Doppelt so viel wie angenommen: Tüftler aus Lerbeck vererbt AfD mehr als 14 Millionen Euro Dirk Haunhorst Porta Westfalica/Bückeburg. Ein ehemaliger Ingenieur der Lerbecker Firma DAL Georg Rost & Söhne hat der AfD doppelt so viel vererbt, wie bislang angenommen wurde. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf eine Stellungnahme eines AfD-Steuerberaters. Demnach soll die Bundespartei in Kürze 14,4 Millionen Euro aus dem Nachlass von Reiner Strangfeld erhalten. Es handele sich um die größte bislang bekannt gewordene Einzelspende in der bundesdeutschen Parteiengeschichte, schreibt der Spiegel. Bislang war der Nachlass auf 7,3 Millionen Euro geschätzt worden. Neben Immobilien, Bargeld und zwei Fahrzeugen vermachte Strangfeld der AfD vor allem Gold: laut Auflistung mehr als 130 Ein-Kilo-Barren sowie ungefähr 4500 Krügerrandmünzen. Das deutlich höhere Erbe hängt offenbar wesentlich mit dem Goldpreis zusammen. Der liegt inzwischen deutlich höher als zum Zeitpunkt von Strangfelds Tod vor zwei Jahren. Im Juli 2018 hatte der damals 79-jährige sich öffentlich in Bückeburg verbrannt. Feuerwehr und Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass es keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden gebe. Der Nachlass Strangfelds wurde von der Polizei gesichert. In seiner Wohnung fanden die Beamten eine frühere Fassung seines Testaments. Nach Spiegel-Informationen hatte Strangfeld darin geschrieben, er hinterlasse sein Vermögen jener Partei, „die sich am ehesten gegen den Zuzug von Ausländern wendet“. Die AfD habe der Millionär wohl erst später als Erben eingeführt. Über eine Mitgliedschaft Strangfelds in der AfD ist nichts bekannt. Nachbarn berichteten nach seinem Tod, sie hätten zwar teilweise 20 Jahre Tür an Tür gelebt, Reiner Strangfeld aber kaum zu Gesicht bekommen. „Besuch hatte er eigentlich nie“, sagte eine Frau. Er sei nicht aufgefallen, „niemand wusste, dass er so reich ist“. Strangfelds Wohnung in der Bückeburger Innenstadt war nicht auffallend luxuriös. Strangfeld war in den siebziger und achtziger Jahren als Ingenieur für den Armaturenhersteller DAL Georg Rost & Söhne in Lerbeck tätig (heute Grohe). Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist er als Erfinder bei 106 Patenten und Anmeldungen eingetragen, meist wird Rost und Söhne als Inhaber und Anmelder genannt. Strangfeld habe im Labor gearbeitet, berichteten frühere Mitarbeiter. Erfunden hat er unter anderem Klosettdruckspüler und Selbstschlussventile für Klospülungen. Das machte ihn offenbar reich. Es sei Usus, so Mitarbeiter, dass bei Erfindungen und Patenten, die im Unternehmen gemacht und angemeldet würden, noch jährliche Zahlungen an die Mitarbeiter gegangen seien, auch nach deren Ausscheiden. Aufgrund der schieren Masse der mit Strangfelds Technik ausgerüsteten Klospülungen könne auch bei einer Beteiligung im Promillebereich ein Vermögen herauskommen. Ein Steuerberater empfiehlt der AfD laut Spiegel-Bericht eine weitere rechtliche Prüfung der Abwicklung des Nachlasses. Es könnten möglicherweise Steuern nachgefordert werden, sollte Strangfeld diese nicht oder unzureichend gezahlt haben.

Doppelt so viel wie angenommen: Tüftler aus Lerbeck vererbt AfD mehr als 14 Millionen Euro

Die AfD bekommt die größte bekannt gewordene Einzelspende in der bundesdeutschen Parteiengeschichte - und das von einem Mann, der in Lerbeck gearbeitet hat. Symbolfoto: dpa © (c) Copyright 2016, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Porta Westfalica/Bückeburg. Ein ehemaliger Ingenieur der Lerbecker Firma DAL Georg Rost & Söhne hat der AfD doppelt so viel vererbt, wie bislang angenommen wurde. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe unter Berufung auf eine Stellungnahme eines AfD-Steuerberaters. Demnach soll die Bundespartei in Kürze 14,4 Millionen Euro aus dem Nachlass von Reiner Strangfeld erhalten. Es handele sich um die größte bislang bekannt gewordene Einzelspende in der bundesdeutschen Parteiengeschichte, schreibt der Spiegel. Bislang war der Nachlass auf 7,3 Millionen Euro geschätzt worden.

Neben Immobilien, Bargeld und zwei Fahrzeugen vermachte Strangfeld der AfD vor allem Gold: laut Auflistung mehr als 130 Ein-Kilo-Barren sowie ungefähr 4500 Krügerrandmünzen. Das deutlich höhere Erbe hängt offenbar wesentlich mit dem Goldpreis zusammen. Der liegt inzwischen deutlich höher als zum Zeitpunkt von Strangfelds Tod vor zwei Jahren.

Im Juli 2018 hatte der damals 79-jährige sich öffentlich in Bückeburg verbrannt. Feuerwehr und Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass es keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden gebe.

Der Nachlass Strangfelds wurde von der Polizei gesichert. In seiner Wohnung fanden die Beamten eine frühere Fassung seines Testaments. Nach Spiegel-Informationen hatte Strangfeld darin geschrieben, er hinterlasse sein Vermögen jener Partei, „die sich am ehesten gegen den Zuzug von Ausländern wendet“. Die AfD habe der Millionär wohl erst später als Erben eingeführt. Über eine Mitgliedschaft Strangfelds in der AfD ist nichts bekannt.

Nachbarn berichteten nach seinem Tod, sie hätten zwar teilweise 20 Jahre Tür an Tür gelebt, Reiner Strangfeld aber kaum zu Gesicht bekommen. „Besuch hatte er eigentlich nie“, sagte eine Frau. Er sei nicht aufgefallen, „niemand wusste, dass er so reich ist“. Strangfelds Wohnung in der Bückeburger Innenstadt war nicht auffallend luxuriös.

Strangfeld war in den siebziger und achtziger Jahren als Ingenieur für den Armaturenhersteller DAL Georg Rost & Söhne in Lerbeck tätig (heute Grohe). Beim Deutschen Patent- und Markenamt ist er als Erfinder bei 106 Patenten und Anmeldungen eingetragen, meist wird Rost und Söhne als Inhaber und Anmelder genannt.

Strangfeld habe im Labor gearbeitet, berichteten frühere Mitarbeiter. Erfunden hat er unter anderem Klosettdruckspüler und Selbstschlussventile für Klospülungen. Das machte ihn offenbar reich. Es sei Usus, so Mitarbeiter, dass bei Erfindungen und Patenten, die im Unternehmen gemacht und angemeldet würden, noch jährliche Zahlungen an die Mitarbeiter gegangen seien, auch nach deren Ausscheiden. Aufgrund der schieren Masse der mit Strangfelds Technik ausgerüsteten Klospülungen könne auch bei einer Beteiligung im Promillebereich ein Vermögen herauskommen.

Ein Steuerberater empfiehlt der AfD laut Spiegel-Bericht eine weitere rechtliche Prüfung der Abwicklung des Nachlasses. Es könnten möglicherweise Steuern nachgefordert werden, sollte Strangfeld diese nicht oder unzureichend gezahlt haben.

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