Zum Verständnis: Tina W. hält sich für die "Außenministerin" einer "Regierung Deutsches Reich", als selbst ernannte "Diplomatin" ist sie "für das deutsche Volk unterwegs". Polizisten sind aus ihrer Sicht "die Herren des privaten Sicherheitsdienstes der BRD/NGO", wobei NGO offensichtlich für Non-Governmental Organization steht, Nicht-Regierungs-Organisation.<br /><br />Weil die Bundesrepublik aus Sicht der 31-Jährigen nicht mehr als eine "BRD GmbH" zur Verwaltung eines Wirtschaftsraumes ist, hat Tina W. kurzerhand die "Selbstverwaltung Deutsches Reich" gegründet. All dies mag erklären, was Ende Oktober nahe McDonalds passiert sein soll.<br /><br />Wettrennen gegen Polizeistreife<br /><br />Nach einem Wettrennen gegen eine Polizeistreife, das auf der Bundesstraße 65 in Bückeburg begonnen hat, endet die waghalsige Fahrt vor einer Ampel auf der B 482. Zu dicht ist der Verkehr geworden. Ein paarmal setzt das Fluchtauto noch vor und zurück, dann wird es einem der Polizisten zu bunt. Er schlägt die Seitenscheibe ein, um die "Ministerin" aus dem Wagen zu zerren.<br /><br />Von diesem Ablauf geht zumindest die Bückeburger Staatsanwaltschaft aus. Nun ermittelt die Behörde unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, was vor Gericht enden könnte. Tina W. dagegen sieht sich als Opfer eines "Überfalls" und erstattete ihrerseits gegen einen der Beamten Anzeige wegen Körperverletzung.<br /><br />Über eine Fahrerlaubnis verfügt die Bückeburgerin schon seit September 2009 nicht mehr. Dafür kann sie mit dem "Amtsausweis" einer "Außenministerin" dienen, was Polizisten freilich nicht weiter beeindruckt.<br /><br />Erst kürzlich hat dies zu einem Prozess vor dem Bückeburger Amtsgericht geführt. Verhandelt werden sollte über den Einspruch der 31-Jährigen gegen einen Strafbefehl. Wer nicht kam, war Tina W., worauf Richter Armin Böhm den Einspruch verwarf.<br /><br />Techtelmechtel im Schloss?<br /><br />Nun bleibt es zunächst bei 585 Euro Geldstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Kennzeichenmissbrauchs. Im September war W. in eine Polizeikontrolle geraten, im selben Monat dann auch ihr Wagen unangenehm aufgefallen. An dem Kombi sind oder waren nämlich Fantasie-Kennzeichen angebracht, die an Nummernschilder von Diplomaten erinnern. Es gab eine Zeit, da rissen sich bestimmte Gazetten um die aparte junge Frau. In großer Aufmachung, garniert mit freizügigen Fotos, durfte Tina von einer Affäre mit Alexander zu Schaumburg-Lippe erzählen, heute Fürst auf Schloss Bückeburg. Der Nachweis, dass es eine solches Techtelmechtel jemals gegeben hat, wurde indes nie erbracht. Was blieb, war der Beiname "Burgfräulein".<br /><br />Strafrechtlich ist Tina W. früher bereits einige Male in Erscheinung getreten. Dann legte sie eine längere Pause ein.