Vorstoß von zwei Dörfern: Das Warten auf den Radweg zwischen Leteln und Wietersheim Oliver Plöger Petershagen-Wietersheim. Wer sich per Fahrrad zwischen Leteln und Wietersheim auf der Kreisstraße 39 bewegt, spürt schnell mal den Fahrtwind von Lastwagen. Oder sucht sich eine schlecht befahrbare Alternative über den geschredderten Wirtschaftsweg Im Schaffeld. Abhilfe, so kommt es aus Minden und Petershagen, könne nur ein Radweg schaffen. Und genau den beantragt jetzt der Leteln-Aminghauser Ortsvorsteher Heinrich Weihe (SPD) beim Kreis. Und der Kreis selbst macht durchaus Hoffnung, verweist auch gegenüber dem MT auf die Regionale 2022 („Urbanland“) und hier das Projekt Radnetz OWL, mit dem auch Lücken geschlossen werden sollen. Die von Heinrich Weihe (SPD) formulierte Forderung ist alles andere als neu und kam in den vergangenen Jahren auch aus der „anderen“ Richtung – in Wietersheim hatte man sich ebenfalls um den Radweg bemüht. Das betont auch der Wietersheimer Ortsbürgermeister Friedrich Lange (SPD). „In dieser Sache stimmen wir uns ab, das ist eine gemeinsame Forderung und von regionalem Interesse“, sagt Lange. Mit vereinter Kraft soll das Thema jetzt wieder angeschoben werden. Weihe erinnert an eine schier unendlich wirkende Geschichte: Erste Überlegungen habe es seit dem Neubau der Bundesstraße 482 um 1970 gegeben. Und weiter gelte: „Wegen der unübersichtlichen Straßenführung ist ein Befahren der Kreisstraße 39 mit dem Rad sehr gefährlich. Da der alternative Radweg von Wietersheim nach Leteln entlang der Kiesabgrabungen Im Schaffeld durch Reparaturarbeiten und Rückbau zum Wirtschaftsweg für Radfahrer nicht oder sehr schwer befahrbar ist, wird die K 39 immer häufiger auch von Berufstätigen und Schülern befahren“, so Weihe. Was den von Heinrich Weihe erwähnten alternativen Radweg betrifft, hatte die Stadt Petershagen den „nicht optimalen Zustand“ eingeräumt und gegenüber dem MT angekündigt, dass Nachbesserungen stattfinden. Die schaffen allerdings noch keinen neuen Radweg, wie aus der Politik zu hören ist. Wichtiger Punkt dabei, so Friedrich Lange, sei nämlich der Erwerb der notwendigen Fläche an der Kreisstraße, wobei Lange hier auf den dort tätigen Kiesunternehmer verweist, der vor sechs Jahren ein Sponsoring signalisiert hatte (das MT berichtete). Schon vor acht Jahren hatten die SPD-Ortsvereine über 700 Unterschriften gesammelt, es hatte eine groß angelegte Fahrradaktion gegeben, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Thema war der geforderte Kreisradweg auch im Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (Ikek), das die Stadt Petershagen seit 2017 anstrengt. Geschehen ist bis dato jedoch nichts. Heinrich Weihe ärgert sich, dass die Radwege-Forderung immer wieder nach hinten geschoben wurde – eine Aussage, die auch Dieter von Otte, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Leteln zwischen 1999 und 2009, kürzlich in dieser Zeitung bestätigte: „Wir hatten schon mal einen Antrag gestellt, einen Radweg an der K 39 zu bauen, aber der wurde vertagt, bis die Städte Minden und Petershagen die Initiative zum Bau ergreifen.“ Genau das soll jetzt passieren, wie Friedrich Lange betont. Und Heinrich Weihe formuliert es in seinem Schreiben an den Kreis so: „Im Planungs- und Umweltausschuss und im Rat der Stadt Petershagen soll ein entsprechender Beschluss herbeigeführt werden, einen Radweg an der K 39 zu bauen. Dieser Antrag ist umgehend an den Kreis Minden-Lübbecke mit der notwendigen Dringlichkeit weiterzuleiten.“ Zu bauen sei der Weg laut Weihe ab dem Ende der Siedlung Muttkuhle (Am Piwitt) in Minden und dann längs der (K 39) bis zur Abzweigung der Langen Straße in Wietersheim. Nach der Kommunalwahl gehe es für Heinrich Weihe darum, die politischen Vorhaben für die laufende Wahlperiode vorzubereiten. Auf Kreisebene werde nach der konstituierenden Sitzung des Kreistages und der Besetzung der Ausschüsse die mittelfristige Bauplanung beschlossen. „Nur Vorhaben, die in diese Planung aufgenommen sind, haben eine Chance, auch umgesetzt zu werden.“ Der Kreis selbst verweist auf die Regionale 2022 und darauf, dass bereits ein Radwegekonzept in Arbeit sei. Die Ergebnisse des Projekts Radwegenetz OWL sollten aber erst abgewartet werden, wie Beatrix Aden, Leiterin des Bau- und Planungsamtes, auf Anfrage mitteilt. Aden: „Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe des nächsten Monats mit dem Ausschreibungsverfahren starten. Geplant ist, das Radwegekonzept in der zweiten Jahreshälfte fertigzustellen.“ Darin, so Beatrix Aden weiter, werde vor allem die Lückenschließung der Alltagsrouten eine große Rolle spielen. Ausdrücklich betrachtet werde auch die Radwegeverbindung zwischen Leteln und Wietersheim. Ziel sei es, eine „objektive Plangrundlage für notwendige und neue Radwegeverbindungen und Umbauten im Kreisgebiet zu bekommen.“ Auch soll dargestellt werden, was wann verwirklicht wird. Dann, so Beatrix Aden weiter, könne die Kreisverwaltung verbindlich die Frage beantworten, wann und ob mit der Umsetzung der Radwegeverbindung Leteln und Wietersheim zu rechnen sei.

Vorstoß von zwei Dörfern: Das Warten auf den Radweg zwischen Leteln und Wietersheim

Für Fahrradfahrer bleibt auf der Kreisstraße 39 zwischen Leteln und Wietersheim oft nur wenig Platz. Das soll sich künftig ändern. MT-Foto: Oliver Plöger © Oliver Plöger

Petershagen-Wietersheim. Wer sich per Fahrrad zwischen Leteln und Wietersheim auf der Kreisstraße 39 bewegt, spürt schnell mal den Fahrtwind von Lastwagen. Oder sucht sich eine schlecht befahrbare Alternative über den geschredderten Wirtschaftsweg Im Schaffeld. Abhilfe, so kommt es aus Minden und Petershagen, könne nur ein Radweg schaffen. Und genau den beantragt jetzt der Leteln-Aminghauser Ortsvorsteher Heinrich Weihe (SPD) beim Kreis. Und der Kreis selbst macht durchaus Hoffnung, verweist auch gegenüber dem MT auf die Regionale 2022 („Urbanland“) und hier das Projekt Radnetz OWL, mit dem auch Lücken geschlossen werden sollen.

Die von Heinrich Weihe (SPD) formulierte Forderung ist alles andere als neu und kam in den vergangenen Jahren auch aus der „anderen“ Richtung – in Wietersheim hatte man sich ebenfalls um den Radweg bemüht. Das betont auch der Wietersheimer Ortsbürgermeister Friedrich Lange (SPD). „In dieser Sache stimmen wir uns ab, das ist eine gemeinsame Forderung und von regionalem Interesse“, sagt Lange. Mit vereinter Kraft soll das Thema jetzt wieder angeschoben werden.

Weihe erinnert an eine schier unendlich wirkende Geschichte: Erste Überlegungen habe es seit dem Neubau der Bundesstraße 482 um 1970 gegeben. Und weiter gelte: „Wegen der unübersichtlichen Straßenführung ist ein Befahren der Kreisstraße 39 mit dem Rad sehr gefährlich. Da der alternative Radweg von Wietersheim nach Leteln entlang der Kiesabgrabungen Im Schaffeld durch Reparaturarbeiten und Rückbau zum Wirtschaftsweg für Radfahrer nicht oder sehr schwer befahrbar ist, wird die K 39 immer häufiger auch von Berufstätigen und Schülern befahren“, so Weihe.

Was den von Heinrich Weihe erwähnten alternativen Radweg betrifft, hatte die Stadt Petershagen den „nicht optimalen Zustand“ eingeräumt und gegenüber dem MT angekündigt, dass Nachbesserungen stattfinden. Die schaffen allerdings noch keinen neuen Radweg, wie aus der Politik zu hören ist. Wichtiger Punkt dabei, so Friedrich Lange, sei nämlich der Erwerb der notwendigen Fläche an der Kreisstraße, wobei Lange hier auf den dort tätigen Kiesunternehmer verweist, der vor sechs Jahren ein Sponsoring signalisiert hatte (das MT berichtete).

Schon vor acht Jahren hatten die SPD-Ortsvereine über 700 Unterschriften gesammelt, es hatte eine groß angelegte Fahrradaktion gegeben, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Thema war der geforderte Kreisradweg auch im Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (Ikek), das die Stadt Petershagen seit 2017 anstrengt. Geschehen ist bis dato jedoch nichts.

Heinrich Weihe ärgert sich, dass die Radwege-Forderung immer wieder nach hinten geschoben wurde – eine Aussage, die auch Dieter von Otte, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Leteln zwischen 1999 und 2009, kürzlich in dieser Zeitung bestätigte: „Wir hatten schon mal einen Antrag gestellt, einen Radweg an der K 39 zu bauen, aber der wurde vertagt, bis die Städte Minden und Petershagen die Initiative zum Bau ergreifen.“

Genau das soll jetzt passieren, wie Friedrich Lange betont. Und Heinrich Weihe formuliert es in seinem Schreiben an den Kreis so: „Im Planungs- und Umweltausschuss und im Rat der Stadt Petershagen soll ein entsprechender Beschluss herbeigeführt werden, einen Radweg an der K 39 zu bauen. Dieser Antrag ist umgehend an den Kreis Minden-Lübbecke mit der notwendigen Dringlichkeit weiterzuleiten.“ Zu bauen sei der Weg laut Weihe ab dem Ende der Siedlung Muttkuhle (Am Piwitt) in Minden und dann längs der (K 39) bis zur Abzweigung der Langen Straße in Wietersheim.

Nach der Kommunalwahl gehe es für Heinrich Weihe darum, die politischen Vorhaben für die laufende Wahlperiode vorzubereiten. Auf Kreisebene werde nach der konstituierenden Sitzung des Kreistages und der Besetzung der Ausschüsse die mittelfristige Bauplanung beschlossen. „Nur Vorhaben, die in diese Planung aufgenommen sind, haben eine Chance, auch umgesetzt zu werden.“

Der Kreis selbst verweist auf die Regionale 2022 und darauf, dass bereits ein Radwegekonzept in Arbeit sei. Die Ergebnisse des Projekts Radwegenetz OWL sollten aber erst abgewartet werden, wie Beatrix Aden, Leiterin des Bau- und Planungsamtes, auf Anfrage mitteilt. Aden: „Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe des nächsten Monats mit dem Ausschreibungsverfahren starten. Geplant ist, das Radwegekonzept in der zweiten Jahreshälfte fertigzustellen.“ Darin, so Beatrix Aden weiter, werde vor allem die Lückenschließung der Alltagsrouten eine große Rolle spielen. Ausdrücklich betrachtet werde auch die Radwegeverbindung zwischen Leteln und Wietersheim. Ziel sei es, eine „objektive Plangrundlage für notwendige und neue Radwegeverbindungen und Umbauten im Kreisgebiet zu bekommen.“ Auch soll dargestellt werden, was wann verwirklicht wird. Dann, so Beatrix Aden weiter, könne die Kreisverwaltung verbindlich die Frage beantworten, wann und ob mit der Umsetzung der Radwegeverbindung Leteln und Wietersheim zu rechnen sei.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen