Aufsichtsrat reagiert auf Kritik am Besucher-Bergwerk: „Die Gesellschaft ist unterfinanziert“ Stefan Lyrath Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Florian Staab, CDU-Kreistagsabgeordneter aus Porta Westfalica, ist seit Anfang 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrates von Besucher-Bergwerk und Museum. „Dieses macht ein Minus wie jede andere vergleichbare Kultureinrichtung“, sagt er. „Aber wir sind schon der Meinung, dass die Gesellschaft insgesamt unterfinanziert ist.“ In einem Gutachten der ift Freizeit- und Tourismusberatung (Köln), das der Kreis in Auftrag gegeben hat, soll jetzt alles auf den Prüfstand kommen. Herr Staab, worum geht es in dem Gutachten? Florian Staab: Es geht um eine Bestandsaufnahme und darum, wie wir uns für die Zukunft aufstellen. Und es geht auch um Existenzsicherung und Gestalten. Was ist wirtschaftlich zu betreiben? Der Kreis hat 23 Hektar Land an die Gesellschaft verpachtet. Was hat ein Besucher-Bergwerk und Museum mit Äckern, Wiesen und Waldstücken zu tun?Äcker, Wiesen und Waldstücke gehören zum Gelände. Das ist als wirtschaftliche Einheit zu sehen, die wir komplett gepachtet haben. Auch diese Themen fließen in das Gutachten ein. Das gilt übrigens für alle Vorschläge und Ideen – eine Bestandsaufnahme muss vollständig und realistisch sein.Warum erledigt der Kreisbauhof Arbeiten für eine Gesellschaft, an der zu 83,3 Prozent der Kreis beteiligt ist, nicht umsonst?Weil wir nicht der Kreis sind, sondern als gGmbH das Areal vom Kreis gepachtet haben. Hängt der immer wiederkritisierte Wildwuchs auf dem Gelände damit zusammen, dass die Gesellschaft finanziell überfordert ist? Zwei oder drei Mitarbeiter mehr würden natürlich weniger Wildwuchs bedeuten. Aber die müssten dann auch bezahlt werden. Die Budgets für Grünpflege und Infrastruktur haben wir übrigens für 2022 im Wirtschaftsplan deutlich erhöht. Nebenbei: Eine Eisenbahnschiene vor dem Museumsgebäude, die ein bisschen zugewachsen ist, ist mir viel lieber als eine Neubautrasse der Bahn quer durch Porta. Wird der Wendehammer seit Jahren nicht repariert, weil die Gesellschaft finanziell überfordert ist? Das ist eine ärgerliche Angelegenheit, weil nicht wir den Schaden verursacht haben, sondern Lkw-Fahrer, die mit unserem Haus nichts zu tun haben. Wir haben jetzt eine Firma aus Kleinenbremen mit den Arbeiten beauftragt, die spätestens im zweiten Quartal 2022 durchgeführt werden sollen. Warum wird die Werkswohnung nicht vermietet? Bisher hat sich kein Mieter gefunden. Nun bin ich auf Ideen im Gutachten gespannt. Ich selbst kann mir in den Räumen durchaus eine Erweiterung der Ausstellung vorstellen. Mit akquirierten Fördermitteln könnte hier etwas Neues entstehen, von Handwerk bis Multimedia. Und warum wird das Holz aus den Waldstücken nicht vermarktet? Holzvermarktung ist nicht unser Kerngeschäft, sondern der Betrieb eines Besucher-Bergwerks und Museums. Aber auch die Information, dass bisher kein Holz vermarktet wird, fließt ins Gutachten.Kann man von Missmanagement sprechen? Nein. Das Geld, das wir zur Verfügung haben, wird aus meiner Sicht optimal eingesetzt. Unter diesen Rahmenbedingungen werden hier vor Ort die richtigen Entscheidungen getroffen. Corona-bedingte Einnahmeverluste durch weniger Besucher kann man niemandem vorwerfen. Die Besucherzahlen in den letzten Monaten waren übrigens wieder sehr gut. Weitere Haupteinnahmen stellen für uns die Verlustausgleiche unser Gesellschafter Kreis und Stadt dar. Für diese sind das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten freiwillige Leistungen – dessen sind wir uns bewusst. Wenn wir dort mehr Geld haben wollen, müssen wir das gut begründen – dabei hilft das Gutachten.Lesen Sie auch Kritik aus der Gesellschafterversammlung: Besucher-Bergwerk Kleinenbremen ein Stiefkind?

Aufsichtsrat reagiert auf Kritik am Besucher-Bergwerk: „Die Gesellschaft ist unterfinanziert“

„Wenn wir mehr Geld wollen, müssen wir das gut begründen“, sagt Florian Staab. Foto: privat © Lyrath

Porta Westfalica-Kleinenbremen (Ly). Florian Staab, CDU-Kreistagsabgeordneter aus Porta Westfalica, ist seit Anfang 2021 Vorsitzender des Aufsichtsrates von Besucher-Bergwerk und Museum. „Dieses macht ein Minus wie jede andere vergleichbare Kultureinrichtung“, sagt er. „Aber wir sind schon der Meinung, dass die Gesellschaft insgesamt unterfinanziert ist.“ In einem Gutachten der ift Freizeit- und Tourismusberatung (Köln), das der Kreis in Auftrag gegeben hat, soll jetzt alles auf den Prüfstand kommen.

Herr Staab, worum geht es in dem Gutachten?

Florian Staab: Es geht um eine Bestandsaufnahme und darum, wie wir uns für die Zukunft aufstellen. Und es geht auch um Existenzsicherung und Gestalten. Was ist wirtschaftlich zu betreiben?

Malina Reckordt

Gendern bei MT - überflüssig oder überfällig?

Nehmen Sie jetzt an der Umfrage zum Thema Gendern teil

Der Kreis hat 23 Hektar Land an die Gesellschaft verpachtet. Was hat ein Besucher-Bergwerk und Museum mit Äckern, Wiesen und Waldstücken zu tun?

Äcker, Wiesen und Waldstücke gehören zum Gelände. Das ist als wirtschaftliche Einheit zu sehen, die wir komplett gepachtet haben. Auch diese Themen fließen in das Gutachten ein. Das gilt übrigens für alle Vorschläge und Ideen – eine Bestandsaufnahme muss vollständig und realistisch sein.

Warum erledigt der Kreisbauhof Arbeiten für eine Gesellschaft, an der zu 83,3 Prozent der Kreis beteiligt ist, nicht umsonst?

Weil wir nicht der Kreis sind, sondern als gGmbH das Areal vom Kreis gepachtet haben.

Hängt der immer wiederkritisierte Wildwuchs auf dem Gelände damit zusammen, dass die Gesellschaft finanziell überfordert ist?

Zwei oder drei Mitarbeiter mehr würden natürlich weniger Wildwuchs bedeuten. Aber die müssten dann auch bezahlt werden. Die Budgets für Grünpflege und Infrastruktur haben wir übrigens für 2022 im Wirtschaftsplan deutlich erhöht. Nebenbei: Eine Eisenbahnschiene vor dem Museumsgebäude, die ein bisschen zugewachsen ist, ist mir viel lieber als eine Neubautrasse der Bahn quer durch Porta.

Wird der Wendehammer seit Jahren nicht repariert, weil die Gesellschaft finanziell überfordert ist?

Das ist eine ärgerliche Angelegenheit, weil nicht wir den Schaden verursacht haben, sondern Lkw-Fahrer, die mit unserem Haus nichts zu tun haben. Wir haben jetzt eine Firma aus Kleinenbremen mit den Arbeiten beauftragt, die spätestens im zweiten Quartal 2022 durchgeführt werden sollen.

Warum wird die Werkswohnung nicht vermietet?

Bisher hat sich kein Mieter gefunden. Nun bin ich auf Ideen im Gutachten gespannt. Ich selbst kann mir in den Räumen durchaus eine Erweiterung der Ausstellung vorstellen. Mit akquirierten Fördermitteln könnte hier etwas Neues entstehen, von Handwerk bis Multimedia.

Und warum wird das Holz aus den Waldstücken nicht vermarktet?

Holzvermarktung ist nicht unser Kerngeschäft, sondern der Betrieb eines Besucher-Bergwerks und Museums. Aber auch die Information, dass bisher kein Holz vermarktet wird, fließt ins Gutachten.

Kann man von Missmanagement sprechen?

Nein. Das Geld, das wir zur Verfügung haben, wird aus meiner Sicht optimal eingesetzt. Unter diesen Rahmenbedingungen werden hier vor Ort die richtigen Entscheidungen getroffen. Corona-bedingte Einnahmeverluste durch weniger Besucher kann man niemandem vorwerfen. Die Besucherzahlen in den letzten Monaten waren übrigens wieder sehr gut. Weitere Haupteinnahmen stellen für uns die Verlustausgleiche unser Gesellschafter Kreis und Stadt dar. Für diese sind das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten freiwillige Leistungen – dessen sind wir uns bewusst. Wenn wir dort mehr Geld haben wollen, müssen wir das gut begründen – dabei hilft das Gutachten.

Lesen Sie auch

Kritik aus der Gesellschafterversammlung: Besucher-Bergwerk Kleinenbremen ein Stiefkind?

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Porta Westfalica