Diese Gebiete in Porta Westfalica gehen ins Rennen um eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Thomas Lieske Porta Westfalica. Die ersten Weichen für eine ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Hannover und Bielefeld sind gestellt. Die Bahn hat am Mittwochabend sogenannte Grobkorridore präsentiert. Das sind Bereiche, in denen Trassenverläufe möglich sind. Für die Region Porta Westfalica ergeben sich im Wesentlichen drei Erkenntnisse: Die ICE-Strecke könnte erstens entweder an der Bestandsstrecke ausgebaut werden. Oder aber die Trasse orientiert sich zweitens möglicherweise im Wesentlichen am Verlauf der Autobahn 2 mit möglichen Abweichungen im Bereich des Wesergebirges sowie in Richtung Vlotho. Ein dritter Korridor streift Eisbergen in Richtung Süden mit einer Querung der dortigen Bahnstrecke Hameln-Löhne. Damit ist auch klar: Grob geschätzt die Hälfte des Stadtgebietes kommt für eine ICE-Trasse nicht in Frage – zumeist aufgrund der geschlossenen Ortslagen vor allem im Bereich Barkhausen, Hausberge und Holzhausen oder wegen zu schützender Trinkwassergewinnungsgebiete.Im Gespräch ist laut Bahn auch noch eine sogenannte Hybridstrecke, also eine Kombination aus Bestands- und Neubautrasse. Dafür liegen aber noch keine Details vor. Drei weitere Grobkorridore liegen deutlich weiter südlich, würden aber auch einen kurvigen Verlauf der Strecke bedeuten – damit gelten sie als unwahrscheinlich. Damit ist das erste lang erwartete Geheimnis im Planungsverfahren gelüftet. Ziel von Bund und Bahn ist es, mit einer neuen oder ausgebauten Strecke eine Fahrzeit von 31 Minuten zwischen den Bahnhöfen Hannover und Bielefeld zu erreichen, um diese Strecke in den Deutschland-Takt zu integrieren. So soll die Fahrzeit mit der Bahn zwischen Spree und Rhein-Ruhr-Gebiet insgesamt deutlich reduziert werden. Skeptiker und Gegner dieses Vorhabens kritisieren vor allem das Festhalten an der Zeitvorgabe von 31 Minuten. Die nämlich erfordern einen möglichst geraden Streckenverlauf. Und der könnte wiederum Teile von zwar dünner besiedelten, aber dennoch bewohnten Gebieten Porta Westfalicas zerschneiden. Außerdem liegen mehrere Natur-Landschafts- und Wasserschutzgebiete im Bereich der Grobkorridore, die nun präsentiert wurden.Sollte die Trasse – so erwarten es viele an dem Prozess Beteiligte – durch Porta Westfalica verlaufen, wird die Schienenstrecke die Stadt aus Richtung Hannover entweder im Bereich Eisbergen oder Lohfeld über das Wesergebirge erreichen, oder aber über die Bestandsstrecke im Bereich Neesen und Hausberge. Welche Auswirkungen ein Ausbau der bestehenden Trasse durch die Porta Westfalica auf angrenzende Wohnhäuser haben könnte, ist derzeit noch völlig unklar. Grundsätzlich äußert sich die Bahn zu Auswirkungen auf Wohnhäuser noch sehr zurückhaltend und beruft sich auf die weitere Planung. Erst wenn konkrete Trassenvarianten erarbeitet sind, könne der Konzern Genaueres sagen. Grundsätzlich, betonte ein Sprecher der Bahn vor wenigen Tagen gegenüber dem MT, wolle die Bahn versuchen, jedes Haus, auch Einzelhöfe, zu schützen. Da jedoch sowohl entlang der Autobahn in den Bereichen Eisbergen, Lohfeld, Möllbergen, Holzhausen und Vennebeck sowie Holtrup immer wieder Wohnhäuser zu finden sind, dürfte es im Fall einer Trassenvariante entlang der A2 kaum möglich sein, alle Häuser und Höfe zu umgehen. Auch entlang der Bahnstrecke in Neesen und Hausberge sowie Costedt stehen einige Wohnhäuser schon jetzt recht nahe an den Schienen. Die Bahn dazu: „Einzelhofstellen sind der höchsten Raumwiderstandsklasse zugeordnet und haben eine genauso hohe Raumwiderstandsklasse wie geschlossene Siedlungen.“ Und weiter: „Bei der späteren Betrachtung von konkreten Trassenvorschlägen wird besonderes Augenmerk auf alle Flächen mit dieser Raumwiderstandsklasse gelegt, die – wo immer es möglich ist – umgangen werden sollten.“Auf MT-Anfrage äußert sich die hiesige Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahnstrecke (Bigtab) erwartungsgemäß kritisch: „Die Interessen der Region werden offenbar nicht berücksichtigt. Alle Resolutionen des Rates der Stadt Porta bleiben bislang ungehört“, findet Bigtab-Vorsitzender Reinhard Fromme aus Porta. „Es entsteht dann ein westlich gelegener Korridor, der von Schaumburger Seite Evesen und Petzen enthält und sich dann östlich von Neesen durch Lerbeck in das Nadelöhr der Porta erstreckt. Gedenkstätte im Jakobsberg? Scheint es nicht zu geben“, kritisiert die Bigtab. Während des Plenums sei eine Karte präsentiert worden, die die höchste oder zweithöchste Raumwiderstandsklasse für nahezu das gesamte Stadtgebiet zeige. Das sei bei der Erstellung der Grobkorridore umgangen worden, betont Fromme. Im weiteren Planungsverfahren nehmen die Planer der Bahn nun die einzelnen Grobkorridore genauer unter die Lupe. Innerhalb dieser Gebiete sollen mögliche konkrete Trassenverläufe skizziert werden. Die Bahn hat im Plenum zugesagt, dazu vor allem vor Ort Gespräche mit einzelnen Vertretern der betroffenen Regionen zu sprechen und Varianten zu diskutieren. Wichtig sei, dass auch die Bestandsstrecke weiterhin Teil der Überlegungen sei – allerdings in einem gesonderten Bewertungsverfahren.

Diese Gebiete in Porta Westfalica gehen ins Rennen um eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke

Die Grobkorridore – hier in gelb dargestellt – stehen fest: Für Porta Westfalica kommen vor allem die Bestandsstrecke und ein weitestgehend an der A2 orientierter Verlauf in Frage. Skizze: Deutsche Bahn

Porta Westfalica. Die ersten Weichen für eine ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Hannover und Bielefeld sind gestellt. Die Bahn hat am Mittwochabend sogenannte Grobkorridore präsentiert. Das sind Bereiche, in denen Trassenverläufe möglich sind.

Für die Region Porta Westfalica ergeben sich im Wesentlichen drei Erkenntnisse: Die ICE-Strecke könnte erstens entweder an der Bestandsstrecke ausgebaut werden. Oder aber die Trasse orientiert sich zweitens möglicherweise im Wesentlichen am Verlauf der Autobahn 2 mit möglichen Abweichungen im Bereich des Wesergebirges sowie in Richtung Vlotho. Ein dritter Korridor streift Eisbergen in Richtung Süden mit einer Querung der dortigen Bahnstrecke Hameln-Löhne. Damit ist auch klar: Grob geschätzt die Hälfte des Stadtgebietes kommt für eine ICE-Trasse nicht in Frage – zumeist aufgrund der geschlossenen Ortslagen vor allem im Bereich Barkhausen, Hausberge und Holzhausen oder wegen zu schützender Trinkwassergewinnungsgebiete.

Im Gespräch ist laut Bahn auch noch eine sogenannte Hybridstrecke, also eine Kombination aus Bestands- und Neubautrasse. Dafür liegen aber noch keine Details vor. Drei weitere Grobkorridore liegen deutlich weiter südlich, würden aber auch einen kurvigen Verlauf der Strecke bedeuten – damit gelten sie als unwahrscheinlich.

Damit ist das erste lang erwartete Geheimnis im Planungsverfahren gelüftet. Ziel von Bund und Bahn ist es, mit einer neuen oder ausgebauten Strecke eine Fahrzeit von 31 Minuten zwischen den Bahnhöfen Hannover und Bielefeld zu erreichen, um diese Strecke in den Deutschland-Takt zu integrieren. So soll die Fahrzeit mit der Bahn zwischen Spree und Rhein-Ruhr-Gebiet insgesamt deutlich reduziert werden. Skeptiker und Gegner dieses Vorhabens kritisieren vor allem das Festhalten an der Zeitvorgabe von 31 Minuten. Die nämlich erfordern einen möglichst geraden Streckenverlauf. Und der könnte wiederum Teile von zwar dünner besiedelten, aber dennoch bewohnten Gebieten Porta Westfalicas zerschneiden. Außerdem liegen mehrere Natur-Landschafts- und Wasserschutzgebiete im Bereich der Grobkorridore, die nun präsentiert wurden.

Sollte die Trasse – so erwarten es viele an dem Prozess Beteiligte – durch Porta Westfalica verlaufen, wird die Schienenstrecke die Stadt aus Richtung Hannover entweder im Bereich Eisbergen oder Lohfeld über das Wesergebirge erreichen, oder aber über die Bestandsstrecke im Bereich Neesen und Hausberge. Welche Auswirkungen ein Ausbau der bestehenden Trasse durch die Porta Westfalica auf angrenzende Wohnhäuser haben könnte, ist derzeit noch völlig unklar.

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Patrick Schwemmling

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Grundsätzlich äußert sich die Bahn zu Auswirkungen auf Wohnhäuser noch sehr zurückhaltend und beruft sich auf die weitere Planung. Erst wenn konkrete Trassenvarianten erarbeitet sind, könne der Konzern Genaueres sagen. Grundsätzlich, betonte ein Sprecher der Bahn vor wenigen Tagen gegenüber dem MT, wolle die Bahn versuchen, jedes Haus, auch Einzelhöfe, zu schützen. Da jedoch sowohl entlang der Autobahn in den Bereichen Eisbergen, Lohfeld, Möllbergen, Holzhausen und Vennebeck sowie Holtrup immer wieder Wohnhäuser zu finden sind, dürfte es im Fall einer Trassenvariante entlang der A2 kaum möglich sein, alle Häuser und Höfe zu umgehen. Auch entlang der Bahnstrecke in Neesen und Hausberge sowie Costedt stehen einige Wohnhäuser schon jetzt recht nahe an den Schienen. Die Bahn dazu: „Einzelhofstellen sind der höchsten Raumwiderstandsklasse zugeordnet und haben eine genauso hohe Raumwiderstandsklasse wie geschlossene Siedlungen.“ Und weiter: „Bei der späteren Betrachtung von konkreten Trassenvorschlägen wird besonderes Augenmerk auf alle Flächen mit dieser Raumwiderstandsklasse gelegt, die – wo immer es möglich ist – umgangen werden sollten.“

Auf MT-Anfrage äußert sich die hiesige Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahnstrecke (Bigtab) erwartungsgemäß kritisch: „Die Interessen der Region werden offenbar nicht berücksichtigt. Alle Resolutionen des Rates der Stadt Porta bleiben bislang ungehört“, findet Bigtab-Vorsitzender Reinhard Fromme aus Porta. „Es entsteht dann ein westlich gelegener Korridor, der von Schaumburger Seite Evesen und Petzen enthält und sich dann östlich von Neesen durch Lerbeck in das Nadelöhr der Porta erstreckt. Gedenkstätte im Jakobsberg? Scheint es nicht zu geben“, kritisiert die Bigtab. Während des Plenums sei eine Karte präsentiert worden, die die höchste oder zweithöchste Raumwiderstandsklasse für nahezu das gesamte Stadtgebiet zeige. Das sei bei der Erstellung der Grobkorridore umgangen worden, betont Fromme.

Im weiteren Planungsverfahren nehmen die Planer der Bahn nun die einzelnen Grobkorridore genauer unter die Lupe. Innerhalb dieser Gebiete sollen mögliche konkrete Trassenverläufe skizziert werden. Die Bahn hat im Plenum zugesagt, dazu vor allem vor Ort Gespräche mit einzelnen Vertretern der betroffenen Regionen zu sprechen und Varianten zu diskutieren. Wichtig sei, dass auch die Bestandsstrecke weiterhin Teil der Überlegungen sei – allerdings in einem gesonderten Bewertungsverfahren.

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