Wackelkandidaten - Stadt Petershagen erarbeitet Konzept für Brückensanierungen Claudia Hyna Petershagen. Der neue Infrastrukturausschuss muss sich um Themen keine Sorgen machen. Erhalt und Sanierung zahlreicher Brücken bilden den Schwerpunkt der kommenden Sitzungen, kündigte Bauamtsleiter Kay Busche an. Aktuell ist die Stadt für 83 Bauwerke in der Verkehrssicherungspflicht, einige davon stellte er den Kommunalpolitikern vor. Zum Hintergrund: Seit 2018 hat die Verwaltung alle Bauwerke geprüft, das waren etwa 30 im Jahr. Die ernüchternde Bilanz: „Bei der Hälfte besteht Handlungsbedarf“, so Busche. Entweder sind tragende Teile gerostet oder die Geländer nicht mehr sicher, bei anderen stehen normale Unterhaltungsarbeiten an. Für 20 Brücken hat die Stadt ein Schadenbehebungskonzept erstellen lassen. Die Arbeiten müssen kurz- bis mittelfristig angegangen werden. Aufgrund fehlender Standsicherheit mussten drei Bauwerke in den Jahren 2018 und 2020 gesperrt werden. Ein Bauwerk wurde in 2019 zurückgebaut sowie diverse Instandhaltungen unternommen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Ein Bauwerksverzeichnis wurde erstellt, außerdem Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten geklärt. Im vergangenen Jahr ist der Überbau der Brücke am Heringsfängermuseum in der Ortschaft Heimsen erneuert worden, da sie nicht mehr standsicher war. Die Kosten betrugen 17.000 Euro. Bei mehreren Bauwerken stehen noch Nachrechnungen und Betonuntersuchungen an, um Aussagen zum weiteren Investitionsbedarf und zur Standsicherheit treffen zu können. Die meisten Brücken müssen in Zusammenhang mit dem Wirtschaftswegekonzept betrachtet werden, so der Bauamtsleiter weiter – so fällt eine Brücke in Großenheerse dort in die Kategorie „kann entfallen“. Das Bauwerk weist schwere Schäden am Beton auf und die Standsicherheit ist mittelfristig nicht mehr gegeben. Auch das Geländer ist beschädigt. Die Kosten der Instandsetzung würden rund 11.800 Euro kosten, damit wäre die Brücke wieder verkehrssicher, aber nur für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Das Ingenieurbüro kommentiert: „Aufgrund der massiven Schäden an der Bausubstanz ist die Schadensbehebung unter Erhaltung der Substanz nicht wirtschaftlich.“ Ein weiteres Beispiel ist die Brücke 09-104 im Ortsteil Hävern. Hier ist das Mauerwerk stark beschädigt, die Standsicherheit nicht mehr gegeben, außerdem ist die Brüstung zu niedrig. Laut Wirtschaftswegekonzept ist sie „wichtig, zu erhalten“. Nach der Prüfung in 2018 wurde als Sofortmaßnahme eine Ablastung auf 3,5 Tonnen verordnet. Die Instandsetzungskosten würden 49.000 Euro betragen, das ist aber laut Ingenieurbüro nicht wirtschaftlich. Ein ähnlicher Fall liegt an den Meierhöfen in Lahde vor. Auch hier ist der Beton stark beschädigt, die Standsicherheit mittelfristig bedroht, ebenso das Geländer beschädigt. Auch sie ist laut Wirtschaftswegekonzept aber „wichtig, zu erhalten“. Die Ingenieure raten auch hier von einer unwirtschaftlichen Instandsetzung ab und schlagen stattdessen einen Neubau vor. Die geschätzten Kosten sind mit 210.000 Euro angesetzt. Schäden weist auch die Brücke an der Teichmühlenstraße auf, diese wird als Fußgängerbrücke genutzt. Eine Instandsetzung schlägt mit 34.000 Euro zu buche, damit wird lediglich die Verkehrssicherheit hergestellt, Kraftfahrzeuge dürfen nicht passieren. Die Brücke An der Koppel in Lahde war bei der Besichtigung in 2018 gesperrt, da das Widerlager unterspült ist und schwere Schäden aufweist. Hier ist eine reine Nutzung als Fußgängerbrücke vorgesehen. Auch einige Bahnbrücken bereiten der Stadt Kummer. Nach einem Kappenabbruch bei Telgte hatte die Behörde die Untersuchung aller vier Bahnbrücken in Auftrag gegeben – mit dem Resultat, dass zwei im Stadtgebiet Petershagen problematisch sind. Dort wurde die Höchstgeschwindigkeit für den Autoverkehr auf zehn Stundenkilometer reduziert und eine Begrenzung auf 18 Tonnen veranlasst. Auch hier stehe kurzfristig ein hoher Investitionsbedarf an. Die Stadt werde zeitnah ein Konzept vorbereiten und dieses anschließend den Ratsmitgliedern zur Verfügung stellen, kündigte Kay Busche an.

Wackelkandidaten - Stadt Petershagen erarbeitet Konzept für Brückensanierungen

Die Brücke an der Straße Meierhöfe MT-Foto: Claudia Hyna © hy

Petershagen. Der neue Infrastrukturausschuss muss sich um Themen keine Sorgen machen. Erhalt und Sanierung zahlreicher Brücken bilden den Schwerpunkt der kommenden Sitzungen, kündigte Bauamtsleiter Kay Busche an. Aktuell ist die Stadt für 83 Bauwerke in der Verkehrssicherungspflicht, einige davon stellte er den Kommunalpolitikern vor.

Zum Hintergrund: Seit 2018 hat die Verwaltung alle Bauwerke geprüft, das waren etwa 30 im Jahr. Die ernüchternde Bilanz: „Bei der Hälfte besteht Handlungsbedarf“, so Busche. Entweder sind tragende Teile gerostet oder die Geländer nicht mehr sicher, bei anderen stehen normale Unterhaltungsarbeiten an. Für 20 Brücken hat die Stadt ein Schadenbehebungskonzept erstellen lassen. Die Arbeiten müssen kurz- bis mittelfristig angegangen werden.

Aufgrund fehlender Standsicherheit mussten drei Bauwerke in den Jahren 2018 und 2020 gesperrt werden. Ein Bauwerk wurde in 2019 zurückgebaut sowie diverse Instandhaltungen unternommen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Ein Bauwerksverzeichnis wurde erstellt, außerdem Eigentumsverhältnisse und Zuständigkeiten geklärt. Im vergangenen Jahr ist der Überbau der Brücke am Heringsfängermuseum in der Ortschaft Heimsen erneuert worden, da sie nicht mehr standsicher war. Die Kosten betrugen 17.000 Euro. Bei mehreren Bauwerken stehen noch Nachrechnungen und Betonuntersuchungen an, um Aussagen zum weiteren Investitionsbedarf und zur Standsicherheit treffen zu können.

Die meisten Brücken müssen in Zusammenhang mit dem Wirtschaftswegekonzept betrachtet werden, so der Bauamtsleiter weiter – so fällt eine Brücke in Großenheerse dort in die Kategorie „kann entfallen“. Das Bauwerk weist schwere Schäden am Beton auf und die Standsicherheit ist mittelfristig nicht mehr gegeben. Auch das Geländer ist beschädigt. Die Kosten der Instandsetzung würden rund 11.800 Euro kosten, damit wäre die Brücke wieder verkehrssicher, aber nur für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Das Ingenieurbüro kommentiert: „Aufgrund der massiven Schäden an der Bausubstanz ist die Schadensbehebung unter Erhaltung der Substanz nicht wirtschaftlich.“

Ein weiteres Beispiel ist die Brücke 09-104 im Ortsteil Hävern. Hier ist das Mauerwerk stark beschädigt, die Standsicherheit nicht mehr gegeben, außerdem ist die Brüstung zu niedrig. Laut Wirtschaftswegekonzept ist sie „wichtig, zu erhalten“. Nach der Prüfung in 2018 wurde als Sofortmaßnahme eine Ablastung auf 3,5 Tonnen verordnet. Die Instandsetzungskosten würden 49.000 Euro betragen, das ist aber laut Ingenieurbüro nicht wirtschaftlich.

Ein ähnlicher Fall liegt an den Meierhöfen in Lahde vor. Auch hier ist der Beton stark beschädigt, die Standsicherheit mittelfristig bedroht, ebenso das Geländer beschädigt. Auch sie ist laut Wirtschaftswegekonzept aber „wichtig, zu erhalten“. Die Ingenieure raten auch hier von einer unwirtschaftlichen Instandsetzung ab und schlagen stattdessen einen Neubau vor. Die geschätzten Kosten sind mit 210.000 Euro angesetzt.

Schäden weist auch die Brücke an der Teichmühlenstraße auf, diese wird als Fußgängerbrücke genutzt. Eine Instandsetzung schlägt mit 34.000 Euro zu buche, damit wird lediglich die Verkehrssicherheit hergestellt, Kraftfahrzeuge dürfen nicht passieren. Die Brücke An der Koppel in Lahde war bei der Besichtigung in 2018 gesperrt, da das Widerlager unterspült ist und schwere Schäden aufweist. Hier ist eine reine Nutzung als Fußgängerbrücke vorgesehen.

Auch einige Bahnbrücken bereiten der Stadt Kummer. Nach einem Kappenabbruch bei Telgte hatte die Behörde die Untersuchung aller vier Bahnbrücken in Auftrag gegeben – mit dem Resultat, dass zwei im Stadtgebiet Petershagen problematisch sind. Dort wurde die Höchstgeschwindigkeit für den Autoverkehr auf zehn Stundenkilometer reduziert und eine Begrenzung auf 18 Tonnen veranlasst. Auch hier stehe kurzfristig ein hoher Investitionsbedarf an.

Die Stadt werde zeitnah ein Konzept vorbereiten und dieses anschließend den Ratsmitgliedern zur Verfügung stellen, kündigte Kay Busche an.

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