Der große Hunger der kleinen Eulen: Vier bis sechs Mäuse pro Nacht Gisela Schwarze Porta Westfalica-Costedt (GS). Fünf junge Schleiereulen dokumentieren jetzt mit einem Ring ihre Herkunft aus Costedt. Hoch oben unter dem Dach der ehemaligen Trafostation hinter dem Campingplatz „Großer Weserbogen“ erblickten die Greifvögel vor vier Wochen das Licht der Welt. Gerhard Neuhaus, der sich kreisweit um die Vogelberingung kümmert, und seine Assistenten Erwin Mattegiet und Frank Köstring sowie weitere Helfer, arbeiteten bei der Aktion Hand in Hand. Diesmal gab es mehrere Schaulustige vom benachbarten Campingplatz, von der AG „Natur Bad Oeynhausen“ und vom Portaner Verein für Naturschutz und Heimatpflege (NHP). Ein Plakat am Eingang des Campingplatzes hatte auf die Aktion aufmerksam gemacht. In Jutebeuteln holte Frank Köstring den Schleiereulen-Nachwuchs über Leitern aus der schwindelnden Höhe des Trafostation Dachraums. Entzückt betrachteten die Zuschauer die kleinen weichen Flaumbündel, die nach und nach aus den Stofftaschen zum Vorschein kamen. Sogar anfassen durften die Umstehenden die winzigen Tiere mit den schwarzen Augen und herzförmigen Gesichtern. Friederike Mosler aus Herford hätte eine Eule am liebsten mit nach Hause genommen: „Unglaublich, wie dieser kleine Vogel mit seinen Krallen schon um einen Finger greifen kann“, staunte sie. Für Gerhard Neuhaus war das Beringen der fünf Schleiereulen Routine und ging ihm zügig von der Hand. „Schließlich habe ich in diesem Jahr bereits 70 Schleiereulen beringt, dazu 170 Turmfalken und 130 Steinkäuze“, zählte er auf. Er ist zuständiger Beringer für Eulen und Greifvögel für den Nabu-Landesverband NRW und arbeitet seit über 30 Jahren mit seinen getätigten Dokumentationen für die Vogelwarte Helgoland. Dass in der früheren Trafostation wieder eine gesunde Population an Schleiereulen heranwachsen kann, ist ein Verdienst des AG-Natur Mitglieds Frank Köstring. Er reparierte den dortigen Eulenkasten, machte ihn bewohnbar und sicherte vorsichtshalber die Außentür mit einem neuen Schloss. Der NHP Porta stellte dauerhaft eine lange Aluleiter für den Trafohaus-Innenraum zur Verfügung, um den Nistkasten betreuen zu können. „All dies hat wohl dazu beigetragen, dass unterm Dach der ehemaligen Trafostation wieder Schleiereulen eingezogen sind“, freut sich Erwin Mattegiet. Fleißige Mäusejäger müssen die nachtaktiven Eltern der Schleiereulen-Kinder sein, um den Nachwuchs groß zu bekommen. „Eine kleine Eule braucht in jeder Nacht vier bis sechs Mäuse“, hörten die staunenden Gäste von Neuhaus. „Eine Eulenfamilie vertilgt täglich 50 Feldmäuse“, ergänzte Mattegiet. Die Küken würden von den Altvögeln zunächst mit vorverdauter Beute gefüttert. „Erst später werden die Mäuse dann am Stück mit Fell und Knochen verfüttert.“ Mit etwa acht Wochen seien die Eulen flugbereit und für sich selbst verantwortlich. „Schade, dass die Jungvögel keine Maulwürfe fressen. Wir haben nämlich einen unter unserem Vorzelt“, sagte eine Camperin lachend.

Der große Hunger der kleinen Eulen: Vier bis sechs Mäuse pro Nacht

Mit vereinten Kräften: Gerhard Neuhaus (rechts) und Ingo Selent beringen eine junge Schleiereule. Foto: Schwarze © schwarze

Porta Westfalica-Costedt (GS). Fünf junge Schleiereulen dokumentieren jetzt mit einem Ring ihre Herkunft aus Costedt. Hoch oben unter dem Dach der ehemaligen Trafostation hinter dem Campingplatz „Großer Weserbogen“ erblickten die Greifvögel vor vier Wochen das Licht der Welt. Gerhard Neuhaus, der sich kreisweit um die Vogelberingung kümmert, und seine Assistenten Erwin Mattegiet und Frank Köstring sowie weitere Helfer, arbeiteten bei der Aktion Hand in Hand.

Diesmal gab es mehrere Schaulustige vom benachbarten Campingplatz, von der AG „Natur Bad Oeynhausen“ und vom Portaner Verein für Naturschutz und Heimatpflege (NHP). Ein Plakat am Eingang des Campingplatzes hatte auf die Aktion aufmerksam gemacht.

In Jutebeuteln holte Frank Köstring den Schleiereulen-Nachwuchs über Leitern aus der schwindelnden Höhe des Trafostation Dachraums. Entzückt betrachteten die Zuschauer die kleinen weichen Flaumbündel, die nach und nach aus den Stofftaschen zum Vorschein kamen. Sogar anfassen durften die Umstehenden die winzigen Tiere mit den schwarzen Augen und herzförmigen Gesichtern. Friederike Mosler aus Herford hätte eine Eule am liebsten mit nach Hause genommen: „Unglaublich, wie dieser kleine Vogel mit seinen Krallen schon um einen Finger greifen kann“, staunte sie.


Für Gerhard Neuhaus war das Beringen der fünf Schleiereulen Routine und ging ihm zügig von der Hand. „Schließlich habe ich in diesem Jahr bereits 70 Schleiereulen beringt, dazu 170 Turmfalken und 130 Steinkäuze“, zählte er auf. Er ist zuständiger Beringer für Eulen und Greifvögel für den Nabu-Landesverband NRW und arbeitet seit über 30 Jahren mit seinen getätigten Dokumentationen für die Vogelwarte Helgoland.

Dass in der früheren Trafostation wieder eine gesunde Population an Schleiereulen heranwachsen kann, ist ein Verdienst des AG-Natur Mitglieds Frank Köstring. Er reparierte den dortigen Eulenkasten, machte ihn bewohnbar und sicherte vorsichtshalber die Außentür mit einem neuen Schloss. Der NHP Porta stellte dauerhaft eine lange Aluleiter für den Trafohaus-Innenraum zur Verfügung, um den Nistkasten betreuen zu können. „All dies hat wohl dazu beigetragen, dass unterm Dach der ehemaligen Trafostation wieder Schleiereulen eingezogen sind“, freut sich Erwin Mattegiet.

Fleißige Mäusejäger müssen die nachtaktiven Eltern der Schleiereulen-Kinder sein, um den Nachwuchs groß zu bekommen. „Eine kleine Eule braucht in jeder Nacht vier bis sechs Mäuse“, hörten die staunenden Gäste von Neuhaus. „Eine Eulenfamilie vertilgt täglich 50 Feldmäuse“, ergänzte Mattegiet. Die Küken würden von den Altvögeln zunächst mit vorverdauter Beute gefüttert. „Erst später werden die Mäuse dann am Stück mit Fell und Knochen verfüttert.“ Mit etwa acht Wochen seien die Eulen flugbereit und für sich selbst verantwortlich. „Schade, dass die Jungvögel keine Maulwürfe fressen. Wir haben nämlich einen unter unserem Vorzelt“, sagte eine Camperin lachend.

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