Alternativstudie zur ICE-Trasse wird am Donnerstag präsentiert Thomas Lieske Porta Westfalica/Vlotho. Im Sommer des vergangenen Jahres hat die benachbarte Bürgerinitiative (BI) „Widuland“ mit einer eigenen Machbarkeitsstudie zur ICE-Trasse Hannover-Bielefeld zum Gegenangriff geblasen. Nun liegen die Ergebnisse der Studie vor, die die BI am Donnerstag präsentieren will. Die Ergebnisse werden in der Region bereits mit Spannung erwartet. Beauftragt war das Ingenieurbüro „Bahnzentrum Bielefeld“, das im Auftrag der BI und mit Unterstützung verschiedener Kommunen wie Porta Westfalica mit Anrainerkommunen sowie Anwohnern der möglichen Trasse sprechen sollte. Ziel der Studie war es, noch genauer die Situationen vor Ort zu erfassen. Außerdem haben die Ingenieure die Bestandsstrecke in Gänze fotografiert und erste Berechnungen für einen möglichen integralen Taktfahrplan angestellt.Der BI ist es wichtig, zu betonen, dass die Studie eine ICE-Trasse nicht generell infrage stellen soll. Vielmehr gehe es darum, den „größtmöglichen Konsens“ zwischen Naturschutz, Anwohnerbelangen und dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zu finden. Das beansprucht auch die Bahn in ihrem Findungsprozess für sich. Daran hegen Skeptiker der Bahnpläne allerdings große Zweifel. Zu den Skeptikern gehört auch die BI Widuland aus Vlotho. Die eigene Studie untersucht unter anderem, ob auch ein integraler Taktfahrplan mit einer Fahrzeit von 41 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld möglich wäre – und nicht nur 31 Minuten, wie Bund und Bahn vorgeben. Von vorn herein ausgeschlossen hat die BI übrigens eine Tunnelanlage durch das Wesergebirge inklusive Jakobsberg in Porta. Damit kommt aus Sicht der Skeptiker praktisch nur noch die Ertüchtigung der Bestandsstrecke in Frage. Dazu hat die Bahn vor Kurzem allerdings klar signalisiert, dass unter Umständen Wohnhäuser weichen müssten, weil der Platz für die gesamte vierspurige Gleisanlage etwa im Bereich Bückeburg ansonsten nicht ausreiche. Ob das auch für Porta Westfalica eine Rolle spielt, wird die Bahn beim kommenden Regionaltreffen vorstellen, das allerdings noch nicht terminiert ist. Welche Auswirkungen die Studie der BI Widuland auf den weiteren Planungsprozess der Bahn haben wird, ist derzeit noch unklar. Zu den Machern der Studie gehört im Übrigen unter anderem Stephan Schröder, der sich selbst stark politisch an den bisherigen Diskussionen über den Deutschlandtakt der Bahn beteiligt hat. In den Gesprächsrunden verschiedener Bürgerinitiativen trat Schröder bisher immer als Kritiker der 31 Minuten auf und legte frühzeitig eigene Berechnungen vor.Lesen Sie dazu auch:Viel natürlicher Widerstand: Warum Porta Westfalica bei der Suche nach einer ICE-Trasse eine Sonderrolle einnehmen könnte Diese Gebiete in Porta Westfalica gehen ins Rennen um eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Kostbarer Acker: Warum eine Lohfelder Familie gegen die ICE-Neubautrasse kämpft

Alternativstudie zur ICE-Trasse wird am Donnerstag präsentiert

Die Studie der BI dürfte die Bestandsstrecke in den Fokus rücken. MT-Foto (Archiv): Thomas Lieske

Porta Westfalica/Vlotho. Im Sommer des vergangenen Jahres hat die benachbarte Bürgerinitiative (BI) „Widuland“ mit einer eigenen Machbarkeitsstudie zur ICE-Trasse Hannover-Bielefeld zum Gegenangriff geblasen. Nun liegen die Ergebnisse der Studie vor, die die BI am Donnerstag präsentieren will. Die Ergebnisse werden in der Region bereits mit Spannung erwartet.

Beauftragt war das Ingenieurbüro „Bahnzentrum Bielefeld“, das im Auftrag der BI und mit Unterstützung verschiedener Kommunen wie Porta Westfalica mit Anrainerkommunen sowie Anwohnern der möglichen Trasse sprechen sollte. Ziel der Studie war es, noch genauer die Situationen vor Ort zu erfassen. Außerdem haben die Ingenieure die Bestandsstrecke in Gänze fotografiert und erste Berechnungen für einen möglichen integralen Taktfahrplan angestellt.

Der BI ist es wichtig, zu betonen, dass die Studie eine ICE-Trasse nicht generell infrage stellen soll. Vielmehr gehe es darum, den „größtmöglichen Konsens“ zwischen Naturschutz, Anwohnerbelangen und dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zu finden. Das beansprucht auch die Bahn in ihrem Findungsprozess für sich. Daran hegen Skeptiker der Bahnpläne allerdings große Zweifel. Zu den Skeptikern gehört auch die BI Widuland aus Vlotho. Die eigene Studie untersucht unter anderem, ob auch ein integraler Taktfahrplan mit einer Fahrzeit von 41 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld möglich wäre – und nicht nur 31 Minuten, wie Bund und Bahn vorgeben. Von vorn herein ausgeschlossen hat die BI übrigens eine Tunnelanlage durch das Wesergebirge inklusive Jakobsberg in Porta. Damit kommt aus Sicht der Skeptiker praktisch nur noch die Ertüchtigung der Bestandsstrecke in Frage.

Dazu hat die Bahn vor Kurzem allerdings klar signalisiert, dass unter Umständen Wohnhäuser weichen müssten, weil der Platz für die gesamte vierspurige Gleisanlage etwa im Bereich Bückeburg ansonsten nicht ausreiche. Ob das auch für Porta Westfalica eine Rolle spielt, wird die Bahn beim kommenden Regionaltreffen vorstellen, das allerdings noch nicht terminiert ist.


Welche Auswirkungen die Studie der BI Widuland auf den weiteren Planungsprozess der Bahn haben wird, ist derzeit noch unklar. Zu den Machern der Studie gehört im Übrigen unter anderem Stephan Schröder, der sich selbst stark politisch an den bisherigen Diskussionen über den Deutschlandtakt der Bahn beteiligt hat. In den Gesprächsrunden verschiedener Bürgerinitiativen trat Schröder bisher immer als Kritiker der 31 Minuten auf und legte frühzeitig eigene Berechnungen vor.

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