Umleitung in Leese wird zur Belastung in Schlüsselburg und Wasserstraße Claudia Hyna Petershagen-Wasserstraße/Schlüsselburg. In den Ortschaften Wasserstraße und Schlüsselburg häufen sich seit einiger Zeit die Beschwerden über zu viele und zu schnelle Fahrzeuge. Hintergrund sind die Bauarbeiten und die damit verbundene Sperrung an der Bundesstraße im niedersächsischen Leese. Diese haben im vergangenen Jahr begonnen und sollen bis 2023 dauern. Von der Umleitung sind die Anwohner genervt. Einwohnerin Michiko Caminada beobachtet, dass zahlreiche Autofahrer an der Ampel der B482 nicht den Kreisel in Leese benutzen. Stattdessen nehmen sie den Klusberg in Wasserstraße, um nach Loccum zu fahren. Die Straße sei nicht dafür gemacht, dass beispielsweise zwei Lkw oder Busse aneinander vorbei fahren. Notgedrungen würde diese auf den Seitenstreifen ausweichen. Die Belastung von Lastwagen und Treckern mit Hänger, die „durch den Ort rasen“, sowie die Busse und Autos bezeichnet sie als „unerträglich“ – und das solle jahrelang so bleiben. In der Tat ist die Bundesstraße in Leese in Richtung Loccum noch voraussichtlich bis Anfange/Mitte 2023 gesperrt, heißt es von der Samtgemeinde Mittelweser.Die Ortsbürgermeister aus Wasserstraße und Schlüsselburg, Stefan Uhlmann (SPD) und Jens Baumgartl (CDU), haben sich an die Stadt Petershagen gewandt, da immer mehr Bürger von zu viel und zu schnellem Verkehr berichteten. „Wir haben beide das gleiche Problem“, begründet Uhlmann den gemeinsamen Weg. Erreicht wurde eine Begrenzung der Strecke nach Schlüsselburg auf Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen. Doch viele Lastwagenfahrer hielten sich nicht daran, so Uhlmann. Das werde bei der engen Bebauung ein Problem. Schlüsselburgs Ortsbürgermeister Jens Baumgartl hat die Firmen, deren Lkw durch die Ortschaft fuhren, direkt angeschrieben.Eine Ablastung für den Klusberg in Wasserstraße – von Uhlmann beantragt – auf 3,5 Tonnen sei hingegen nicht möglich, teilt die Stadt mit. Das hätten Anfragen bei der Polizei und beim Kreis ergeben. Seitens des Kreises konnte keine Auswirkung auf den Verkehr im Zusammenhang mit der Vollsperrung in Leese für die Straße Klusberg festgestellt werden, teilt die Pressestelle mit. Auch seien erfreulicherweise keine Unfälle oder besonderen Gefahrensituationen zu verzeichnen, heißt es weiter. Für ein Einschreiten in verkehrsrechtlicher Hinsicht (Installation von Verkehrszeichen) fehle es daher an den rechtlichen Voraussetzungen. Das findet die Unternehmerin Michiko Caminada besonders perfide: „Muss erst ein Unglück geschehen?“ Sie spricht von „Willkür des Amtes“. Die Stadt habe sich an die Stellungnahmen zu halten, entgegnet Tatjana Brast.Auch Leese selbst sei „leider extrem von innerörtlichen Schleichwegen von Pendlern betroffen“, sagt Christoph Breuer, Fachdienstleiter Tiefbau und Bauhof bei der Samtgemeinde. Das ist einer der Punkte, den Caminada nicht versteht: Warum ist keine Umleitung ausgeschildert, die den Schleichverkehr fernhält?, fragt sie. Denn wer nach Stolzenau wolle, müsse aktuell einen Umweg über Schlüsselburg fahren, der 15 Kilometer länger sei als die normale Strecke. „Wir wollen doch eigentlich klimaneutral werden“, kommentiert die Einwohnerin – so funktioniere das aber nicht. Tatjana Brast aus der Pressestelle weist auf die Umleitungsschilder an der B 61 und L770 hin. Doch nicht alle Fahrer halten sich daran.Immer wieder ist auch die Rede von deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen. So habe eine Messung – noch aus der Zeit vor der Baustelle – einen Autofahrer mit Tempo 143 auf dem Klusberg festgestellt. Die Straße verlaufe im ersten Teil zum Dorfende sehr gerade und verführe damit zum Rasen. Auch fehle ein Mittelstreifen. Sie sagt: Wer schützt die Bürger, Kinder, Tiere und letztlich auch die Nerven und Ruhe? Schließlich seien hier auch Leute mit Hunden oder Radfahrer unterwegs. Zu schnell gefahren werde ebenfalls auf der westlichen Seite der Bundesstraße, sagt Ortsbürgermeister Stefan Uhlmann. Wer vom Rittergut Schlüsselburg den Brückenweg Richtung B 482 befahre, hebe am Bahnübergang fast ab. Das Ordnungsamt habe ihm kürzlich verstärkte Kontrollen in Aussicht gestellt.Ingenieurin Michiko Caminada spricht sich für das Aufstellen eines Radargerätes aus. Das wurde bisher aber von Kreis und Polizei abgelehnt. Sie habe persönlich bei der Stadt nachgefragt – aber keine Antwort bekommen. „Das ärgert mich.“ Besonders viel Verkehr sei morgens in der Zeit von 5 bis 9 Uhr und dann wieder gegen 17 Uhr zu verzeichnen. Mit einem Blitzgerät könne der Kreis doch erhebliche Mehreinnahmen generieren, meint die Einwohnerin.Der zeitliche Aufwand der Arbeiten sei ein Skandal für sich, meint Caminada. Sie fragt sich, warum das Ganze so lange dauern muss. Das sei dem „Bauvolumen geschuldet“, sagt der Fachdienstleiter Tiefbau und Bauhof. Der erste Bauabschnitt hat 2020 begonnen, der zweite Abschnitt der Kanalerneuerung startete Ende August 2021. Der Sanierungsbereich ist in fünf Abschnitte eingeteilt. Betroffen ist aktuell der 2.050 Meter lange Sanierungsbereich längs der B 215 / 441 von der Tankstelle im Norden bis zum Kreisel im Süden. Das Ende der Sanierung ist für Anfang bis Mitte 2023 prognostiziert. Michiko Caminada und Ortsbürgermeister Uhlmann befürchten, dass das Projekt sich länger hinziehe – wie es beim ersten Abschnitt der Fall war. Bisher sei man nicht im Verzug, heißt es dazu aus Leese.

Umleitung in Leese wird zur Belastung in Schlüsselburg und Wasserstraße

klusberg Foto: hy

Petershagen-Wasserstraße/Schlüsselburg. In den Ortschaften Wasserstraße und Schlüsselburg häufen sich seit einiger Zeit die Beschwerden über zu viele und zu schnelle Fahrzeuge. Hintergrund sind die Bauarbeiten und die damit verbundene Sperrung an der Bundesstraße im niedersächsischen Leese. Diese haben im vergangenen Jahr begonnen und sollen bis 2023 dauern. Von der Umleitung sind die Anwohner genervt.

Einwohnerin Michiko Caminada beobachtet, dass zahlreiche Autofahrer an der Ampel der B482 nicht den Kreisel in Leese benutzen. Stattdessen nehmen sie den Klusberg in Wasserstraße, um nach Loccum zu fahren. Die Straße sei nicht dafür gemacht, dass beispielsweise zwei Lkw oder Busse aneinander vorbei fahren. Notgedrungen würde diese auf den Seitenstreifen ausweichen. Die Belastung von Lastwagen und Treckern mit Hänger, die „durch den Ort rasen“, sowie die Busse und Autos bezeichnet sie als „unerträglich“ – und das solle jahrelang so bleiben. In der Tat ist die Bundesstraße in Leese in Richtung Loccum noch voraussichtlich bis Anfange/Mitte 2023 gesperrt, heißt es von der Samtgemeinde Mittelweser.

Die Ortsbürgermeister aus Wasserstraße und Schlüsselburg, Stefan Uhlmann (SPD) und Jens Baumgartl (CDU), haben sich an die Stadt Petershagen gewandt, da immer mehr Bürger von zu viel und zu schnellem Verkehr berichteten. „Wir haben beide das gleiche Problem“, begründet Uhlmann den gemeinsamen Weg. Erreicht wurde eine Begrenzung der Strecke nach Schlüsselburg auf Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen. Doch viele Lastwagenfahrer hielten sich nicht daran, so Uhlmann. Das werde bei der engen Bebauung ein Problem. Schlüsselburgs Ortsbürgermeister Jens Baumgartl hat die Firmen, deren Lkw durch die Ortschaft fuhren, direkt angeschrieben.

Eine Ablastung für den Klusberg in Wasserstraße – von Uhlmann beantragt – auf 3,5 Tonnen sei hingegen nicht möglich, teilt die Stadt mit. Das hätten Anfragen bei der Polizei und beim Kreis ergeben. Seitens des Kreises konnte keine Auswirkung auf den Verkehr im Zusammenhang mit der Vollsperrung in Leese für die Straße Klusberg festgestellt werden, teilt die Pressestelle mit. Auch seien erfreulicherweise keine Unfälle oder besonderen Gefahrensituationen zu verzeichnen, heißt es weiter. Für ein Einschreiten in verkehrsrechtlicher Hinsicht (Installation von Verkehrszeichen) fehle es daher an den rechtlichen Voraussetzungen. Das findet die Unternehmerin Michiko Caminada besonders perfide: „Muss erst ein Unglück geschehen?“ Sie spricht von „Willkür des Amtes“. Die Stadt habe sich an die Stellungnahmen zu halten, entgegnet Tatjana Brast.

Auch Leese selbst sei „leider extrem von innerörtlichen Schleichwegen von Pendlern betroffen“, sagt Christoph Breuer, Fachdienstleiter Tiefbau und Bauhof bei der Samtgemeinde. Das ist einer der Punkte, den Caminada nicht versteht: Warum ist keine Umleitung ausgeschildert, die den Schleichverkehr fernhält?, fragt sie. Denn wer nach Stolzenau wolle, müsse aktuell einen Umweg über Schlüsselburg fahren, der 15 Kilometer länger sei als die normale Strecke. „Wir wollen doch eigentlich klimaneutral werden“, kommentiert die Einwohnerin – so funktioniere das aber nicht. Tatjana Brast aus der Pressestelle weist auf die Umleitungsschilder an der B 61 und L770 hin. Doch nicht alle Fahrer halten sich daran.

Immer wieder ist auch die Rede von deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen. So habe eine Messung – noch aus der Zeit vor der Baustelle – einen Autofahrer mit Tempo 143 auf dem Klusberg festgestellt. Die Straße verlaufe im ersten Teil zum Dorfende sehr gerade und verführe damit zum Rasen. Auch fehle ein Mittelstreifen. Sie sagt: Wer schützt die Bürger, Kinder, Tiere und letztlich auch die Nerven und Ruhe? Schließlich seien hier auch Leute mit Hunden oder Radfahrer unterwegs. Zu schnell gefahren werde ebenfalls auf der westlichen Seite der Bundesstraße, sagt Ortsbürgermeister Stefan Uhlmann. Wer vom Rittergut Schlüsselburg den Brückenweg Richtung B 482 befahre, hebe am Bahnübergang fast ab. Das Ordnungsamt habe ihm kürzlich verstärkte Kontrollen in Aussicht gestellt.

Ingenieurin Michiko Caminada spricht sich für das Aufstellen eines Radargerätes aus. Das wurde bisher aber von Kreis und Polizei abgelehnt. Sie habe persönlich bei der Stadt nachgefragt – aber keine Antwort bekommen. „Das ärgert mich.“ Besonders viel Verkehr sei morgens in der Zeit von 5 bis 9 Uhr und dann wieder gegen 17 Uhr zu verzeichnen. Mit einem Blitzgerät könne der Kreis doch erhebliche Mehreinnahmen generieren, meint die Einwohnerin.

Der zeitliche Aufwand der Arbeiten sei ein Skandal für sich, meint Caminada. Sie fragt sich, warum das Ganze so lange dauern muss. Das sei dem „Bauvolumen geschuldet“, sagt der Fachdienstleiter Tiefbau und Bauhof. Der erste Bauabschnitt hat 2020 begonnen, der zweite Abschnitt der Kanalerneuerung startete Ende August 2021. Der Sanierungsbereich ist in fünf Abschnitte eingeteilt. Betroffen ist aktuell der 2.050 Meter lange Sanierungsbereich längs der B 215 / 441 von der Tankstelle im Norden bis zum Kreisel im Süden. Das Ende der Sanierung ist für Anfang bis Mitte 2023 prognostiziert. Michiko Caminada und Ortsbürgermeister Uhlmann befürchten, dass das Projekt sich länger hinziehe – wie es beim ersten Abschnitt der Fall war. Bisher sei man nicht im Verzug, heißt es dazu aus Leese.

Die Sperrung in Leese führt zu vermehrtem Verkehr in Wasserstraße – hier ein Foto der Straße Klusberg – und Schlüsselburg, sagen einige Anlieger. Offenbar müssen einige Fahrzeuge im Begegnungsverkehr auf den Seitenstreifen ausweichen. MT-Foto: Alex Lehn - © lehn
Die Sperrung in Leese führt zu vermehrtem Verkehr in Wasserstraße – hier ein Foto der Straße Klusberg – und Schlüsselburg, sagen einige Anlieger. Offenbar müssen einige Fahrzeuge im Begegnungsverkehr auf den Seitenstreifen ausweichen. MT-Foto: Alex Lehn - © lehn
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