Die Portaner FDP will sparen, sparen, sparen Stefan Lyrath Porta Westfalica (Ly). Gern lädt die FDP zu ihren Veranstaltungen auch Bürger und Bürgerinnen ein. Ein Parteibuch ist nicht nötig. Der jüngste Ortsparteitag ist schon fast beendet, als einer dieser Besucher („Ich suche eine neue politische Heimat“) unter dem letzten Punkt „Verschiedenes“ die Mutter aller Fragen stellt: „Welche Ideen hat die FDP, um Kosten zu sparen?“Martin Bierwirth, Stadtverbandsvorsitzender der Portaner Liberalen, und Fraktionschefin Cornelia Müller-Dieker nehmen die Steilvorlage volley.Bierwirth fällt sofort sein erklärtes „Lieblingsthema“ ein, die künftige Außensportanlage an der Gesamtschule in Lerbeck, geplant für rund 780 000 Euro. „Für das Geld hätte man die Schüler jahrelang mit dem Taxi nach Nammen fahren lassen können“, meint er. Die Nammer Sportanlage sei in einem akzeptablen Zustand und hätte für vergleichsweise wenig Geld instand gesetzt werden können.Anderes Thema: Über Jahre habe es geheißen, dass eine Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bückeburg nicht möglich sei. „Plötzlich sind andere Leute am Werk - und es geht“, stellt Cornelia Müller-Dieker fest. Apropos Stadtverwaltung: „Seit sechs oder sieben Jahren fordern wir ein Personalkonzept ein“, so die Fraktionschefin. Die Führungsebene sei bereits „wirklich gut ausgedünnt“ worden.„Nur gehalten und nicht gepflegt“ werden aus FDP-Sicht Teile der Infrastruktur. „Bestes Beispiel ist der Anbau der Grundschule Barkhausen“, kritisiert Müller-Dieker. Bei Kostenkalkulationen für Schulen will sie künftig „ganz genau hingucken“.Kosten verursachen auch die Ortsgremien. „Wir werden im Rat einen Antrag einbringen, die Bezirksausschüsse abzuschaffen“, kündigt die Fraktionsvorsitzende an. Dahinter steht auch die CDU. „Ich gehe von Einsparungen zwischen 50 000 und 100 000 Euro aus“, rechnet Müller-Dieker vor. Der Rat tagt heute ab 17 Uhr im Rathaus.Abschaffen wollen die Liberalen überdies den Posten des dritten stellvertretenden Bürgermeisters, der in Porta seit Mitte 2014 ehrenamtlich von Dr. Sylvia Arnold besetzt wird. Bei der Ernennung hieß es, dass zusätzliche Kosten von 4750 Euro pro Jahr entstünden. Stellvertreter des hauptamtlichen Bürgermeisters bekommen eine Aufwandsentschädigung, die teilweise unterschiedlich hoch ausfällt.„Wir haben den Antrag gestellt, den Rat zu verkleinern“, erinnert Cornelia Müller-Dieker, verbunden mit der Frage: „Warum kann man nicht auch die Ausschüsse verkleinern?“ Dies sieht der Antrag von FDP und CDU ebenfalls vor - um jeweils einen Sitz. Einsparpotenzial: 1000 Euro. Sparen lässt sich auch an anderen Stellen. „Die Stadt hat ein Saug- und Spülfahrzeug gekauft“, berichtet Martin Bierwirth. „Da hätte es auch eine Investition mit anderen Kommunen zusammen getan“, meint er. Vorbild beim Sparen ist Daniel Zimmermann von der Jugendpartei PETO. Als Bürgermeister hat Zimmermann die Stadt Monheim am Rhein (Regierungsbezirk Düsseldorf), die 2010 noch unter Finanzaufsicht stand, innerhalb von wenigen Jahren schuldenfrei gemacht hat. Heute zählt Monheim zu den reichsten Kommunen des Landes. „Den Bürgermeister laden wir mal ein“, beschließt Cornelia Müller-Dieker.

Die Portaner FDP will sparen, sparen, sparen

Wiederwahl: Martin Bierwirth (r.) mit Stellvertreterin Marita Scholle-Branahl, den Vorständen Rolf Tebbe, Susanne Engelking und Wilhelm Pottkamp sowie Fraktionschefin Cornelia Müller-Dieker. © Foto: Stefan Lyrath

Porta Westfalica (Ly). Gern lädt die FDP zu ihren Veranstaltungen auch Bürger und Bürgerinnen ein. Ein Parteibuch ist nicht nötig. Der jüngste Ortsparteitag ist schon fast beendet, als einer dieser Besucher („Ich suche eine neue politische Heimat“) unter dem letzten Punkt „Verschiedenes“ die Mutter aller Fragen stellt: „Welche Ideen hat die FDP, um Kosten zu sparen?“

Martin Bierwirth, Stadtverbandsvorsitzender der Portaner Liberalen, und Fraktionschefin Cornelia Müller-Dieker nehmen die Steilvorlage volley.

Bierwirth fällt sofort sein erklärtes „Lieblingsthema“ ein, die künftige Außensportanlage an der Gesamtschule in Lerbeck, geplant für rund 780 000 Euro. „Für das Geld hätte man die Schüler jahrelang mit dem Taxi nach Nammen fahren lassen können“, meint er. Die Nammer Sportanlage sei in einem akzeptablen Zustand und hätte für vergleichsweise wenig Geld instand gesetzt werden können.

Anderes Thema: Über Jahre habe es geheißen, dass eine Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bückeburg nicht möglich sei. „Plötzlich sind andere Leute am Werk - und es geht“, stellt Cornelia Müller-Dieker fest. Apropos Stadtverwaltung: „Seit sechs oder sieben Jahren fordern wir ein Personalkonzept ein“, so die Fraktionschefin. Die Führungsebene sei bereits „wirklich gut ausgedünnt“ worden.

„Nur gehalten und nicht gepflegt“ werden aus FDP-Sicht Teile der Infrastruktur. „Bestes Beispiel ist der Anbau der Grundschule Barkhausen“, kritisiert Müller-Dieker. Bei Kostenkalkulationen für Schulen will sie künftig „ganz genau hingucken“.

Kosten verursachen auch die Ortsgremien. „Wir werden im Rat einen Antrag einbringen, die Bezirksausschüsse abzuschaffen“, kündigt die Fraktionsvorsitzende an. Dahinter steht auch die CDU. „Ich gehe von Einsparungen zwischen 50 000 und 100 000 Euro aus“, rechnet Müller-Dieker vor. Der Rat tagt heute ab 17 Uhr im Rathaus.

Abschaffen wollen die Liberalen überdies den Posten des dritten stellvertretenden Bürgermeisters, der in Porta seit Mitte 2014 ehrenamtlich von Dr. Sylvia Arnold besetzt wird. Bei der Ernennung hieß es, dass zusätzliche Kosten von 4750 Euro pro Jahr entstünden. Stellvertreter des hauptamtlichen Bürgermeisters bekommen eine Aufwandsentschädigung, die teilweise unterschiedlich hoch ausfällt.

„Wir haben den Antrag gestellt, den Rat zu verkleinern“, erinnert Cornelia Müller-Dieker, verbunden mit der Frage: „Warum kann man nicht auch die Ausschüsse verkleinern?“ Dies sieht der Antrag von FDP und CDU ebenfalls vor - um jeweils einen Sitz. Einsparpotenzial: 1000 Euro. Sparen lässt sich auch an anderen Stellen. „Die Stadt hat ein Saug- und Spülfahrzeug gekauft“, berichtet Martin Bierwirth. „Da hätte es auch eine Investition mit anderen Kommunen zusammen getan“, meint er. Vorbild beim Sparen ist Daniel Zimmermann von der Jugendpartei PETO. Als Bürgermeister hat Zimmermann die Stadt Monheim am Rhein (Regierungsbezirk Düsseldorf), die 2010 noch unter Finanzaufsicht stand, innerhalb von wenigen Jahren schuldenfrei gemacht hat. Heute zählt Monheim zu den reichsten Kommunen des Landes. „Den Bürgermeister laden wir mal ein“, beschließt Cornelia Müller-Dieker.

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