Der mit den Zahlen spielt: Portaner Schüler misst sich bei Matheolympiade mit Mitteleuropa Thomas Lieske Porta Westfalica-Nammen. Was hat eine infektiöse Zahl mit Mathematik zutun? Julian Robin Völlmecke aus Nammen kennt die Antwort. Immerhin erreichte er bei folgender Fragestellung volle Punktzahl: „Wir nennen eine positive ganze Zahl N infektiös, wenn es 1.000 aufeinanderfolgende nichtnegative ganze Zahlen gibt, sodass die Summe aller ihrer Ziffern N ergibt. Bestimme alle infektiösen positiven ganzen Zahlen.“ Klingt kompliziert, ist es für den Mathe-Laien auch. Der 17-jährige Portaner ist alles andere als ein Mathe-Laie. Denn die Frage löste er als Teilnehmer der Mitteleuropäischen Matheolympiade, an der 60 Schülerinnen und Schüler aus zehn Ländern teilnahmen. Der Gymnasiast erreichte Platz 29 und damit eine Bronze-Medaille. Man muss schon verrückt nach Zahlen und Geometrie sein, gibt Völlmecke zu. „Das Niveau der Aufgaben bei der Europäischen Matheolympiade geht weit über das im Schulunterricht hinaus.“ Genau das reize ihn, sich dem Wettbewerb zu stellen- Für vier Aufgaben, die so mit Sicherheit in keinem deutschen Mathe-Schulbuch zu finden sind und eigens von vier internationalen Autoren gestellt wurden, hatte Julian Völlmecke fünf Stunden Zeit. „Wegen Corona haben wir die Aufgaben allerdings zu Hause gelöst“, erzählt er. Heißt: Aufgaben ausdrucken, lösen, einscannen und abschicken – und das alles innerhalb der Frist. Die Aufgaben standen erst zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung. Neben infektiösen Zahlen – die Lösung lautet übrigens: Alle Zahlen über 13.500 gelten nach dieser Definition als infektiös – galt es auch, Kreise innerhalb von Dreiecken zu beweisen (Geometrie), Zahlen nach Funktionen zu bestimmen (Algebra) und sich in Kombinatorik zu beweisen. „Das ist ein sehr weitgreifendes Aufgabenfeld“, sagt Völlmecke. Bei Kombinatorik geht es darum, verschiedene Kombinationsmöglichkeiten in Zahlen auszudrücken. Zum Beispiel, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich mit drei Paar Schuhen, zwei Hosen und vier T-Shirts unterschiedlich zu kleiden – es sind übrigens 24. Auf dem Niveau der Mitteleuropäischen sieht das mit Brüchen, ungeraden Zahlen und Potenzen aber ganz anders aus. Kommt da nicht manchmal Langeweile im Unterricht auf? „Ja, ab und zu ist das tatsächlich so“, sagt Völlmecke und lacht. Es sei ja nicht jeder so verrückt nach Zahlen wie er. „Die Faszination ist, sich über die erarbeiteten Lösungen zu freuen“, verrät der Gymnasiast. Dann tauche er in die Welt der Zahlen und Funktionen ab – dort fühlt er sich wohl. Und dort kennt er sich auch bestens aus. Das hat Völlmecke übrigens auch schon bei zahlreichen anderen Matheolympiaden gezeigt. „Richtig dabei bin ich seit der siebten Klasse“, erzählt er. Da ging es dann mit einem Wettbewerb auf Landesebene los. „Jedes Jahr kam dann Stück für Stück dazu.“ Erste Plätze auf Bundesebene zählt der Schüler längst zu seinen Erfolgen. Der mitteleuropäische Vergleich war jetzt der vorläufige Höhepunkt. Einer, der dem 17-Jährigen trotz der „fast unlösbaren Aufgaben“, wie er sie beschreibt, viel Spaß bereitet hat. „Und das ist die Hauptsache, sonst würde ich das auch nicht machen.“ Kein Wunder also, dass er seinen Schwerpunkt im Abitur auf den Bereich Mathematik legt – „alles andere wäre auch irgendwie komisch“, scherzt Völlmecke. Und die Noten im Zeugnis? Er zögert etwas. 15 Punkte. Eine eins mit einem Plus – besser geht es nicht. Deshalb will der Schüler der Mathematik auch nach der Schule treu bleiben. „Nach dem Abitur würde ich gern Mathematik in Bonn studieren“, erzählt Julian Völlmecke. „Ist doch klar.“

Der mit den Zahlen spielt: Portaner Schüler misst sich bei Matheolympiade mit Mitteleuropa

Porta Westfalica-Nammen. Was hat eine infektiöse Zahl mit Mathematik zutun? Julian Robin Völlmecke aus Nammen kennt die Antwort. Immerhin erreichte er bei folgender Fragestellung volle Punktzahl: „Wir nennen eine positive ganze Zahl N infektiös, wenn es 1.000 aufeinanderfolgende nichtnegative ganze Zahlen gibt, sodass die Summe aller ihrer Ziffern N ergibt. Bestimme alle infektiösen positiven ganzen Zahlen.“ Klingt kompliziert, ist es für den Mathe-Laien auch. Der 17-jährige Portaner ist alles andere als ein Mathe-Laie. Denn die Frage löste er als Teilnehmer der Mitteleuropäischen Matheolympiade, an der 60 Schülerinnen und Schüler aus zehn Ländern teilnahmen. Der Gymnasiast erreichte Platz 29 und damit eine Bronze-Medaille.

In Mathematik ist er ein Ass: Julian Robin Völlmecke aus Nammen begibt sich gern in die Welt der Zahlen. - © Foto: privat
In Mathematik ist er ein Ass: Julian Robin Völlmecke aus Nammen begibt sich gern in die Welt der Zahlen. - © Foto: privat

Man muss schon verrückt nach Zahlen und Geometrie sein, gibt Völlmecke zu. „Das Niveau der Aufgaben bei der Europäischen Matheolympiade geht weit über das im Schulunterricht hinaus.“ Genau das reize ihn, sich dem Wettbewerb zu stellen- Für vier Aufgaben, die so mit Sicherheit in keinem deutschen Mathe-Schulbuch zu finden sind und eigens von vier internationalen Autoren gestellt wurden, hatte Julian Völlmecke fünf Stunden Zeit. „Wegen Corona haben wir die Aufgaben allerdings zu Hause gelöst“, erzählt er. Heißt: Aufgaben ausdrucken, lösen, einscannen und abschicken – und das alles innerhalb der Frist. Die Aufgaben standen erst zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung.

Neben infektiösen Zahlen – die Lösung lautet übrigens: Alle Zahlen über 13.500 gelten nach dieser Definition als infektiös – galt es auch, Kreise innerhalb von Dreiecken zu beweisen (Geometrie), Zahlen nach Funktionen zu bestimmen (Algebra) und sich in Kombinatorik zu beweisen. „Das ist ein sehr weitgreifendes Aufgabenfeld“, sagt Völlmecke. Bei Kombinatorik geht es darum, verschiedene Kombinationsmöglichkeiten in Zahlen auszudrücken. Zum Beispiel, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich mit drei Paar Schuhen, zwei Hosen und vier T-Shirts unterschiedlich zu kleiden – es sind übrigens 24. Auf dem Niveau der Mitteleuropäischen sieht das mit Brüchen, ungeraden Zahlen und Potenzen aber ganz anders aus.

Kommt da nicht manchmal Langeweile im Unterricht auf? „Ja, ab und zu ist das tatsächlich so“, sagt Völlmecke und lacht. Es sei ja nicht jeder so verrückt nach Zahlen wie er. „Die Faszination ist, sich über die erarbeiteten Lösungen zu freuen“, verrät der Gymnasiast. Dann tauche er in die Welt der Zahlen und Funktionen ab – dort fühlt er sich wohl. Und dort kennt er sich auch bestens aus.

Das hat Völlmecke übrigens auch schon bei zahlreichen anderen Matheolympiaden gezeigt. „Richtig dabei bin ich seit der siebten Klasse“, erzählt er. Da ging es dann mit einem Wettbewerb auf Landesebene los. „Jedes Jahr kam dann Stück für Stück dazu.“ Erste Plätze auf Bundesebene zählt der Schüler längst zu seinen Erfolgen. Der mitteleuropäische Vergleich war jetzt der vorläufige Höhepunkt. Einer, der dem 17-Jährigen trotz der „fast unlösbaren Aufgaben“, wie er sie beschreibt, viel Spaß bereitet hat. „Und das ist die Hauptsache, sonst würde ich das auch nicht machen.“

Kein Wunder also, dass er seinen Schwerpunkt im Abitur auf den Bereich Mathematik legt – „alles andere wäre auch irgendwie komisch“, scherzt Völlmecke. Und die Noten im Zeugnis? Er zögert etwas. 15 Punkte. Eine eins mit einem Plus – besser geht es nicht. Deshalb will der Schüler der Mathematik auch nach der Schule treu bleiben. „Nach dem Abitur würde ich gern Mathematik in Bonn studieren“, erzählt Julian Völlmecke. „Ist doch klar.“

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