Birgit Busche-Brandt und der Löwenzahntiger Nadine Conti Porta Westfalica (mt). Birgit Busche-Brandt hat soeben ihr zweites Kinderbuch veröffentlicht. Mit dem Mindener Tageblatt sprach die Tochter des ehemaligen Neesener Ortsheimatpflegers Karl Brandt über ihren Werdegang als Autorin, den schwierigen Buchmarkt und schöne Kinderbücher.In der Kurzbiographie des Verlages steht: „1974 in Minden geboren“. Aufgewachsen sind Sie aber dann in Neesen, richtig?Ja, die Familie meines Vaters ist seit Generationen in Neesen ansässig, er selbst war 15 Jahre lang dort Ortsheimatpfleger - deshalb habe ich auch zum Beispiel die Informationstafel am Ortseingang gestaltet sowie die Ortschronik.Wo sind Sie zur Schule gegangen?Ich bin aufs Porta-Gymnasium gegangen und in der Oberstufe dann zum Herder-Gymnasium nach Minden gewechselt - so ein bisschen aus Abenteuerlust heraus und weil ich das Gefühl hatte, da muss jetzt mal eine Veränderung her. Für Portaner ist Minden ja eine große Stadt.Zum Studium sind Sie dann fortgegangen.Ja, da wurden die Städte dann noch größer. Ich habe zunächst in Wuppertal Kommunikationsdesign studiert, was mehr so in Richtung Werbung ging, und bin dann zur Kunsthochschule nach Hamburg gewechselt.Ist das nicht so ein Studiengang, bei dem Eltern die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen „Kind, mach doch etwas Ordentliches“?Ja, schon. In der Schule habe ich solche Bedenken auch noch ernst genommen. Ich habe zum Beispiel Mathe und Physik als Leistungskurse gewählt. Aber irgendwann war einfach klar: Das ist nichts für mich. Ich habe immer gesagt, ich möchte kreativ sein. Damit habe ich mich dann auch durchgesetzt und bin Illustratorin geworden.Und wie wird man nun Kinderbuch-Autorin?Oh, das hat eine Weile gedauert. Ich habe 2001 mein Diplom gemacht und bin seither freiberuflich tätig. Ich habe Museumsshops und Ausstellungen gestaltet, insgesamt mittlerweile rund 100 Bücher illustriert, male auch Leinwandbilder für Firmen und Privatkunden. Irgendwann reifte dann die Idee, ein eigenes Buch zu machen. Das war „Das kleine Ohrengespenst“. Das habe ich verschiedenen Verlagen angeboten und der Ellermann-Verlag hat zugegriffen. Ich bin sehr glücklich, dass sie jetzt auch mein zweites Buch den „Löwenzahntiger“ veröffentlicht haben.Der Kinderbuch-Markt ist ja wahnsinnig unübersichtlich. Es gibt unfassbar viele Neuerscheinungen. Gucken Sie, was andere machen, was geht und was nicht geht?Ich bin natürlich schon neugierig und gucke mir an, was die Verlage so in ihrem Programm haben. Wenn man sich näher damit beschäftigt, erkennt man schon so etwas wie eine Handschrift. Aber es stimmt, das Tempo, in dem sich neue Trends bilden, ist manchmal schon atemberaubend. Auf der anderen Seite gibt es ja aber immer noch einige wirklich gute Klassiker, die über Jahrzehnte erfolgreich sind.Woran macht man denn da Erfolg fest? Gibt es Punkte, wo man sagt, wenn das Buch hier besprochen wird oder dort im Regal steht, ist das der Durchbruch?Schwer zu sagen. Natürlich guckt man schon, wie das Buch in den verschiedenen Medien von Erwachsenen besprochen wird. Aber eigentlich geht es für mich darum, Kinder anzusprechen und mit meinen Geschichten und Bildern glücklich zu machen. Erfolg ist in dieser Branche einfach nicht planbar, weil er von so vielen verschiedenen Faktoren abhängt, die man als Autor gar nicht beeinflussen kann: Wie wird das Buch beworben und besprochen, wie wird es im Buchhandel platziert ... Da zu sagen, ich will erfolgreich sein, ist ungefähr so, als würde ich sagen, nächstes Mal gewinne ich im Lotto, indem ich mir beim Spielen ganz viel Mühe gebe.Was ist denn zuerst da, die Figur? Ein Bild? Oder die Geschichte, das eigentliche Thema?Beim Löwenzahntiger war es tatsächlich der Name. Und dann habe ich überlegt, wie könnte der aussehen? Was ist das für ein Charakter? Die Geschichte hat sich dann so darum herum entwickelt. Generell ist das schwer zu sagen, es ist ein langer Prozess, man zeichnet, zeigt es jemandem, ändert vieles. Man setzt sich ja nicht an den Schreibtisch, dann kommt die große Eingebung und das Ding ist fertig.Gibt es Kinderbücher, die Sie nicht leiden können? Die Sie am liebsten verstecken würden, damit das Kind sie nicht dauernd zum Vorlesen anschleppt?Na ja, es gibt schon Bücher, die mich persönlich nicht so ansprechen, die mein Sohn aber ganz toll fand. Da muss man dann halt differenzieren, letztlich geht es ja darum, was die Kinder mögen und nicht ich selbst als Erwachsene.Haben Sie Vorbilder, Kinderbuchautoren, die Sie toll finden?Max Kruse, den Autor vom „Urmel aus dem Eis“, finde ich toll. Für den durfte ich auch mal ein Buch illustrieren. Also nicht das Urmel, aber ein anderes. Paul Maar („Das Sams“) mag ich auch sehr gerne.

Birgit Busche-Brandt und der Löwenzahntiger

So sieht ein moderner Zeichentisch aus. Die Kinderbuchautorin Birgit Busche-Brandt wohnt mit ihrer Familie in Isernhagen, kommt ursprünglich aber aus Neesen. Foto: pr

Porta Westfalica (mt). Birgit Busche-Brandt hat soeben ihr zweites Kinderbuch veröffentlicht. Mit dem Mindener Tageblatt sprach die Tochter des ehemaligen Neesener Ortsheimatpflegers Karl Brandt über ihren Werdegang als Autorin, den schwierigen Buchmarkt und schöne Kinderbücher.

In der Kurzbiographie des Verlages steht: „1974 in Minden geboren“. Aufgewachsen sind Sie aber dann in Neesen, richtig?

Ja, die Familie meines Vaters ist seit Generationen in Neesen ansässig, er selbst war 15 Jahre lang dort Ortsheimatpfleger - deshalb habe ich auch zum Beispiel die Informationstafel am Ortseingang gestaltet sowie die Ortschronik.

Wo sind Sie zur Schule gegangen?

Ich bin aufs Porta-Gymnasium gegangen und in der Oberstufe dann zum Herder-Gymnasium nach Minden gewechselt - so ein bisschen aus Abenteuerlust heraus und weil ich das Gefühl hatte, da muss jetzt mal eine Veränderung her. Für Portaner ist Minden ja eine große Stadt.

Zum Studium sind Sie dann fortgegangen.

Ja, da wurden die Städte dann noch größer. Ich habe zunächst in Wuppertal Kommunikationsdesign studiert, was mehr so in Richtung Werbung ging, und bin dann zur Kunsthochschule nach Hamburg gewechselt.

Ist das nicht so ein Studiengang, bei dem Eltern die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen „Kind, mach doch etwas Ordentliches“?

Ja, schon. In der Schule habe ich solche Bedenken auch noch ernst genommen. Ich habe zum Beispiel Mathe und Physik als Leistungskurse gewählt. Aber irgendwann war einfach klar: Das ist nichts für mich. Ich habe immer gesagt, ich möchte kreativ sein. Damit habe ich mich dann auch durchgesetzt und bin Illustratorin geworden.

Und wie wird man nun Kinderbuch-Autorin?

Oh, das hat eine Weile gedauert. Ich habe 2001 mein Diplom gemacht und bin seither freiberuflich tätig. Ich habe Museumsshops und Ausstellungen gestaltet, insgesamt mittlerweile rund 100 Bücher illustriert, male auch Leinwandbilder für Firmen und Privatkunden. Irgendwann reifte dann die Idee, ein eigenes Buch zu machen. Das war „Das kleine Ohrengespenst“. Das habe ich verschiedenen Verlagen angeboten und der Ellermann-Verlag hat zugegriffen. Ich bin sehr glücklich, dass sie jetzt auch mein zweites Buch den „Löwenzahntiger“ veröffentlicht haben.

Der Kinderbuch-Markt ist ja wahnsinnig unübersichtlich. Es gibt unfassbar viele Neuerscheinungen. Gucken Sie, was andere machen, was geht und was nicht geht?

Ich bin natürlich schon neugierig und gucke mir an, was die Verlage so in ihrem Programm haben. Wenn man sich näher damit beschäftigt, erkennt man schon so etwas wie eine Handschrift. Aber es stimmt, das Tempo, in dem sich neue Trends bilden, ist manchmal schon atemberaubend. Auf der anderen Seite gibt es ja aber immer noch einige wirklich gute Klassiker, die über Jahrzehnte erfolgreich sind.

Woran macht man denn da Erfolg fest? Gibt es Punkte, wo man sagt, wenn das Buch hier besprochen wird oder dort im Regal steht, ist das der Durchbruch?

Schwer zu sagen. Natürlich guckt man schon, wie das Buch in den verschiedenen Medien von Erwachsenen besprochen wird. Aber eigentlich geht es für mich darum, Kinder anzusprechen und mit meinen Geschichten und Bildern glücklich zu machen. Erfolg ist in dieser Branche einfach nicht planbar, weil er von so vielen verschiedenen Faktoren abhängt, die man als Autor gar nicht beeinflussen kann: Wie wird das Buch beworben und besprochen, wie wird es im Buchhandel platziert ... Da zu sagen, ich will erfolgreich sein, ist ungefähr so, als würde ich sagen, nächstes Mal gewinne ich im Lotto, indem ich mir beim Spielen ganz viel Mühe gebe.

Was ist denn zuerst da, die Figur? Ein Bild? Oder die Geschichte, das eigentliche Thema?

Beim Löwenzahntiger war es tatsächlich der Name. Und dann habe ich überlegt, wie könnte der aussehen? Was ist das für ein Charakter? Die Geschichte hat sich dann so darum herum entwickelt. Generell ist das schwer zu sagen, es ist ein langer Prozess, man zeichnet, zeigt es jemandem, ändert vieles. Man setzt sich ja nicht an den Schreibtisch, dann kommt die große Eingebung und das Ding ist fertig.

Gibt es Kinderbücher, die Sie nicht leiden können? Die Sie am liebsten verstecken würden, damit das Kind sie nicht dauernd zum Vorlesen anschleppt?

Na ja, es gibt schon Bücher, die mich persönlich nicht so ansprechen, die mein Sohn aber ganz toll fand. Da muss man dann halt differenzieren, letztlich geht es ja darum, was die Kinder mögen und nicht ich selbst als Erwachsene.

Haben Sie Vorbilder, Kinderbuchautoren, die Sie toll finden?

Max Kruse, den Autor vom „Urmel aus dem Eis“, finde ich toll. Für den durfte ich auch mal ein Buch illustrieren. Also nicht das Urmel, aber ein anderes. Paul Maar („Das Sams“) mag ich auch sehr gerne.

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