Aus Liebe zum Dorf: Fünf Heimatpfleger für Porta Westfalica gesucht Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Gibt es in Lerbeck spannende Wanderwege, Rundwanderwege sogar? Das wäre eine Frage, der ein künftiger Heimatpfleger – oder eine Heimatpflegerin – nachgehen könnte. „Eine Aufgabe ist, auf die Besonderheiten und Schönheiten eines Ortes aufmerksam zu machen“, sagt Herbert Wiese. Er ist Stadtheimatpfleger und Hausberger Ortsheimatpfleger in Personalunion und wirbt um weitere Mitstreiter – aus gutem Grund: Ein Drittel der Stellen ist zurzeit unbesetzt: Eisbergen, Lerbeck, Lohfeld, Neesen und Wülpke haben – zum Teil seit Jahren – keine Ortsheimatpfleger. Die Bedeutung dieses Ehrenamtes betont auch Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach (CDU). „Ortsheimatpflege befasst sich mit Geschichte, Kultur und Natur. Sie bewahrt und erhält unser kulturelles Erbe vor Ort und unsere unvergleichliche Landschaft in der Region Porta Westfalica.“ Die Heimatpfleger beraten die politischen Gremien ebenso wie Vereine, Schulen, Kirchen und Privatpersonen. „Diese tolle Arbeit und dieses herausragende Engagement kommt uns allen zugute“, sagt Gerlach. Herbert Wiese hat inzwischen seine zweite Amtszeit begonnen. Eines seiner Ziele ist, die Posten in Porta wieder flächendeckend zu besetzen. Er macht potenziellen Interessenten Mut: „Heimatpfleger sind unabhängig in der Arbeit und nicht weisungsgebunden.“ Die Aufgabe könne individuell ausgestaltet werden. Es gibt auch einen Leitfaden, das „Merkblatt zur Heimatpflege in Westfalen“. Da steht auf sieben Seiten eng gedruckt, was alles dazugehört – zumindest theoretisch. Das reicht von Bodendenkmalpflege bis hin zur niederdeutschen Sprachpflege. „Wer all dem nachkommen wollte, müsste heilig gesprochen werden“, sagt Wiese und lacht. Er möchte sich besonders an Männer und Frauen wenden, die an der Schwelle zum Rentenalter stehen und für den Ruhestand eine Tätigkeit suchen, die gleichsam „freiberuflichen“ Charakter hat. Auch jüngere Interessenten seien selbstverständlich willkommen. Doch da es durchaus wichtig sei, im Ort bereits länger zu wohnen, um ein Gefühl für die dortigen Besonderheiten zu haben, benötigten Bewerberinnen und Bewerber eine gewisse Erfahrung. Es gab und gibt in Porta Westfalica völlig unterschiedliche Heimatpflegertypen. Einige habe sich eher als Archivare verstanden, die wichtige Ereignisse – oftmals in Zeitungsartikeln festgehalten – für die Nachwelt aufbewahren. Andere wie Wiese sind mehr Gestalter, die Projekte in den Orten auf die Beine stellen und sich auch in politischen Sitzungen zu Wort melden. Ortsheimatpfleger haben als sachkundige Einwohner eine beratende Funktion, aber kein Stimmrecht. Wiese zufolge ist das der Sache durchaus zuträglich: Weil man Stellung beziehen kann, ohne gleich einem politischen Lager zugeordnet zu werden. Als Ortsheimatpfleger hat sich Wiese beispielsweise zum Standort des neuen Feuerwehrhauses in der Hausberger Schweiz geäußert. Er schildert seinen Abwägungsprozess. „Das Landschaftsbild ist wichtig, Feuerwehr aber auch. Liegt beides in der Waagschale, ist die Feuerwehr wichtiger.“ Somit sei er für das neue Gerätehaus, das aber aus heimatpflegerischer Sicht möglichst nahe an den Frettholzweg gesetzt werden sollte, damit möglichst viel vom Landschaftsbild erhalten bleibe. Auch aktuelle Bauprojekte, wie die Planungen am Hohen Brink („Innerstädtische Verdichtung ja, aber die Abgrabungen zuvor kommen mir gewaltig vor“) sowie der geplante Neubau neben dem Rathaus („Über die Gebäudehöhe sollte man noch einmal reden“) begleitet Wiese kritisch. Die politische Auseinandersetzung ist aber keine Pflichtaufgabe der Heimatpflege. Wer sich mit seinem Ort verbunden fühlt, auf seine Besonderheiten aufmerksam machen möchte und die Dorfentwicklung mitgestalten will, bringt bereits gute Voraussetzungen mit. Und wer sich unverbindlich mit Herbert Wiese über die vielseitigen Aufgaben austauschen möchte, kann über die Mailadresse herbert.wiese@t-online.de Kontakt aufnehmen.

Aus Liebe zum Dorf: Fünf Heimatpfleger für Porta Westfalica gesucht

Dorfchroniken zählen nach wie vor zum begehrten Lesestoff in den Orten. Unter den Autoren sind auch einige Heimatpfleger. Denen bietet ihr Ehrenamt jede Menge Gestaltungsspielraum. MT-Foto: Dirk Haunhorst © HAunhorst

Porta Westfalica. Gibt es in Lerbeck spannende Wanderwege, Rundwanderwege sogar? Das wäre eine Frage, der ein künftiger Heimatpfleger – oder eine Heimatpflegerin – nachgehen könnte. „Eine Aufgabe ist, auf die Besonderheiten und Schönheiten eines Ortes aufmerksam zu machen“, sagt Herbert Wiese. Er ist Stadtheimatpfleger und Hausberger Ortsheimatpfleger in Personalunion und wirbt um weitere Mitstreiter – aus gutem Grund: Ein Drittel der Stellen ist zurzeit unbesetzt: Eisbergen, Lerbeck, Lohfeld, Neesen und Wülpke haben – zum Teil seit Jahren – keine Ortsheimatpfleger.

Die Bedeutung dieses Ehrenamtes betont auch Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach (CDU). „Ortsheimatpflege befasst sich mit Geschichte, Kultur und Natur. Sie bewahrt und erhält unser kulturelles Erbe vor Ort und unsere unvergleichliche Landschaft in der Region Porta Westfalica.“ Die Heimatpfleger beraten die politischen Gremien ebenso wie Vereine, Schulen, Kirchen und Privatpersonen. „Diese tolle Arbeit und dieses herausragende Engagement kommt uns allen zugute“, sagt Gerlach.

Herbert Wiese hat inzwischen seine zweite Amtszeit begonnen. Eines seiner Ziele ist, die Posten in Porta wieder flächendeckend zu besetzen. Er macht potenziellen Interessenten Mut: „Heimatpfleger sind unabhängig in der Arbeit und nicht weisungsgebunden.“ Die Aufgabe könne individuell ausgestaltet werden.

Es gibt auch einen Leitfaden, das „Merkblatt zur Heimatpflege in Westfalen“. Da steht auf sieben Seiten eng gedruckt, was alles dazugehört – zumindest theoretisch. Das reicht von Bodendenkmalpflege bis hin zur niederdeutschen Sprachpflege. „Wer all dem nachkommen wollte, müsste heilig gesprochen werden“, sagt Wiese und lacht. Er möchte sich besonders an Männer und Frauen wenden, die an der Schwelle zum Rentenalter stehen und für den Ruhestand eine Tätigkeit suchen, die gleichsam „freiberuflichen“ Charakter hat. Auch jüngere Interessenten seien selbstverständlich willkommen. Doch da es durchaus wichtig sei, im Ort bereits länger zu wohnen, um ein Gefühl für die dortigen Besonderheiten zu haben, benötigten Bewerberinnen und Bewerber eine gewisse Erfahrung.

Es gab und gibt in Porta Westfalica völlig unterschiedliche Heimatpflegertypen. Einige habe sich eher als Archivare verstanden, die wichtige Ereignisse – oftmals in Zeitungsartikeln festgehalten – für die Nachwelt aufbewahren. Andere wie Wiese sind mehr Gestalter, die Projekte in den Orten auf die Beine stellen und sich auch in politischen Sitzungen zu Wort melden. Ortsheimatpfleger haben als sachkundige Einwohner eine beratende Funktion, aber kein Stimmrecht. Wiese zufolge ist das der Sache durchaus zuträglich: Weil man Stellung beziehen kann, ohne gleich einem politischen Lager zugeordnet zu werden.

Als Ortsheimatpfleger hat sich Wiese beispielsweise zum Standort des neuen Feuerwehrhauses in der Hausberger Schweiz geäußert. Er schildert seinen Abwägungsprozess. „Das Landschaftsbild ist wichtig, Feuerwehr aber auch. Liegt beides in der Waagschale, ist die Feuerwehr wichtiger.“ Somit sei er für das neue Gerätehaus, das aber aus heimatpflegerischer Sicht möglichst nahe an den Frettholzweg gesetzt werden sollte, damit möglichst viel vom Landschaftsbild erhalten bleibe. Auch aktuelle Bauprojekte, wie die Planungen am Hohen Brink („Innerstädtische Verdichtung ja, aber die Abgrabungen zuvor kommen mir gewaltig vor“) sowie der geplante Neubau neben dem Rathaus („Über die Gebäudehöhe sollte man noch einmal reden“) begleitet Wiese kritisch.

Die politische Auseinandersetzung ist aber keine Pflichtaufgabe der Heimatpflege. Wer sich mit seinem Ort verbunden fühlt, auf seine Besonderheiten aufmerksam machen möchte und die Dorfentwicklung mitgestalten will, bringt bereits gute Voraussetzungen mit. Und wer sich unverbindlich mit Herbert Wiese über die vielseitigen Aufgaben austauschen möchte, kann über die Mailadresse herbert.wiese@t-online.de Kontakt aufnehmen.

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