Warten auf frische Triebe: Schneiteln in Petershagen Ulrich Westermann Petershagen (Wes). Kein Kahlschlag, sondern Pflegeschnitt: Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben 15 hoch gewachsene Weidenbäume an der Nordseite des Alten Kirchweges geschneitelt. Die Aktion dauerte zwei Tage. Während der Arbeiten war der Alte Kirchweg, der zwischen der Bremer Straße und der Teichmühlenstraße überwiegend in Höhe der Ösper verläuft, teilweise gesperrt. Die Äste einiger Bäume wurden bis auf eine Stammhöhe von nahezu vier Metern entfernt. Schon bald würden sich frische Triebe bilden, hieß es vom Bauhof. Bei Kopfbäumen, deren Äste nicht regelmäßig gestutzt werden, bestehe die Gefahr, dass die häufig hohlen Baumstämme bei starkem Winddruck der Hebelwirkung des weit ausladenden Astwerkes nicht mehr standhalten können und umstürzen. Nach dem Rückschnitt würden im Stammholz Faulstellen entstehen, die sich im Laufe der Jahre zu Rückzugsgebieten für die Tierwelt entwickeln. Diese Aushöhlungen würden als Lebens-, Wohn-, Brut- und Nahrungsraum genutzt. Bekannt seien auch Pflanzenarten, die sich im Nährboden des Stammholzes entwickeln, darunter Feldrosen, Farne, Sträucher und hin und wieder auch ein „Baum auf dem Baum“.In früheren Jahren hatten an der Ostseite der Petershäger Fischerstadt an der Weserpromenade („Brink“) drei Reihen Kopfweiden ihren Platz. Diese Bäume waren in den Wintermonaten ein Schutz vor dem Treibeis, das in den Wintermonaten häufig über die Weser rauschte.Ein weiterer Arbeitseinsatz führte die Bauhofmitarbeiter an die alte Petershäger Fährstelle. In der Nähe des ehemaligen Anlegeplatzes an der Weser wurde auf der Nordseite des Weges ein Pflegeschnitt an den Weiden vorgenommen. Die Äste dieser Bäume wurden bis auf eine Stammhöhe von zwei Metern entfernt. Die Weiden auf der Südseite des Weges im Bereich des alten Personenbootes „Schorse“ haben ihr Astwerk erst einmal behalten. Um nicht den Eindruck eines „Kahlschlages“ zu erwecken, werden diese „Kopfäste“ erst dann entfernt, nachdem die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite nachgewachsen sind. Weiden und weitere Kopfbäume wie Pappeln, Eschen, Hain- und Rotbuchen gehören zum Landschaftsbild der Stadt Petershagen. Der ehemalige Petershäger Landwirt Wilhelm Schäkel weist darauf hin, dass allein im Flurbereich der Altstadt Petershagen um die 200 Kopfweiden existierten. Diese Bäume seien häufig das Ergebnis der Schneitelwirtschaft. An den groß angelegten Aktionen in früheren Jahren hätten sich neben dem Amt Petershagen auch die Freiwillige Feuerwehr, der landwirtschaftliche Ortsverein und die Jagdgenossenschaft beteiligt. „Dabei ging es um den Rückschnitt der Äste, die den Einwohnern als Brauch- und Nutzholz zur Verfügung gestellt wurden. In zahlreichen Dörfern wurden die Weidengerten auch für Flechtarbeiten genutzt. Das Ergebnis waren Kiepen und Körbe. Die etwas dickeren Äste sind eingelagert und bei Bedarf als Stiele für Forken, Harken, Hacken und Besen genutzt worden“, erinnert sich Wilhelm Schäkel.

Warten auf frische Triebe: Schneiteln in Petershagen

Nach der Schneitelaktion in der Nähe der alten Petershäger Fährstelle ragen die Weiden ohne Astwerk aus der Erde. Foto: Westermann © Ulrich Westermann

Petershagen (Wes). Kein Kahlschlag, sondern Pflegeschnitt: Mitarbeiter des städtischen Bauhofes haben 15 hoch gewachsene Weidenbäume an der Nordseite des Alten Kirchweges geschneitelt. Die Aktion dauerte zwei Tage. Während der Arbeiten war der Alte Kirchweg, der zwischen der Bremer Straße und der Teichmühlenstraße überwiegend in Höhe der Ösper verläuft, teilweise gesperrt.

Die Äste einiger Bäume wurden bis auf eine Stammhöhe von nahezu vier Metern entfernt. Schon bald würden sich frische Triebe bilden, hieß es vom Bauhof. Bei Kopfbäumen, deren Äste nicht regelmäßig gestutzt werden, bestehe die Gefahr, dass die häufig hohlen Baumstämme bei starkem Winddruck der Hebelwirkung des weit ausladenden Astwerkes nicht mehr standhalten können und umstürzen. Nach dem Rückschnitt würden im Stammholz Faulstellen entstehen, die sich im Laufe der Jahre zu Rückzugsgebieten für die Tierwelt entwickeln. Diese Aushöhlungen würden als Lebens-, Wohn-, Brut- und Nahrungsraum genutzt. Bekannt seien auch Pflanzenarten, die sich im Nährboden des Stammholzes entwickeln, darunter Feldrosen, Farne, Sträucher und hin und wieder auch ein „Baum auf dem Baum“.

In früheren Jahren hatten an der Ostseite der Petershäger Fischerstadt an der Weserpromenade („Brink“) drei Reihen Kopfweiden ihren Platz. Diese Bäume waren in den Wintermonaten ein Schutz vor dem Treibeis, das in den Wintermonaten häufig über die Weser rauschte.

Ein weiterer Arbeitseinsatz führte die Bauhofmitarbeiter an die alte Petershäger Fährstelle. In der Nähe des ehemaligen Anlegeplatzes an der Weser wurde auf der Nordseite des Weges ein Pflegeschnitt an den Weiden vorgenommen. Die Äste dieser Bäume wurden bis auf eine Stammhöhe von zwei Metern entfernt. Die Weiden auf der Südseite des Weges im Bereich des alten Personenbootes „Schorse“ haben ihr Astwerk erst einmal behalten. Um nicht den Eindruck eines „Kahlschlages“ zu erwecken, werden diese „Kopfäste“ erst dann entfernt, nachdem die Bäume auf der gegenüberliegenden Seite nachgewachsen sind. Weiden und weitere Kopfbäume wie Pappeln, Eschen, Hain- und Rotbuchen gehören zum Landschaftsbild der Stadt Petershagen.

Der ehemalige Petershäger Landwirt Wilhelm Schäkel weist darauf hin, dass allein im Flurbereich der Altstadt Petershagen um die 200 Kopfweiden existierten. Diese Bäume seien häufig das Ergebnis der Schneitelwirtschaft. An den groß angelegten Aktionen in früheren Jahren hätten sich neben dem Amt Petershagen auch die Freiwillige Feuerwehr, der landwirtschaftliche Ortsverein und die Jagdgenossenschaft beteiligt. „Dabei ging es um den Rückschnitt der Äste, die den Einwohnern als Brauch- und Nutzholz zur Verfügung gestellt wurden. In zahlreichen Dörfern wurden die Weidengerten auch für Flechtarbeiten genutzt. Das Ergebnis waren Kiepen und Körbe. Die etwas dickeren Äste sind eingelagert und bei Bedarf als Stiele für Forken, Harken, Hacken und Besen genutzt worden“, erinnert sich Wilhelm Schäkel.

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