Zeit der großen Bögen: Gesperrte Bahnübergänge und Brücken sorgen für Verwunderung Petershagen. Die zeitgleiche Vollsperrung von vier Bahnübergängen in Petershagen sorgt für Verwunderung. „Als Landwirt muss ich mit dem Schlepper Umwege in Kauf nehmen“, sagt Heiner Müller, der eigentlich gar nicht auf viel befahrene Straßen ausweichen will – aber es dieser Tage muss. Auch in Döhren ist gerade mehr los als sonst. Ortsbürgermeister Martin Sölter (SPD) macht es deutlich: „Wir müssen große Bögen fahren.“ Die Wirtschaftswege würden außerdem stärker belastet als sonst. Die laufenden Gleisarbeiten seien, so wörtlich, „sehr bedauerlich, sind aber scheinbar nicht anders regelbar.“ Dass in Döhren auch das ehemalige Bahnhofsgelände für die Zwischenlagerung von Schotter genutzt wird, wird nach Martin Sölters Worten mit Sorge betrachtet, nicht zuletzt, da Gleisschotter seit den Lahder Ereignissen um die Recycling-Anlage ein Reizwort ist. Beschwerden habe es auch wegen der Lärmbelästigung gegeben. „Die Arbeiter haben die Genehmigung, auch nachts zu arbeiten“, weiß der Ortsbürgermeister – damit sie schneller fertig werden. Sölter hält es für ausgesprochen unglücklich, dass zeitgleich die Arbeit an den Gleisen und die Sanierung der Brücke an der Seelenfelder Straße stattfindet. Deren Vollsperrung ist laut Kreis nach „unvorhersehbaren Schäden im Brückenaufbau und der anhaltend schlechten Witterung“ noch bis zum 20. November verlängert, ursprünglich war vom Abschluss „Mitte Oktober“ die Rede. Die Bahnübergänge sollen noch bis zum 23. November gesperrt sein, heißt es von der Stadt. Betroffen sind seit Ende voriger Woche die Übergänge an der Ilser Straße in Windheim (kurz vor der Abzweigung zur Bundesstraße), weiter An der Schleuse/Wulfhagen, am Gelhäuser/Auf dem Brame und eben auf dem Bickbeeren in Döhren. Die zeitgleiche Sperrung sei hier notwendig, da in diesem Bereich Gleisarbeiten durchgeführt werden, hieß es auf MT-Anfrage von einem Bahnsprecher. An der Sicherungstechnik der einzelnen Übergänge werde nicht gearbeitet – sollte dies der Fall sein, hätte man die Sperrung von zeitgleich vier Bahnübergängen wohl vermeiden können. Der Kreis hatte sich schon vorab zum Thema geäußert und einen weiteren Zusammenhang ins Spiel gebracht: die Brückensperrung in Ilvese bis zum 4. Dezember. Pressesprecherin Mirjana Lenz: „Da der Zeitraum der Gleissanierung auch für die Sanierung der Bahnbrücke der Ilveser Straße in Ilvese genutzt werden soll, muss der Schwerlastverkehr ohnehin weiträumig über die B 482 umgeleitet werden. Somit kann die Verkehrslenkung parallel für beide Baumaßnahmen – Seelenfelder Straße und Ilveser Straße – genutzt werden.“ Was die Ilveser Straße betrifft, hatte die Bahn allerdings eine klare Meinung: „Bei der Brücke handelt es sich um eine Straßenbrücke, mit der wir als DB Netz AG nichts zu tun haben.“ Hier sei der Kreis zuständig. Landwirt Heiner Müller, auch Ratsmitglied der FDP und deren Stadtverbandsvorsitzender, und Martin Sölter hätten sich eine bessere Informationspolitik gewünscht und haben vor allem die Bahn im Blick. Aus der Stadtverwaltung kam gegenüber dem MT das Signal, dass die Informationen, wenn sie denn zeitnah vorliegen, rechtzeitig an die Öffentlichkeit gelangen. So richtig glücklich scheint man mit den Kommunikationswegen der Bahn aber auch hier nicht zu sein. Wie die organisiert werden, ist Thema einer MT-Anfrage. Eine Antwort steht noch aus.. Landwirte und andere Verkehrsteilnehmer hoffen auf das Ende des Spuks.

Zeit der großen Bögen: Gesperrte Bahnübergänge und Brücken sorgen für Verwunderung

Die Seelenfelder Straße in Döhren musste wegen weiterer Brückenschäden und „schlechter Witterung“ länger gesperrt werden als zunächst geplant. MT-Fotos: Oliver Plöger © Oliver Plöger

Petershagen. Die zeitgleiche Vollsperrung von vier Bahnübergängen in Petershagen sorgt für Verwunderung. „Als Landwirt muss ich mit dem Schlepper Umwege in Kauf nehmen“, sagt Heiner Müller, der eigentlich gar nicht auf viel befahrene Straßen ausweichen will – aber es dieser Tage muss. Auch in Döhren ist gerade mehr los als sonst. Ortsbürgermeister Martin Sölter (SPD) macht es deutlich: „Wir müssen große Bögen fahren.“ Die Wirtschaftswege würden außerdem stärker belastet als sonst. Die laufenden Gleisarbeiten seien, so wörtlich, „sehr bedauerlich, sind aber scheinbar nicht anders regelbar.“

Dass in Döhren auch das ehemalige Bahnhofsgelände für die Zwischenlagerung von Schotter genutzt wird, wird nach Martin Sölters Worten mit Sorge betrachtet, nicht zuletzt, da Gleisschotter seit den Lahder Ereignissen um die Recycling-Anlage ein Reizwort ist. Beschwerden habe es auch wegen der Lärmbelästigung gegeben. „Die Arbeiter haben die Genehmigung, auch nachts zu arbeiten“, weiß der Ortsbürgermeister – damit sie schneller fertig werden. Sölter hält es für ausgesprochen unglücklich, dass zeitgleich die Arbeit an den Gleisen und die Sanierung der Brücke an der Seelenfelder Straße stattfindet. Deren Vollsperrung ist laut Kreis nach „unvorhersehbaren Schäden im Brückenaufbau und der anhaltend schlechten Witterung“ noch bis zum 20. November verlängert, ursprünglich war vom Abschluss „Mitte Oktober“ die Rede. Die Bahnübergänge sollen noch bis zum 23. November gesperrt sein, heißt es von der Stadt.

Arbeiten am Gleisbett finden auch hier in Windheim statt. Dazu werden vier Bahnübergänge gesperrt. - © Oliver Plöger
Arbeiten am Gleisbett finden auch hier in Windheim statt. Dazu werden vier Bahnübergänge gesperrt. - © Oliver Plöger

Betroffen sind seit Ende voriger Woche die Übergänge an der Ilser Straße in Windheim (kurz vor der Abzweigung zur Bundesstraße), weiter An der Schleuse/Wulfhagen, am Gelhäuser/Auf dem Brame und eben auf dem Bickbeeren in Döhren. Die zeitgleiche Sperrung sei hier notwendig, da in diesem Bereich Gleisarbeiten durchgeführt werden, hieß es auf MT-Anfrage von einem Bahnsprecher. An der Sicherungstechnik der einzelnen Übergänge werde nicht gearbeitet – sollte dies der Fall sein, hätte man die Sperrung von zeitgleich vier Bahnübergängen wohl vermeiden können.

Der Kreis hatte sich schon vorab zum Thema geäußert und einen weiteren Zusammenhang ins Spiel gebracht: die Brückensperrung in Ilvese bis zum 4. Dezember. Pressesprecherin Mirjana Lenz: „Da der Zeitraum der Gleissanierung auch für die Sanierung der Bahnbrücke der Ilveser Straße in Ilvese genutzt werden soll, muss der Schwerlastverkehr ohnehin weiträumig über die B 482 umgeleitet werden. Somit kann die Verkehrslenkung parallel für beide Baumaßnahmen – Seelenfelder Straße und Ilveser Straße – genutzt werden.“ Was die Ilveser Straße betrifft, hatte die Bahn allerdings eine klare Meinung: „Bei der Brücke handelt es sich um eine Straßenbrücke, mit der wir als DB Netz AG nichts zu tun haben.“ Hier sei der Kreis zuständig.

Landwirt Heiner Müller, auch Ratsmitglied der FDP und deren Stadtverbandsvorsitzender, und Martin Sölter hätten sich eine bessere Informationspolitik gewünscht und haben vor allem die Bahn im Blick. Aus der Stadtverwaltung kam gegenüber dem MT das Signal, dass die Informationen, wenn sie denn zeitnah vorliegen, rechtzeitig an die Öffentlichkeit gelangen. So richtig glücklich scheint man mit den Kommunikationswegen der Bahn aber auch hier nicht zu sein. Wie die organisiert werden, ist Thema einer MT-Anfrage. Eine Antwort steht noch aus.. Landwirte und andere Verkehrsteilnehmer hoffen auf das Ende des Spuks.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen