"Volle Tonne:" Diskussionen um die Gelbe Tonne auch in Ovenstädt Claudia Hyna Petershagen-Ovenstädt. Der Deckel geht nicht ganz zu. „Und quetschen soll man ja nicht“, sagt Michael Engelhardt. Vergangene Woche wurde die Gelbe Tonne in Ovenstädt zum ersten Mal abgeholt – und ihm schwant nichts Gutes. Sein Blick fällt auf weitere Tonnen in der Schwalbenstraße, auch hier sieht er offenstehende Deckel. Engelhardt hat versucht, eine weitere Tonne zu bekommen, doch das lehnt die Firma ab. Der Ovenstädter wohnt in einem Zweifamilienhaus, in jeder Wohnung leben zwei Menschen. Die machen aber mehr Müll, als wenn diese vier Personen in einem Haushalt leben würden, sagt er. Bei der momentanen Abfallmenge käme sicherlich das vermehrte Aufkommen von Weihnachten hinzu. Aus dem Grund hat er auch noch einige Gelbe Säcke gefüllt und an die Straße gestellt. Das ist aber nur noch im Januar als Übergangsregelung möglich. Der Zeitpunkt für die Einführung der Gelben Tonne im Januar sei denkbar ungeeignet, gibt PreZero-Pressesprecher Boris Ziegler zu. Denn schließlich sei der Dezember der verpackungsintensivste Monat des Jahres und das Volumen werde von quasi unendlich auf 240 Liter reduziert. Es lasse sich aber nicht ändern. Daher gebe es zur Zeit die „bürgerfreundliche Möglichkeit“, zusätzlich Gelbe Säcke zu füllen. Für die Abfuhr werden zwei Fahrzeuge eingesetzt. Zuvor waren in Petershagen die Gelben Säcke alle 14 Tage abgeholt worden. Für die Gelbe Tonne gilt das nicht, sie wird alle vier Wochen entleert. In einer vollgestopften Tonne bliebe zum Teil Abfall hängen, das habe er schon häufiger bei anderen Müllbehältern erlebt, meint Michael Engelhardt. „Da hat man dann für die nächsten vier Wochen nur den halben Platz.“ Engelhardt ist sicher, dass die Tonne nicht für ein Zweifamilienhaus reicht. Das System habe sich in anderen Landkreisen absolut bewährt, teilt Boris Ziegler mit. Am Anfang, und gerade eben im Januar, müssten die Menschen noch ein wenig üben. Also Tetrapaks zusammendrücken, keine Transportverpackungen einfüllen, Wertstoffverpackungen lose in die Tonne geben. „Das braucht etwas Fingerspitzengefühl.“ Nach zwei bis drei Monaten werde dann der überwiegende Teil feststellen: Die Tonne reicht doch. Und bei wem das dann nicht der Fall sei, der könne sich bei der Hotline (08 00 886 66 66) melden, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Es habe bereits Fälle gegeben, wo in diesem Fall weitere Tonnen verteilt wurden – mit dem Ergebnis, dass die Müllwerker sie mangels Gebrauch wenig später wieder einsammeln durften. Schon jetzt würden einige Leute ihren Abfall in der Botanik entsorgen, statt ihn zur Polschen Heide zu bringen – und dort noch einmal Geld für die Entsorgung zahlen. Er prophezeit, dass noch mehr Müll als bisher in der Natur entsorgt wird, weil die Bürger sowohl Geld als auch Fahrtwege sparen wollen. „Ist das der Sinn des Dualen Systems?“, fragt er. Gelbe Säcke oder Säcke mit Wertstoffverpackungen können weiterhin zum Entsorger nach Hille sowie zu den Wertstoffhöfen in Minden und Porta Westfalica gebracht werden, sagt der PreZero-Sprecher. Und zwar kostenlos. Boris Ziegler hat neben Beschwerden über sturmbedingt umgekippte Mülltonnen („Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Im Notfall einen geschützten Platz suchen oder erst morgens an die Straße stellen“) aber auch erstes Lob vernommen. In den Fällen hatten Bürger positiv hervorgehoben, dass nicht wie sonst bei stürmischen Böen die Abfälle über die Straßen und in die Gärten geweht seien. Für die erste Abfuhr gibt auch Michael Engelhardt aus Ovenstädt Entwarnung: Das habe gut geklappt.

"Volle Tonne:" Diskussionen um die Gelbe Tonne auch in Ovenstädt

In der Übergangszeit dürfen die Bürger noch gelbe Säcke an die Straße stellen. Foto: privat © pr

Petershagen-Ovenstädt. Der Deckel geht nicht ganz zu. „Und quetschen soll man ja nicht“, sagt Michael Engelhardt. Vergangene Woche wurde die Gelbe Tonne in Ovenstädt zum ersten Mal abgeholt – und ihm schwant nichts Gutes. Sein Blick fällt auf weitere Tonnen in der Schwalbenstraße, auch hier sieht er offenstehende Deckel. Engelhardt hat versucht, eine weitere Tonne zu bekommen, doch das lehnt die Firma ab.

Der Ovenstädter wohnt in einem Zweifamilienhaus, in jeder Wohnung leben zwei Menschen. Die machen aber mehr Müll, als wenn diese vier Personen in einem Haushalt leben würden, sagt er. Bei der momentanen Abfallmenge käme sicherlich das vermehrte Aufkommen von Weihnachten hinzu. Aus dem Grund hat er auch noch einige Gelbe Säcke gefüllt und an die Straße gestellt. Das ist aber nur noch im Januar als Übergangsregelung möglich.

Der Zeitpunkt für die Einführung der Gelben Tonne im Januar sei denkbar ungeeignet, gibt PreZero-Pressesprecher Boris Ziegler zu. Denn schließlich sei der Dezember der verpackungsintensivste Monat des Jahres und das Volumen werde von quasi unendlich auf 240 Liter reduziert. Es lasse sich aber nicht ändern. Daher gebe es zur Zeit die „bürgerfreundliche Möglichkeit“, zusätzlich Gelbe Säcke zu füllen. Für die Abfuhr werden zwei Fahrzeuge eingesetzt.

Zuvor waren in Petershagen die Gelben Säcke alle 14 Tage abgeholt worden. Für die Gelbe Tonne gilt das nicht, sie wird alle vier Wochen entleert. In einer vollgestopften Tonne bliebe zum Teil Abfall hängen, das habe er schon häufiger bei anderen Müllbehältern erlebt, meint Michael Engelhardt. „Da hat man dann für die nächsten vier Wochen nur den halben Platz.“ Engelhardt ist sicher, dass die Tonne nicht für ein Zweifamilienhaus reicht.

Das System habe sich in anderen Landkreisen absolut bewährt, teilt Boris Ziegler mit. Am Anfang, und gerade eben im Januar, müssten die Menschen noch ein wenig üben. Also Tetrapaks zusammendrücken, keine Transportverpackungen einfüllen, Wertstoffverpackungen lose in die Tonne geben. „Das braucht etwas Fingerspitzengefühl.“ Nach zwei bis drei Monaten werde dann der überwiegende Teil feststellen: Die Tonne reicht doch. Und bei wem das dann nicht der Fall sei, der könne sich bei der Hotline (08 00 886 66 66) melden, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Es habe bereits Fälle gegeben, wo in diesem Fall weitere Tonnen verteilt wurden – mit dem Ergebnis, dass die Müllwerker sie mangels Gebrauch wenig später wieder einsammeln durften.

Schon jetzt würden einige Leute ihren Abfall in der Botanik entsorgen, statt ihn zur Polschen Heide zu bringen – und dort noch einmal Geld für die Entsorgung zahlen. Er prophezeit, dass noch mehr Müll als bisher in der Natur entsorgt wird, weil die Bürger sowohl Geld als auch Fahrtwege sparen wollen. „Ist das der Sinn des Dualen Systems?“, fragt er. Gelbe Säcke oder Säcke mit Wertstoffverpackungen können weiterhin zum Entsorger nach Hille sowie zu den Wertstoffhöfen in Minden und Porta Westfalica gebracht werden, sagt der PreZero-Sprecher. Und zwar kostenlos.

Boris Ziegler hat neben Beschwerden über sturmbedingt umgekippte Mülltonnen („Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Im Notfall einen geschützten Platz suchen oder erst morgens an die Straße stellen“) aber auch erstes Lob vernommen. In den Fällen hatten Bürger positiv hervorgehoben, dass nicht wie sonst bei stürmischen Böen die Abfälle über die Straßen und in die Gärten geweht seien. Für die erste Abfuhr gibt auch Michael Engelhardt aus Ovenstädt Entwarnung: Das habe gut geklappt.

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