Drogenkurier verurteilt: Vier Jahre Haft für 15 Kilo Amphetamine Nils Middelhauve,Thomas Lieske Porta Westfalica/Bielefeld. Den richtigen Riecher haben die Beamten der Autobahnpolizei am 9. Februar dieses Jahres: In Porta Westfalica ziehen sie ein auffällig erscheinendes Auto von der A2 herunter – und werden fündig: Im Kofferraum des Fahrzeugs sind satte 15,5 Kilogramm Amphetamine versteckt. Das Bielefelder Landgericht verurteilte nun den 38 Jahre alten Fahrer des Kurierautos wegen des Besitzes von Drogen sowie Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren. Nachdem der nun verurteilte Ivan K. zum Prozessauftakt zur Herkunft und zur weiteren Bestimmung der Drogen keine Angaben machen mochte, brach er am Folgetermin zumindest partiell sein Schweigen. Anfang Februar dieses Jahres wird der aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk stammende Angeklagte, ein Ingenieur für Energiewirtschaft, in den Niederlanden von einer nicht weiter benannten Person angesprochen, ob er „etwas transportieren“ könne. Ivan K. willigt ein – vermutlich auch wegen seiner engen finanziellen Situation. Am 8. Februar reist K. mit der Bahn sodann aus dem niederländischen Venlo nach Köln. Im nahe gelegenen Pulheim kauft er für 490 Euro einen alten Pkw der Marke Saab. Es ist jenes Auto, das der Polizei am Folgetag auf der A2 bei Porta Westfalica auffällig erscheint und das die Beamten schließlich kontrollieren wollen. Die Fahrt in Richtung Hannover endet abrupt. Am Steuer: Der Angeklagte. Im Kofferraum: Kaffee, Tee, Waschmittel und – für die Fahnder deutlich interessanter und in leeren Tee- und Waschmittelkartons versteckt: mehrere Folienschweißbeutel mit insgesamt 15,473 Kilogramm Amphetaminen. Bei Ivan K. klicken an Ort und Stelle die Handschellen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Das Bielefelder Landgericht verurteilte Ivan K. nun zu vier Jahren Gefängnis. Zwar hatte die XX. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richterin Verena Willeke dem weitgehend geständigen Angeklagten zugute gehalten, dass dieser bislang strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war. Doch wirkte sich das geplante Vorgehen des 38-Jährigen und seiner Mittäter strafschärfend aus. Der Fall von Ivan K. zählt zu den größeren Schmuggelfällen auf der A2 bei Porta Westfalica. Immer wieder haben Fahnder mit solchen Drogenkurieren auf der Autobahn zu tun. Der Zoll betitelte die A2 im Frühjahr gegenüber dem MT sogar als Schmuggelroute und besonders den Bereich Porta als Hotspot. Porta Westfalica und Bad Oeynhausen seien in diesem Zusammenhang neuralgische Punkte, weil hier die Autobahn 30, die aus den Niederlanden kommt oder dort hin führt, und die A2, die in Richtung Osten führt, zusammentreffen. Das sorgte in der Vergangenheit bereits für einige größere Funde der Polizei und des Zolls. Der vermutlich spektakulärste Fall stammt aus März 2017. Damals erwischen die Fahnder bei Porta einen Mann mit ganzen 33 Kilo Kokain. Schwarzmarktwert: 2,5 Millionen Euro. Die Beamten gehen davon aus, dass der Verkaufswert der Schmuggelware deutlich größer gewesen wäre, denn oftmals würden die Waren mit Fremdstoffen gestreckt, um mehr Gewinn zu erzielen. Aus dem Verkauf wurde nichts. Auch wenn das Transportfahrzeug bestens präpariert war – sämtliche Hohlräume des Autos waren ausgestopft, sogar der Reserveradkasten diente als Versteck –, die Zollfahnder kennen mittlerweile so ziemlich jede Möglichkeit für Verstecke. Da s wurde auch dem Fahrer des Drogenfahrzeugs zum Verhängnis. Doch nicht nur die klassischen Drogen finden ihren Weg über die A2 und die A30 an Porta Westfalica vorbei. Ebenfalls im Jahr 2017 entdeckten die Beamten 1,4 Millionen Zigaretten auf der Ladefläche eines Lkw – versteckt zwischen Apfelsaft und Cola. Die Ware sollte von Weißrussland gen Westen gehen. In Porta Westfalica war Schluss.

Drogenkurier verurteilt: Vier Jahre Haft für 15 Kilo Amphetamine

15,473 Kilogramm Amphetamin fand die Polizei bei einer Kontrolle an der A2 bei Porta Westfalica. Symbolbild: Pixabay

Porta Westfalica/Bielefeld. Den richtigen Riecher haben die Beamten der Autobahnpolizei am 9. Februar dieses Jahres: In Porta Westfalica ziehen sie ein auffällig erscheinendes Auto von der A2 herunter – und werden fündig: Im Kofferraum des Fahrzeugs sind satte 15,5 Kilogramm Amphetamine versteckt. Das Bielefelder Landgericht verurteilte nun den 38 Jahre alten Fahrer des Kurierautos wegen des Besitzes von Drogen sowie Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren.

Nachdem der nun verurteilte Ivan K. zum Prozessauftakt zur Herkunft und zur weiteren Bestimmung der Drogen keine Angaben machen mochte, brach er am Folgetermin zumindest partiell sein Schweigen. Anfang Februar dieses Jahres wird der aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk stammende Angeklagte, ein Ingenieur für Energiewirtschaft, in den Niederlanden von einer nicht weiter benannten Person angesprochen, ob er „etwas transportieren“ könne. Ivan K. willigt ein – vermutlich auch wegen seiner engen finanziellen Situation.

Am 8. Februar reist K. mit der Bahn sodann aus dem niederländischen Venlo nach Köln. Im nahe gelegenen Pulheim kauft er für 490 Euro einen alten Pkw der Marke Saab. Es ist jenes Auto, das der Polizei am Folgetag auf der A2 bei Porta Westfalica auffällig erscheint und das die Beamten schließlich kontrollieren wollen. Die Fahrt in Richtung Hannover endet abrupt. Am Steuer: Der Angeklagte. Im Kofferraum: Kaffee, Tee, Waschmittel und – für die Fahnder deutlich interessanter und in leeren Tee- und Waschmittelkartons versteckt: mehrere Folienschweißbeutel mit insgesamt 15,473 Kilogramm Amphetaminen. Bei Ivan K. klicken an Ort und Stelle die Handschellen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Das Bielefelder Landgericht verurteilte Ivan K. nun zu vier Jahren Gefängnis. Zwar hatte die XX. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richterin Verena Willeke dem weitgehend geständigen Angeklagten zugute gehalten, dass dieser bislang strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war. Doch wirkte sich das geplante Vorgehen des 38-Jährigen und seiner Mittäter strafschärfend aus.

Der Fall von Ivan K. zählt zu den größeren Schmuggelfällen auf der A2 bei Porta Westfalica. Immer wieder haben Fahnder mit solchen Drogenkurieren auf der Autobahn zu tun. Der Zoll betitelte die A2 im Frühjahr gegenüber dem MT sogar als Schmuggelroute und besonders den Bereich Porta als Hotspot. Porta Westfalica und Bad Oeynhausen seien in diesem Zusammenhang neuralgische Punkte, weil hier die Autobahn 30, die aus den Niederlanden kommt oder dort hin führt, und die A2, die in Richtung Osten führt, zusammentreffen. Das sorgte in der Vergangenheit bereits für einige größere Funde der Polizei und des Zolls.

Der vermutlich spektakulärste Fall stammt aus März 2017. Damals erwischen die Fahnder bei Porta einen Mann mit ganzen 33 Kilo Kokain. Schwarzmarktwert: 2,5 Millionen Euro. Die Beamten gehen davon aus, dass der Verkaufswert der Schmuggelware deutlich größer gewesen wäre, denn oftmals würden die Waren mit Fremdstoffen gestreckt, um mehr Gewinn zu erzielen. Aus dem Verkauf wurde nichts. Auch wenn das Transportfahrzeug bestens präpariert war – sämtliche Hohlräume des Autos waren ausgestopft, sogar der Reserveradkasten diente als Versteck –, die Zollfahnder kennen mittlerweile so ziemlich jede Möglichkeit für Verstecke. Da s wurde auch dem Fahrer des Drogenfahrzeugs zum Verhängnis.

Doch nicht nur die klassischen Drogen finden ihren Weg über die A2 und die A30 an Porta Westfalica vorbei. Ebenfalls im Jahr 2017 entdeckten die Beamten 1,4 Millionen Zigaretten auf der Ladefläche eines Lkw – versteckt zwischen Apfelsaft und Cola. Die Ware sollte von Weißrussland gen Westen gehen. In Porta Westfalica war Schluss.

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