Betrug am Straßenrand: Mit dieser Masche versuchen Kriminelle in Porta an Bargeld zu kommen Thomas Lieske Porta Westfalica. Ein Mann steht an der Bundesstraße 61 in Barkhausen neben seinem Auto. Mit einem Handzeichen macht er auf sich und seine vermeintlich missliche Situation aufmerksam. Eine Panne? Viele sind skeptisch und fahren einfach weiter, einige wenige halten an. Und sind dann plötzlich mittendrin in einer sogenannten Abzockmasche. „Autobahngold“, sagt Ralf Steinmeyer. So nennt die Polizei diese Masche. Der Polizeisprecher kann allein für den Zeitraum von Mitte Juli bis Dezember des vergangenen Jahres sieben solcher Vorfälle für den Bereich Porta Westfalica aufzählen. „Bei der Masche täuschen die Betrüger eine Notlage vor oder gaukeln eine Panne oder Spritmangel vor. Sie bitten die angehaltenen Autofahrer um Hilfe, indem sie oft um Bargeld bitten. Als Pfand oder Gegenleistung erhalten die dann ein vermeintlich wertvolles Schmuckstück“, erklärt Steinmeyer. „Erst später bemerken die hilfsbereiten Menschen, dass es sich dabei regelmäßig um billigen Modeschmuck handelt, der nur ein paar Cent wert ist. Wenn Kontaktdaten ausgetauscht werden, um das geliehene Geld später zurückzahlen zu können, erweisen sich diese Daten im Nachhinein als nutzlos.“ Der Begriff „Autobahngold“ entstand dadurch, dass diese Betrüger durch simulierte Hilfssituationen auf der Autobahn zuerst von sich reden machten. Später tauchten die Kriminellen dann auch an neuralgischen Punkten an überörtlichen Straßen auf. Zuletzt meldeten sich immer wieder Menschen in der Facebook-Gruppe „Porta Westfalica – meine Heimat“ und berichteten von solchen Vorfällen – etwa an der B61 oder auch besonders häufig im Bereich der Autobahnauf- und Abfahrt Veltheim wie vor wenigen Tagen. Ralf Steinmeyer bestätigt entsprechende Meldungen an die Polizei. „Besonders beliebt scheint dafür die Straßenkreuzung B 65/B 482 zu sein. Gleich fünf der sieben gemeldeten Beobachtungen stammten von dort.“ Zudem habe es am 22. August einen Anruf bei der Polizei gegeben, weil eine solche vermeintliche Panne an der B61 am Gut Wedigenstein für Unmut sorgte. „Weiterhin erhielten wir am 15. Juli einen derartigen Hinweis auf die B 61 im Abschnitt zwischen der Birne und dem Weserauentunnel.“Die Täter suchen sich offenbar stark frequentierte Straßenabschnitte aus. Dazu zählt auch der Bereich um die Autobahn bei Veltheim. „In allen Fällen rückten Streifenwagenbesatzungen aus. Leider kam es zu keinerlei konkreten Feststellungen seitens der Beamten“, bedauert der Polizeisprecher. Lediglich in zwei Fällen habe es vage Zeugenhinweise auf einen VW Passat mit mutmaßlich englischem Kennzeichen und eine schwarze Limousine mit vermutlich bulgarischem Kennzeichen gegeben. Ein Anhaltspunkt, aber keine heiße Spur.Für die Polizei handelt es sich bei solchen Betrugsversuchen ausdrücklich nicht um ein Kavaliersdelikt. Die Täter schließen unter Vortäuschung falscher Tatsachen ein Betrugsgeschäft ab. Daher hat Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auch einen eindringlichen Rat: „Wir raten dazu, sich auf derartige Tausch- oder Pfandleihgeschäfte niemals einzulassen. Vielmehr sollten Autofahrer sich das Kennzeichen und den Autotyp merken und umgehend der Polizei per Notruf 110 diese Informationen melden.“

Betrug am Straßenrand: Mit dieser Masche versuchen Kriminelle in Porta an Bargeld zu kommen

Immer wieder registriert die Polizei Anrufe wegen vorgetäuschter Autopannen am Straßenrand. Die Betrüger geben vor, mit ihrem Fahrzeug – oft mit ausländischem Kennzeichen – liegen geblieben zu sein, und bieten geringwertigen Modeschmuck gegen Bargeld an. Symbolfoto: imago images © imago images/Shotshop

Porta Westfalica. Ein Mann steht an der Bundesstraße 61 in Barkhausen neben seinem Auto. Mit einem Handzeichen macht er auf sich und seine vermeintlich missliche Situation aufmerksam. Eine Panne? Viele sind skeptisch und fahren einfach weiter, einige wenige halten an. Und sind dann plötzlich mittendrin in einer sogenannten Abzockmasche.

„Autobahngold“, sagt Ralf Steinmeyer. So nennt die Polizei diese Masche. Der Polizeisprecher kann allein für den Zeitraum von Mitte Juli bis Dezember des vergangenen Jahres sieben solcher Vorfälle für den Bereich Porta Westfalica aufzählen. „Bei der Masche täuschen die Betrüger eine Notlage vor oder gaukeln eine Panne oder Spritmangel vor. Sie bitten die angehaltenen Autofahrer um Hilfe, indem sie oft um Bargeld bitten. Als Pfand oder Gegenleistung erhalten die dann ein vermeintlich wertvolles Schmuckstück“, erklärt Steinmeyer. „Erst später bemerken die hilfsbereiten Menschen, dass es sich dabei regelmäßig um billigen Modeschmuck handelt, der nur ein paar Cent wert ist. Wenn Kontaktdaten ausgetauscht werden, um das geliehene Geld später zurückzahlen zu können, erweisen sich diese Daten im Nachhinein als nutzlos.“ Der Begriff „Autobahngold“ entstand dadurch, dass diese Betrüger durch simulierte Hilfssituationen auf der Autobahn zuerst von sich reden machten. Später tauchten die Kriminellen dann auch an neuralgischen Punkten an überörtlichen Straßen auf.

Zuletzt meldeten sich immer wieder Menschen in der Facebook-Gruppe „Porta Westfalica – meine Heimat“ und berichteten von solchen Vorfällen – etwa an der B61 oder auch besonders häufig im Bereich der Autobahnauf- und Abfahrt Veltheim wie vor wenigen Tagen. Ralf Steinmeyer bestätigt entsprechende Meldungen an die Polizei. „Besonders beliebt scheint dafür die Straßenkreuzung B 65/B 482 zu sein. Gleich fünf der sieben gemeldeten Beobachtungen stammten von dort.“ Zudem habe es am 22. August einen Anruf bei der Polizei gegeben, weil eine solche vermeintliche Panne an der B61 am Gut Wedigenstein für Unmut sorgte. „Weiterhin erhielten wir am 15. Juli einen derartigen Hinweis auf die B 61 im Abschnitt zwischen der Birne und dem Weserauentunnel.“

Die Täter suchen sich offenbar stark frequentierte Straßenabschnitte aus. Dazu zählt auch der Bereich um die Autobahn bei Veltheim. „In allen Fällen rückten Streifenwagenbesatzungen aus. Leider kam es zu keinerlei konkreten Feststellungen seitens der Beamten“, bedauert der Polizeisprecher. Lediglich in zwei Fällen habe es vage Zeugenhinweise auf einen VW Passat mit mutmaßlich englischem Kennzeichen und eine schwarze Limousine mit vermutlich bulgarischem Kennzeichen gegeben. Ein Anhaltspunkt, aber keine heiße Spur.

Für die Polizei handelt es sich bei solchen Betrugsversuchen ausdrücklich nicht um ein Kavaliersdelikt. Die Täter schließen unter Vortäuschung falscher Tatsachen ein Betrugsgeschäft ab. Daher hat Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auch einen eindringlichen Rat: „Wir raten dazu, sich auf derartige Tausch- oder Pfandleihgeschäfte niemals einzulassen. Vielmehr sollten Autofahrer sich das Kennzeichen und den Autotyp merken und umgehend der Polizei per Notruf 110 diese Informationen melden.“

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Patrick Schwemmling

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