Änderungen beim Ferienprogramm: Gruppenbildung vor Spielbeginn Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Ein bisschen Spaß muss sein – trotz Corona. Die städtische Jugendpflege bereitet sich auf ihre Ferienspiele vor. Die Kinder dürfen sich sogar wieder auf die „Schwimmoffensive“ freuen. Doch sowohl im Wasser als auch auf dem Trockenen ist diesmal einiges anders. Statt des gewohnten großen Miteinanders gibt es Gruppenbildung. Vor Wochen standen die Spiele auf der Kippe, berichteten gestern Jugendamtsleiter Jens Kütenbrink und Olaf Böhne, der das Jugendpflege-Team führt. Doch eine komplette Absage wäre wegen der monatelangen Einschränkungen für die Familien bitter gewesen, und so feilte die Jugendpflege an einem Konzept, das überschaubare Gruppen vorsieht, die sich an den Ferienspielorten Realschule und Jugendhaus Lerbeck aus dem Weg gehen können. „Wir bilden in der ersten Ferienwoche an der Realschule vier Gruppen mit jeweils neun Kindern und zwei Betreuern“, sagt Kütenbrink. Maßgeblich seien die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung vom 30, Mai. „Es kann natürlich sein, dass es weitere Lockerungen gibt, aber wir müssen erstmal eine Grundlage für die Planung haben“, sagt Böhne. Sollte sich im Laufe der nächsten Wochen die Lage weiter entspannen, werde man das Programm möglicherweise anpassen. Zunächst einmal bleiben die Kinder während der Ferienwoche in ihrer jeweiligen Gruppe und durchlaufen gemeinsam das gesamte Programm. Das bedeutet dann zum Beispiel, dass die leidenschaftlichen Kicker nicht jeden Tag nur Fußball spielen, was früher möglich war, sondern nun auch mal basteln müssen. Für die Anmeldung durften die Kinder jeweils zwei Freunde benennen, die sie gerne in ihrer Gruppe hätten. „Wir versuchen das zu berücksichtigen“, sagt Böhne. Klar sei aber auch, dass die Kinder, die für die Frühbetreuung ab 7.30 Uhr angemeldet werden, eine eigene Gruppe bilden. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation erhalten die Eltern Sonderkündigungsrechte. Einige hätten ihre Kinder bereits abgemeldet, sagt Kütenbrink. Manche Eltern hätten zwischenzeitlich wohl nicht mehr mit Ferienspielen gerechnet und deshalb anders geplant. So bleiben zum Beispiel in der ersten Woche von ursprünglich 50 gemeldeten Mädchen und Jungen noch 36 übrig. Die ersten drei Ferienspielwochen der Jugendpflege gehen an der Realschule über die Bühne, die vierte im Jugendhaus („Jugi“) in Lerbeck. Dort sind drei Gruppen vorgesehen, zwei im „Jugi“, eine dritte im Gebäude nebenan; die Dorfgemeinschaft stellt dort ihren Raum zur Verfügung. Danach folgt die Schwimmoffensive im Porta Bad. Auch dort nehmen die Betreuer Gruppeneinteilungen vor, sodass einige vormittags, andere nachmittags ihre Bahnen ziehen. Die Animation am Beckenrand wird diesmal reduziert, Snacks müssen sich die Kinder selbst mitbringen. Doch das ist auch eher zweitrangig bei einer Aktion, in der das sichere Bewegen im Wasser im Vordergrund steht. Wie gehabt, erhalten die erfolgreichen Kinder am Ende der Woche ihre Schwimmabzeichen. Zwei Veranstaltungen fallen Corona zum Opfer: das Zeltlager am Helenensee in Rinteln und die Fahrt zum Freizeitpark Ketteler Hof in Haltern am See. Der Hygiene-Aufwand im Zeltlager wäre zu hoch, meint Böhne. Außerdem sei man dort in Niedersachsen, wo andere Vorschriften gelten. Und eine zweieinhalbstündige Busfahrt zum Freizeitpark wäre für die Kinder bei gesperrter Bordtoilette eine Tortur. „Wir müssten dann zwischendurch einen Toilettenstopp machen, der vermutlich eine Stunde kostet“, sagt Böhne. Und am Ziel gebe es dann weitere Hygieneauflagen. Unterm Strich bliebe dabei der Spaß auf der Strecke. Seit dem vorigen Jahr wird das Ferienspielangebot in Porta von der Volkshochschule Minden-Bad Oeynhausen erweitert. Auch die VHS, die am gestrigen Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, musste ihr Programm coronabedingt überarbeiten. Dazu zähle, dass neben Hausberge und Eisbergen mit der Grundschule Vennebeck ein weiterer Standort hinzukomme, um die Kinder besser verteilen zu können, sagt Jugendamtsleiter Kütenbrink mit. Mit im Portaner Ferienboot sitzt auch der Evangelische Kirchenkreis Vlotho. Dort organisiert das Jugendreferat die Spiele unter geltenden Hygienebedingungen. Noch sind Plätze verfügbar; die Anmeldung ist auf www.juenger-vlotho.de möglich. Maximal acht Jugendliche können vom 8. bis 10. Juli mit dem Kanu auf der Weser von Eisbergen bis Vlotho paddeln. Insgesamt fünf Stunden dauert die Tour; ein Bronze-Schwimmabzeichen ist Bedingung. Einen Kletterparcours baut Jugendreferent Michael Kirchner gemeinsam mit Jugendlichen vom 20. bis 22. Juli am Fernsehturm. Der Erlebnispädagoge freut sich auf die Herausforderung: „Wir haben Seile, Helme, Gurte und Bäume. Die Jugendlichen brauchen nur Mut, Kreativität und etwas Fitness.“ Der Autor ist erreichbarunter Telefon (0571) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de

Änderungen beim Ferienprogramm: Gruppenbildung vor Spielbeginn

Die „Schwimmoffensive“ im Porta Bad stand auf der Kippe. Doch die Jugendpflege hat sich entschlossen, die Aktion trotz zusätzlichen Aufwandes auch diesmal wieder anzubieten. MT-Foto (Archiv): Carsten Korfesmeyer © Korfesmeyer Carsten

Porta Westfalica. Ein bisschen Spaß muss sein – trotz Corona. Die städtische Jugendpflege bereitet sich auf ihre Ferienspiele vor. Die Kinder dürfen sich sogar wieder auf die „Schwimmoffensive“ freuen. Doch sowohl im Wasser als auch auf dem Trockenen ist diesmal einiges anders. Statt des gewohnten großen Miteinanders gibt es Gruppenbildung.

Vor Wochen standen die Spiele auf der Kippe, berichteten gestern Jugendamtsleiter Jens Kütenbrink und Olaf Böhne, der das Jugendpflege-Team führt. Doch eine komplette Absage wäre wegen der monatelangen Einschränkungen für die Familien bitter gewesen, und so feilte die Jugendpflege an einem Konzept, das überschaubare Gruppen vorsieht, die sich an den Ferienspielorten Realschule und Jugendhaus Lerbeck aus dem Weg gehen können.

„Wir bilden in der ersten Ferienwoche an der Realschule vier Gruppen mit jeweils neun Kindern und zwei Betreuern“, sagt Kütenbrink. Maßgeblich seien die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung vom 30, Mai. „Es kann natürlich sein, dass es weitere Lockerungen gibt, aber wir müssen erstmal eine Grundlage für die Planung haben“, sagt Böhne. Sollte sich im Laufe der nächsten Wochen die Lage weiter entspannen, werde man das Programm möglicherweise anpassen.

Zunächst einmal bleiben die Kinder während der Ferienwoche in ihrer jeweiligen Gruppe und durchlaufen gemeinsam das gesamte Programm. Das bedeutet dann zum Beispiel, dass die leidenschaftlichen Kicker nicht jeden Tag nur Fußball spielen, was früher möglich war, sondern nun auch mal basteln müssen. Für die Anmeldung durften die Kinder jeweils zwei Freunde benennen, die sie gerne in ihrer Gruppe hätten. „Wir versuchen das zu berücksichtigen“, sagt Böhne. Klar sei aber auch, dass die Kinder, die für die Frühbetreuung ab 7.30 Uhr angemeldet werden, eine eigene Gruppe bilden.

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation erhalten die Eltern Sonderkündigungsrechte. Einige hätten ihre Kinder bereits abgemeldet, sagt Kütenbrink. Manche Eltern hätten zwischenzeitlich wohl nicht mehr mit Ferienspielen gerechnet und deshalb anders geplant. So bleiben zum Beispiel in der ersten Woche von ursprünglich 50 gemeldeten Mädchen und Jungen noch 36 übrig.

Die ersten drei Ferienspielwochen der Jugendpflege gehen an der Realschule über die Bühne, die vierte im Jugendhaus („Jugi“) in Lerbeck. Dort sind drei Gruppen vorgesehen, zwei im „Jugi“, eine dritte im Gebäude nebenan; die Dorfgemeinschaft stellt dort ihren Raum zur Verfügung. Danach folgt die Schwimmoffensive im Porta Bad. Auch dort nehmen die Betreuer Gruppeneinteilungen vor, sodass einige vormittags, andere nachmittags ihre Bahnen ziehen. Die Animation am Beckenrand wird diesmal reduziert, Snacks müssen sich die Kinder selbst mitbringen. Doch das ist auch eher zweitrangig bei einer Aktion, in der das sichere Bewegen im Wasser im Vordergrund steht. Wie gehabt, erhalten die erfolgreichen Kinder am Ende der Woche ihre Schwimmabzeichen.

Zwei Veranstaltungen fallen Corona zum Opfer: das Zeltlager am Helenensee in Rinteln und die Fahrt zum Freizeitpark Ketteler Hof in Haltern am See. Der Hygiene-Aufwand im Zeltlager wäre zu hoch, meint Böhne. Außerdem sei man dort in Niedersachsen, wo andere Vorschriften gelten. Und eine zweieinhalbstündige Busfahrt zum Freizeitpark wäre für die Kinder bei gesperrter Bordtoilette eine Tortur. „Wir müssten dann zwischendurch einen Toilettenstopp machen, der vermutlich eine Stunde kostet“, sagt Böhne. Und am Ziel gebe es dann weitere Hygieneauflagen. Unterm Strich bliebe dabei der Spaß auf der Strecke.

Seit dem vorigen Jahr wird das Ferienspielangebot in Porta von der Volkshochschule Minden-Bad Oeynhausen erweitert. Auch die VHS, die am gestrigen Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, musste ihr Programm coronabedingt überarbeiten. Dazu zähle, dass neben Hausberge und Eisbergen mit der Grundschule Vennebeck ein weiterer Standort hinzukomme, um die Kinder besser verteilen zu können, sagt Jugendamtsleiter Kütenbrink mit.

Mit im Portaner Ferienboot sitzt auch der Evangelische Kirchenkreis Vlotho. Dort organisiert das Jugendreferat die Spiele unter geltenden Hygienebedingungen. Noch sind Plätze verfügbar; die Anmeldung ist auf www.juenger-vlotho.de möglich. Maximal acht Jugendliche können vom 8. bis 10. Juli mit dem Kanu auf der Weser von Eisbergen bis Vlotho paddeln. Insgesamt fünf Stunden dauert die Tour; ein Bronze-Schwimmabzeichen ist Bedingung. Einen Kletterparcours baut Jugendreferent Michael Kirchner gemeinsam mit Jugendlichen vom 20. bis 22. Juli am Fernsehturm. Der Erlebnispädagoge freut sich auf die Herausforderung: „Wir haben Seile, Helme, Gurte und Bäume. Die Jugendlichen brauchen nur Mut, Kreativität und etwas Fitness.“

Der Autor ist erreichbarunter Telefon (0571) 882 164oder Dirk.Haunhorst@MT.de

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