Unterricht in einer Landschafts-Skulptur Projekt am Gymnasium Petershagen zur Umgestaltung des Schulgeländes / Lehrer und Schüler arbeiten gemeinsam Von Uwe Vinke Petershagen (mt). Eine Schule kennzeichnet sich als guter Lernort, wenn die Schüler in die Belange der Schule eingebunden sind. Im Gymnasium sind sie bei zahlreichen Projekten beteiligt. So auch bei einem großen Projekt, das Schritt für Schritt umgesetzt werden soll: die Um- und Neugestaltung des großen Schulgeländes.Im April 2009 bildete sich in der Schule eine Arbeitsgruppe, die sich die Entwicklung eines zukunftsfähigen Gesamtkonzeptes zur Umgestaltung des Schulgeländes als Ziel setzte. Die Projektleitung liegt in den Händen von Lehrer Hans Luckfiel, dem der Künstler Gunnar Heilmannn zur Seite steht. Heilmann leitete ein Kunstprojekt und unterrichtet stundenweise am Gymnasium.Die Arbeitsgruppe wird durch weitere Lehrkräfte mit spezifischen Kompetenzen ergänzt. Dazu gehören Dr. Inge Tatchen, die als Biologielehrerin, ihr Wissen einbringt, und Sabine Brokate, die als Kunstlehrerin Akzente setzt. Einzelne Aktionen wurden und werden in den Unterricht eingebunden und bieten den Schülern die aktive Teilnahme.Anlass der Initiative war der Neubau der Schulmensa. Mit der Baumaßnahme ergab sich die Chance einer grundlegenden Neugliederung des Schulgeländes. Angestrebt wurde den bestehenden Charakter der Schule als "Lernfabrik in einer Betonwüste" zeitgemäßen Erfordernissen entsprechend anzupassen und durch die Integration von Grünbereichen und einer abgestimmten Farbgestaltung der Gebäude neu zu akzentuieren. "Die Schule sollte einen repräsentativen Eingang erhalten", blick Lehrer Luckfiel zurück.Ziel war die sinnvolle Verknüpfung und Optimierung der erforderlichen und gewünschten Funktionen des Geländes als Pausenhof, Mensa-Aussenraum, Bewegungs-, Spiel- und Rückzugsraum sowie Parkplatz und Fahrradstellplatz. Zudem sollte das Gelände als Lernort für Freiklassen genutzt werden.Durch die Einbeziehung aller Nutzer, auch der Schüler, in Planung und Ausbau werde die Mitverantwortung der Schüler für ihre Schule gestärkt, erklärt Hans Luckfiel. Diese Mitverantwortung aller Jahrgangsstufen gehört in anderen Bereichen des Gymnasiums seit Jahren zum Schulalltag. So sind Schüler beim Tag der offenen Tür, beim Abiball, im Schulhofdienst, als Busbegleiter und als Schulsanitäter beteiligt.In Abstimmung mit Schulleitung und Stadtverwaltung seien die Pläne entwickelt worden, beschreibt Luckfiel das Vorgehen. Angesichts der Finanzlage ist sich die Arbeitsgruppe darüber im Klaren, dass nur die schrittweise Umsetzung der komplexen Gestaltungspläne möglich ist. "Die bisherigen Maßnahmen sind aus Spenden und Eigenmitteln der Schule finanziert worden", erklärt Hans Luckfiel.Geflossen sind die Mittel in das "Grüne Klassenzimmer". Es entsteht hinter dem Lehrerzimmer zwischen der Verwaltung und den Naturwissenschaften auf dem Gelände des ehemaligen Hausmeistergartens. Verknüpft wird dabei der Außenraum des Lehrerzimmers mit einem Lern- und Aufenthaltsort für Schüler.Entstehen wird eine Landschafts-Skulptur aus Holzdeck, Dünen, Vegetation und künstlichen Mauerrelikten. Sie soll den Lehrern als Naherholungsgebiet und den Schülern als Freiklasse zu Unterrichtszwecken dienen.Im Laufe der vergangenen Monate wurde von Schülern und Lehrern das Holzdeck aus Eichenbrettern angelegt. Seine wellenförmige Unebenheit ist das Besondere. Runde Formen, Erdhügel und ein Findling prägen das Bild des Holzdecks, das in Wegen ausläuft, die den noch fehlenden Garten durchziehen sollen."In den nächsten Wochen wird Mutterboden anliefert, der dann gemeinsam mit Schülern verteilt werden soll", blickt Koordinator Luckfiel voraus. Entstehen sollen dann auch natürliche Sitzgelegenheiten und Schreibunterlagen. Ziel ist es einen Plenumsbereich für Unterricht zu schaffen. Der Abschluss der Arbeiten ist bis Sommer nächsten Jahres anvisiert.Zur Pflege der neuen Anlage ist eine neue Arbeitsgemeinschaft geplant, in der Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe aktiv werden könnten. "Das soll über das Fach Biologie gesteuert werden", weiß Hans Luckfiel.Mit dem "Grünen Klassenzimmer" ist der erste Schritte getan. So sollen auch der Eingang auf den Schulhof sowie der Bereich an der Mensa umgestaltet werden. "Am abgerundeten Eingang könnte eine Hecke gepflanzt oder eine Mauer gesetzt werden", denkt Hans Luckfiel voraus.Nach der energetischen Sanierung des Hauptgebäudes ist eine farbliche Fassadengestaltung angedacht. Am Eingang an der Bremer Straße ist in die Umgestaltung ein Fahrradständer eingeplant. "Dafür fehlt der Stadt zurzeit aber das Geld", verweist Luckfiel auf die spätere Umsetzung.Ebenso ist es mit der Neugliederung des Pausenhofes. Angedacht sind Spiel- und Bewegungsanreize für die Schüler sowie zeitgemäße Aufenthaltsbereiche und Rückzugsräume. Diese Umsetzung ist mittel- bis langfristig geplant.

Unterricht in einer Landschafts-Skulptur

Petershagen (mt). Eine Schule kennzeichnet sich als guter Lernort, wenn die Schüler in die Belange der Schule eingebunden sind. Im Gymnasium sind sie bei zahlreichen Projekten beteiligt.

Auch Pausen gehörten zum Arbeitsalltag. - © Fotos: privat
Auch Pausen gehörten zum Arbeitsalltag. - © Fotos: privat

So auch bei einem großen Projekt, das Schritt für Schritt umgesetzt werden soll: die Um- und Neugestaltung des großen Schulgeländes.

Projektleiter Hans Luckfiel zeigt auf den Gartenteil, der noch gestaltet wird. - © MT-Foto: Vinke
Projektleiter Hans Luckfiel zeigt auf den Gartenteil, der noch gestaltet wird. - © MT-Foto: Vinke
Handwerkliches Können war auch bei Schülern gefragt.
Handwerkliches Können war auch bei Schülern gefragt.

Im April 2009 bildete sich in der Schule eine Arbeitsgruppe, die sich die Entwicklung eines zukunftsfähigen Gesamtkonzeptes zur Umgestaltung des Schulgeländes als Ziel setzte. Die Projektleitung liegt in den Händen von Lehrer Hans Luckfiel, dem der Künstler Gunnar Heilmannn zur Seite steht. Heilmann leitete ein Kunstprojekt und unterrichtet stundenweise am Gymnasium.

Die Arbeitsgruppe wird durch weitere Lehrkräfte mit spezifischen Kompetenzen ergänzt. Dazu gehören Dr. Inge Tatchen, die als Biologielehrerin, ihr Wissen einbringt, und Sabine Brokate, die als Kunstlehrerin Akzente setzt. Einzelne Aktionen wurden und werden in den Unterricht eingebunden und bieten den Schülern die aktive Teilnahme.

Anlass der Initiative war der Neubau der Schulmensa. Mit der Baumaßnahme ergab sich die Chance einer grundlegenden Neugliederung des Schulgeländes. Angestrebt wurde den bestehenden Charakter der Schule als "Lernfabrik in einer Betonwüste" zeitgemäßen Erfordernissen entsprechend anzupassen und durch die Integration von Grünbereichen und einer abgestimmten Farbgestaltung der Gebäude neu zu akzentuieren. "Die Schule sollte einen repräsentativen Eingang erhalten", blick Lehrer Luckfiel zurück.

Ziel war die sinnvolle Verknüpfung und Optimierung der erforderlichen und gewünschten Funktionen des Geländes als Pausenhof, Mensa-Aussenraum, Bewegungs-, Spiel- und Rückzugsraum sowie Parkplatz und Fahrradstellplatz. Zudem sollte das Gelände als Lernort für Freiklassen genutzt werden.

Durch die Einbeziehung aller Nutzer, auch der Schüler, in Planung und Ausbau werde die Mitverantwortung der Schüler für ihre Schule gestärkt, erklärt Hans Luckfiel. Diese Mitverantwortung aller Jahrgangsstufen gehört in anderen Bereichen des Gymnasiums seit Jahren zum Schulalltag. So sind Schüler beim Tag der offenen Tür, beim Abiball, im Schulhofdienst, als Busbegleiter und als Schulsanitäter beteiligt.

In Abstimmung mit Schulleitung und Stadtverwaltung seien die Pläne entwickelt worden, beschreibt Luckfiel das Vorgehen. Angesichts der Finanzlage ist sich die Arbeitsgruppe darüber im Klaren, dass nur die schrittweise Umsetzung der komplexen Gestaltungspläne möglich ist. "Die bisherigen Maßnahmen sind aus Spenden und Eigenmitteln der Schule finanziert worden", erklärt Hans Luckfiel.

Geflossen sind die Mittel in das "Grüne Klassenzimmer". Es entsteht hinter dem Lehrerzimmer zwischen der Verwaltung und den Naturwissenschaften auf dem Gelände des ehemaligen Hausmeistergartens. Verknüpft wird dabei der Außenraum des Lehrerzimmers mit einem Lern- und Aufenthaltsort für Schüler.

Entstehen wird eine Landschafts-Skulptur aus Holzdeck, Dünen, Vegetation und künstlichen Mauerrelikten. Sie soll den Lehrern als Naherholungsgebiet und den Schülern als Freiklasse zu Unterrichtszwecken dienen.

Im Laufe der vergangenen Monate wurde von Schülern und Lehrern das Holzdeck aus Eichenbrettern angelegt. Seine wellenförmige Unebenheit ist das Besondere. Runde Formen, Erdhügel und ein Findling prägen das Bild des Holzdecks, das in Wegen ausläuft, die den noch fehlenden Garten durchziehen sollen.

"In den nächsten Wochen wird Mutterboden anliefert, der dann gemeinsam mit Schülern verteilt werden soll", blickt Koordinator Luckfiel voraus. Entstehen sollen dann auch natürliche Sitzgelegenheiten und Schreibunterlagen. Ziel ist es einen Plenumsbereich für Unterricht zu schaffen. Der Abschluss der Arbeiten ist bis Sommer nächsten Jahres anvisiert.

Zur Pflege der neuen Anlage ist eine neue Arbeitsgemeinschaft geplant, in der Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe aktiv werden könnten. "Das soll über das Fach Biologie gesteuert werden", weiß Hans Luckfiel.

Mit dem "Grünen Klassenzimmer" ist der erste Schritte getan. So sollen auch der Eingang auf den Schulhof sowie der Bereich an der Mensa umgestaltet werden. "Am abgerundeten Eingang könnte eine Hecke gepflanzt oder eine Mauer gesetzt werden", denkt Hans Luckfiel voraus.

Nach der energetischen Sanierung des Hauptgebäudes ist eine farbliche Fassadengestaltung angedacht. Am Eingang an der Bremer Straße ist in die Umgestaltung ein Fahrradständer eingeplant. "Dafür fehlt der Stadt zurzeit aber das Geld", verweist Luckfiel auf die spätere Umsetzung.

Ebenso ist es mit der Neugliederung des Pausenhofes. Angedacht sind Spiel- und Bewegungsanreize für die Schüler sowie zeitgemäße Aufenthaltsbereiche und Rückzugsräume. Diese Umsetzung ist mittel- bis langfristig geplant.

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