400 Dosen Biontech: Hausberger Gemeindehaus wird Sonntag zum Impfzentrum Dirk Haunhorst Porta Westfalica. Nach einigen organisatorischen Problemen soll eine Portaner Impfstelle nun doch wie geplant an diesem Sonntag, 5. Dezember, öffnen. Von 10 bis 16 Uhr an gibt es im evangelischen Gemeindehaus in Hausberge, Kirchsiek 7, die Möglichkeit, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Zur Verfügung steht der Wirkstoff von Biontech. Der Kreis hat für diesen Termin 400 Impfdosen zugesagt, meldete die Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag. Pfarrerin Katharina Kenter-Töns stelle das Gemeindehaus Hausberge im Dezember zur Verfügung, heißt es weiter. Unklar ist noch, ob es dort an den kommenden Wochenenden weitere Impfangebote gibt, wie es zunächst geplant war. „Wir warten jetzt erst einmal den Sonntag ab", sagt Detlef Brand, Leiter des Sachgebietes Sicherheit und Ordnung, auf MT-Nachfrage. Bei entsprechendem Bedarf solle das Angebot möglichst auch an den kommenden Wochenenden aufrechterhalten werden. Entscheidend sei, dass sich dafür Ärzte zur Verfügung stellen. Das Team des Mindener Allgemeinmediziners Arndt Middelschulte wird an diesem Sonntag die Impfungen vornehmen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht möglich. Die Stadtverwaltung hatte bereits vergangenen Freitag mitgeteilt, dass sich die Vorbeitungen fürs Impfangebot auf „der Zielgeraden" befänden. Tatsächlich mussten die Organisatoren zunächst einen schwierigen Kurvenlauf absolvieren, wie die nächsten Tage zeigten. Dies hing vor allem damit zusammen, dass zunächst kein niedergelassener Arzt zur Verfügung stand. Der von der Stadt ankündigte Impfarzt Esteban Roman Garcia, der zuvor am Testzentrum in Barkhausen tätig war, brachte als angestellter Mediziner nicht die nötigen Voraussetzungen mit. So fehlten ihm wichtige „Schnittstellen", etwa zum Robert-Koch-Institut, wie Garcia dem MT am Dienstag mitteilte. Gleichwohl war er da noch zuversichtlich, im Kontakt mit niedergelassenen Kollegen den formellen Anforderungen rechtzeitig nachkommen zu können. Weniger zuversichtlich waren offenbar einige Mitarbeitende in der Verwaltung. Sie nahmen die Pressemitteilung, in der weiter vom Impfstart am 5. Dezember die Rede war, am Dienstagnachmittag von der Homepage der Stadt. Hintergrund: Im Rathaus häuften sich die Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Impftermine interessierten. Dazu konnten die Verwaltungsmitarbeiter wegen noch zu klärender Fragen keine Angaben machen. Das MT erhielt am Nachmittag einen Hinweis aus dem Rathaus, wonach es mit dem Impfstart an diesem Sonntag wahrscheinlich nichts werde. Am frühen Dienstagabend hingegen äußerte sich Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach in der Ratssitzung zuversichtlich, dass das Impfangebot zeitnah bereitstehe. Sie sprach zwar „von bürokratischen Erfordernissen" – Hinweise auf größere Probleme, einen geeigneten Mediziner zu finden, gab es aber nicht. Auf Nachfrage des MT, warum denn kurz zuvor die Pressemitteilung mit dem Impfstart von der Homepage der Stadt verschwunden war, zeigte sich die Bürgermeisterin überrascht und suchte auf ihrem Smartphone scrollend vergeblich nach der Mitteilung, die anscheinend ohne ihr Wissen gelöscht worden war. Am Mittwoch stand die Nachricht dann wieder mit dem Impfstartdatum 5. Dezember auf der städtischen Internetseite, offensichtlich auf Anweisung von Gerlach. Die organisatorischen Voraussetzungen für den Start am 2. Adventssonntag waren auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig geschaffen. Man arbeite aber dran, hieß es aus dem Rathaus. Impfarzt Garcia war an diesem Tag trotz mehrmaliger Versuche auf seinem Handy fürs MT nicht erreichbar. Anscheinend gab zu diesem Zeitpunkt längst Anstrengungen, einen anderen Arzt zu finden, der die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Die Rahmenbedingungen Zu beachten sind die bekannten Schutz- und Hygienemaßnahmen. Es besteht Maskenpflicht und der notwendige Abstand ist einzuhalten. Desinfektionsmittel stehen bereit. Personen ab zwölf Jahren, die keine Symptome aufweisen, können eine Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung erhalten. Minderjährige können nur in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person geimpft werden. Verimpft werden 400 Impfdosen mit dem Impfstoff Biontech. Eine vorherige Anmeldung/Terminvergabe ist nicht möglich. Für eine Booster-Impfung muss die Zweitimpfung mindestens 5 Monate zurückliegen. Mitzubringen sind der Impfausweis, die Versichertenkarte und der Personalausweis oder Reisepass. Eine Einverständniserklärung und ein Anamnesebogen sind möglichst ausgefüllt und unterschrieben mitzubringen. Diese sind zum Download auf der Internetseite der Stadt Porta Westfalica eingestellt. Vor Ort werden gedruckte Formulare bereitgehalten. Parkmöglichkeiten sind am Bürgerhaus, Am Park 1, sowie am WEZ, Hauptstraße, vorhanden. Eingeschränktes Kompliment  Ein Kommentar von Dirk Haunhorst Ende gut, (fast) alles gut. Die Stadtverwaltung hat im Verbund mit Impfteam und Kirchengemeinde das vor einer Woche angekündigte Impfangebot tatsächlich auf die Beine gestellt. Das ist die wichtigste Nachricht. Allerdings hat es in den vergangenen Tagen überflüssige Irritationen gegeben – verursacht durch eine voreilige Ankündigung der Stadt. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach den Ehrgeiz hatte, vorschnell Tatsachen zu schaffen. Noch bevor ein politischer Antrag auf Einrichtung eines Impfzentrums in Porta behandelt wurde, kam aus dem Rathaus die frohe Botschaft, man sei schon weiter, und kündigte ein Impfangebot für den 5. Dezember an – ohne nähere Angaben zum Ablauf oder Zeitraum. Zugleich wurde suggeriert, dass an diesem Termin nicht mehr zu rütteln ist. Dabei stand der in den vergangenen Tagen gehörig auf der Kippe. Das belegt das Hin und Her mit der städtischen Pressemitteilung, die voreilig veröffentlicht wurde, dann von der Internetseite verschwand, um am nächsten Tag – gleichsam trotzig – wieder zu erscheinen. Dieses Durcheinander lässt auch Rückschlüsse aufs Binnenklima im Rathaus zu. Das Ziel der Bürgermeisterin, vom 5. Dezember an den Menschen ein zusätzliches Impfangebot zu machen, wird offenbar erreicht. Kompliment! Dieses fiele noch größer aus, wenn sich nicht der Eindruck aufdrängte, dass es neben der guten Sache auch um persönliche Profilierung geht.

400 Dosen Biontech: Hausberger Gemeindehaus wird Sonntag zum Impfzentrum

Große Räume stehen zum Impfen und Ausruhen zur Verfügung. Davon hat sich Detlef Brand vom städtischen Ordnungsamt überzeugt. Links Pfarrerin Katharina Kenter-Töns, die die Räume angeboten hat. MT-Foto: Haunhorst

Porta Westfalica. Nach einigen organisatorischen Problemen soll eine Portaner Impfstelle nun doch wie geplant an diesem Sonntag, 5. Dezember, öffnen. Von 10 bis 16 Uhr an gibt es im evangelischen Gemeindehaus in Hausberge, Kirchsiek 7, die Möglichkeit, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Zur Verfügung steht der Wirkstoff von Biontech. Der Kreis hat für diesen Termin 400 Impfdosen zugesagt, meldete die Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag.

Pfarrerin Katharina Kenter-Töns stelle das Gemeindehaus Hausberge im Dezember zur Verfügung, heißt es weiter. Unklar ist noch, ob es dort an den kommenden Wochenenden weitere Impfangebote gibt, wie es zunächst geplant war. „Wir warten jetzt erst einmal den Sonntag ab", sagt Detlef Brand, Leiter des Sachgebietes Sicherheit und Ordnung, auf MT-Nachfrage. Bei entsprechendem Bedarf solle das Angebot möglichst auch an den kommenden Wochenenden aufrechterhalten werden. Entscheidend sei, dass sich dafür Ärzte zur Verfügung stellen. Das Team des Mindener Allgemeinmediziners Arndt Middelschulte wird an diesem Sonntag die Impfungen vornehmen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht möglich.

Die Stadtverwaltung hatte bereits vergangenen Freitag mitgeteilt, dass sich die Vorbeitungen fürs Impfangebot auf „der Zielgeraden" befänden. Tatsächlich mussten die Organisatoren zunächst einen schwierigen Kurvenlauf absolvieren, wie die nächsten Tage zeigten. Dies hing vor allem damit zusammen, dass zunächst kein niedergelassener Arzt zur Verfügung stand. Der von der Stadt ankündigte Impfarzt Esteban Roman Garcia, der zuvor am Testzentrum in Barkhausen tätig war, brachte als angestellter Mediziner nicht die nötigen Voraussetzungen mit. So fehlten ihm wichtige „Schnittstellen", etwa zum Robert-Koch-Institut, wie Garcia dem MT am Dienstag mitteilte. Gleichwohl war er da noch zuversichtlich, im Kontakt mit niedergelassenen Kollegen den formellen Anforderungen rechtzeitig nachkommen zu können.

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Patrick Schwemmling

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Weniger zuversichtlich waren offenbar einige Mitarbeitende in der Verwaltung. Sie nahmen die Pressemitteilung, in der weiter vom Impfstart am 5. Dezember die Rede war, am Dienstagnachmittag von der Homepage der Stadt. Hintergrund: Im Rathaus häuften sich die Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Impftermine interessierten. Dazu konnten die Verwaltungsmitarbeiter wegen noch zu klärender Fragen keine Angaben machen. Das MT erhielt am Nachmittag einen Hinweis aus dem Rathaus, wonach es mit dem Impfstart an diesem Sonntag wahrscheinlich nichts werde.

Hier wird am Sonntag, 5. Dezember, geimpft: das evangelische Gemeindehaus, Kirchsiek 7 in Hausberge. 

Foto: Haunhorst - © HAunhorst
Hier wird am Sonntag, 5. Dezember, geimpft: das evangelische Gemeindehaus, Kirchsiek 7 in Hausberge.
Foto: Haunhorst - © HAunhorst

Am frühen Dienstagabend hingegen äußerte sich Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach in der Ratssitzung zuversichtlich, dass das Impfangebot zeitnah bereitstehe. Sie sprach zwar „von bürokratischen Erfordernissen" – Hinweise auf größere Probleme, einen geeigneten Mediziner zu finden, gab es aber nicht. Auf Nachfrage des MT, warum denn kurz zuvor die Pressemitteilung mit dem Impfstart von der Homepage der Stadt verschwunden war, zeigte sich die Bürgermeisterin überrascht und suchte auf ihrem Smartphone scrollend vergeblich nach der Mitteilung, die anscheinend ohne ihr Wissen gelöscht worden war.

Am Mittwoch stand die Nachricht dann wieder mit dem Impfstartdatum 5. Dezember auf der städtischen Internetseite, offensichtlich auf Anweisung von Gerlach. Die organisatorischen Voraussetzungen für den Start am 2. Adventssonntag waren auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig geschaffen. Man arbeite aber dran, hieß es aus dem Rathaus. Impfarzt Garcia war an diesem Tag trotz mehrmaliger Versuche auf seinem Handy fürs MT nicht erreichbar. Anscheinend gab zu diesem Zeitpunkt längst Anstrengungen, einen anderen Arzt zu finden, der die nötigen Voraussetzungen erfüllt.

Die Rahmenbedingungen

Zu beachten sind die bekannten Schutz- und Hygienemaßnahmen. Es besteht Maskenpflicht und der notwendige Abstand ist einzuhalten. Desinfektionsmittel stehen bereit.

Personen ab zwölf Jahren, die keine Symptome aufweisen, können eine Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung erhalten. Minderjährige können nur in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person geimpft werden. Verimpft werden 400 Impfdosen mit dem Impfstoff Biontech. Eine vorherige Anmeldung/Terminvergabe ist nicht möglich. Für eine Booster-Impfung muss die Zweitimpfung mindestens 5 Monate zurückliegen. Mitzubringen sind der Impfausweis, die Versichertenkarte und der Personalausweis oder Reisepass.

Eine Einverständniserklärung und ein Anamnesebogen sind möglichst ausgefüllt und unterschrieben mitzubringen. Diese sind zum Download auf der Internetseite der Stadt Porta Westfalica eingestellt. Vor Ort werden gedruckte Formulare bereitgehalten.

Parkmöglichkeiten sind am Bürgerhaus, Am Park 1, sowie am WEZ, Hauptstraße, vorhanden.

Eingeschränktes Kompliment 

Ein Kommentar von Dirk Haunhorst

Ende gut, (fast) alles gut. Die Stadtverwaltung hat im Verbund mit Impfteam und Kirchengemeinde das vor einer Woche angekündigte Impfangebot tatsächlich auf die Beine gestellt. Das ist die wichtigste Nachricht. Allerdings hat es in den vergangenen Tagen überflüssige Irritationen gegeben – verursacht durch eine voreilige Ankündigung der Stadt. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass Bürgermeisterin Dr. Sonja Gerlach den Ehrgeiz hatte, vorschnell Tatsachen zu schaffen.

Noch bevor ein politischer Antrag auf Einrichtung eines Impfzentrums in Porta behandelt wurde, kam aus dem Rathaus die frohe Botschaft, man sei schon weiter, und kündigte ein Impfangebot für den 5. Dezember an – ohne nähere Angaben zum Ablauf oder Zeitraum. Zugleich wurde suggeriert, dass an diesem Termin nicht mehr zu rütteln ist. Dabei stand der in den vergangenen Tagen gehörig auf der Kippe. Das belegt das Hin und Her mit der städtischen Pressemitteilung, die voreilig veröffentlicht wurde, dann von der Internetseite verschwand, um am nächsten Tag – gleichsam trotzig – wieder zu erscheinen. Dieses Durcheinander lässt auch Rückschlüsse aufs Binnenklima im Rathaus zu.

Das Ziel der Bürgermeisterin, vom 5. Dezember an den Menschen ein zusätzliches Impfangebot zu machen, wird offenbar erreicht. Kompliment! Dieses fiele noch größer aus, wenn sich nicht der Eindruck aufdrängte, dass es neben der guten Sache auch um persönliche Profilierung geht.

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