Update: 500 Menschen protestieren gegen Bahn-Pläne Stefan Lyrath Porta Westfalica. Als der Aufstieg geschafft ist, stellt sich Thomas Rippke nach einem mehr als halbstündigen Fußmarsch weit oben auf die hoch gelegene Wiese am Ahmserort in Eisbergen, lässt den Blick in die Ferne schweifen und stellt fest: „Geiles Panorama." Nach einer kurzen Gedankenpause fügt der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn (Bigtab) hinzu: „Was Ihr hier seht, wäre ein Stück weit in Gefahr." Mit einem langen Protestzug durch Eisbergen haben am Samstag geschätzte 500 Menschen gegen Bahn-Pläne für eine ICE-Neubaustrecke Hannover-Bielefeld demonstriert. Die Teilnehmer fordern stattdessen den viergleisigen Ausbau der bestehenden Strecke Hannover-Minden. „Wir wollen, dass das untersucht wird", sagt Rippke. „Nehmt Einfluss auf Politiker und die Deutsche Bahn", ermuntert er die Demonstranten. Bisher spielt diese Variante in den Überlegungen der Bahn offenbar keine Rolle. Trassennaher Ausbau ist nicht Bestandteil einer kürzlich in Auftrag gegebenen Untersuchung von fünf möglichen Varianten (wir berichteten). Alle würden durch Porta Westfalica verlaufen. Am Ahmserort, unweit der Autobahn, hat die Bigtab vor der Demo ein beleuchtetes Protestkreuz aufgehängt, das gut sichtbar ist und Symbol des Widerstandes gegen diese Pläne sein soll. Portas Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach gibt sich kämpferisch. „Wir haben einen weiten Weg vor uns", sagte sie. „Das schaffen wir nur zusammen." Das Verfahren wird sich nach Einschätzung Gerlachs über Jahre hinziehen. In der Demo, zu der die Bigtab aufgerufen hat, sieht sie „ein deutliches Zeichen, was wir uns hier vorstellen, nämlich keine neue Strecke, sondern den Ausbau der alten Trasse". Am Zusammenhalt mangelt es zurzeit nicht: „Ich bin beeindruckt. Dies ist der Beweis, dass man auch unter Corona-Bedingungen eine hervorragende Veranstaltung machen kann", meint Thomas Rippke angesichts der Menschenschlange, die sich über Hunderte von Metern hinzieht. Im Januar soll der vorgezogene Bürger-Dialog beginnen. „Ich erwarte, dass dieses Forum auch wirklich offen ist", betont Marja-Liisa Völlers, Bundestagsabgeordnete für Nienburg und Schaumburg. Auf der geplanten Neubaustrecke Hannover-Bielefeld wären ICE mit bis zu 300 Stundenkilometern unterwegs. Bahn-Vorstand Ronald Pofalla verspricht sich davon „ein Schlüsselprojekt für mehr und schnellere Verbindungen zwischen Rhein und Spree". Durch den so genannten „Deutschlandtakt" soll es in Zukunft möglich sein, mit dem Zug in 31 Minuten von Hannover nach Bielefeld zu kommen, ein Zeitgewinn von 18 Minuten. Aus dem Schaumburger Land kommend, könnte mit einem nahezu geraden Streckenverlauf über Eisbergen, Lohfeld, Veltheim, Möllbergen und Vennebeck viel Zeit gespart werden. In einigen Orten hat die Bigtab jetzt Ansprechpartner benannt, die Fragen von Bürgern beantworten. In Eisbergen sind das Horst Wehage und Franz Kilzer. In Lohfeld: Stefan Kilzer und Anne Bösche. Veltheim: Frank Dröge. Möllbergen: Jörg und Kerstin Wehling. Costedt: Siegfried Linder. Hausberge: Holger Hansing. Zur Verfügung steht auch Bigtab-Vize Reinhard Fromme, Tel. (05 71) 405 14 14.

Update: 500 Menschen protestieren gegen Bahn-Pläne

Rund 500 Menschen haben Samstag in Eisbergen gegen die Bahn-Pläne für eine ICE-Neubaustrecke demonstriert. © Stefan Lyrath

Porta Westfalica. Als der Aufstieg geschafft ist, stellt sich Thomas Rippke nach einem mehr als halbstündigen Fußmarsch weit oben auf die hoch gelegene Wiese am Ahmserort in Eisbergen, lässt den Blick in die Ferne schweifen und stellt fest: „Geiles Panorama." Nach einer kurzen Gedankenpause fügt der Sprecher der Bürgerinitiative gegen den trassenfernen Ausbau der Bahn (Bigtab) hinzu: „Was Ihr hier seht, wäre ein Stück weit in Gefahr."

Mit einem langen Protestzug durch Eisbergen haben am Samstag geschätzte 500 Menschen gegen Bahn-Pläne für eine ICE-Neubaustrecke Hannover-Bielefeld demonstriert. Die Teilnehmer fordern stattdessen den viergleisigen Ausbau der bestehenden Strecke Hannover-Minden. „Wir wollen, dass das untersucht wird", sagt Rippke. „Nehmt Einfluss auf Politiker und die Deutsche Bahn", ermuntert er die Demonstranten. Bisher spielt diese Variante in den Überlegungen der Bahn offenbar keine Rolle. Trassennaher Ausbau ist nicht Bestandteil einer kürzlich in Auftrag gegebenen Untersuchung von fünf möglichen Varianten (wir berichteten). Alle würden durch Porta Westfalica verlaufen.

- © Stefan Lyrath
© Stefan Lyrath

Am Ahmserort, unweit der Autobahn, hat die Bigtab vor der Demo ein beleuchtetes Protestkreuz aufgehängt, das gut sichtbar ist und Symbol des Widerstandes gegen diese Pläne sein soll. Portas Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach gibt sich kämpferisch. „Wir haben einen weiten Weg vor uns", sagte sie. „Das schaffen wir nur zusammen."

Demo in Eisbergen - © Stefan Lyrath
Demo in Eisbergen - © Stefan Lyrath

Das Verfahren wird sich nach Einschätzung Gerlachs über Jahre hinziehen. In der Demo, zu der die Bigtab aufgerufen hat, sieht sie „ein deutliches Zeichen, was wir uns hier vorstellen, nämlich keine neue Strecke, sondern den Ausbau der alten Trasse".

Demo gegen die Bahnpläne - © Stefan Lyrath
Demo gegen die Bahnpläne - © Stefan Lyrath

Am Zusammenhalt mangelt es zurzeit nicht: „Ich bin beeindruckt. Dies ist der Beweis, dass man auch unter Corona-Bedingungen eine hervorragende Veranstaltung machen kann", meint Thomas Rippke angesichts der Menschenschlange, die sich über Hunderte von Metern hinzieht. Im Januar soll der vorgezogene Bürger-Dialog beginnen. „Ich erwarte, dass dieses Forum auch wirklich offen ist", betont Marja-Liisa Völlers, Bundestagsabgeordnete für Nienburg und Schaumburg.

Auf der geplanten Neubaustrecke Hannover-Bielefeld wären ICE mit bis zu 300 Stundenkilometern unterwegs. Bahn-Vorstand Ronald Pofalla verspricht sich davon „ein Schlüsselprojekt für mehr und schnellere Verbindungen zwischen Rhein und Spree". Durch den so genannten „Deutschlandtakt" soll es in Zukunft möglich sein, mit dem Zug in 31 Minuten von Hannover nach Bielefeld zu kommen, ein Zeitgewinn von 18 Minuten. Aus dem Schaumburger Land kommend, könnte mit einem nahezu geraden Streckenverlauf über Eisbergen, Lohfeld, Veltheim, Möllbergen und Vennebeck viel Zeit gespart werden.

In einigen Orten hat die Bigtab jetzt Ansprechpartner benannt, die Fragen von Bürgern beantworten. In Eisbergen sind das Horst Wehage und Franz Kilzer. In Lohfeld: Stefan Kilzer und Anne Bösche. Veltheim: Frank Dröge. Möllbergen: Jörg und Kerstin Wehling. Costedt: Siegfried Linder. Hausberge: Holger Hansing. Zur Verfügung steht auch Bigtab-Vize Reinhard Fromme, Tel. (05 71) 405 14 14.

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