Zwischen Scherben und Schlachtfeldern: Auf Spurensuche mit einem Sondengänger Vasco Stemmer Petershagen. Drei Männer in neonfarbener Arbeitskleidung bewegen sich vorsichtig über einen Acker auf einer Hügelkuppe in Döhren. Vor ihnen steht ein kleines Wäldchen, hinter ihnen zieht sich die Ackerfläche bis an die Bundesstraße. Es ist ein typischer Novembertag – trübe, feucht und etwas nebelig. Nur die bunten Jacken stechen aus dem tristen Grau heraus. Mit gesenktem Blick suchen die Männer den Boden ab. Einer von ihnen verwendet dafür ein spezielles Gerät. Es sieht aus wie eine Gehhilfe, an die am Griff ein Display und an der Unterseite ein Lenkrad montiert wurde. Langsam schwingt er es über dem Boden hin und her, zwischendurch ertönt ein surrendes Geräusch. Dann bleibt das Trio stehen und untersucht die Stelle genauer. Der Mann mit dem eigenartigen Werkzeug ist der 33-jährige Grabungstechniker Daniel Bake von der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke (GeFBdML). Er ist mit seinen Vereinskollegen Willi Köster und Bernd Wingender, der auch Ortsheimatpfleger in Petershagen ist, unterwegs. Bakes Gerät ist eine Sonde, mit der er Metall im Boden aufspüren kann. Wenn das markante Geräusch, das an einen Geigerzähler erinnert, ertönt, stoppt Bake und führt die Sonde noch einmal langsamer über die verdächtige Stelle. Ist das Geräusch weiterhin zu hören, liegt etwas im Boden verborgen. „Das Gerät erkennt Metall bis etwa 20 Zentimeter Tiefe“, erklärt Bake. Ein paar Tage zuvor hatten Bake und Köster ein altes Urnengrab, sechs sogenannte Brandschüttungsgräber und eine Feuersteinklinge auf dem Feld entdeckt. Jetzt sollen Spuren gesichert und der Herkunft der Grabstätten auf den Grund gegangen werden. Dass er mit der Metallsonde etwas findet, das zu den Urnengräbern gehört, glaubt der Grabungstechniker zwar nicht, doch er will auf Nummer sicher gehen: „Einen Versuch ist es jedenfalls wert.“ Später wird außerdem ein Geologe die Beschaffenheit des Bodens überprüfen. Nach einer Weile teilt sich das Trio auf. Während Bake weiter mit der Metallsonde über das Feld geht, suchen Köster und Wingender das etwa 400 Quadratmeter große Ackerstück ohne technische Hilfsmittel ab und finden dabei einige Keramikscherben. Von der Metallsonde ist allerdings nur selten etwas zu hören. „Das ist doch echt total langweilig“, sagt Bake und lacht. Doch ehe er sich wirklich beschweren kann, schlägt das Gerät wieder an. Mit einem Spaten beginnt er zu graben. „Bei einer professionellen Ausgrabung würde ich etwas behutsamer vorgehen und eine Grabungskelle benutzen“, erklärt er. Doch auch mit der nicht ganz professionellen Ausrüstung wird er fündig und fördert ein kleines, graues Etwas zutage: „Das ist eine Bleikugel aus einer Steinschlosspistole.“ Wahrscheinlich wurde das Projektil vor 200 bis 300 Jahren abgefeuert. Das ist aber kein besonderer Fund. „Sowas liegt in Deutschland auf fast auf jedem Acker.“ Auch etwas größere Kugeln, die mit Musketen abgeschossen wurden, werden häufig gefunden. Der archäologische Wert ist eher gering. Nur in der Nähe von historischen Schlachtfeldern können solche Artefakte Aussagekraft haben und den Archäologen zum Beispiel etwas über die Schlachtpläne oder den Hergang der Gefechte verraten. Als die Sonde das nächste Mal anschlägt, findet Bake einen Kabelschuh und später auch einige Eisenteile. Als das Feld abgesucht ist, kommt langsam die Mittagssonne hervor. Etwas relevantes gefunden hat Bake allerdings nicht – zumindest nicht mit der Metallsonde. Um eine Erkenntnis sind Bake und seine Mitstreiter aber trotzdem reicher. „Ich gehe jetzt davon aus, dass die Gräber tatsächlich von dieser Stelle stammen“, erklärt er. Besonders in diesem Punkt herrschte zuvor noch Unsicherheit. Direkt nachdem Bake und Köster die Grabstelle entdeckt hatten, schalteten sie den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein, um den Fund zu melden. Die LWL-Archäologen gehen davon aus, dass in der jüngeren Vergangenheit Bodenmaterial auf den Acker aufgeschüttet und die Urne so auf das Feld getragen wurde. Ortsheimatpfleger Bernd Wingender bestätigt die Aufschüttung von Material. Er hatte sich im Vorfeld erkundigt und herausgefunden, dass der Boden beim Bau einer Schleuse in den Vierzigerjahren aus der Weser abgegraben wurde. Der hinzugezogene Geologe konnte diese These nur teilweise bestätigen. An der Fundstelle selbst findet sich nur der natürlich vorkommende sandige Boden, der sich in Aussehen und Beschaffenheit deutlich von dem aufgeschütteten Erdreich unterscheidet. Dieses findet sich nur an anderen Stellen des Feldes. Das sei ein deutliches Indiz dafür, dass die gefundene Urne entgegen der Einschätzung des LWL vor Ort beigesetzt wurde. Weitere Bestattungen seien unter der Fundstelle nicht gefunden worden, sagt der Leiter der LWL-Außenstelle Bielefeld Dr. Sven Spiong. „Das liegt entweder daran, dass die Gräber an dieser Stelle bereits weggepflügt wurden oder daran, dass Material aufgeschüttet wurde“, erklärt er auf MT-Anfrage. Da im weiteren Umfeld bereits in der Vergangenheit mehrere Urnen entdeckt worden sind, sei es nicht unwahrscheinlich, dass von dort Oberboden aufgetragen wurde. Eine Notwendigkeit die Angelegenheit weiter zu untersuchen und ein geologisches Profil des Fundortes zu erstellen, sieht er nicht. Das hat mehrere Gründe: „Nach wie vor handelt es sich bei der Ackerfläche um ein vermutetes Bodendenkmal. Wenn man ein Geoprofil anlegen möchte, so geht man unter die Unterkante des Ackerbodens und würde somit in das vermutete Bodendenkmal eingreifen.“ Da der LWL die Bodendenkmäler erhalten wolle, wird ohne Not in der Regel nicht ausgegraben. Deshalb sei der Landschaftsverband fast ausschließlich dort tätig, wo ein Bodendenkmal durch ein Neubauprojekt beschädigt oder beseitigt werden soll – und von diesen Fällen, gäbe es im Kreis schon einige. Nur in Ausnahmefällen würden Bodendenkmale erforscht. Dies geschieht in der Regel in Kooperationen mit verschiedenen Universitäten. Daniel Bake benutzt die Metallsonde aus archäologischem Interesse. Doch viele andere, da ist er sich sicher, durchsuchen die ostwestfälischen Äcker zum reinen Zeitvertreib – mit einem Hauch von Schatzsuche und Abenteuer. Das ist nicht ganz ungefährlich und in den meisten Fällen illegal. Ohne Genehmigung dürfen keine Artefakte aus dem Boden geborgen und auch legal entdeckte Gegenstände müssen dem LWL gemeldet werden. Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg haben es mitunter in sich: Blindgänger, Granaten und Munition können explodieren und auch das Kriegswaffenkontrollgesetz greift in manchen Fällen, sagt Bake und ergänzt:. „Wer nur eine Patrone aus dem Zweiten Weltkrieg einsammelt, nimmt eine Kriegswaffe mit. Selbst wenn es sich nur um eine leere Hülse handelt.“ Das kann neben der Gefahr für Leib und Leben auch zu juristischem Ärger führen. Der Grabungstechniker geht davon aus, dass sich in Ostwestfalen-Lippe regelmäßig viele Menschen mit Metallsonden auf Schatzsuche begeben. „Davon haben aber nur die allerwenigsten eine Lizenz“, erklärt Bake. Immer wieder melden sich Landwirte bei der GeFBdML, weil Sondengänger auf ihren Ackern unterwegs seien. Bake hält nichts von einer Schatzsuche als Freizeitspaß: „Eigentlich sollte nicht jeder einfach so ein Metallsuchgerät benutzen dürfen.“ Er fürchtet, dass archäologisch wertvolle Stücke durch die Schatzsucher für immer verloren gehen. Zudem kommt es immer wieder zu unsachgemäßen Umgang mit gefährlichen Funden. „Ich habe schon von Leuten gehört, die Phosphorbomben in einem Ofen trocknen wollten“, erklärt Bake. Besonders in Russland soll es immer wieder tödliche Zwischenfälle bei Schatzsuchen geben. „Das liegt vor allem daran, dass dort noch deutlich mehr gefährliches Material aus dem Krieg liegt“, erklärt Bake. Während in Nordrhein-Westfalen jeder ganz ohne Vorkenntnisse eine Genehmigung über den LWL bekommen kann, ist das Verfahren in Niedersachsen komplizierter. Dort muss für die Genehmigung zumindest ein Kurs absolviert werden – in Theorie und Praxis. Dabei wird auch erklärt, wie mit gefährlichen Funden umzugehen ist. Daniel Bake hält das für die bessere Lösung, auch wenn er die theoretische Unterweisung als deutlich wichtiger einschätzt, als den Praxisteil. Schließlich sei der Umgang mit dem Suchgerät nicht schwierig.

Zwischen Scherben und Schlachtfeldern: Auf Spurensuche mit einem Sondengänger

Daniel Bake von der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke und Ortsheimatpfleger Bernd Wingender suchen das Feld nach den Spuren von Urnengräbern ab. Fotos: Vasco Stemmer © vast

Petershagen. Drei Männer in neonfarbener Arbeitskleidung bewegen sich vorsichtig über einen Acker auf einer Hügelkuppe in Döhren. Vor ihnen steht ein kleines Wäldchen, hinter ihnen zieht sich die Ackerfläche bis an die Bundesstraße. Es ist ein typischer Novembertag – trübe, feucht und etwas nebelig. Nur die bunten Jacken stechen aus dem tristen Grau heraus. Mit gesenktem Blick suchen die Männer den Boden ab. Einer von ihnen verwendet dafür ein spezielles Gerät. Es sieht aus wie eine Gehhilfe, an die am Griff ein Display und an der Unterseite ein Lenkrad montiert wurde. Langsam schwingt er es über dem Boden hin und her, zwischendurch ertönt ein surrendes Geräusch. Dann bleibt das Trio stehen und untersucht die Stelle genauer.

Der Mann mit dem eigenartigen Werkzeug ist der 33-jährige Grabungstechniker Daniel Bake von der Gesellschaft zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke (GeFBdML). Er ist mit seinen Vereinskollegen Willi Köster und Bernd Wingender, der auch Ortsheimatpfleger in Petershagen ist, unterwegs. Bakes Gerät ist eine Sonde, mit der er Metall im Boden aufspüren kann. Wenn das markante Geräusch, das an einen Geigerzähler erinnert, ertönt, stoppt Bake und führt die Sonde noch einmal langsamer über die verdächtige Stelle. Ist das Geräusch weiterhin zu hören, liegt etwas im Boden verborgen. „Das Gerät erkennt Metall bis etwa 20 Zentimeter Tiefe“, erklärt Bake.

Eine Metallsonde kaufen darf jeder. Um Funde aus dem Boden zu holen bedarf es aber einer Genehmigung. - © vast
Eine Metallsonde kaufen darf jeder. Um Funde aus dem Boden zu holen bedarf es aber einer Genehmigung. - © vast

Ein paar Tage zuvor hatten Bake und Köster ein altes Urnengrab, sechs sogenannte Brandschüttungsgräber und eine Feuersteinklinge auf dem Feld entdeckt. Jetzt sollen Spuren gesichert und der Herkunft der Grabstätten auf den Grund gegangen werden. Dass er mit der Metallsonde etwas findet, das zu den Urnengräbern gehört, glaubt der Grabungstechniker zwar nicht, doch er will auf Nummer sicher gehen: „Einen Versuch ist es jedenfalls wert.“ Später wird außerdem ein Geologe die Beschaffenheit des Bodens überprüfen.

Nur wenige Fundstücke sind interessant. Häufiger findet sich Abfall – wie dieser Kabelschuh. - © vast
Nur wenige Fundstücke sind interessant. Häufiger findet sich Abfall – wie dieser Kabelschuh. - © vast

Nach einer Weile teilt sich das Trio auf. Während Bake weiter mit der Metallsonde über das Feld geht, suchen Köster und Wingender das etwa 400 Quadratmeter große Ackerstück ohne technische Hilfsmittel ab und finden dabei einige Keramikscherben. Von der Metallsonde ist allerdings nur selten etwas zu hören. „Das ist doch echt total langweilig“, sagt Bake und lacht. Doch ehe er sich wirklich beschweren kann, schlägt das Gerät wieder an.

Dieses Projektil wurde wahrscheinlich aus einer Steinschlosspistole abgefeuert. - © vast
Dieses Projektil wurde wahrscheinlich aus einer Steinschlosspistole abgefeuert. - © vast

Mit einem Spaten beginnt er zu graben. „Bei einer professionellen Ausgrabung würde ich etwas behutsamer vorgehen und eine Grabungskelle benutzen“, erklärt er. Doch auch mit der nicht ganz professionellen Ausrüstung wird er fündig und fördert ein kleines, graues Etwas zutage: „Das ist eine Bleikugel aus einer Steinschlosspistole.“ Wahrscheinlich wurde das Projektil vor 200 bis 300 Jahren abgefeuert. Das ist aber kein besonderer Fund. „Sowas liegt in Deutschland auf fast auf jedem Acker.“ Auch etwas größere Kugeln, die mit Musketen abgeschossen wurden, werden häufig gefunden. Der archäologische Wert ist eher gering. Nur in der Nähe von historischen Schlachtfeldern können solche Artefakte Aussagekraft haben und den Archäologen zum Beispiel etwas über die Schlachtpläne oder den Hergang der Gefechte verraten.

Als die Sonde das nächste Mal anschlägt, findet Bake einen Kabelschuh und später auch einige Eisenteile. Als das Feld abgesucht ist, kommt langsam die Mittagssonne hervor. Etwas relevantes gefunden hat Bake allerdings nicht – zumindest nicht mit der Metallsonde. Um eine Erkenntnis sind Bake und seine Mitstreiter aber trotzdem reicher. „Ich gehe jetzt davon aus, dass die Gräber tatsächlich von dieser Stelle stammen“, erklärt er. Besonders in diesem Punkt herrschte zuvor noch Unsicherheit.

Direkt nachdem Bake und Köster die Grabstelle entdeckt hatten, schalteten sie den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein, um den Fund zu melden. Die LWL-Archäologen gehen davon aus, dass in der jüngeren Vergangenheit Bodenmaterial auf den Acker aufgeschüttet und die Urne so auf das Feld getragen wurde. Ortsheimatpfleger Bernd Wingender bestätigt die Aufschüttung von Material. Er hatte sich im Vorfeld erkundigt und herausgefunden, dass der Boden beim Bau einer Schleuse in den Vierzigerjahren aus der Weser abgegraben wurde.

Der hinzugezogene Geologe konnte diese These nur teilweise bestätigen. An der Fundstelle selbst findet sich nur der natürlich vorkommende sandige Boden, der sich in Aussehen und Beschaffenheit deutlich von dem aufgeschütteten Erdreich unterscheidet. Dieses findet sich nur an anderen Stellen des Feldes. Das sei ein deutliches Indiz dafür, dass die gefundene Urne entgegen der Einschätzung des LWL vor Ort beigesetzt wurde.

Weitere Bestattungen seien unter der Fundstelle nicht gefunden worden, sagt der Leiter der LWL-Außenstelle Bielefeld Dr. Sven Spiong. „Das liegt entweder daran, dass die Gräber an dieser Stelle bereits weggepflügt wurden oder daran, dass Material aufgeschüttet wurde“, erklärt er auf MT-Anfrage. Da im weiteren Umfeld bereits in der Vergangenheit mehrere Urnen entdeckt worden sind, sei es nicht unwahrscheinlich, dass von dort Oberboden aufgetragen wurde. Eine Notwendigkeit die Angelegenheit weiter zu untersuchen und ein geologisches Profil des Fundortes zu erstellen, sieht er nicht. Das hat mehrere Gründe: „Nach wie vor handelt es sich bei der Ackerfläche um ein vermutetes Bodendenkmal. Wenn man ein Geoprofil anlegen möchte, so geht man unter die Unterkante des Ackerbodens und würde somit in das vermutete Bodendenkmal eingreifen.“ Da der LWL die Bodendenkmäler erhalten wolle, wird ohne Not in der Regel nicht ausgegraben. Deshalb sei der Landschaftsverband fast ausschließlich dort tätig, wo ein Bodendenkmal durch ein Neubauprojekt beschädigt oder beseitigt werden soll – und von diesen Fällen, gäbe es im Kreis schon einige. Nur in Ausnahmefällen würden Bodendenkmale erforscht. Dies geschieht in der Regel in Kooperationen mit verschiedenen Universitäten.

Daniel Bake benutzt die Metallsonde aus archäologischem Interesse. Doch viele andere, da ist er sich sicher, durchsuchen die ostwestfälischen Äcker zum reinen Zeitvertreib – mit einem Hauch von Schatzsuche und Abenteuer. Das ist nicht ganz ungefährlich und in den meisten Fällen illegal. Ohne Genehmigung dürfen keine Artefakte aus dem Boden geborgen und auch legal entdeckte Gegenstände müssen dem LWL gemeldet werden. Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg haben es mitunter in sich: Blindgänger, Granaten und Munition können explodieren und auch das Kriegswaffenkontrollgesetz greift in manchen Fällen, sagt Bake und ergänzt:. „Wer nur eine Patrone aus dem Zweiten Weltkrieg einsammelt, nimmt eine Kriegswaffe mit. Selbst wenn es sich nur um eine leere Hülse handelt.“ Das kann neben der Gefahr für Leib und Leben auch zu juristischem Ärger führen.

Der Grabungstechniker geht davon aus, dass sich in Ostwestfalen-Lippe regelmäßig viele Menschen mit Metallsonden auf Schatzsuche begeben. „Davon haben aber nur die allerwenigsten eine Lizenz“, erklärt Bake. Immer wieder melden sich Landwirte bei der GeFBdML, weil Sondengänger auf ihren Ackern unterwegs seien. Bake hält nichts von einer Schatzsuche als Freizeitspaß: „Eigentlich sollte nicht jeder einfach so ein Metallsuchgerät benutzen dürfen.“ Er fürchtet, dass archäologisch wertvolle Stücke durch die Schatzsucher für immer verloren gehen. Zudem kommt es immer wieder zu unsachgemäßen Umgang mit gefährlichen Funden. „Ich habe schon von Leuten gehört, die Phosphorbomben in einem Ofen trocknen wollten“, erklärt Bake. Besonders in Russland soll es immer wieder tödliche Zwischenfälle bei Schatzsuchen geben. „Das liegt vor allem daran, dass dort noch deutlich mehr gefährliches Material aus dem Krieg liegt“, erklärt Bake.

Während in Nordrhein-Westfalen jeder ganz ohne Vorkenntnisse eine Genehmigung über den LWL bekommen kann, ist das Verfahren in Niedersachsen komplizierter. Dort muss für die Genehmigung zumindest ein Kurs absolviert werden – in Theorie und Praxis. Dabei wird auch erklärt, wie mit gefährlichen Funden umzugehen ist. Daniel Bake hält das für die bessere Lösung, auch wenn er die theoretische Unterweisung als deutlich wichtiger einschätzt, als den Praxisteil. Schließlich sei der Umgang mit dem Suchgerät nicht schwierig.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen