Aufbruch unter Kastanien: Linus-Inhaber vergrößern Restaurant und Weinbar Dirk Haunhorst Porta Westfalica-Hausberge. Der ursprüngliche Eröffnungstermin am 11. Juli hätte gut gepasst. Reiner Gutwerk feierte an dem Tag seinen 58. Geburtstag. Doch aus der Doppelparty wurde nichts, die Genehmigung für die neue Vinothek fehlt bislang. Gutwerk und Nadine Heumann hoffen jetzt, dass sie Mitte August dort die ersten Gäste begrüßen können. Und das Paar wünscht sich dann vor allem eins: viele lachende Gesichter. Große Baustellen gebe es in dem Gebäude nicht mehr, sagt Gutwerk. Ein paar Dinge fehlten, eine Trennwand zum Beispiel und ein weiteres Waschbecken. „Sachen, auf die man als Laie nicht unbedingt kommt." Mit der Stadtverwaltung sei man inzwischen auf einem „ergebnisorientierten Weg", sagt Gutwerk und lächelt. Sollten keine zusätzliche Probleme auftauchen, kann er seinen Gästen in etwa vier Wochen 42 zusätzliche Außenplätze anbieten. Gemeinsam mit dem Lokal Linus (Restaurant und Weinbar), das Gutwerk bereits seit 2017 im selben Gebäude mit der Adresse Schalksburgstraße 2 betreibt, stehen dann insgesamt 100 Plätze zur Verfügung – direkt im Hausberger Ortskern, zum Teil drinnen, zum Teil unter Kastanien. In warmen Farben präsentiert sich die Vinothek, in der sich zuvor eine Boutique befand. Nach der Geschäftsaufgabe nebenan dachten die Linus-Inhaber gleich, dass der Außenbereich am Dröge-Brunnen unter schattigen Bäumen für Gastronomie geeignet sei, zumal in Pandemiezeiten. „Die meisten Leute wollen unbedingt draußen sitzen." Die Idee, was man aus dem Innenbereich der früheren Boutique machen könnte, kam Gutwerk später. Mehrere Beschäftigte, die in Hausberge ihre Mittagspause verbringen, wünschen sich leichte, gesunde Gerichte wie die Poké Bowls, die es abends im Linus gibt. Deshalb soll demnächst ein Mittagstisch zum Angebot zählen. Allerdings erst, sobald das zusätzlich benötigte Küchenpersonal zur Verfügung steht – in der Gastronomie ein Dauerthema, das sich im Zuge der Pandemie verschärft hat, weil sich viele Mitarbeiter aus Küche und Service andere Jobs suchen mussten. Die Linus-Inhaber sind dank staatlicher Hilfen und eigener Rücklagen einigermaßen glimpflich durch die Pandemie gekommen, sagen sie. Das Lokal ist seit Pfingsten wieder geöffnet. Davor war Zeit, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Die Investition in die Vinothek ist das sichtbare Ergebnis. Erste Buchungen verzeichnen Gutwerk und Heumann bereits für die gemütliche Ecke in der Vinothek. Hier können sich am großen Holztisch abends Geschäftspartner zur Weinverkostung oder Freunde zur geselligen Runde treffen. Passanten stünden häufig vor der Vinothek und schauten durch die Scheibe interessiert ins Innere. Wenn die Inhaber dann in der Nähe sind, folgt gleich die Frage nach dem Eröffnungstermin. Zunächst war der 11. Juli angepeilt und veröffentlicht, nun hält sich Gutwerk mit einem konkreten Datum lieber zurück. Bevor er nach Hausberge kam, hatte er in Minden die Weinbar Rossobianco betrieben. Der Hausberger Friedhelm Hohmeier sei dort 2016 oft Gast gewesen und habe versucht, ihn zum Umzug nach Porta zu bewegen, um die leerstehenden Räume des ehemaligen Bistros „Flair" – das Gebäude gehört Hohmeier – wieder mit Leben zu füllen, erzählt Gutwerk. Er habe mehrmals abgelehnt. Die Wende habe dann der Hausberger Weihnachtsmarkt gebracht. Hohmeier habe behauptet, dass den „kleinsten Weihnachtmarkt Deutschlands" abends mehr als 200 Leute besuchten. So ein Unsinn, habe Gutwerk entgegnet. Niemals kämen so viele Menschen, wenn nur eine Bude aufgebaut sei. Sollte das dennoch der Fall sein, würde er nach Hausberge umziehen, vereinbarten die beiden. Und tatsächlich, so erinnert sich Gutwerk mit einem Schmunzeln, seien an jenem Abend mehr als 200 Menschen dort auf dem Marktplatz gewesen. Im Hinblick auf das gastronomische Potenzial machte das Mut. Und so wurde aus dem „Flair" im März 2017 das „Linus", so heißt Reiner Gutwerk mit zweitem Vornamen. Seine Linus-Kundschaft komme aber nur zu einem kleinen Teil aus Hausberge. Etwa 90 Prozent der Gäste, schätzt der Inhaber, seien von außerhalb und die träfen in Hausberge auf ein insgesamt überschaubares Angebot. Dabei wäre es für eine Stadt, die um Touristen werbe, doch wichtig, dass etwa Radwanderer bei ihrem Abstecher ins Zentrum auch bewirtet würden. Ihnen hat Hausberge bald ein paar schattige Plätze mehr zu bieten.

Aufbruch unter Kastanien: Linus-Inhaber vergrößern Restaurant und Weinbar

„Die meisten Leute wollen unbedingt draußen sitzen.“ Reiner Gutwerk und Nadine Heumann setzen vor allem auf den Außenbereich. Vor der neuen Vinothek sollen 42 Gäste Platz finden. MT-Fotos: Dirk Haunhorst © Haunhorst

Porta Westfalica-Hausberge. Der ursprüngliche Eröffnungstermin am 11. Juli hätte gut gepasst. Reiner Gutwerk feierte an dem Tag seinen 58. Geburtstag. Doch aus der Doppelparty wurde nichts, die Genehmigung für die neue Vinothek fehlt bislang. Gutwerk und Nadine Heumann hoffen jetzt, dass sie Mitte August dort die ersten Gäste begrüßen können. Und das Paar wünscht sich dann vor allem eins: viele lachende Gesichter.

Große Baustellen gebe es in dem Gebäude nicht mehr, sagt Gutwerk. Ein paar Dinge fehlten, eine Trennwand zum Beispiel und ein weiteres Waschbecken. „Sachen, auf die man als Laie nicht unbedingt kommt." Mit der Stadtverwaltung sei man inzwischen auf einem „ergebnisorientierten Weg", sagt Gutwerk und lächelt. Sollten keine zusätzliche Probleme auftauchen, kann er seinen Gästen in etwa vier Wochen 42 zusätzliche Außenplätze anbieten. Gemeinsam mit dem Lokal Linus (Restaurant und Weinbar), das Gutwerk bereits seit 2017 im selben Gebäude mit der Adresse Schalksburgstraße 2 betreibt, stehen dann insgesamt 100 Plätze zur Verfügung – direkt im Hausberger Ortskern, zum Teil drinnen, zum Teil unter Kastanien.

In warmen Farben präsentiert sich die Vinothek, in der sich zuvor eine Boutique befand. Nach der Geschäftsaufgabe nebenan dachten die Linus-Inhaber gleich, dass der Außenbereich am Dröge-Brunnen unter schattigen Bäumen für Gastronomie geeignet sei, zumal in Pandemiezeiten. „Die meisten Leute wollen unbedingt draußen sitzen." Die Idee, was man aus dem Innenbereich der früheren Boutique machen könnte, kam Gutwerk später. Mehrere Beschäftigte, die in Hausberge ihre Mittagspause verbringen, wünschen sich leichte, gesunde Gerichte wie die Poké Bowls, die es abends im Linus gibt. Deshalb soll demnächst ein Mittagstisch zum Angebot zählen. Allerdings erst, sobald das zusätzlich benötigte Küchenpersonal zur Verfügung steht – in der Gastronomie ein Dauerthema, das sich im Zuge der Pandemie verschärft hat, weil sich viele Mitarbeiter aus Küche und Service andere Jobs suchen mussten. Die Linus-Inhaber sind dank staatlicher Hilfen und eigener Rücklagen einigermaßen glimpflich durch die Pandemie gekommen, sagen sie. Das Lokal ist seit Pfingsten wieder geöffnet. Davor war Zeit, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Die Investition in die Vinothek ist das sichtbare Ergebnis.


Erste Buchungen verzeichnen Gutwerk und Heumann bereits für die gemütliche Ecke in der Vinothek. Hier können sich am großen Holztisch abends Geschäftspartner zur Weinverkostung oder Freunde zur geselligen Runde treffen. Passanten stünden häufig vor der Vinothek und schauten durch die Scheibe interessiert ins Innere. Wenn die Inhaber dann in der Nähe sind, folgt gleich die Frage nach dem Eröffnungstermin. Zunächst war der 11. Juli angepeilt und veröffentlicht, nun hält sich Gutwerk mit einem konkreten Datum lieber zurück.

Die Vinothek hat überwiegend deutsche Weine im Angebot. Die Plätze am langen Holztisch können für gesellige Abende gebucht werden. - © Haunhorst
Die Vinothek hat überwiegend deutsche Weine im Angebot. Die Plätze am langen Holztisch können für gesellige Abende gebucht werden. - © Haunhorst

Bevor er nach Hausberge kam, hatte er in Minden die Weinbar Rossobianco betrieben. Der Hausberger Friedhelm Hohmeier sei dort 2016 oft Gast gewesen und habe versucht, ihn zum Umzug nach Porta zu bewegen, um die leerstehenden Räume des ehemaligen Bistros „Flair" – das Gebäude gehört Hohmeier – wieder mit Leben zu füllen, erzählt Gutwerk. Er habe mehrmals abgelehnt. Die Wende habe dann der Hausberger Weihnachtsmarkt gebracht. Hohmeier habe behauptet, dass den „kleinsten Weihnachtmarkt Deutschlands" abends mehr als 200 Leute besuchten. So ein Unsinn, habe Gutwerk entgegnet. Niemals kämen so viele Menschen, wenn nur eine Bude aufgebaut sei. Sollte das dennoch der Fall sein, würde er nach Hausberge umziehen, vereinbarten die beiden. Und tatsächlich, so erinnert sich Gutwerk mit einem Schmunzeln, seien an jenem Abend mehr als 200 Menschen dort auf dem Marktplatz gewesen. Im Hinblick auf das gastronomische Potenzial machte das Mut. Und so wurde aus dem „Flair" im März 2017 das „Linus", so heißt Reiner Gutwerk mit zweitem Vornamen.

Seine Linus-Kundschaft komme aber nur zu einem kleinen Teil aus Hausberge. Etwa 90 Prozent der Gäste, schätzt der Inhaber, seien von außerhalb und die träfen in Hausberge auf ein insgesamt überschaubares Angebot. Dabei wäre es für eine Stadt, die um Touristen werbe, doch wichtig, dass etwa Radwanderer bei ihrem Abstecher ins Zentrum auch bewirtet würden. Ihnen hat Hausberge bald ein paar schattige Plätze mehr zu bieten.

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