Ein Schlenker für mehr Sicherheit: Radler fahren am Wesertreff jetzt einen Bogen Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Barkhausen. Mit dem Wesertreff am Schiffsanleger bietet Barkhausen seinen Besuchern besonders an Sommertagen, wenn die „Blue Bar“ geöffnet ist, einen attraktiven Platz. Dieser hatte bislang jedoch mindestens einen Schönheitsfehler: die Verkehrsführung im Bereich des Spielplatzes. Die Verwaltung hat jetzt reagiert – und dafür den Weserradweg ein kleines Stück verlegt. Beim Ortstermin am Montagvormittag sind bereits etliche Radfahrer auf dem Weserradweg unterwegs. Manche scheinen in Höhe der Abzweigung, die zwischen Spielplatz und Toilettenhäuschen entlangführt, kurz zu zögern, so als wollten sie die gewohnte Route nehmen. Doch die neuen Bügelsperren lassen nur noch Fußgänger passieren, Radler machen nun einen etwas größeren Bogen über die Fährstraße, um zur Abzweigung gen Minden zu gelangen – oder von dort in Richtung Porta.„Eine wesentliche Verbesserung“, urteilt Dirk Rahnenführer (SPD), Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschusses. Barkhauser Politikerinnen und Politiker hatten schön häufiger auf den Gefahrenbereich am Spielplatz hingewiesen. Radfahrer und Skater seien dort oft mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Das Risiko einer Kollision mit Kindern sei groß gewesen, sagt Rahnenführer. Zumal auf der anderen Seite des Weges auch noch das Toilettenhäuschen liege. Er habe selbst mehrere „brenzlige Situationen“ beobachtet. Um so besser, dass inzwischen Bügelsperren, neue Poller und Fahrbahnmarkierungen die neue Verkehrsführung deutlich machten. Nicht nur die Stadt war an der Routenänderung beteiligt, sondern auch der Kreis, weil dieser die leichte Verschiebung des Weserradwegs absegnen musste. Die neue Route führe zwar weiterhin am Spielplatz vorbei, sagt Rahnenführer, allerdings sei der Weg hier breiter und damit mehr Platz zum Ausweichen vorhanden. Markierungen auf dem Weserradweg, etwa in Höhe des Blue-Bar-Areals weisen Radfahrer darauf hin, dass hier auch Fußgänger unterwegs sind. Appelle, das Tempo am stark frequentierten Wesertreff zu drosseln, hat es schon häufiger gegeben. Zumal das Tempo der Radler in den vergangenen Jahren auch infolge des E-Bike-Booms spürbar zugenommen hat. Am Montagvormittag sind bereits einige Kinder auf dem Spielplatz und probieren das neue Klettergerüst aus. Es zählt zu jenen zusätzlichen Geräten, die die Anlage ebenso aufwerten werden soll wie die neue Bouleanlage, die vermutlich noch in diesem Jahr auf der freien Fläche vor dem Toilettenhaus platziert wird. Den Antrag hatte vor Monaten die FDP gestellt. Das Geld dafür stammt aus dem Vermögen des im Frühjahr aufgelösten Fremdenverkehrsvereins Minden-Porta Westfalica. Eine weitere Bouleanlage in Barkhausen entsteht übrigens „Am Römerlager“, finanziert von Firmen, die am dortigen Bau des Diakonie-Gebäudes beteiligt sind. Zur weiteren Verschönerung des Areals soll eine intensivere Grünpflege beitragen. In der jüngsten Bezirksausschusssitzung beklagten Teilnehmer, dass die Flora im Umfeld des Schiffanlegers beträchtlich in die Höhe geschossen ist. Das müsse sich ändern, um die Weser und den Uferbereich wieder erlebbar zu machen, unterstrich Rahnenführer gestern. Spätestens im kommenden Frühjahr solle die Stadt hier tätig werden.In puncto Erscheinungsbild gibt es nach Auffassung des Barkhauser Ortsrates auch andernorts Verbesserungsbedarf. Das Gremium moniert die Zunahme an großflächigen Werbetafeln auf Privatgrundstücken im Bereich Portastraße/Kreisstraße. „Da stehen im Umkreis von 100 Metern inzwischen sieben Tafeln“, sagte Rahnenführer gestern dem MT. Solche Werbeflächen verschandelten nicht nur das Ortsbild, sondern lenkten auch die Autofahrer ab.Die Verwaltung beantwortete inzwischen eine Anfrage des Bezirksausschuss-Vorsitzenden; eine rasche Lösung scheint nicht in Sicht. Demnach habe es unter Berücksichtigung des Bauordnungsrechts keine Bedenken bei der Genehmigung der Werbetafeln gegeben. Um darauf überhaupt Einfluss nehmen zu können, bedürfe es einer Gestaltungssatzung, die solche Anlagen ausschließe. Für die Rechtsgrundlage einer solchen Satzung müssten zum Beispiel Gebäude in der Umgebung architektonisch so wertvoll sein, dass ihr Schutz erforderlich sei.Auch der Landesbetrieb Straßen NRW als zuständiger Baulastträger – die Portastraße ist in diesem Abschnitt eine Landesstraße – hat offenbar wenig Einflussmöglichkeiten auf derart plakative Werbung. Innerorts sei das Sache der Stadt, sagt Pressesprecher Sven Johanning. Der Landesbetrieb greife erst ein, wenn die Sicherheit beeinträchtigt werde, etwa bei Werbetafeln, die in den Verkehrsraum ragten.

Ein Schlenker für mehr Sicherheit: Radler fahren am Wesertreff jetzt einen Bogen

© dhaunhorst

Porta Westfalica-Barkhausen. Mit dem Wesertreff am Schiffsanleger bietet Barkhausen seinen Besuchern besonders an Sommertagen, wenn die „Blue Bar“ geöffnet ist, einen attraktiven Platz. Dieser hatte bislang jedoch mindestens einen Schönheitsfehler: die Verkehrsführung im Bereich des Spielplatzes. Die Verwaltung hat jetzt reagiert – und dafür den Weserradweg ein kleines Stück verlegt.

Beim Ortstermin am Montagvormittag sind bereits etliche Radfahrer auf dem Weserradweg unterwegs. Manche scheinen in Höhe der Abzweigung, die zwischen Spielplatz und Toilettenhäuschen entlangführt, kurz zu zögern, so als wollten sie die gewohnte Route nehmen. Doch die neuen Bügelsperren lassen nur noch Fußgänger passieren, Radler machen nun einen etwas größeren Bogen über die Fährstraße, um zur Abzweigung gen Minden zu gelangen – oder von dort in Richtung Porta.

„Eine wesentliche Verbesserung“, urteilt Dirk Rahnenführer (SPD), Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschusses. Barkhauser Politikerinnen und Politiker hatten schön häufiger auf den Gefahrenbereich am Spielplatz hingewiesen. Radfahrer und Skater seien dort oft mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Das Risiko einer Kollision mit Kindern sei groß gewesen, sagt Rahnenführer. Zumal auf der anderen Seite des Weges auch noch das Toilettenhäuschen liege. Er habe selbst mehrere „brenzlige Situationen“ beobachtet. Um so besser, dass inzwischen Bügelsperren, neue Poller und Fahrbahnmarkierungen die neue Verkehrsführung deutlich machten. Nicht nur die Stadt war an der Routenänderung beteiligt, sondern auch der Kreis, weil dieser die leichte Verschiebung des Weserradwegs absegnen musste.

Die neue Route führe zwar weiterhin am Spielplatz vorbei, sagt Rahnenführer, allerdings sei der Weg hier breiter und damit mehr Platz zum Ausweichen vorhanden. Markierungen auf dem Weserradweg, etwa in Höhe des Blue-Bar-Areals weisen Radfahrer darauf hin, dass hier auch Fußgänger unterwegs sind. Appelle, das Tempo am stark frequentierten Wesertreff zu drosseln, hat es schon häufiger gegeben. Zumal das Tempo der Radler in den vergangenen Jahren auch infolge des E-Bike-Booms spürbar zugenommen hat.

Malina Reckordt

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Am Montagvormittag sind bereits einige Kinder auf dem Spielplatz und probieren das neue Klettergerüst aus. Es zählt zu jenen zusätzlichen Geräten, die die Anlage ebenso aufwerten werden soll wie die neue Bouleanlage, die vermutlich noch in diesem Jahr auf der freien Fläche vor dem Toilettenhaus platziert wird. Den Antrag hatte vor Monaten die FDP gestellt. Das Geld dafür stammt aus dem Vermögen des im Frühjahr aufgelösten Fremdenverkehrsvereins Minden-Porta Westfalica. Eine weitere Bouleanlage in Barkhausen entsteht übrigens „Am Römerlager“, finanziert von Firmen, die am dortigen Bau des Diakonie-Gebäudes beteiligt sind.

Geradeaus statt links: Bügelsperren verhindern die schnelle Fahrt direkt am Spielplatz entlang. Radfahrer sollen stattdessen den breiteren Weg nutzen – im Sinne der Verkehrssicheheit. MT-Foto: Dirk Haunhorst - © HAunhorst
Geradeaus statt links: Bügelsperren verhindern die schnelle Fahrt direkt am Spielplatz entlang. Radfahrer sollen stattdessen den breiteren Weg nutzen – im Sinne der Verkehrssicheheit. MT-Foto: Dirk Haunhorst - © HAunhorst

Zur weiteren Verschönerung des Areals soll eine intensivere Grünpflege beitragen. In der jüngsten Bezirksausschusssitzung beklagten Teilnehmer, dass die Flora im Umfeld des Schiffanlegers beträchtlich in die Höhe geschossen ist. Das müsse sich ändern, um die Weser und den Uferbereich wieder erlebbar zu machen, unterstrich Rahnenführer gestern. Spätestens im kommenden Frühjahr solle die Stadt hier tätig werden.

In puncto Erscheinungsbild gibt es nach Auffassung des Barkhauser Ortsrates auch andernorts Verbesserungsbedarf. Das Gremium moniert die Zunahme an großflächigen Werbetafeln auf Privatgrundstücken im Bereich Portastraße/Kreisstraße. „Da stehen im Umkreis von 100 Metern inzwischen sieben Tafeln“, sagte Rahnenführer gestern dem MT. Solche Werbeflächen verschandelten nicht nur das Ortsbild, sondern lenkten auch die Autofahrer ab.

Die Verwaltung beantwortete inzwischen eine Anfrage des Bezirksausschuss-Vorsitzenden; eine rasche Lösung scheint nicht in Sicht. Demnach habe es unter Berücksichtigung des Bauordnungsrechts keine Bedenken bei der Genehmigung der Werbetafeln gegeben. Um darauf überhaupt Einfluss nehmen zu können, bedürfe es einer Gestaltungssatzung, die solche Anlagen ausschließe. Für die Rechtsgrundlage einer solchen Satzung müssten zum Beispiel Gebäude in der Umgebung architektonisch so wertvoll sein, dass ihr Schutz erforderlich sei.

Auch der Landesbetrieb Straßen NRW als zuständiger Baulastträger – die Portastraße ist in diesem Abschnitt eine Landesstraße – hat offenbar wenig Einflussmöglichkeiten auf derart plakative Werbung. Innerorts sei das Sache der Stadt, sagt Pressesprecher Sven Johanning. Der Landesbetrieb greife erst ein, wenn die Sicherheit beeinträchtigt werde, etwa bei Werbetafeln, die in den Verkehrsraum ragten.

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