Zweiter Versuch: Heimsen, Seelenfeld und Döhren wollen Deutschen Mühlentag eröffnen Ulrich Westermann Petershagen-Heimsen/Döhren/Seelenfeld. Da war nichts zu machen: Die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentages sollte am 1. Juni 2020 (Pfingstmontag) an der Wallholländer-Mühle in Heimsen stattfinden. Die weiteren Pläne sahen vor, mit der Königsmühle in Seelenfeld und der Wassermühle in Döhren zwei benachbarte Bauwerke und deren Umfeld in den Ablauf einzubinden. Die Corona-Pandemie machte das bundesweite Programm im Norden der Stadt Petershagen zunichte. Die offizielle Absage erfolgte am 17. März 2020. Nun hoffen die heimischen Mühlenfreunde auf das Jahr 2021, denn das umfangreiche Programm im Regionalverband Minden-Lübbecke ist um ein Jahr verschoben worden. Die Entscheidung des geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat zur Folge, dass in Heimsen, Döhren und Seelenfeld ein neuer Anlauf für Pfingstmontag, 24. Mai, genommen wird. „Voraussetzung war, dass die Pläne in Mecklenburg-Vorpommern, den Deutschen Mühlentag auszurichten, um ein Jahr zurückgestellt worden sind. Sollte uns Corona 2021 aber wieder einen Strich durch die Rechnung machen, müssen wir auf die Gastgeberrolle in den folgenden Jahren verzichten, denn 2023 steht bei uns mit dem 150-jährigen Bestehen der Mühle und der Gründung der Mühlengruppe vor 25 Jahren ein doppeltes Jubiläum an. Wir würden uns freuen, wenn wir dann zusätzlich den Kreismühlentag eröffnen könnten“, betont der Sprecher der Interessengemeinschaft Mühlengruppe Heimsen, Jochen Plenge. Der Ablauf für das Programm am 24. Mai, das sich stark an den Planungen für 2020 orientiert, steht bereits fest. Die Schirmherrschaft wird NRW-Ministerpräsident Armin Laschet übernehmen. Los geht es um 10 Uhr mit einem Freiluftgottesdienst an der Windmühle in Heimsen. Besucherparkplätze bietet eine benachbarte Wiese. Die Eröffnungsrede hält der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, Erhard Jahn. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Posaunenchor Heimsen-Ilvese unter der Leitung von Kai Plenge. Das weitere Festprogramm ist von 12 bis 17 Uhr vorgesehen. In Heimsen sind unter anderem Mühlenbesichtigungen, Mahlvorführungen, Reepeschlagen, eine Märchenstunde und eine Rodeo-Ente für die Kinder, ein Vortrag über Wilhelm Busch, Darbietungen eines Zauberkünstlers, Country-Musik mit „Texas 45“ und geselliges Zusammensein in der Cafeteria geplant. Dazu kommt „Leckeres aus dem Backofen“. Eingebunden in den Veranstaltungsablauf sind neben der Mühle auch die benachbarte Mühlenscheune und das Freigelände im Umfeld der beiden Gebäude. Ein Blickfang ist das Storchen-Pfahlnest, das 1996 in unmittelbarer Nähe aufgestellt worden ist. Auch ein Parallelprogramm mit dem Heringsfängermuseum Heimsen, dem örtlichen Segelverein und Führungen in der Heimser Kirche soll stattfinden, ebenso gegen 17 Uhr ein Tagesfeuerwerk in der Nähe der Windmühle. Zwischen den Industrie- und Kulturdenkmälern in Heimsen, Döhren und Seelenfeld soll ein kostenloser Pendelverkehr mit zwei Oldtimer-Bussen stattfinden. Jedes dieser beiden Fahrzeuge bietet Platz für 25 Personen. Auch in Seelenfeld und Döhren ist ein Programm mit Musik, Mühlenführungen, Cafeteria, Mahl- und Sägevorführungen geplant. Verantwortlich für den Ablauf sind die örtlichen Mühlengruppen mit Friedrich Dralle (Seelenfeld) sowie Ernst Baue und Burkhard Ehlerding (Döhren). „Wir hoffen, dass sich die Corona-Situation in den kommenden Wochen und Monaten so weit entspannt, dass wir unser Programm durchführen können“, bekräftigt Jochen Plenge. Mit etwas Wehmut erinnert er sich an den 1. Juni 2020, als der Deutsche Mühlentag ausfallen musste: „Das Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen war hervorragend. Die Flügel unserer Mühle hätten sich gedreht“. Bereits in den vergangenen Jahren sind in der Heimser Mühle und auf dem Außengelände zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt worden. Zur Erfolgsgeschichte trugen Markt- und Informationstage bei. Die Mühlenscheune bot die Bühne für Musik- und Kabarettveranstaltungen. Der Interessengemeinschaft gehören 60 Personen aus Heimsen, Döhren. Wasserstraße und weiteren Ortschaften an. Seit 23 Jahren übt Jochen Plenge das Amt des IG-Sprechers aus. Die Windmühle ist im Jahr 1873 als Wall-Holländer errichtet und komplett verputzt worden. Die Geburtsstunde der Königsmühle in Seelenfeld geht auf das Jahr 1731 zurück. Eine Steintafel erinnert an den berühmten Bauherrn. Es war der preußische König Friedrich Wilhelm I. Vom „Mühlensterben“ nach dem Zweiten Weltkrieg war auch das Seelenfelder Bauwerk betroffen. Der Einstellung des Mahlbetriebes im Jahr 1957 folgten die Anerkennung als Denkmal, die Rettung der Innenausstattung und umfangreiche Sanierungsarbeiten. Jahr für Jahr stehen vier Mühlentage auf dem Programm. Die Döhrener Wassermühle in „Plaggen Holz“, benannt nach der Müllerfamilie Plagge, ist 1964 stillgelegt und danach als Stall und Wagenremise genutzt worden. Mit dem Inkrafttreten des Mühlenerhaltungsprogramms im Kreis Minden-Lübbecke endete der Dornröschenschlaf. Eine wichtige Rolle bei den Sanierungsmaßnahmen spielte die Kulturgemeinschaft Döhren. Anfang der 80er Jahre wurden die ersten Pläne geschmiedet. Nach 6.000 Arbeitsstunden konnte im August 1989 die Wiedereröffnung gefeiert werden. An den verschiedenen Sanierungsmaßnahmen waren neben der Müllerfamilie auch zahlreiche Vereinsmitglieder des Weserdorfes und die Restaurierungsgruppe des Kreis-Mühlenvereins beteiligt.

Zweiter Versuch: Heimsen, Seelenfeld und Döhren wollen Deutschen Mühlentag eröffnen

Ein wertvolles Gebäudeensemble bilden die Windmühle Heimsen und die Mühlenscheune. Hier soll der bundesweite Tag starten. Fotos (3): Ulrich Westermann © Ulrich Westermann

Petershagen-Heimsen/Döhren/Seelenfeld. Da war nichts zu machen: Die zentrale Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Mühlentages sollte am 1. Juni 2020 (Pfingstmontag) an der Wallholländer-Mühle in Heimsen stattfinden. Die weiteren Pläne sahen vor, mit der Königsmühle in Seelenfeld und der Wassermühle in Döhren zwei benachbarte Bauwerke und deren Umfeld in den Ablauf einzubinden. Die Corona-Pandemie machte das bundesweite Programm im Norden der Stadt Petershagen zunichte. Die offizielle Absage erfolgte am 17. März 2020. Nun hoffen die heimischen Mühlenfreunde auf das Jahr 2021, denn das umfangreiche Programm im Regionalverband Minden-Lübbecke ist um ein Jahr verschoben worden.

Die Entscheidung des geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat zur Folge, dass in Heimsen, Döhren und Seelenfeld ein neuer Anlauf für Pfingstmontag, 24. Mai, genommen wird. „Voraussetzung war, dass die Pläne in Mecklenburg-Vorpommern, den Deutschen Mühlentag auszurichten, um ein Jahr zurückgestellt worden sind. Sollte uns Corona 2021 aber wieder einen Strich durch die Rechnung machen, müssen wir auf die Gastgeberrolle in den folgenden Jahren verzichten, denn 2023 steht bei uns mit dem 150-jährigen Bestehen der Mühle und der Gründung der Mühlengruppe vor 25 Jahren ein doppeltes Jubiläum an. Wir würden uns freuen, wenn wir dann zusätzlich den Kreismühlentag eröffnen könnten“, betont der Sprecher der Interessengemeinschaft Mühlengruppe Heimsen, Jochen Plenge.

Die Wassermühle in Döhren hat in „Plaggen Holz“ ihren Platz. - © ulrich westermann
Die Wassermühle in Döhren hat in „Plaggen Holz“ ihren Platz. - © ulrich westermann

Der Ablauf für das Programm am 24. Mai, das sich stark an den Planungen für 2020 orientiert, steht bereits fest. Die Schirmherrschaft wird NRW-Ministerpräsident Armin Laschet übernehmen. Los geht es um 10 Uhr mit einem Freiluftgottesdienst an der Windmühle in Heimsen. Besucherparkplätze bietet eine benachbarte Wiese. Die Eröffnungsrede hält der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, Erhard Jahn. Die musikalische Gestaltung übernimmt der Posaunenchor Heimsen-Ilvese unter der Leitung von Kai Plenge. Das weitere Festprogramm ist von 12 bis 17 Uhr vorgesehen. In Heimsen sind unter anderem Mühlenbesichtigungen, Mahlvorführungen, Reepeschlagen, eine Märchenstunde und eine Rodeo-Ente für die Kinder, ein Vortrag über Wilhelm Busch, Darbietungen eines Zauberkünstlers, Country-Musik mit „Texas 45“ und geselliges Zusammensein in der Cafeteria geplant. Dazu kommt „Leckeres aus dem Backofen“.

Eingebunden in den Veranstaltungsablauf sind neben der Mühle auch die benachbarte Mühlenscheune und das Freigelände im Umfeld der beiden Gebäude. Ein Blickfang ist das Storchen-Pfahlnest, das 1996 in unmittelbarer Nähe aufgestellt worden ist. Auch ein Parallelprogramm mit dem Heringsfängermuseum Heimsen, dem örtlichen Segelverein und Führungen in der Heimser Kirche soll stattfinden, ebenso gegen 17 Uhr ein Tagesfeuerwerk in der Nähe der Windmühle.

Zwischen den Industrie- und Kulturdenkmälern in Heimsen, Döhren und Seelenfeld soll ein kostenloser Pendelverkehr mit zwei Oldtimer-Bussen stattfinden. Jedes dieser beiden Fahrzeuge bietet Platz für 25 Personen.

Auch in Seelenfeld und Döhren ist ein Programm mit Musik, Mühlenführungen, Cafeteria, Mahl- und Sägevorführungen geplant. Verantwortlich für den Ablauf sind die örtlichen Mühlengruppen mit Friedrich Dralle (Seelenfeld) sowie Ernst Baue und Burkhard Ehlerding (Döhren). „Wir hoffen, dass sich die Corona-Situation in den kommenden Wochen und Monaten so weit entspannt, dass wir unser Programm durchführen können“, bekräftigt Jochen Plenge.

Mit etwas Wehmut erinnert er sich an den 1. Juni 2020, als der Deutsche Mühlentag ausfallen musste: „Das Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen war hervorragend. Die Flügel unserer Mühle hätten sich gedreht“.

Bereits in den vergangenen Jahren sind in der Heimser Mühle und auf dem Außengelände zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt worden. Zur Erfolgsgeschichte trugen Markt- und Informationstage bei. Die Mühlenscheune bot die Bühne für Musik- und Kabarettveranstaltungen. Der Interessengemeinschaft gehören 60 Personen aus Heimsen, Döhren. Wasserstraße und weiteren Ortschaften an. Seit 23 Jahren übt Jochen Plenge das Amt des IG-Sprechers aus. Die Windmühle ist im Jahr 1873 als Wall-Holländer errichtet und komplett verputzt worden.

Die Geburtsstunde der Königsmühle in Seelenfeld geht auf das Jahr 1731 zurück. Eine Steintafel erinnert an den berühmten Bauherrn. Es war der preußische König Friedrich Wilhelm I. Vom „Mühlensterben“ nach dem Zweiten Weltkrieg war auch das Seelenfelder Bauwerk betroffen. Der Einstellung des Mahlbetriebes im Jahr 1957 folgten die Anerkennung als Denkmal, die Rettung der Innenausstattung und umfangreiche Sanierungsarbeiten. Jahr für Jahr stehen vier Mühlentage auf dem Programm.

Die Döhrener Wassermühle in „Plaggen Holz“, benannt nach der Müllerfamilie Plagge, ist 1964 stillgelegt und danach als Stall und Wagenremise genutzt worden. Mit dem Inkrafttreten des Mühlenerhaltungsprogramms im Kreis Minden-Lübbecke endete der Dornröschenschlaf. Eine wichtige Rolle bei den Sanierungsmaßnahmen spielte die Kulturgemeinschaft Döhren. Anfang der 80er Jahre wurden die ersten Pläne geschmiedet. Nach 6.000 Arbeitsstunden konnte im August 1989 die Wiedereröffnung gefeiert werden. An den verschiedenen Sanierungsmaßnahmen waren neben der Müllerfamilie auch zahlreiche Vereinsmitglieder des Weserdorfes und die Restaurierungsgruppe des Kreis-Mühlenvereins beteiligt.

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