Trotz Kritik: Firma Ahrens plant ein Wertstoffzentrum Oliver Plöger Petershagen (mt). Erstmals sprachen Vertreter der Firma Ahrens in einer öffentlichen Veranstaltung über das Vorhaben, im Gewerbegebiet Lahde ein „Wertstoffzentrum Petershagen“ zu installieren, in dem „gefährliche und nicht gefährliche Stoffe“ gelagert und aufbereitet werden sollen. Dabei gestand Ahrens-Geschäftsführer Karsten Klein ein: „Wir haben das öffentliche Interesse an unserem Vorhaben unterschätzt. Im Nachhinein ist das ein Fehler gewesen.“ Gleichwohl halte das Unternehmen an dem Plan fest, die Fläche im Gewerbegebiet zu nutzen.Deutliche Kritik daran gab es in der Einwohnerversammlung, an der über 230 Bürger teilnahmen, darunter viele, die die Initiativen „Wir wehren uns“ und „Stoppt den Giftmüll“ unterstützen. Sowohl Bürgermeister Dieter Blume, der eingeladen hatte, als auch Wolfgang Riesner von „Stoppt den Giftmüll“ mussten während laufender Vorträge zur Ruhe ermahnen. Riesner: „Hört euch doch erst mal an, was die Ahrens-Leute zu erzählen haben.“Klein erinnerte an die erste Präsentation für umliegende Firmen im Juli, ebenso - am 10. August - an ein Gespräch im interfraktionellen Kreis. Der Standort sei prädestiniert, das Industriegebiet gut ausgebaut und verfüge über eine gute Verkehrsanbindung. Er liege nahe am Stammsitz in Stadthagen und sei eine strategische Ergänzung des Filialnetzes. Die Firma, seit 2010 zertifizierter Entsorgungsbetrieb, sei stolz darauf, Vertragspartner der Deutschen Bahn zu sein. Der aufbereitete Schotter werde wieder als Schotter eingesetzt, die Firma habe sich die „sinnvolle Verwertung von Hartgestein“ zur Aufgabe gemacht.Ahrens-Objektplaner Heiko Schapka machte klar: „Es wäre gelogen, zu sagen, dass Gleisschotter ungefährlich ist. Es gibt Stellen, die sind kontaminiert.“ Und bei der Wiederaufbereitung könne in der Tat nicht jeder Staub gebunden werden. Schapka: „Ist das nicht ehrlich?“ Schapka verwies auf die bestehenden Gutachten. Auch Karsten Klein meinte, dass die Aufbereitung kein Hexenwerk sei, alles sei klar definiert.Die Zwischenlagerung und Verwertung des gefährlichen Schotters erfolge in einer Wetterschutzhalle. In der geschlossenen Siebanlage würden die gefährlichen Bestandteile herausgesiebt und anschließend einer autorisierten Entsorgung zugeführt. Die Behandlung finde ausschließlich auf versiegelten Flächen statt.Die kritische Haltung im Publikum blieb. Peter Thiele von „Stoppt den Giftmüll“ konnte es nicht glauben, dass die Anlage so bleibe, wie sie jetzt gebaut werde. Thiele und weitere Redner verwiesen auf die im Raum stehenden 50 Fahrten oder Fahrbewegungen täglich. Im Mittel, so Klein, sollen es 36 sein. Und weiter: „Wir planen die Anlage auf zehn Jahre. Es wäre unseriös, jetzt zu sagen, dass wir in fünf oder sechs Jahren nicht über neue Dinge nachdenken.“ Frank Kirchner, Sprecher von „Wir wehren uns“, verwies auf Zeitungsberichte in Stadthagen, die nicht dazu geeignet seien, Vertrauen in die Firma zu schaffen. Klein: „Ich habe doch gesagt, wir alle machen Fehler. Und da haben wir einen Fehler gemacht.“ Eine Ablaufrinne sei nicht gereinigt worden und Wasser sei vom Gelände gelaufen. Das aber liege zwei Jahre zurück. Gegen Falschbehauptungen setze sich die Firma juristisch zur Wehr. „Das Wasser war unbelastet.“Und in Petershagen? Da bestehe laut Sigrid Krueger-Young („Wir wehren uns“) große Sorge, dass gesundheitsgefährdende Stoffe in die Umwelt gelangen. „Wir haben Angst, Krebs zu bekommen.“ Gerade in Gorspen-Vahlsen gebe es wieder viel junge Familien und viele Kinder. „Hier darf keine Einflugschneise von Staub sein“, so Krueger-Young. Dazu Karsten Klein: „Es wird keine krebserregenden Stoffe von der Anlage ausgehen, die nach Gorspen-Vahlsen gehen. Die Situation auf dem Grundstück ist beherrscht.“Für Torsten Dransfeld von „Wir wehren uns“ waren die Aussagen von Ahrens inakzeptabel. Er warf der Firma vor, respektlos mit den Bürgern umgegangen zu sein und fragte an Klein gerichtet: „Was wissen sie von den Menschen hier?“ Klein dazu: „So viel wie sie.“Dieter Blume hatte sich diese Veranstaltung sechs Monate früher gewünscht. Allein Ahrens sei dazu nicht bereit gewesen. Er danke der Firma dennoch, das Vorhaben hier und jetzt zu erläutern. Vertreter der Bezirksregierung, die bei der Genehmigung federführend ist, hatten laut Blume abgesagt.Wolfgang Riesner rief dazu auf, die Möglichkeit der Einwendung wahrzunehmen. Dazu habe jeder das Recht und könne dann auch am Erörterungstermin teilnehmen.

Trotz Kritik: Firma Ahrens plant ein Wertstoffzentrum

Petershagen (mt). Erstmals sprachen Vertreter der Firma Ahrens in einer öffentlichen Veranstaltung über das Vorhaben, im Gewerbegebiet Lahde ein „Wertstoffzentrum Petershagen“ zu installieren, in dem „gefährliche und nicht gefährliche Stoffe“ gelagert und aufbereitet werden sollen. Dabei gestand Ahrens-Geschäftsführer Karsten Klein ein: „Wir haben das öffentliche Interesse an unserem Vorhaben unterschätzt. Im Nachhinein ist das ein Fehler gewesen.“ Gleichwohl halte das Unternehmen an dem Plan fest, die Fläche im Gewerbegebiet zu nutzen.

Deutliche Kritik daran gab es in der Einwohnerversammlung, an der über 230 Bürger teilnahmen, darunter viele, die die Initiativen „Wir wehren uns“ und „Stoppt den Giftmüll“ unterstützen. Sowohl Bürgermeister Dieter Blume, der eingeladen hatte, als auch Wolfgang Riesner von „Stoppt den Giftmüll“ mussten während laufender Vorträge zur Ruhe ermahnen. Riesner: „Hört euch doch erst mal an, was die Ahrens-Leute zu erzählen haben.“

Klein erinnerte an die erste Präsentation für umliegende Firmen im Juli, ebenso - am 10. August - an ein Gespräch im interfraktionellen Kreis. Der Standort sei prädestiniert, das Industriegebiet gut ausgebaut und verfüge über eine gute Verkehrsanbindung. Er liege nahe am Stammsitz in Stadthagen und sei eine strategische Ergänzung des Filialnetzes. Die Firma, seit 2010 zertifizierter Entsorgungsbetrieb, sei stolz darauf, Vertragspartner der Deutschen Bahn zu sein. Der aufbereitete Schotter werde wieder als Schotter eingesetzt, die Firma habe sich die „sinnvolle Verwertung von Hartgestein“ zur Aufgabe gemacht.

Ahrens-Objektplaner Heiko Schapka machte klar: „Es wäre gelogen, zu sagen, dass Gleisschotter ungefährlich ist. Es gibt Stellen, die sind kontaminiert.“ Und bei der Wiederaufbereitung könne in der Tat nicht jeder Staub gebunden werden. Schapka: „Ist das nicht ehrlich?“ Schapka verwies auf die bestehenden Gutachten. Auch Karsten Klein meinte, dass die Aufbereitung kein Hexenwerk sei, alles sei klar definiert.

Die Zwischenlagerung und Verwertung des gefährlichen Schotters erfolge in einer Wetterschutzhalle. In der geschlossenen Siebanlage würden die gefährlichen Bestandteile herausgesiebt und anschließend einer autorisierten Entsorgung zugeführt. Die Behandlung finde ausschließlich auf versiegelten Flächen statt.

Die kritische Haltung im Publikum blieb. Peter Thiele von „Stoppt den Giftmüll“ konnte es nicht glauben, dass die Anlage so bleibe, wie sie jetzt gebaut werde. Thiele und weitere Redner verwiesen auf die im Raum stehenden 50 Fahrten oder Fahrbewegungen täglich. Im Mittel, so Klein, sollen es 36 sein. Und weiter: „Wir planen die Anlage auf zehn Jahre. Es wäre unseriös, jetzt zu sagen, dass wir in fünf oder sechs Jahren nicht über neue Dinge nachdenken.“ Frank Kirchner, Sprecher von „Wir wehren uns“, verwies auf Zeitungsberichte in Stadthagen, die nicht dazu geeignet seien, Vertrauen in die Firma zu schaffen. Klein: „Ich habe doch gesagt, wir alle machen Fehler. Und da haben wir einen Fehler gemacht.“ Eine Ablaufrinne sei nicht gereinigt worden und Wasser sei vom Gelände gelaufen. Das aber liege zwei Jahre zurück. Gegen Falschbehauptungen setze sich die Firma juristisch zur Wehr. „Das Wasser war unbelastet.“

Und in Petershagen? Da bestehe laut Sigrid Krueger-Young („Wir wehren uns“) große Sorge, dass gesundheitsgefährdende Stoffe in die Umwelt gelangen. „Wir haben Angst, Krebs zu bekommen.“ Gerade in Gorspen-Vahlsen gebe es wieder viel junge Familien und viele Kinder. „Hier darf keine Einflugschneise von Staub sein“, so Krueger-Young. Dazu Karsten Klein: „Es wird keine krebserregenden Stoffe von der Anlage ausgehen, die nach Gorspen-Vahlsen gehen. Die Situation auf dem Grundstück ist beherrscht.“

Für Torsten Dransfeld von „Wir wehren uns“ waren die Aussagen von Ahrens inakzeptabel. Er warf der Firma vor, respektlos mit den Bürgern umgegangen zu sein und fragte an Klein gerichtet: „Was wissen sie von den Menschen hier?“ Klein dazu: „So viel wie sie.“

Dieter Blume hatte sich diese Veranstaltung sechs Monate früher gewünscht. Allein Ahrens sei dazu nicht bereit gewesen. Er danke der Firma dennoch, das Vorhaben hier und jetzt zu erläutern. Vertreter der Bezirksregierung, die bei der Genehmigung federführend ist, hatten laut Blume abgesagt.

Wolfgang Riesner rief dazu auf, die Möglichkeit der Einwendung wahrzunehmen. Dazu habe jeder das Recht und könne dann auch am Erörterungstermin teilnehmen.

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