Vorsichtig optimistisch: Die neue Leiterin der Jugendherberge Petershagen spricht über die Zeit im Lockdown Petershagen. Der Start in das Jahr 2021 war nicht leicht für die Jugendherberge in Petershagen, denn in den ersten Monaten war die Herberge vor allem eins: Ein Gästehaus ohne Gäste. Schuld daran war der sogenannte Lockdown-Light, der sich um die Weihnachtszeit des vergangenen Jahres in einen zweiten harten Lockdown verwandelt hatte. Schon davor hatte das Gastgewerbe in Deutschland zu kämpfen, doch Ende Dezember gingen die Lichter in Petershagen vorerst gänzlich aus. Bis Anfang Juni blieb die Jugendherberge geschlossen. „Im Frühjahr wurde so gut wie gar nicht gebucht“, erinnert sich die Leiterin der Jugendherberge Petershagen, Sandra Vollmer im MT-Gespräch. Zwar normalisiere sich das Aufkommen an Buchungsanfragen seit einiger Zeit wieder, doch Vollmer ist sicher, dass die Verluste der ersten Jahreshälfte sich nicht mehr reinholen lassen. So sieht es auch Maike Braun, Pressesprecherin des DJH-Landesverband-Westfalen-Lippe: „Die aktuelle Auslastung und Buchungslage der Jugendherbergen in Westfalen-Lippe ist und war diesen Sommer zwar nicht auf Vor-Corona-Niveau, aber angesichts der schwierigen Lage in Ordnung.“ Vor allem bei den Familien verstärke sich der Trend zu Urlaub in Jugendherbergen in Deutschland nochmals. In diesem Bereich seien die Jugendherbergen in den Ferienmonaten Juli und August besser gebucht als im Vorjahr. “Den enormen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Betrieb unserer Jugendherbergen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Verlusten konnten wir mit einem breiten Maßnahmen-Paket begegnen“, berichtet Maike Braun. Dazu gehören Kurzarbeit, Investitionsstopps, Einnahmen aus Sondernutzungen, Übernahme von Stornokosten für Klassenfahrten durch das Land NRW in 2020 und Beihilfen aus verschiedenen Programmen auf Landes- und Bundesebene. „Da wir uns hier noch in der Phase der Endverwendungsnachweise befinden, ist eine Bewertung der Hilfen jedoch noch nicht abschließend möglich“, berichtet Braun. Die Zeit der Schließung wurde in Petershagen genutzt, um Teile des Gebäudes auf Vordermann zu bringen, die im laufenden Betrieb eher schwer zugänglich sind. Es wurde gründlich geputzt, die Zimmer gestrichen und Böden poliert. „Die Zimmer sind Tipp-Top in Ordnung für die Gäste, wenn sie denn kommen“, erläutert die Leiterin. Die Renovierungsarbeiten hätten auch dem Arbeitsklima gutgetan, denn so habe sich die Belegschaft während des Lockdowns nicht aus den Augen verloren. „Ich fand es wichtig den Kontakt zu den Mitarbeitern zu wahren“, berichtet Vollmer. Sie freue sich deshalb besonders darüber, dass kein Mitarbeiter während des Lockdowns und wegen der noch immer anhaltenden Kurzarbeit gekündigt hat. Im Ausblick auf das nächste Jahr gibt sich Vollmer vorsichtig optimistisch. Zumindest die Buchungen für Klassenfahrten nähmen langsam wieder Fahrt auf. Die Gruppen, wie zum Beispiel Musikgruppen, seien bei den Buchungen aber noch etwas verhaltener. Oft kommen auch Anfragen dazu rein, wie wir die Lage für den Herbst einschätzen, aber das können wir natürlich auch nicht sagen“, berichtet Vollmer. Sie habe beobachtet das sich die Gäste in zwei Gruppen aufteilen: Die vorsichtigen, die Aufgrund der Unsicherheiten nicht buchen und die optimistischen, die es einfach mal darauf ankommen lassen. Ein großes Risiko bestünde allerdings ohnehin nicht, da die Jugendherberge die Stornobedingungen in diesem Jahr angepasst haben. So können Aufenthalte noch bis zu zwei Wochen vor Anreise kostenlos storniert werden. „Das ist ein bisschen Entlastung für die Gruppen“, erklärt Vollmer. Auch beim Landesverband herrscht vorsichtiger Optimismus: „Aktuell sind die Buchungen für September und Oktober besser als 2020, aber ebenfalls bei Weitem nicht auf Vor-Corona-Niveau. Viele Schulen haben Ihre Klassenfahrt-Buchungen aufrechterhalten“, berichtet Maike Braun. Um die Pandemielage auch in Zukunft meistern zu können, möchte der Landesverband auch weiterhin auf Flexibilität setzen. „Wir versuchen uns anzupassen, neue Wege zu gehen“, erklärt Maike Braun. So seien neue, coronakonforme Klassenfahrt- und Hygienekonzepte entwickelt, die Stornobedingungen angepasst und die Jugendherbergen für Sondernutzungen angeboten worden. Sandra Vollmer hat die Leitung der Jugendherberge während der Pandemie im September letzten Jahres übernommen. Davor war die gelernte Touristik-Assistentin bereits fünf Jahre in Petershagen beschäftigt. Ihren Beruf hat Vollmer in einem Hotel gelernt. Bevor sie ihr Weg im Jahr 2009 zum Jugendgästehaus in Bielefeld führte hatte, sie bereits einige Berufserfahrungen in verschiedenen Hotels gesammelt.

Vorsichtig optimistisch: Die neue Leiterin der Jugendherberge Petershagen spricht über die Zeit im Lockdown

MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen. Der Start in das Jahr 2021 war nicht leicht für die Jugendherberge in Petershagen, denn in den ersten Monaten war die Herberge vor allem eins: Ein Gästehaus ohne Gäste. Schuld daran war der sogenannte Lockdown-Light, der sich um die Weihnachtszeit des vergangenen Jahres in einen zweiten harten Lockdown verwandelt hatte. Schon davor hatte das Gastgewerbe in Deutschland zu kämpfen, doch Ende Dezember gingen die Lichter in Petershagen vorerst gänzlich aus. Bis Anfang Juni blieb die Jugendherberge geschlossen.

„Im Frühjahr wurde so gut wie gar nicht gebucht“, erinnert sich die Leiterin der Jugendherberge Petershagen, Sandra Vollmer im MT-Gespräch. Zwar normalisiere sich das Aufkommen an Buchungsanfragen seit einiger Zeit wieder, doch Vollmer ist sicher, dass die Verluste der ersten Jahreshälfte sich nicht mehr reinholen lassen.

So sieht es auch Maike Braun, Pressesprecherin des DJH-Landesverband-Westfalen-Lippe: „Die aktuelle Auslastung und Buchungslage der Jugendherbergen in Westfalen-Lippe ist und war diesen Sommer zwar nicht auf Vor-Corona-Niveau, aber angesichts der schwierigen Lage in Ordnung.“ Vor allem bei den Familien verstärke sich der Trend zu Urlaub in Jugendherbergen in Deutschland nochmals. In diesem Bereich seien die Jugendherbergen in den Ferienmonaten Juli und August besser gebucht als im Vorjahr.

“Den enormen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Betrieb unserer Jugendherbergen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Verlusten konnten wir mit einem breiten Maßnahmen-Paket begegnen“, berichtet Maike Braun. Dazu gehören Kurzarbeit, Investitionsstopps, Einnahmen aus Sondernutzungen, Übernahme von Stornokosten für Klassenfahrten durch das Land NRW in 2020 und Beihilfen aus verschiedenen Programmen auf Landes- und Bundesebene. „Da wir uns hier noch in der Phase der Endverwendungsnachweise befinden, ist eine Bewertung der Hilfen jedoch noch nicht abschließend möglich“, berichtet Braun.

Die Zeit der Schließung wurde in Petershagen genutzt, um Teile des Gebäudes auf Vordermann zu bringen, die im laufenden Betrieb eher schwer zugänglich sind. Es wurde gründlich geputzt, die Zimmer gestrichen und Böden poliert. „Die Zimmer sind Tipp-Top in Ordnung für die Gäste, wenn sie denn kommen“, erläutert die Leiterin. Die Renovierungsarbeiten hätten auch dem Arbeitsklima gutgetan, denn so habe sich die Belegschaft während des Lockdowns nicht aus den Augen verloren. „Ich fand es wichtig den Kontakt zu den Mitarbeitern zu wahren“, berichtet Vollmer. Sie freue sich deshalb besonders darüber, dass kein Mitarbeiter während des Lockdowns und wegen der noch immer anhaltenden Kurzarbeit gekündigt hat.

Im Ausblick auf das nächste Jahr gibt sich Vollmer vorsichtig optimistisch. Zumindest die Buchungen für Klassenfahrten nähmen langsam wieder Fahrt auf. Die Gruppen, wie zum Beispiel Musikgruppen, seien bei den Buchungen aber noch etwas verhaltener. Oft kommen auch Anfragen dazu rein, wie wir die Lage für den Herbst einschätzen, aber das können wir natürlich auch nicht sagen“, berichtet Vollmer. Sie habe beobachtet das sich die Gäste in zwei Gruppen aufteilen: Die vorsichtigen, die Aufgrund der Unsicherheiten nicht buchen und die optimistischen, die es einfach mal darauf ankommen lassen. Ein großes Risiko bestünde allerdings ohnehin nicht, da die Jugendherberge die Stornobedingungen in diesem Jahr angepasst haben. So können Aufenthalte noch bis zu zwei Wochen vor Anreise kostenlos storniert werden. „Das ist ein bisschen Entlastung für die Gruppen“, erklärt Vollmer.

Auch beim Landesverband herrscht vorsichtiger Optimismus: „Aktuell sind die Buchungen für September und Oktober besser als 2020, aber ebenfalls bei Weitem nicht auf Vor-Corona-Niveau. Viele Schulen haben Ihre Klassenfahrt-Buchungen aufrechterhalten“, berichtet Maike Braun.

Um die Pandemielage auch in Zukunft meistern zu können, möchte der Landesverband auch weiterhin auf Flexibilität setzen. „Wir versuchen uns anzupassen, neue Wege zu gehen“, erklärt Maike Braun. So seien neue, coronakonforme Klassenfahrt- und Hygienekonzepte entwickelt, die Stornobedingungen angepasst und die Jugendherbergen für Sondernutzungen angeboten worden.

Sandra Vollmer hat die Leitung der Jugendherberge während der Pandemie im September letzten Jahres übernommen. Davor war die gelernte Touristik-Assistentin bereits fünf Jahre in Petershagen beschäftigt. Ihren Beruf hat Vollmer in einem Hotel gelernt. Bevor sie ihr Weg im Jahr 2009 zum Jugendgästehaus in Bielefeld führte hatte, sie bereits einige Berufserfahrungen in verschiedenen Hotels gesammelt.

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