Corona-Ausbruch in Portaner Kita - Leiter erhebt Vorwürfe gegen Gesundheitsamt Thomas Lieske Porta Westfalica-Hausberge. Die Kindertagesstätte der Parität für Kinder am Sprengelweg in Hausberge kämpft aktuell mit einem größeren Corona-Ausbruch. Wie Kita-Leiter André Schneider im MT-Gespräch bestätigt, seien derzeit nachweislich fünf Kinder und drei Erzieherinnen mit dem Virus infiziert. Nun sei die Angst unter Eltern und Erziehern groß, dass sich weitere Kinder oder Mitarbeiter infizieren. Diese Angst komme nicht von ungefähr, berichtet Schneider. Denn das Virus habe sich aus seiner Sicht in der Anfangsphase beinahe unbemerkt ausbreiten können. „Zur verlässlichen Sicherheit benötigen wir PCR-Tests. Diese wurden uns vom Gesundheitsamt immer wieder verneint“, beschwert sich Schneider. Immer wieder hätten die Mitarbeiter auf die drei Tests pro Woche verwiesen, die der Kita zustünden. „Wir haben diese Schnelltests probeweise auch bei den Infizierten gemacht. Die sind alle nicht angeschlagen.“ Nun herrsche große Unsicherheit, dass womöglich noch weitere Fälle unerkannt in der Kita grassieren. „Die Kinder sind alle ungeimpft und der Gefahr schutzlos ausgeliefert. Das ist ein massives Problem.“ Das zweite Problem aus Schneiders Sicht: „Wir haben vom Amt keine Auflagen bekommen, wie wir den Betrieb regeln müssen.“ Er fühle sich allein gelassen. Neben den Tests habe das Amt auf die sogenannten AHA-Regeln verwiesen und empfohlen, dass alle Erziehenden eine Maske tragen sollten. Mit dem vorhandenen Personal – drei Erzieherinnen sind immerhin selbst durch Infektion ausgefallen – habe das Team den kompletten zeitlichen Ablauf umorganisieren müssen, damit die Gruppen voneinander getrennt werden konnten. „Mittlerweile arbeiten wir hier hart an der Grenze. Ein weiterer Erzieher darf jetzt nicht mehr ausfallen.“ Dann müssten die isolierten Gruppen doch wieder zusammengelegt werden. Und das wäre aus Sicht des Kita-Leiters fahrlässig. Laut Schneider sei es schwierig, die Betreuungszeiten von 7 bis 17 Uhr aktuell abzudecken, ohne dass die Gruppen durchmischt werden. Daher ist er froh, dass die Elternschaft voll mitziehe. „Einige bringen ihre Kinder nun später und holen sie früher ab. Andere lassen sie freiwillig zu Hause.“ So habe sich die Betreuungssituation zumindest ein wenig entspannt. Am liebsten wäre es ihm, wenn noch mehr Kinder zu Hause blieben. Dies würden gern mehr Eltern tun, berichtet ein Mitglied aus dem Elternbeirat der Kita. Aktuell hätten mehrere Eltern allerdings Probleme mit dem Arbeitgeber oder müssten die Betreuung zu Hause unter größten Umständen organisieren – „nur weil die Eltern aus Unsicherheit und Vorsicht die Kinder zu Hause lassen wollen, um sie zu schützen“. Eltern müssten länger ins Homeoffice wechseln, Urlaub nehmen oder freie Tage oder sich „irgendwie durchmogeln“. Aus Sicht des Elternbeirates werde die aktuelle Situation „auf dem Rücken der Kinder und der Erziehenden ausgetragen“. Kreissprecherin Sabine Ohnesorge bestätigt auf MT-Anfrage die acht positiven Fälle in der Kita. Seit dem 10. Januar sei aber kein neuer Fall in der Einrichtung am Sprengelweg dazugekommen. Angesprochen auf die PCR-Tests, verweist der Kreis auf die geltende Regelung mit den drei Schnelltests pro Woche und Kind. Alle Erkrankten seien aktuell in Quarantäne, für die Mitarbeitenden habe es Anfang der Woche einen PCR-Test gegeben. Zudem würden die aktuellen Hygieneregeln gelten. Das Gesundheitsamt begleite die Kita engmaschig in dieser Situation, betont Ohnesorge. Während die Eltern sich eine angeordnete Schließung der Kita wünschen, steht für den Kreis fest: „Aktuell kann die Einrichtung aus der Sicht des Gesundheitsamtes unter Einhaltung der Maßnahmen geöffnet bleiben.“ Für Kita-Leiter André Schneider und sein Team bleibe da nur zu hoffen, dass jetzt alles gut gehe, sagt er. Er ist überzeugt davon, dass die positiven Fälle sich aktuell gerade noch im Rahmen bewegen, weil die Kita selbst so schnell nach Bauchgefühl gehandelt habe. „Wenn wir uns auf die Angaben des Gesundheitsamtes verlassen hätten, wäre das hier mit Sicherheit eskaliert“, meint der Kita-Leiter. Jetzt stellt der Trägerverein auf eigene Kosten einige PCR-Tests zur Verfügung, um mehr Sicherheit in das Ausbruchsgeschehen zu bekommen. Damit habe die Kita die eigenen Möglichkeiten nun aber endgültig ausgeschöpft. Ob das reicht, werden die kommenden Tage zeigen. Darauf verweist im Übrigen auch der Kreis.

Corona-Ausbruch in Portaner Kita - Leiter erhebt Vorwürfe gegen Gesundheitsamt

In der Kita am Sprengelweg gibt es derzeit mehrere positive Corona-Fälle. © MT-Foto: Haunhorst

Porta Westfalica-Hausberge. Die Kindertagesstätte der Parität für Kinder am Sprengelweg in Hausberge kämpft aktuell mit einem größeren Corona-Ausbruch. Wie Kita-Leiter André Schneider im MT-Gespräch bestätigt, seien derzeit nachweislich fünf Kinder und drei Erzieherinnen mit dem Virus infiziert. Nun sei die Angst unter Eltern und Erziehern groß, dass sich weitere Kinder oder Mitarbeiter infizieren.

Diese Angst komme nicht von ungefähr, berichtet Schneider. Denn das Virus habe sich aus seiner Sicht in der Anfangsphase beinahe unbemerkt ausbreiten können. „Zur verlässlichen Sicherheit benötigen wir PCR-Tests. Diese wurden uns vom Gesundheitsamt immer wieder verneint“, beschwert sich Schneider. Immer wieder hätten die Mitarbeiter auf die drei Tests pro Woche verwiesen, die der Kita zustünden. „Wir haben diese Schnelltests probeweise auch bei den Infizierten gemacht. Die sind alle nicht angeschlagen.“ Nun herrsche große Unsicherheit, dass womöglich noch weitere Fälle unerkannt in der Kita grassieren. „Die Kinder sind alle ungeimpft und der Gefahr schutzlos ausgeliefert. Das ist ein massives Problem.“

Das zweite Problem aus Schneiders Sicht: „Wir haben vom Amt keine Auflagen bekommen, wie wir den Betrieb regeln müssen.“ Er fühle sich allein gelassen. Neben den Tests habe das Amt auf die sogenannten AHA-Regeln verwiesen und empfohlen, dass alle Erziehenden eine Maske tragen sollten. Mit dem vorhandenen Personal – drei Erzieherinnen sind immerhin selbst durch Infektion ausgefallen – habe das Team den kompletten zeitlichen Ablauf umorganisieren müssen, damit die Gruppen voneinander getrennt werden konnten. „Mittlerweile arbeiten wir hier hart an der Grenze. Ein weiterer Erzieher darf jetzt nicht mehr ausfallen.“ Dann müssten die isolierten Gruppen doch wieder zusammengelegt werden. Und das wäre aus Sicht des Kita-Leiters fahrlässig. Laut Schneider sei es schwierig, die Betreuungszeiten von 7 bis 17 Uhr aktuell abzudecken, ohne dass die Gruppen durchmischt werden. Daher ist er froh, dass die Elternschaft voll mitziehe. „Einige bringen ihre Kinder nun später und holen sie früher ab. Andere lassen sie freiwillig zu Hause.“ So habe sich die Betreuungssituation zumindest ein wenig entspannt. Am liebsten wäre es ihm, wenn noch mehr Kinder zu Hause blieben.

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Patrick Schwemmling

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Dies würden gern mehr Eltern tun, berichtet ein Mitglied aus dem Elternbeirat der Kita. Aktuell hätten mehrere Eltern allerdings Probleme mit dem Arbeitgeber oder müssten die Betreuung zu Hause unter größten Umständen organisieren – „nur weil die Eltern aus Unsicherheit und Vorsicht die Kinder zu Hause lassen wollen, um sie zu schützen“. Eltern müssten länger ins Homeoffice wechseln, Urlaub nehmen oder freie Tage oder sich „irgendwie durchmogeln“. Aus Sicht des Elternbeirates werde die aktuelle Situation „auf dem Rücken der Kinder und der Erziehenden ausgetragen“.

Kreissprecherin Sabine Ohnesorge bestätigt auf MT-Anfrage die acht positiven Fälle in der Kita. Seit dem 10. Januar sei aber kein neuer Fall in der Einrichtung am Sprengelweg dazugekommen. Angesprochen auf die PCR-Tests, verweist der Kreis auf die geltende Regelung mit den drei Schnelltests pro Woche und Kind. Alle Erkrankten seien aktuell in Quarantäne, für die Mitarbeitenden habe es Anfang der Woche einen PCR-Test gegeben. Zudem würden die aktuellen Hygieneregeln gelten. Das Gesundheitsamt begleite die Kita engmaschig in dieser Situation, betont Ohnesorge. Während die Eltern sich eine angeordnete Schließung der Kita wünschen, steht für den Kreis fest: „Aktuell kann die Einrichtung aus der Sicht des Gesundheitsamtes unter Einhaltung der Maßnahmen geöffnet bleiben.“

Für Kita-Leiter André Schneider und sein Team bleibe da nur zu hoffen, dass jetzt alles gut gehe, sagt er. Er ist überzeugt davon, dass die positiven Fälle sich aktuell gerade noch im Rahmen bewegen, weil die Kita selbst so schnell nach Bauchgefühl gehandelt habe. „Wenn wir uns auf die Angaben des Gesundheitsamtes verlassen hätten, wäre das hier mit Sicherheit eskaliert“, meint der Kita-Leiter. Jetzt stellt der Trägerverein auf eigene Kosten einige PCR-Tests zur Verfügung, um mehr Sicherheit in das Ausbruchsgeschehen zu bekommen. Damit habe die Kita die eigenen Möglichkeiten nun aber endgültig ausgeschöpft. Ob das reicht, werden die kommenden Tage zeigen. Darauf verweist im Übrigen auch der Kreis.

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