Ärger in Möllbergen: 40-Tonner fahren wegen Baustelle durch die Wohngebiete Thomas Lieske Porta Westfalica-Möllbergen. Bleiben die Straßen kaputt, ärgern sich die Autofahrer. Kommt die Baustelle, ärgern sich die Anwohner – und vielleicht die Autofahrer über die Umleitung. So in etwa könnte ein ungeschriebenes Baustellengesetz lauten. Eine offizielle Umleitung für die Sanierung der Schierholzstraße in Möllbergen, die laut Stadt noch bis Ende der Woche läuft, gibt es allerdings nicht. Und so suchen sich Autofahrer und mitunter auch nicht wenige 40-Tonner, die normalerweise die Hauptverbindung zwischen Möllbergen und Veltheim nutzen, spontan selbst Umleitungsrouten. Eine davon führt durch die Anemonenstraße – eine schmale Straße mit Tempo 30 durch ein Wohngebiet mit Kindern und auch einigen älteren Leuten. Entsprechend groß und erwartbar ist der Frust bei Anwohnern der gesamten umliegenden Straßen, die gegenüber dem MT mangelnde Informationen über die Baustelle beklagen. Dass der gesamte Lkw-Verkehr nun durch die teils nur drei Meter breiten Straßen laufe, sei erwartbar, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Schließlich seien von Möllbergen aus gesehen hinter der Baustelle Kies- und Betonwerke angesiedelt. Doch gab es wirklich keine Information zu der Baustelle? Auf der Homepage der Stadt ist jedenfalls nichts zu finden. Auch die Presse wurde, wie sonst üblich, nicht über die Sanierung informiert. Nachgefragt bei der Stadt: Wie kann das sein? Eine Sprecherin erklärt auf Anfrage, dass die Baustelle gar nicht von der Stadt beauftragt worden sei, sondern von einem Unternehmen. Das habe auch die Anwohner informieren müssen. Laut der Sprecherin seien zumindest die Anwohner der Schierholzstraße schriftlich und mündlich informiert worden. Die Verwaltung sei zwar grundsätzlich für die Gemeindestraße zuständig – doch in diesem Fall liege für die Schierholzstraße ein sogenannter Sondernutzungsvertrag vor. Die Straße dient an dieser Stelle als Zufahrt zu einem Gewerbegebiet, heißt es aus dem Rathaus. In solchen Fällen könne die Kommune Sonderverträge mit Firmen abschließen, die dann wiederum bei auftretenden Schäden an der Straße – etwa durch vermehrten Lkw-Verkehr – zur Sanierung der Schadstellen verpflichtet seien. Genau das sie in Möllbergen nun der Fall. Solche Verträge, betont eine Sprecherin, seien im Übrigen keine Seltenheit. Bleibt der zeitlich begrenzte Ärger in den Nachbarstraßen. Dort will man, berichtet ein Anwohner, eventuell durch den Umleitungsverkehr entstandene Schäden beobachten und festhalten, um sie dann der Stadt zu melden.

Ärger in Möllbergen: 40-Tonner fahren wegen Baustelle durch die Wohngebiete

Die Schierholzstraße wird noch bis Ende der Woche saniert.
MT-Foto: Jörg Wehling
© Jörg Wehling

Porta Westfalica-Möllbergen. Bleiben die Straßen kaputt, ärgern sich die Autofahrer. Kommt die Baustelle, ärgern sich die Anwohner – und vielleicht die Autofahrer über die Umleitung. So in etwa könnte ein ungeschriebenes Baustellengesetz lauten.

Eine offizielle Umleitung für die Sanierung der Schierholzstraße in Möllbergen, die laut Stadt noch bis Ende der Woche läuft, gibt es allerdings nicht. Und so suchen sich Autofahrer und mitunter auch nicht wenige 40-Tonner, die normalerweise die Hauptverbindung zwischen Möllbergen und Veltheim nutzen, spontan selbst Umleitungsrouten. Eine davon führt durch die Anemonenstraße – eine schmale Straße mit Tempo 30 durch ein Wohngebiet mit Kindern und auch einigen älteren Leuten. Entsprechend groß und erwartbar ist der Frust bei Anwohnern der gesamten umliegenden Straßen, die gegenüber dem MT mangelnde Informationen über die Baustelle beklagen. Dass der gesamte Lkw-Verkehr nun durch die teils nur drei Meter breiten Straßen laufe, sei erwartbar, sagt eine Anwohnerin, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Schließlich seien von Möllbergen aus gesehen hinter der Baustelle Kies- und Betonwerke angesiedelt.

Doch gab es wirklich keine Information zu der Baustelle? Auf der Homepage der Stadt ist jedenfalls nichts zu finden. Auch die Presse wurde, wie sonst üblich, nicht über die Sanierung informiert. Nachgefragt bei der Stadt: Wie kann das sein? Eine Sprecherin erklärt auf Anfrage, dass die Baustelle gar nicht von der Stadt beauftragt worden sei, sondern von einem Unternehmen. Das habe auch die Anwohner informieren müssen. Laut der Sprecherin seien zumindest die Anwohner der Schierholzstraße schriftlich und mündlich informiert worden.


Die Verwaltung sei zwar grundsätzlich für die Gemeindestraße zuständig – doch in diesem Fall liege für die Schierholzstraße ein sogenannter Sondernutzungsvertrag vor. Die Straße dient an dieser Stelle als Zufahrt zu einem Gewerbegebiet, heißt es aus dem Rathaus. In solchen Fällen könne die Kommune Sonderverträge mit Firmen abschließen, die dann wiederum bei auftretenden Schäden an der Straße – etwa durch vermehrten Lkw-Verkehr – zur Sanierung der Schadstellen verpflichtet seien. Genau das sie in Möllbergen nun der Fall. Solche Verträge, betont eine Sprecherin, seien im Übrigen keine Seltenheit.

Bleibt der zeitlich begrenzte Ärger in den Nachbarstraßen. Dort will man, berichtet ein Anwohner, eventuell durch den Umleitungsverkehr entstandene Schäden beobachten und festhalten, um sie dann der Stadt zu melden.

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