Die Bürger haben das Wort zur Logistikhalle von Schäferbarthold Dirk Haunhorst Porta Westfalica (mt). Dem Unternehmen Schäferbarthold geht es gut, die Geschäfte mit Fahrzeugersatzteilen und Zubehör laufen derart hochtourig, dass das Wachstum an räumliche Grenzen stößt. Deshalb soll eine Logistikhalle um 55 Meter gen Osten erweitert werden. Geschäftsführer Dr. Christian Schäferbarthold wünschte sich, dass der Planungsausschuss am Montag die notwendigen baurechtlichen Befreiungen für das 4,5-Millionen-Euro-Projekt erteilt. Doch die rot-grüne Mehrheit möchte zunächst die Bürgerschaft im Barkhausen Bezirksausschuss zu Wort kommen lassen.Sollte der Ortsrat, der vermutlich im November tagt, grünes Licht geben, dürfte dem Anbau nichts im Wege stehen. Eine weitere Beratung des Planungsausschusses wäre nach einem entsprechenden Vorratsbeschluss der Politiker dann nicht mehr nötig, sodass das Unternehmen keine weitere Zeit verlöre.„Ich kann mit der Entscheidung leben“, sagte Christian Schäferbarthold am Tag nach dem Kompromiss gegenüber dem MT. Von seinem Büro aus hat er einen guten Blick über die bestehenden Gebäude und die künftige Anbaufläche. „Die Bäume dahinter sind höher als das, was neu gebaut wird“, sagt der Geschäftsführer. Es werde der bestehende Gebäudekörper, der sich in einen rund acht Meter hohen sowie einen knapp doppelt so großen Trakt gliedert, auf dem eigenem Grundstück schlicht um 55 Meter in Richtung Osten verlängert. Schäferbarthold ist davon überzeugt, dass niemand, der sich mit Örtlichkeiten und Abständen zur Wohnbebauung und Straßen vertraut mache, ernsthaft gegen das Bauprojekt sein könne.Das sehen auch die Politiker im Planungsausschuss so. Gleichwohl gingen die Meinungen über das Vorgehen auseinander. SPD und Grüne beharren auf einer Beteiligung des Barkhauser Ortsrates (Bezirksausschuss), um über die Befreiungen bezüglich der festgesetzten Gebäudehöhe zu diskutieren sowie über die geplante geringfügige Überschreitung der Baugrenzen im Verlauf der Caripar-Straße zwecks besseren Warentransports. Redner aus den Reihen von Rot-Grün erinnerten an die hitzigen Debatten in diesem Sommer über die Maße des neuen Logistikzentrums der Firma Jacob Söhne, für das vorübergehend sogar ein Baustopp verhängt wurde. Solche Dispute könne man sich ersparen, wenn man die Bürger besser einbinde und informiere, hieß es.CDU und FDP widersprachen energisch, plädierten für eine schnelle Entscheidung und meinten, die Lage der beiden Firmen sei insbesondere im Hinblick auf die Wohnbebauung nicht miteinander zu vergleichen. „Könnt ihr nicht marktwirtschaftlich denken?“, fragte Rainer Traue (CDU) die Gegenseite, als er hörte, dass Schäferbarthold wegen der Platzprobleme in Barkhausen zurzeit 10 000 Euro im Monat für eine angemietete Fläche in Minden zahlt.Reinhard Geffert (SPD) erinnerte daran, dass nicht die Politiker den Anstoß für die Änderung gäben. Vielmehr sollten für das Vorhaben der Firma gültige Vorschriften geändert werden und daher sei es völlig richtig, die Bürgerschaft einzubeziehen.Christian Schäferbarthold äußerte sich im Ausschuss auch zu der möglichen Alternative, tiefer in die Erde zu gehen, anstatt höher zu bauen. Dies brächte jedoch neben zusätzlichen Kosten und Problemen mit feuchtem Untergrund deutlich weitere innerbetriebliche Wege mit sich.Björn Sassenberg, Stadtplaner in der Verwaltung, erläuterte dem Ausschuss, dass für den bereits bestehenden höheren Gebäudeteil seinerzeit eine Befreiung erteilt worden sei. Die eigentlich festgelegte Höhe für Gebäudekörper beläuft sich unter Anrechnung der Geländehöhe auf 70 Meter über Normalnull, Der größere Teil der Logistikhalle misst an der höchsten Stelle 72,64 Meter über Normalnull. Die damalige Befreiung sei erfolgt, weil, weil im westlichen Teil eine Unterschreitung der festgelegten Höhe erfolgte, im östlichen eine Überschreitung, was „somit im Mittel passte“.Um dem Unternehmen langfristig Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist neben der punktuellen Befreiung für den Hallenanbau und die Baugrenzen zusätzlich eine Änderung des Bebauungsplanes 2.1.2 „Gewerbegebiet Barkhausen, südlich des Niedernfeldwegs, östlich des Erbesweges“ vorgesehen. Damit würden nicht nur bestehende und aktuell geplante Gebäude berücksichtigt, sondern „auch weitere mögliche Erweiterungen nach Norden“, so die Verwaltung. Im Kernbereich sollen somit Logistikhallen bis zu einer Höhe von 74 Meter über Normalnull möglich werden, im Randbereich Gebäude geringerer Größe.Die Politiker starteten mit dem einmütigen Aufstellungsbeschluss das Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Satzungsbeschluss zur B-Planänderung dürfte im Laufe des kommenden Jahres erfolgen.Die Planungen des Unternehmens an Standort Barkhausen seien derzeit auf die nächsten sieben bis zehn Jahre ausgerichtet, sagte Christian Schäferbarthold dem MT. 2024 feiert die Firma ihren 100. Geburtstag. „Unser Ziel sind dann 100 Millionen Euro Jahresumsatz.“ Aktuell liege man bei 77 Millionen Euro.

Die Bürger haben das Wort zur Logistikhalle von Schäferbarthold

Blick aus dem Verwaltungsgebäude von Schäferbarthold auf die Logistikhallen. Das 100 Meter lange und 88 Meter breite Gebäude in der Bildmitte besteht aus einem annähernd 15 Meter hohen Baukörper und einem acht Meter hohen (hier kaum sichtbaren) Trakt dahinter. Der gesamte Gebäudekörper soll auf dem bestehenden Höhenniveau um 55 Metern in Richtung Osten (auf dem Foto links) erweitert werden. MT- © Foto: Dirk Haunhorst

Porta Westfalica (mt). Dem Unternehmen Schäferbarthold geht es gut, die Geschäfte mit Fahrzeugersatzteilen und Zubehör laufen derart hochtourig, dass das Wachstum an räumliche Grenzen stößt. Deshalb soll eine Logistikhalle um 55 Meter gen Osten erweitert werden. Geschäftsführer Dr. Christian Schäferbarthold wünschte sich, dass der Planungsausschuss am Montag die notwendigen baurechtlichen Befreiungen für das 4,5-Millionen-Euro-Projekt erteilt. Doch die rot-grüne Mehrheit möchte zunächst die Bürgerschaft im Barkhausen Bezirksausschuss zu Wort kommen lassen.

Sollte der Ortsrat, der vermutlich im November tagt, grünes Licht geben, dürfte dem Anbau nichts im Wege stehen. Eine weitere Beratung des Planungsausschusses wäre nach einem entsprechenden Vorratsbeschluss der Politiker dann nicht mehr nötig, sodass das Unternehmen keine weitere Zeit verlöre.

„Ich kann mit der Entscheidung leben“, sagte Christian Schäferbarthold am Tag nach dem Kompromiss gegenüber dem MT. Von seinem Büro aus hat er einen guten Blick über die bestehenden Gebäude und die künftige Anbaufläche. „Die Bäume dahinter sind höher als das, was neu gebaut wird“, sagt der Geschäftsführer. Es werde der bestehende Gebäudekörper, der sich in einen rund acht Meter hohen sowie einen knapp doppelt so großen Trakt gliedert, auf dem eigenem Grundstück schlicht um 55 Meter in Richtung Osten verlängert. Schäferbarthold ist davon überzeugt, dass niemand, der sich mit Örtlichkeiten und Abständen zur Wohnbebauung und Straßen vertraut mache, ernsthaft gegen das Bauprojekt sein könne.

Das sehen auch die Politiker im Planungsausschuss so. Gleichwohl gingen die Meinungen über das Vorgehen auseinander. SPD und Grüne beharren auf einer Beteiligung des Barkhauser Ortsrates (Bezirksausschuss), um über die Befreiungen bezüglich der festgesetzten Gebäudehöhe zu diskutieren sowie über die geplante geringfügige Überschreitung der Baugrenzen im Verlauf der Caripar-Straße zwecks besseren Warentransports. Redner aus den Reihen von Rot-Grün erinnerten an die hitzigen Debatten in diesem Sommer über die Maße des neuen Logistikzentrums der Firma Jacob Söhne, für das vorübergehend sogar ein Baustopp verhängt wurde. Solche Dispute könne man sich ersparen, wenn man die Bürger besser einbinde und informiere, hieß es.

CDU und FDP widersprachen energisch, plädierten für eine schnelle Entscheidung und meinten, die Lage der beiden Firmen sei insbesondere im Hinblick auf die Wohnbebauung nicht miteinander zu vergleichen. „Könnt ihr nicht marktwirtschaftlich denken?“, fragte Rainer Traue (CDU) die Gegenseite, als er hörte, dass Schäferbarthold wegen der Platzprobleme in Barkhausen zurzeit 10 000 Euro im Monat für eine angemietete Fläche in Minden zahlt.

Reinhard Geffert (SPD) erinnerte daran, dass nicht die Politiker den Anstoß für die Änderung gäben. Vielmehr sollten für das Vorhaben der Firma gültige Vorschriften geändert werden und daher sei es völlig richtig, die Bürgerschaft einzubeziehen.

Christian Schäferbarthold äußerte sich im Ausschuss auch zu der möglichen Alternative, tiefer in die Erde zu gehen, anstatt höher zu bauen. Dies brächte jedoch neben zusätzlichen Kosten und Problemen mit feuchtem Untergrund deutlich weitere innerbetriebliche Wege mit sich.

Björn Sassenberg, Stadtplaner in der Verwaltung, erläuterte dem Ausschuss, dass für den bereits bestehenden höheren Gebäudeteil seinerzeit eine Befreiung erteilt worden sei. Die eigentlich festgelegte Höhe für Gebäudekörper beläuft sich unter Anrechnung der Geländehöhe auf 70 Meter über Normalnull, Der größere Teil der Logistikhalle misst an der höchsten Stelle 72,64 Meter über Normalnull. Die damalige Befreiung sei erfolgt, weil, weil im westlichen Teil eine Unterschreitung der festgelegten Höhe erfolgte, im östlichen eine Überschreitung, was „somit im Mittel passte“.

Um dem Unternehmen langfristig Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist neben der punktuellen Befreiung für den Hallenanbau und die Baugrenzen zusätzlich eine Änderung des Bebauungsplanes 2.1.2 „Gewerbegebiet Barkhausen, südlich des Niedernfeldwegs, östlich des Erbesweges“ vorgesehen. Damit würden nicht nur bestehende und aktuell geplante Gebäude berücksichtigt, sondern „auch weitere mögliche Erweiterungen nach Norden“, so die Verwaltung. Im Kernbereich sollen somit Logistikhallen bis zu einer Höhe von 74 Meter über Normalnull möglich werden, im Randbereich Gebäude geringerer Größe.

Die Politiker starteten mit dem einmütigen Aufstellungsbeschluss das Verfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Der Satzungsbeschluss zur B-Planänderung dürfte im Laufe des kommenden Jahres erfolgen.

Die Planungen des Unternehmens an Standort Barkhausen seien derzeit auf die nächsten sieben bis zehn Jahre ausgerichtet, sagte Christian Schäferbarthold dem MT. 2024 feiert die Firma ihren 100. Geburtstag. „Unser Ziel sind dann 100 Millionen Euro Jahresumsatz.“ Aktuell liege man bei 77 Millionen Euro.

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