Bahn beginnt mit dem Bürgerdialog zur möglichen ICE-Neubaustrecke Porta Westfalica (lies/dh). Die Bahn will in dieser Woche mit ihrem versprochenen Bürgerdialog zur möglichen ICE-Neubaustrecke beginnen. Die Hochgeschwindigkeitstrasse führt aller Wahrscheinlichkeit nach durch Porta Westfalica. Das hat schon vor Beginn des Bürgerdialogs für viele Diskussionen, Mahnwachen, Protestzüge und sogar eine neue Bürgerinitiative gesorgt. Außerdem freut sich die bisher am meisten etablierte Bigtab (Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau) über einen großen Zulauf. Der zuständige Bahnsprecher Peter Mantik betont im Gespräch mit dem MT, dass der Konzern „größtmögliche Transparenz“ bei der Planung und dem Bau einer solchen Trasse schaffen wolle. Dazu zählt der Auftakt am Donnerstag, 14. Januar, von 18 bis 20.30 Uhr. Das Dialogforum findet virtuell statt. Wer daran teilnehmen will, kann sich auf www.hannover-bielefeld.de per Link in das Treffen einwählen. „Wir rechnen mit mehr als 1.000 Teilnehmern“, erklärt Mantik. Und jeder Einzelne und jede Einzelne könne Fragen in der Chatfunktion stellen. „Einige Fragen werden wir schon im Laufe des Abends in der Runde beantworten.“ Und für alle anderen Fragen gibt Mantik im Namen der Bahn ein großes Versprechen: „Wir werden jede einzelne Frage beantworten. Wir sammeln diese und stellen sie auf die Homepage, mit den entsprechenden Antworten.“ Für den Mühlenkreis sind die Landrätin Anna Bölling und Portas Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach (beide CDU) eingeladen. Sie werden in Fünf-Minuten-Statements ihre Haltung und die Haltung der Region zu diesem Mammutprojekt darstellen. Beide sollen alle Kreise und Städte entlang der möglichen Trasse in NRW repräsentieren. „Bei der Online-Auftaktveranstaltung werde ich als eine Stimme der Region deutlich machen, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger sich sehr klar gegen diese Pläne stellen werden“, betont Gerlach. „Eine Trasse, die die Stadt weiter teilt und Landschaft, Natur und Umwelt über die Maßen zerstört, ist inakzeptabel.“ Sie mache sich für einen Schulterschluss mit Vertretern aus Niedersachsen stark. Auf der Rednerliste steht aber auch politische Prominenz aus der Bundespolitik. So zum Beispiel der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU). Er hatte sich bei einem Besuch in der Region zur Eröffnung des A30-Teilabschnittes in Bad Oeynhausen im Dezember 2018 viele Buhrufe eingefangen (MT berichtete). Damals hatte er per Mikrofon versucht, die Bedenken der Autobahn-nahen Anwohner, die mit Protestplakaten aufgetreten waren, salopp kleinzureden: „Eine Wählergemeinschaft ist mal mit dem Hauptanliegen, die Nordumgehung Bad Oeynhausen zu verhindern, in den Stadtrat eingetreten. Ich weiß gar nicht, was diese Menschen ab heute machen“, sagte er damals vor Tausenden Zuhörern. Das gefiel längst nicht allen. Ein Vorgeschmack auf die kommende Diskussion um die Bedenken der möglicherweise betroffenen Anwohner? Bahnsprecher Peter Mantik erklärt, dass die Bahnplaner bereits „seit Wochen mit diversen Bürgerinitiativen und Kommunen im Gespräch“ seien. Damit bekräftigt er auch noch einmal, dass keine einzige der zu Anfang ins Spiel gebrachten fünf Trassenvarianten als gesetzt gelte. Keine davon sah einen trassennahen Ausbau der Strecke vor. Vielmehr habe es sich dabei um Berechnungsvarianten gehandelt, um zu prüfen, ob sich eine weitere Planung wirtschaftlich überhaupt lohnt, sagt Mantik. Über die Wirtschaftlichkeit ist allerdings längst der nächste Diskurs entbrannt. Und Diskussionen wird es sicherlich noch viele geben

Bahn beginnt mit dem Bürgerdialog zur möglichen ICE-Neubaustrecke

Die Planungen für eine ICE-Trasse beginnen mit einem Dialogforum. Foto: Jan Huebner/Blatterspiel/imago images © imago images/Jan Huebner

Porta Westfalica (lies/dh). Die Bahn will in dieser Woche mit ihrem versprochenen Bürgerdialog zur möglichen ICE-Neubaustrecke beginnen. Die Hochgeschwindigkeitstrasse führt aller Wahrscheinlichkeit nach durch Porta Westfalica. Das hat schon vor Beginn des Bürgerdialogs für viele Diskussionen, Mahnwachen, Protestzüge und sogar eine neue Bürgerinitiative gesorgt. Außerdem freut sich die bisher am meisten etablierte Bigtab (Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau) über einen großen Zulauf.

Der zuständige Bahnsprecher Peter Mantik betont im Gespräch mit dem MT, dass der Konzern „größtmögliche Transparenz“ bei der Planung und dem Bau einer solchen Trasse schaffen wolle. Dazu zählt der Auftakt am Donnerstag, 14. Januar, von 18 bis 20.30 Uhr. Das Dialogforum findet virtuell statt. Wer daran teilnehmen will, kann sich auf www.hannover-bielefeld.de per Link in das Treffen einwählen.

„Wir rechnen mit mehr als 1.000 Teilnehmern“, erklärt Mantik. Und jeder Einzelne und jede Einzelne könne Fragen in der Chatfunktion stellen. „Einige Fragen werden wir schon im Laufe des Abends in der Runde beantworten.“ Und für alle anderen Fragen gibt Mantik im Namen der Bahn ein großes Versprechen: „Wir werden jede einzelne Frage beantworten. Wir sammeln diese und stellen sie auf die Homepage, mit den entsprechenden Antworten.“

Für den Mühlenkreis sind die Landrätin Anna Bölling und Portas Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach (beide CDU) eingeladen. Sie werden in Fünf-Minuten-Statements ihre Haltung und die Haltung der Region zu diesem Mammutprojekt darstellen. Beide sollen alle Kreise und Städte entlang der möglichen Trasse in NRW repräsentieren. „Bei der Online-Auftaktveranstaltung werde ich als eine Stimme der Region deutlich machen, dass sehr viele Bürgerinnen und Bürger sich sehr klar gegen diese Pläne stellen werden“, betont Gerlach. „Eine Trasse, die die Stadt weiter teilt und Landschaft, Natur und Umwelt über die Maßen zerstört, ist inakzeptabel.“ Sie mache sich für einen Schulterschluss mit Vertretern aus Niedersachsen stark.

Auf der Rednerliste steht aber auch politische Prominenz aus der Bundespolitik. So zum Beispiel der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU). Er hatte sich bei einem Besuch in der Region zur Eröffnung des A30-Teilabschnittes in Bad Oeynhausen im Dezember 2018 viele Buhrufe eingefangen (MT berichtete). Damals hatte er per Mikrofon versucht, die Bedenken der Autobahn-nahen Anwohner, die mit Protestplakaten aufgetreten waren, salopp kleinzureden: „Eine Wählergemeinschaft ist mal mit dem Hauptanliegen, die Nordumgehung Bad Oeynhausen zu verhindern, in den Stadtrat eingetreten. Ich weiß gar nicht, was diese Menschen ab heute machen“, sagte er damals vor Tausenden Zuhörern. Das gefiel längst nicht allen. Ein Vorgeschmack auf die kommende Diskussion um die Bedenken der möglicherweise betroffenen Anwohner?

Bahnsprecher Peter Mantik erklärt, dass die Bahnplaner bereits „seit Wochen mit diversen Bürgerinitiativen und Kommunen im Gespräch“ seien. Damit bekräftigt er auch noch einmal, dass keine einzige der zu Anfang ins Spiel gebrachten fünf Trassenvarianten als gesetzt gelte. Keine davon sah einen trassennahen Ausbau der Strecke vor. Vielmehr habe es sich dabei um Berechnungsvarianten gehandelt, um zu prüfen, ob sich eine weitere Planung wirtschaftlich überhaupt lohnt, sagt Mantik. Über die Wirtschaftlichkeit ist allerdings längst der nächste Diskurs entbrannt. Und Diskussionen wird es sicherlich noch viele geben

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