Ursprüngliche Natur soll an Weser zurück Umgestaltung im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie / Badebucht und Flussinsel mit im Plan Von Uwe Vinke Petershagen (mt). Einst war die Weser ein natürlicher Fluss mit Inseln und Nebenarmen. Mit der Schiffbarmachung vor rund 150 Jahren war das vorbei. Nun soll ein Teil der Weser bei Petershagen wieder seinen alten Ursprung erhalten. Pläne zur Renaturierung des Flussufers zwischen der Auemündung und dem alten Badeplatz in Höhe des Besselschen Hofes wurden im Fachausschuss des Stadtrates vorgestellt. Detlef Sönnichsen vom Verein "Weserfreunde" in Minden präsentierte das gemeinsame Projekt mit der Stadt Petershagen, das den Forderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie entspricht.Die Uferbefestigungen (Buhnen) sollen entfernt und in Höhe des Badeplatzes zu einer Flussinsel aufgeschüttet werden. Es ist eine Badebucht geplant, von der die Insel im Flachwasser erreichbar ist.Die Auemündung wird aufgeweitet und die beiden Flussufer werden bis zum Badeplatz abgeflacht. Es sollen Büsche und Bäume gepflanzt werden. Sönnichsen bezeichnete die Maßnahme unterhalb des Lahder Stauwehres im nichtschiffbaren Bereich der Weser als einmalige Chance für die gesamte Region.Das Projekt ist bereits mit betroffenen Behörden besprochen worden. Die Kosten von rund 270000 Euro werden zu 80 Prozent gefördert. Der Kreis steuerte 9000 Euro bei, die Stadt als Träger ist mit 45000 Euro beteiligt. Diese Summe könnte möglicherweise ein Sponsor übernehmen."Dies ist bundesweit das erste Mal, dass ein großer Fluss renaturiert wird", machte Wolfgang Riesner (Grüne) die Bedeutung deutlich. "Das kann ein Petershäger Modell werden". Der Fluss müsse wieder ein Lebensraum für die Menschen werden.Alle Politiker waren von der Idee begeistert, hatten aber noch viele offene Fragen. Dabei ging es auch um Hochwasserfolgen, Unterhaltung, Parkraum, erforderliches Bürgerengagement und Folgekosten.Mit einer Gegenstimme wurde daher der CDU-Antrag angenommen. Danach werden die Pläne "zur Kenntnis genommen" und die Verwaltung soll bei den weiteren Planungen die offenen Fragen klären. Erst dann will die Politik über den Plan entscheiden.Die Stadt sei als Träger auch für die Folgekosten verantwortlich, erklärte Heinrich Schröder (CDU). Er kritisierte, dass die Politik bisher nicht in die Planungen eingebunden sei: "Wir hören heute zum ersten Mal davon".Christian Ebenau (SPD) war dagegen. Das Geld der Stadt müsse in andere Dinge fließen. Hingegen verwies Hermann Humcke (CDU) auf die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie, der Badestrand sei nur ein Nebenprodukt.Bürgermeister Dieter Blume (CDU) hob die Anbindung an das Jugendgästehaus und die Bedeutung für den Tourismus hervor. Erforderlich sei jedoch bürgerschaftliches Engagement. Hatte der Fachausschuss bereits dem CDU-Antrag mehrheitlich zugestimmt, gab es im Haupt- und Finanzausschuss gestern das gleiche Stimmergebnis.

Ursprüngliche Natur soll an Weser zurück

Petershagen (mt). Einst war die Weser ein natürlicher Fluss mit Inseln und Nebenarmen. Mit der Schiffbarmachung vor rund 150 Jahren war das vorbei. Nun soll ein Teil der Weser bei Petershagen wieder seinen alten Ursprung erhalten.

Eine Badebucht und eine Flussinsel könnten an der Weser unterhalb des Jugendgästehauses Besselscher Hof entstehen. Die Pläne zur Weserrenaturierung im Bereich Petershagen wurden im Fachausschuss des Stadtrates vorgestellt. Zeichnung: pr
Eine Badebucht und eine Flussinsel könnten an der Weser unterhalb des Jugendgästehauses Besselscher Hof entstehen. Die Pläne zur Weserrenaturierung im Bereich Petershagen wurden im Fachausschuss des Stadtrates vorgestellt. Zeichnung: pr

Pläne zur Renaturierung des Flussufers zwischen der Auemündung und dem alten Badeplatz in Höhe des Besselschen Hofes wurden im Fachausschuss des Stadtrates vorgestellt. Detlef Sönnichsen vom Verein "Weserfreunde" in Minden präsentierte das gemeinsame Projekt mit der Stadt Petershagen, das den Forderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie entspricht.

Die Uferbefestigungen (Buhnen) sollen entfernt und in Höhe des Badeplatzes zu einer Flussinsel aufgeschüttet werden. Es ist eine Badebucht geplant, von der die Insel im Flachwasser erreichbar ist.

Die Auemündung wird aufgeweitet und die beiden Flussufer werden bis zum Badeplatz abgeflacht. Es sollen Büsche und Bäume gepflanzt werden. Sönnichsen bezeichnete die Maßnahme unterhalb des Lahder Stauwehres im nichtschiffbaren Bereich der Weser als einmalige Chance für die gesamte Region.

Das Projekt ist bereits mit betroffenen Behörden besprochen worden. Die Kosten von rund 270000 Euro werden zu 80 Prozent gefördert. Der Kreis steuerte 9000 Euro bei, die Stadt als Träger ist mit 45000 Euro beteiligt. Diese Summe könnte möglicherweise ein Sponsor übernehmen.

"Dies ist bundesweit das erste Mal, dass ein großer Fluss renaturiert wird", machte Wolfgang Riesner (Grüne) die Bedeutung deutlich. "Das kann ein Petershäger Modell werden". Der Fluss müsse wieder ein Lebensraum für die Menschen werden.

Alle Politiker waren von der Idee begeistert, hatten aber noch viele offene Fragen. Dabei ging es auch um Hochwasserfolgen, Unterhaltung, Parkraum, erforderliches Bürgerengagement und Folgekosten.

Mit einer Gegenstimme wurde daher der CDU-Antrag angenommen. Danach werden die Pläne "zur Kenntnis genommen" und die Verwaltung soll bei den weiteren Planungen die offenen Fragen klären. Erst dann will die Politik über den Plan entscheiden.

Die Stadt sei als Träger auch für die Folgekosten verantwortlich, erklärte Heinrich Schröder (CDU). Er kritisierte, dass die Politik bisher nicht in die Planungen eingebunden sei: "Wir hören heute zum ersten Mal davon".

Christian Ebenau (SPD) war dagegen. Das Geld der Stadt müsse in andere Dinge fließen. Hingegen verwies Hermann Humcke (CDU) auf die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie, der Badestrand sei nur ein Nebenprodukt.

Bürgermeister Dieter Blume (CDU) hob die Anbindung an das Jugendgästehaus und die Bedeutung für den Tourismus hervor. Erforderlich sei jedoch bürgerschaftliches Engagement. Hatte der Fachausschuss bereits dem CDU-Antrag mehrheitlich zugestimmt, gab es im Haupt- und Finanzausschuss gestern das gleiche Stimmergebnis.

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