Auf der Pirsch mit Fernglas und Stiefeln Zahlreiche Arten bei Wintervogelexkursion am Südlichen See entdeckt / Viele Kormorane und Gänsesäger Von Gisela Schwarze Porta Westfalica-Costedt (G.S.). Regnerisch und noch gar nicht richtig hell war es, als am Samstagmorgen 15 unerschrockene Vogelfreunde gestiefelt und wasserfest verpackt zur beliebten Wintervogelexkursion am Südlichen See aufbrachen. Die Vereine "Naturschutz und Heimatpflege Porta" mit Holger Hansing und die Arbeitsgemeinschaft Natur aus Bad Oeynhausen mit Erwin Mattegiet hatten wieder einmal zur vogelkundlichen Winterwanderung in Costedt eingeladen."Das ist übrigens unsere zehnte gemeinsame Wintervogelexkursion am Weserbogen", wusste Erwin Mattegiet. Kompetenter Referent für die Wasservogelbeobachtungen unter professioneller Führung war der Vlothoer Ornithologe Jörg Hadasch, Biologielehrer an der Gesamtschule in Spenge. Der Pädagoge veranschaulichte mit Bildern und Erklärungen typische Merkmale der gesichteten Wintergäste.Die mit Ferngläsern entdeckte Saatkrähe beispielsweise sei unterhalb des Schnabels quasi nackt und trage ein langes Gefieder über den Krallen. Das unterscheide sie von den Rabenkrähen. "Saatkrähen sind bei uns erheblich seltener als die häufigen Rabenkrähen."Immerhin sichtete die Gruppe 26 Arten unter den Wasservögeln, dabei sehr viele Kormorane, Reiherenten, 120 Gänsesäger, Haubentaucher, Baumläufer, eine Tafel- und sieben Schnatterenten. Die Anzahl der Kormorane war am Samstag extrem hoch und wurde von den Vogelfreunden auf beachtliche 500 geschätzt. "Es sind so viele Kormorane hier, weil die nahe Weser Hochwasser hat", erklärte Jörg Hadasch. Ein Hin- und Herpendeln zwischen Fluss und See sei die Sache weniger Flügelschläge.Das im Verlauf der Exkursion freundlicher werdende Januarwetter bescherte eine ständig besser werdende Sicht auf die Tiere.So war es eine absolute Überraschung, als Jörg Hadasch mit geübtem Blick eine seltene Mittelmeermöwe entdeckte. Sie sei leicht mit den häufiger vorkommenden Silbermöwen zu verwechseln. "Mit einer Spannweite bis zu 140 Zentimetern gehört sie zu den Großmöwen", erklärte der Ornithologe.In der Nähe des Storchenhorsts erläuterte Erwin Mattegiet vom Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche" noch einmal das Superstorchenjahr 2011, das so zahlreiche Störche in den Mühlenkreis brachte, wie seit 70 Jahren nicht: "34 Storchenpaare zogen 65 Jungvögel heran bis zum erfolgreichen Ausfliegen." Die Hoffnung der Naturfreunde, dass auch am Weserbogen bald wieder Störche brüten, ist weiterhin ungebrochen. "Im Frühjahr wird die Storchenplattform in Möllbergen erneuert", berichtete Erwin Mattegiet.

Auf der Pirsch mit Fernglas und Stiefeln

Porta Westfalica-Costedt (G.S.). Regnerisch und noch gar nicht richtig hell war es, als am Samstagmorgen 15 unerschrockene Vogelfreunde gestiefelt und wasserfest verpackt zur beliebten Wintervogelexkursion am Südlichen See aufbrachen.

26 unterschiedliche Arten von Wasservögeln entdecken die Vogelfreunde.
26 unterschiedliche Arten von Wasservögeln entdecken die Vogelfreunde.

Die Vereine "Naturschutz und Heimatpflege Porta" mit Holger Hansing und die Arbeitsgemeinschaft Natur aus Bad Oeynhausen mit Erwin Mattegiet hatten wieder einmal zur vogelkundlichen Winterwanderung in Costedt eingeladen.

Auch die Enten geraten ins Visier der Vogelbeobachter. - © Fotos: Gisela Schwarze
Auch die Enten geraten ins Visier der Vogelbeobachter. - © Fotos: Gisela Schwarze

"Das ist übrigens unsere zehnte gemeinsame Wintervogelexkursion am Weserbogen", wusste Erwin Mattegiet. Kompetenter Referent für die Wasservogelbeobachtungen unter professioneller Führung war der Vlothoer Ornithologe Jörg Hadasch, Biologielehrer an der Gesamtschule in Spenge. Der Pädagoge veranschaulichte mit Bildern und Erklärungen typische Merkmale der gesichteten Wintergäste.

Die mit Ferngläsern entdeckte Saatkrähe beispielsweise sei unterhalb des Schnabels quasi nackt und trage ein langes Gefieder über den Krallen. Das unterscheide sie von den Rabenkrähen. "Saatkrähen sind bei uns erheblich seltener als die häufigen Rabenkrähen."

Immerhin sichtete die Gruppe 26 Arten unter den Wasservögeln, dabei sehr viele Kormorane, Reiherenten, 120 Gänsesäger, Haubentaucher, Baumläufer, eine Tafel- und sieben Schnatterenten. Die Anzahl der Kormorane war am Samstag extrem hoch und wurde von den Vogelfreunden auf beachtliche 500 geschätzt. "Es sind so viele Kormorane hier, weil die nahe Weser Hochwasser hat", erklärte Jörg Hadasch. Ein Hin- und Herpendeln zwischen Fluss und See sei die Sache weniger Flügelschläge.

Das im Verlauf der Exkursion freundlicher werdende Januarwetter bescherte eine ständig besser werdende Sicht auf die Tiere.

So war es eine absolute Überraschung, als Jörg Hadasch mit geübtem Blick eine seltene Mittelmeermöwe entdeckte. Sie sei leicht mit den häufiger vorkommenden Silbermöwen zu verwechseln. "Mit einer Spannweite bis zu 140 Zentimetern gehört sie zu den Großmöwen", erklärte der Ornithologe.

In der Nähe des Storchenhorsts erläuterte Erwin Mattegiet vom Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche" noch einmal das Superstorchenjahr 2011, das so zahlreiche Störche in den Mühlenkreis brachte, wie seit 70 Jahren nicht: "34 Storchenpaare zogen 65 Jungvögel heran bis zum erfolgreichen Ausfliegen." Die Hoffnung der Naturfreunde, dass auch am Weserbogen bald wieder Störche brüten, ist weiterhin ungebrochen. "Im Frühjahr wird die Storchenplattform in Möllbergen erneuert", berichtete Erwin Mattegiet.

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