanze für alte Kulturpflanzen, die in Vergessenheit geraten sind. Erdbeerspinat zum Beispiel kommt in freier Wildbahn so gut wie gar nicht mehr vor. Zur Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals kam das leckere Gemüse 1896 auf den Tisch.

Erdbeerspinat und Unkraut - © PORTA
Erdbeerspinat und Unkraut - © PORTA

Bei der jüngsten Wildpflanzenbörse des Vereins Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP), dem auch Organisator Hansing angehört, war Erdbeerspinat im Angebot. Eher in die Abteilung Unkraut gehört für viele der Giersch. Generationen von Gartenbesitzern haben sich daran die Zähne ausgebissen.

Wegen seiner unterirdischen Triebe ist der Giersch kaum zu bekämpfen. Holger Hansing hat einen Weg gefunden: Er isst ihn einfach. "Ein wohlschmeckendes Wildgemüse", schwärmt Hansing. Alles eine Frage der Definition: Nutzpflanze - nicht Unkraut.

Bäume, Sträucher, Stauden, dazu Pflanzensamen, Obst und Saft: Für viele Gartenbesitzer kommt die Wildpflanzenbörse, diesmal an der Mönkhoffschen Wassermühle in Kleinenbremen und mit Unterstützung des örtlichen Heimatvereins, genau zur rechten Zeit. Im Herbst wird der Garten winterfest gemacht.

Kostprobe: Zum Probieren gab es bei der Wildpflanzenbörse in Kleinenbremen auch seltene Apfelsorten wie den Tannenkrüger. - © Foto: Stefan Lyrath
Kostprobe: Zum Probieren gab es bei der Wildpflanzenbörse in Kleinenbremen auch seltene Apfelsorten wie den Tannenkrüger. - © Foto: Stefan Lyrath

Aus ökologischer Sicht empfiehlt es sich, zumindest dort Laub liegen zu lassen, wo Pflanzen erfrieren könnten. Gleichzeitig finden Tiere wie Igel, Insekten, Kröten oder Spinnen auf diese Weise ein Winterquartier. Schimmel ist laut Holger Hansing nur dann zu befürchten, wenn das Laub zusammengedrückt wird, anstatt es locker liegen zu lassen. "Im Frühjahr hat man dann den besten Humus."

Verstecke bietet auch Totholz. "Hecken", so Hansing, "sollte man erst im Frühjahr schneiden." Zum Baumpflanzen kommt dagegen jetzt die ideale Zeit: Bäume werfen ihre Blätter ab und treten in Winterruhe. Umsetzen stört sie nicht. Winterharte Stauden und Sträucher sollten ebenfalls jetzt gepflanzt werden.

"Laubsauger sind Käferkiller"

Auf Kriegsfuß steht Holger Hansing mit Laubsaugern. "Das sind Käferkiller", sagt er. Sein Rat: "Wer auf motorisierte Unterstützung nicht verzichten will, sollte zumindest Laubbläser statt -saugern verwenden." Mit ihrer Hilfe entstehen Blätterhaufen.

Weil Naturgärten wenig aufgeräumt wirken, können sich in Wohngebieten häufig nicht alle Nachbarn dafür begeistern. "Dann muss man Mut haben", sagt Hansing. Naturgärten bieten vornehmlich heimischen Tieren und Pflanzen eine Heimat.

Unpassend sind zum Beispiel hochgezüchtete Rosen, englischer Rasen oder Friedhofsgehölze ausländischer Herkunft. Exotische Pflanzen bringen der heimischen Tierwelt nämlich zumindest als Nahrung nichts, höchstens als Versteck. Hansing: "Die stehen nicht auf dem Speiseplan."

Copyright © Mindener Tageblatt 2022
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.