Eisberger Benediktinergemeinschaft vom Vatikan nicht anerkannt und nun russisch-orthodox Drei Mönche finden eine neue Kirche Von Stefan Koch Porta Westfalica-Eisbergen (mt). Die Benediktinermönche in Eisbergen haben ein Dach gefunden, unter dem sie als Ordensgemeinschaft anerkannt sind. Seit Februar gehören sie der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland nach westlichem Ritus an. Damit wird der geistliche Betrieb fortgesetzt, dem die römisch-katholische Kirche ihre Anerkennung versagt hatte. Ende 2009 zogen Pater Philipp (53), Abt Thomas (62) und Pater Prior Placidus (98) in die ehemalige Uniformfabrik in Eisbergen ein. Wie Abt Thomas - mit Taufnamen "Wolfgang Komossa" - mitteilt, sei die Gemeinschaft zuvor in Köln angesiedelt gewesen. Die Gründung ihrer Abtei durch den Bischof der französisch-orthodoxen Kirche ginge auf das Jahr 1980 zurück.Schwierig erwies sich später jedoch die Anerkennung als Benediktiner-Gemeinschaft durch die römisch-katholische Kirche. Im Jahr 2005 hätten sie Rom besucht, um sich der benediktinischen Konföderation anzuschließen, berichtet der Abt. Doch die Amtskirche hätte den Verzicht auf die Priesterämter und die Versetzung in den Laienstand gefordert. Eine Fortsetzung des Mönchsstandes mit späterer Ausübung des Priesteramtes sei ihnen nicht in Aussicht gestellt worden.So intervenierte anlässlich der Klosterweihe im vergangenen Jahr erneut die Amtskirche (das MT berichtete). Die Benediktiner-Gemeinschaft in Porta Westfalica-Eisbergen sei keine vom Erzbischof oder Papst anerkannte Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche, schrieb die Pressestelle des erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn. Damit seien ihre Gottesdienste und gespendeten Sakramente nicht erlaubt. Den katholischen Gläubigen wurde untersagt, an den Gottesdiensten der Eisberger Benediktiner teilzunehmen und dort die Sakramente zu empfangen.Zwar hofften die drei Mönche damals noch, dass ihr Antrag zur Aufnahme in die benediktinische Konföderation in Rom positiv aufgenommen werde. Aber dann mussten sie sich letztendlich eine andere Kirche für ihr Klosterleben suchen. So kam im Januar Jerome Shaw in das Kloster in der ehemaligen Uniformfabrik. Er ist als Vikar-Bischof für die Metropolie New York der russisch-orthodoxen Auslandskirche zuständig und nahm die drei Mönche in seine Kirche auf. Ihr Oberhaupt ist der Metropolit Hilarion von New York und Ost-Amerika - und somit Diözesanbischof der Eisberger Benediktiner. "Wir unterstehen nicht dem Erzbischof von Paderborn", sagt Abt Thomas. Dennoch gehöre die orthodoxe Kirche und damit auch seine Gemeinschaft zur "einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche", genau wie die römisch-katholische Kirche auch.Das heißt für die Mönche, dass weiterhin in ihrer Abtei die benediktinische Ordensregel mit dem Stundengebet eingehalten wird. Die römische Messe wird weiterhin gefeiert. Seelsorge findet statt. Es gibt täglich eine heilige Messe nach römischem Ritus. Taufen werden nach byzantinischem Ritus durchgeführt. Laut Abt Thomas gebe es durchaus russisch-stämmige Einwanderer orthodoxen Glaubens in der Region, die teilnähmen.

Eisberger Benediktinergemeinschaft vom Vatikan nicht anerkannt und nun russisch-orthodox

Porta Westfalica-Eisbergen (mt). Die Benediktinermönche in Eisbergen haben ein Dach gefunden, unter dem sie als Ordensgemeinschaft anerkannt sind. Seit Februar gehören sie der russisch-orthodoxen Kirche im Ausland nach westlichem Ritus an. Damit wird der geistliche Betrieb fortgesetzt, dem die römisch-katholische Kirche ihre Anerkennung versagt hatte.

Mönche finden neue Kirche - © PORTA
Mönche finden neue Kirche - © PORTA

Ende 2009 zogen Pater Philipp (53), Abt Thomas (62) und Pater Prior Placidus (98) in die ehemalige Uniformfabrik in Eisbergen ein. Wie Abt Thomas - mit Taufnamen "Wolfgang Komossa" - mitteilt, sei die Gemeinschaft zuvor in Köln angesiedelt gewesen. Die Gründung ihrer Abtei durch den Bischof der französisch-orthodoxen Kirche ginge auf das Jahr 1980 zurück.

Schwierig erwies sich später jedoch die Anerkennung als Benediktiner-Gemeinschaft durch die römisch-katholische Kirche. Im Jahr 2005 hätten sie Rom besucht, um sich der benediktinischen Konföderation anzuschließen, berichtet der Abt. Doch die Amtskirche hätte den Verzicht auf die Priesterämter und die Versetzung in den Laienstand gefordert. Eine Fortsetzung des Mönchsstandes mit späterer Ausübung des Priesteramtes sei ihnen nicht in Aussicht gestellt worden.

Abt Thomas (l.) und Pater Prior Placidus (r.) gehören als Benediktiner zur russisch-orthodoxen Kirche. Dazu kam Vikarbischof Jerome Shaw von Manhattan nach Eisbergen. - © Foto: pr
Abt Thomas (l.) und Pater Prior Placidus (r.) gehören als Benediktiner zur russisch-orthodoxen Kirche. Dazu kam Vikarbischof Jerome Shaw von Manhattan nach Eisbergen. - © Foto: pr

So intervenierte anlässlich der Klosterweihe im vergangenen Jahr erneut die Amtskirche (das MT berichtete). Die Benediktiner-Gemeinschaft in Porta Westfalica-Eisbergen sei keine vom Erzbischof oder Papst anerkannte Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche, schrieb die Pressestelle des erzbischöflichen Generalvikariats in Paderborn. Damit seien ihre Gottesdienste und gespendeten Sakramente nicht erlaubt. Den katholischen Gläubigen wurde untersagt, an den Gottesdiensten der Eisberger Benediktiner teilzunehmen und dort die Sakramente zu empfangen.

Zwar hofften die drei Mönche damals noch, dass ihr Antrag zur Aufnahme in die benediktinische Konföderation in Rom positiv aufgenommen werde. Aber dann mussten sie sich letztendlich eine andere Kirche für ihr Klosterleben suchen. So kam im Januar Jerome Shaw in das Kloster in der ehemaligen Uniformfabrik. Er ist als Vikar-Bischof für die Metropolie New York der russisch-orthodoxen Auslandskirche zuständig und nahm die drei Mönche in seine Kirche auf. Ihr Oberhaupt ist der Metropolit Hilarion von New York und Ost-Amerika - und somit Diözesanbischof der Eisberger Benediktiner. "Wir unterstehen nicht dem Erzbischof von Paderborn", sagt Abt Thomas. Dennoch gehöre die orthodoxe Kirche und damit auch seine Gemeinschaft zur "einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche", genau wie die römisch-katholische Kirche auch.

Das heißt für die Mönche, dass weiterhin in ihrer Abtei die benediktinische Ordensregel mit dem Stundengebet eingehalten wird. Die römische Messe wird weiterhin gefeiert. Seelsorge findet statt. Es gibt täglich eine heilige Messe nach römischem Ritus. Taufen werden nach byzantinischem Ritus durchgeführt. Laut Abt Thomas gebe es durchaus russisch-stämmige Einwanderer orthodoxen Glaubens in der Region, die teilnähmen.

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