Edelsteine auf den Ackerflächen Naturschützer möchten seltene Wildkräuter auch in Porta sehen und bitten um Unterstützung Porta Westfalica (mt/dh). Seltene Ackerwildkräuter sind aus Porta Westfalica verschwunden. Es müsse dringend etwas geschehen, "wenn auch unsere Enkel noch Kornblumen und Co. kennenlernen sollen", meint der Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP). Der NHP hatte zu einem Vortrag über die letzten verbliebenen Ackerwildkraut-Bestände eingeladen. "Ich möchte Ihnen heute die Edelsteine des Kreises Minden-Lübbecke vorstellen", begann Diplom-Biologin Dagmar Diesing vom Kreisumweltamt ihren Vortrag über die letzten sechs wertvollen Ackerflächen des Mühlenkreises.Die an diesem Abend präsentierten seltenen Kräuter wachsen in Petershagen, Lübbecke, Bad Oeynhausen und Stemwede - aber eben nicht in Porta Westfalica. "Wir hoffen auf die im Boden eventuell noch schlummernden Samen von seltenen Ackerwildkräutern in einzelnen Portaner Ortschaften, die wir mithilfe einer alten Kartierung ausfindig machen möchten", weist NHP-Vorsitzender Herbert Wiese auf eine kleine Chance hin.Dagmar Diesing verdeutlichte, dass lediglich sechs Ackerlebensräume seit 24 Jahren kreisweit bewahrt werden konnten, sodass nur noch dort so seltene Ackerwildkräuter wie der Feldrittersporn, der Ackerwachtelweizen oder der Lämmersalat vorkommen.Insbesondere der skurril aussehende gelbblütige Lämmersalat mit seinem oben dicken und unten dünnen Stängel faszinierte die Zuschauer im Hausberger Gemeindehaus. Der Bestand des vom Aussterben bedrohten Lämmersalats ist zumindest auf einer Fläche in Stemwede so weit gesichert, dass nicht jedes Jahr gezittert werden muss, ob nach dem Pflügen wieder einige Pflanzen wachsen.Auch die Fotos des blau leuchtenden Ackerrittersporns, der nur auf kalkhaltigen Äckern gedeihen kann, begeisterten die Portaner Naturschützer. Sie freuten sich, als sie hörten, dass inzwischen wieder 5000 Pflanzen dieser botanischen Rarität im Kreisgebiet vorkommen.Die Referentin informierte über die Fördermöglichkeiten für Ackerlebensräume, sodass zukünftig vielleicht auch wieder in Porta die eine oder andere seltene Art eine Überlebenschance bekommt. Wenn beispielsweise Feldlerchen oder Kiebitze auf Portaner Äckern entdeckt werden, dann lasse sich über entsprechende Fördergelder für die betroffenen Ackerflächen sprechen. NHP-Vorsitzender Herbert Wiese: "Jeder Portaner sollte uns eine kurze Mail schreiben, wenn er eine Lerche oder einen Kiebitz gehört oder gesehen hat. Wenn wir die Lage der Ackerfläche möglichst genau beschrieben bekommen, setzen wir uns mit dem Ackerbesitzer in Verbindung und fragen, ob dieser an Fördergeldern interessiert ist."Der NHP ruft alle Portaner Bürgerinnen und Bürger in diesem Frühjahr dazu auf, die Standorte von singenden Feldlerchen und flatternden Kiebitzen unter der Mail-Adresse info@nhporta.de zu melden.

Edelsteine auf den Ackerflächen

Porta Westfalica (mt/dh). Seltene Ackerwildkräuter sind aus Porta Westfalica verschwunden. Es müsse dringend etwas geschehen, "wenn auch unsere Enkel noch Kornblumen und Co. kennenlernen sollen", meint der Verein Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP).

Der Kiebitz kann Geld bringen. Für Ackerflächen, auf denen er gesehen wird, stehen eventuell Fördermittel zur Verfügung, mit deren Hilfe auch seltene Wildkräuter eine Überlebenschance erhalten. - © Foto: Eckhard Lietzow/pr
Der Kiebitz kann Geld bringen. Für Ackerflächen, auf denen er gesehen wird, stehen eventuell Fördermittel zur Verfügung, mit deren Hilfe auch seltene Wildkräuter eine Überlebenschance erhalten. - © Foto: Eckhard Lietzow/pr

Der NHP hatte zu einem Vortrag über die letzten verbliebenen Ackerwildkraut-Bestände eingeladen. "Ich möchte Ihnen heute die Edelsteine des Kreises Minden-Lübbecke vorstellen", begann Diplom-Biologin Dagmar Diesing vom Kreisumweltamt ihren Vortrag über die letzten sechs wertvollen Ackerflächen des Mühlenkreises.

Die an diesem Abend präsentierten seltenen Kräuter wachsen in Petershagen, Lübbecke, Bad Oeynhausen und Stemwede - aber eben nicht in Porta Westfalica. "Wir hoffen auf die im Boden eventuell noch schlummernden Samen von seltenen Ackerwildkräutern in einzelnen Portaner Ortschaften, die wir mithilfe einer alten Kartierung ausfindig machen möchten", weist NHP-Vorsitzender Herbert Wiese auf eine kleine Chance hin.

Dagmar Diesing verdeutlichte, dass lediglich sechs Ackerlebensräume seit 24 Jahren kreisweit bewahrt werden konnten, sodass nur noch dort so seltene Ackerwildkräuter wie der Feldrittersporn, der Ackerwachtelweizen oder der Lämmersalat vorkommen.

Insbesondere der skurril aussehende gelbblütige Lämmersalat mit seinem oben dicken und unten dünnen Stängel faszinierte die Zuschauer im Hausberger Gemeindehaus. Der Bestand des vom Aussterben bedrohten Lämmersalats ist zumindest auf einer Fläche in Stemwede so weit gesichert, dass nicht jedes Jahr gezittert werden muss, ob nach dem Pflügen wieder einige Pflanzen wachsen.

Auch die Fotos des blau leuchtenden Ackerrittersporns, der nur auf kalkhaltigen Äckern gedeihen kann, begeisterten die Portaner Naturschützer. Sie freuten sich, als sie hörten, dass inzwischen wieder 5000 Pflanzen dieser botanischen Rarität im Kreisgebiet vorkommen.

Die Referentin informierte über die Fördermöglichkeiten für Ackerlebensräume, sodass zukünftig vielleicht auch wieder in Porta die eine oder andere seltene Art eine Überlebenschance bekommt. Wenn beispielsweise Feldlerchen oder Kiebitze auf Portaner Äckern entdeckt werden, dann lasse sich über entsprechende Fördergelder für die betroffenen Ackerflächen sprechen. NHP-Vorsitzender Herbert Wiese: "Jeder Portaner sollte uns eine kurze Mail schreiben, wenn er eine Lerche oder einen Kiebitz gehört oder gesehen hat. Wenn wir die Lage der Ackerfläche möglichst genau beschrieben bekommen, setzen wir uns mit dem Ackerbesitzer in Verbindung und fragen, ob dieser an Fördergeldern interessiert ist."

Der NHP ruft alle Portaner Bürgerinnen und Bürger in diesem Frühjahr dazu auf, die Standorte von singenden Feldlerchen und flatternden Kiebitzen unter der Mail-Adresse info@nhporta.de zu melden.

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