Buddeln unterm Kaiser: Der neue Spielplatz am Denkmal feiert seinen Baustart Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Barkhausen. Die Einweihung eines Spielplatzes macht vermutlich im Frühling oder Sommer mehr Sinn als mitten im Herbst. Aber vielleicht hat dieser einige milde, sonnige Tage, so dass Kinder dort noch in diesem Jahr Spaß am Buddeln haben – und dann das „Monster von Minden“ ausgraben. Das Spielgelände im Rücken der Kaiser-Wilhelm-Statue soll jedenfalls Ende Oktober fertig sein. Derzeit richten die Arbeiter das Spielgerät für die „kaiserzeitliche Baustelle“ auf. Kinder sollen das Denkmal und seine (Bau-)Geschichte spielerisch begreifen. So lautet der Anspruch, der hinter der Kinderaktionsfläche steckt. Die Verantwortlichen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) legen Wert auf diese Bezeichnung, da es sich um ein pädagogisch anspruchsvolleres Konzept handele als bei einem herkömmlichen Spielplatz. So soll die Aktionsfläche, ?die auch Infotafeln erhält, mit der Ausstellung des Besucherzentrums korrespondieren. Eine Jury hatte sich im vorigen Jahr für den Entwurf des Büros „Birnberg Landschaftsarchitekten“ aus Iserlohn entschieden. Auch zwei Grabungsfelder gehören zu der 600 Quadratmeter großen Spielfläche. Dort können Kinder dann Überreste eines Römerlagers ausbuddeln oder nach dem „Monster von Minden“ graben. Dabei handelt es sich um die kleine Nachbildung des größten Raubsauriers Mitteleuropas, der vor 165 Millionen Jahren lebte. Hintergrund: 1998 fanden Fachleute des LWL in einem Steinbruch im Wiehengebirge Überreste eines Dinosauriers. Sie ahnten nicht, dass dies der größte Raubsaurier war, der bisher in Deutschland gefunden wurde. Die versteinerten Knochen des Schädels, Zähne, Wirbel, Rippen sowie Teile des Unterschenkels bildeten die Grundlage der Rekonstruktion des „Wiehenvenator albati“ (übersetzt: Albats Wiehengebirgsjäger, benannt nach dem Finder Friedrich Albat). Das „Monster von Minden“ ist im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen. Das Geld fürs Spielgelände hatte die NRW-Stiftung bereits im Oktober 2018 zugesagt, als sie den Förderbescheid am Denkmal überreichte. Insgesamt fließen 380.000 Euro. Mit dem Geld sollen neben der – barrierefreien – Spielfläche auch Hinweistafeln in Blindenschrift und eine Kaiserstatue als Tastmodell bezahlt werden. „Integration und Inklusion sind in unserer Satzung verankert“, sagte Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg anlässlich seines Denkmal-Besuchs vor drei Jahren. Der Beginn der Bauarbeiten, ursprünglich für 2019 in Aussicht gestellt, verzögerte sich deutlich. Die Ausarbeitung des Spielplatzkonzepts nahm recht viel Zeit in Anspruch, Bedenken des Naturschutzbeirates mussten ausgeräumt werden und die hohe Auslastung im Baugewerbe erschwerte die Suche nach den passenden Unternehmen. Die Kinderaktionsfläche wird somit erst nach dem 125. Denkmal-Geburtstag fertig. Das Monument zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. war am 18. Oktober 1896 eingeweiht worden. Am Stichtag ist pandemiebedingt keine Publikumsveranstaltung geplant, teilte gestern Bodo Strototte mit. Er ist Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV), die als LWL-Tochter auch für Denkmalangelegenheiten zuständig ist. Am 18. Oktober, einem Montag, soll es um 17 Uhr ein kleine, nicht öffentliche Feierstunde im Besucherzentrum geben. Den Festvortrag hält Dr. Sylvia Necker, Leiterin des LWL-Preußenmuseums Minden. Die Geburtstagsfeier mit Publikum soll 2022 nachgeholt werden.

Buddeln unterm Kaiser: Der neue Spielplatz am Denkmal feiert seinen Baustart

Porta Westfalica-Barkhausen. Die Einweihung eines Spielplatzes macht vermutlich im Frühling oder Sommer mehr Sinn als mitten im Herbst. Aber vielleicht hat dieser einige milde, sonnige Tage, so dass Kinder dort noch in diesem Jahr Spaß am Buddeln haben – und dann das „Monster von Minden“ ausgraben. Das Spielgelände im Rücken der Kaiser-Wilhelm-Statue soll jedenfalls Ende Oktober fertig sein.

Derzeit richten die Arbeiter das Spielgerät für die „kaiserzeitliche Baustelle“ auf. Kinder sollen das Denkmal und seine (Bau-)Geschichte spielerisch begreifen. So lautet der Anspruch, der hinter der Kinderaktionsfläche steckt. Die Verantwortlichen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) legen Wert auf diese Bezeichnung, da es sich um ein pädagogisch anspruchsvolleres Konzept handele als bei einem herkömmlichen Spielplatz. So soll die Aktionsfläche, ?die auch Infotafeln erhält, mit der Ausstellung des Besucherzentrums korrespondieren. Eine Jury hatte sich im vorigen Jahr für den Entwurf des Büros „Birnberg Landschaftsarchitekten“ aus Iserlohn entschieden.

Auch zwei Grabungsfelder gehören zu der 600 Quadratmeter großen Spielfläche. Dort können Kinder dann Überreste eines Römerlagers ausbuddeln oder nach dem „Monster von Minden“ graben. Dabei handelt es sich um die kleine Nachbildung des größten Raubsauriers Mitteleuropas, der vor 165 Millionen Jahren lebte.

Malina Reckordt

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Hintergrund: 1998 fanden Fachleute des LWL in einem Steinbruch im Wiehengebirge Überreste eines Dinosauriers. Sie ahnten nicht, dass dies der größte Raubsaurier war, der bisher in Deutschland gefunden wurde. Die versteinerten Knochen des Schädels, Zähne, Wirbel, Rippen sowie Teile des Unterschenkels bildeten die Grundlage der Rekonstruktion des „Wiehenvenator albati“ (übersetzt: Albats Wiehengebirgsjäger, benannt nach dem Finder Friedrich Albat). Das „Monster von Minden“ ist im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen.

Das Geld fürs Spielgelände hatte die NRW-Stiftung bereits im Oktober 2018 zugesagt, als sie den Förderbescheid am Denkmal überreichte. Insgesamt fließen 380.000 Euro. Mit dem Geld sollen neben der – barrierefreien – Spielfläche auch Hinweistafeln in Blindenschrift und eine Kaiserstatue als Tastmodell bezahlt werden. „Integration und Inklusion sind in unserer Satzung verankert“, sagte Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg anlässlich seines Denkmal-Besuchs vor drei Jahren.

Der Beginn der Bauarbeiten, ursprünglich für 2019 in Aussicht gestellt, verzögerte sich deutlich. Die Ausarbeitung des Spielplatzkonzepts nahm recht viel Zeit in Anspruch, Bedenken des Naturschutzbeirates mussten ausgeräumt werden und die hohe Auslastung im Baugewerbe erschwerte die Suche nach den passenden Unternehmen.

Die Kinderaktionsfläche wird somit erst nach dem 125. Denkmal-Geburtstag fertig. Das Monument zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. war am 18. Oktober 1896 eingeweiht worden. Am Stichtag ist pandemiebedingt keine Publikumsveranstaltung geplant, teilte gestern Bodo Strototte mit. Er ist Geschäftsführer der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft (WLV), die als LWL-Tochter auch für Denkmalangelegenheiten zuständig ist. Am 18. Oktober, einem Montag, soll es um 17 Uhr ein kleine, nicht öffentliche Feierstunde im Besucherzentrum geben. Den Festvortrag hält Dr. Sylvia Necker, Leiterin des LWL-Preußenmuseums Minden. Die Geburtstagsfeier mit Publikum soll 2022 nachgeholt werden.

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