Tierpfleger halten FC-Köln-Maskottchen Hennes im Lockdown bei Laune Sebastian Radermacher Köln/Petershagen. Besucher hat Hennes an seinem Gehege schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen. Um genau zu sein seit dem 2. November, denn an diesem Tag musste der Kölner Zoo coronabedingt erneut schließen. Dem Bock aus Petershagen, der seit Sommer 2018 im Zoo der Domstadt lebt und seit August 2019 das Maskottchen des 1. FC Köln ist, scheint der Lockdown aber die Laune nicht zu verderben, wie Zoo-Sprecher Christoph Schütt im MT-Gespräch berichtet. „Hennes geht es weiterhin sehr gut hier. Er fühlt sich spürbar wohl und gedeiht prächtig“, sagt er. Ob dem Tier, das vom Biolandhof Dörmann in Petersagen-Ilse stammt, die lange Zeit ohne Gäste und Trubel womöglich schaden könnte? Schließlich musste der Zoo bereits im vergangenen Frühjahr fast zwei Monate wegen der Pandemie abgeriegelt werden. Christoph Schütt denkt nicht, dass die Situation den Bock belastet. Hennes und seine tierische Freundin Ilse, die den Weg von Petershagen in die Domstadt mit ihm angetreten hatte und mit der er im vergangenen Jahr für Nachwuchs gesorgt hat, würden genauso gut versorgt wie an jedem anderen Tag auch, betont Schütt. Dies gelte übrigens für alle der 10.000 Tiere im Kölner Zoo. Und es gibt für den Bock auch ohne die tausenden Besucher am Tag genug Programm. Denn am Alltag hat sich für Hennes im Lockdown nichts geändert. „Alles läuft so ab wie zu normalen Zeiten“, sagt Schütt. Das bedeutet: Die Pfleger lassen sich immer wieder Beschäftigungsübungen einfallen, um das Tier bei Laune zu halten. Das ist auch notwendig, denn: „Hennes ist ein schlaues Tier. Er kann viel und will gefordert werden“, berichtet Schütt. Zwar könne das Pflegerteam aktuell wegen Kurzarbeit einige Übungen mit Hennes und den übrigen Tieren nicht in Angriff nehmen („die Kür“), aber das normale Programm laufe weiter, so der Sprecher. Die Corona-Pandemie mit den monatelangen Schließungen hat den Kölner Zoo hart getroffen. „Die Situation ist allgemein schwierig“, sagt Christoph Schütt. Der Zoo verzeichne nahezu keine Einnahmen, habe aber weiterhin fast alle Ausgaben zu stemmen. Immerhin: Das Interesse an einem Zoobesuch scheint nach wie vor groß zu sein. Im vergangenen Sommer durfte der Tierpark unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Maximal 4.919 Besucher waren gleichzeitig auf dem mehr als 30.000 Quadratmeter großen Areal erlaubt. „Als wir öffneten, waren die Besucher sofort wieder da“, berichtet der Sprecher. Das sei ein positives Signal gewesen. Für die Gäste ist Ziegenbock Hennes immer ein Highlight. „Er ist das bekannteste Tier-Maskottchen der Welt und hat natürlich einen hohen Promi-Faktor“, sagt Schütt. Und der Bock kann den Besuchern auch etwas bieten. So kann er sich auf Kommando auf zwei Pfoten stellen, sich verneigen oder an eine Hauswand lehnen. Zudem läuft er gut an der Leine – was wichtig ist, falls er bald wieder bei den Fußballspielen im Stadion dabei sein darf. Dass der Bock keine Scheu vor Menschenmassen hat und sich an der Leine führen lässt, war übrigens eine der Grundvoraussetzungen für den „Job“ als Maskottchen, erzählt Schütt. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 und den darauf folgenden Geisterspielen war Hennes nicht mehr im Stadion. Wie das Tier reagieren wird, wenn nach so langer Zeit mal wieder eine Partie vor 50.000 jubelnden Fans ansteht? Christoph Schütt macht sich keine Sorgen: „Unsere Erfahrung zeigt, dass Hennes diese Situationen sehr gut abkann.“ Für seinen nächsten Auftritt an der Seitenlinie übt Hennes übrigens an einer besonderen Aktion: an der La-Ola-Welle. Wenn also die Fans im Stadion reihum nacheinander aufstehen und die Hände in die Höhe recken, könnte künftig auch das Maskottchen bei der Choreographie mitmachen. Wann dies der Fall sein wird, steht aber noch in den Sternen.

Tierpfleger halten FC-Köln-Maskottchen Hennes im Lockdown bei Laune

ARCHIV – 23.08.2019, Nordrhein-Westfalen, Köln: Fußball: Bundesliga, 1. FC Köln – Borussia Dortmund, 2. Spieltag. Kölns Maskottchen, Hennes IX, steht am Spielfeldrand. Auf der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln am Sonntag soll das Präsidium neu gewählt werden. Foto: Marius Becker/dpa – WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit Foto: Marius Becker © Verwendung weltweit

Köln/Petershagen. Besucher hat Hennes an seinem Gehege schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen. Um genau zu sein seit dem 2. November, denn an diesem Tag musste der Kölner Zoo coronabedingt erneut schließen. Dem Bock aus Petershagen, der seit Sommer 2018 im Zoo der Domstadt lebt und seit August 2019 das Maskottchen des 1. FC Köln ist, scheint der Lockdown aber die Laune nicht zu verderben, wie Zoo-Sprecher Christoph Schütt im MT-Gespräch berichtet.

„Hennes geht es weiterhin sehr gut hier. Er fühlt sich spürbar wohl und gedeiht prächtig“, sagt er. Ob dem Tier, das vom Biolandhof Dörmann in Petersagen-Ilse stammt, die lange Zeit ohne Gäste und Trubel womöglich schaden könnte? Schließlich musste der Zoo bereits im vergangenen Frühjahr fast zwei Monate wegen der Pandemie abgeriegelt werden. Christoph Schütt denkt nicht, dass die Situation den Bock belastet. Hennes und seine tierische Freundin Ilse, die den Weg von Petershagen in die Domstadt mit ihm angetreten hatte und mit der er im vergangenen Jahr für Nachwuchs gesorgt hat, würden genauso gut versorgt wie an jedem anderen Tag auch, betont Schütt. Dies gelte übrigens für alle der 10.000 Tiere im Kölner Zoo.

Pfleger Jens Krause trainiert im Kölner Zoo mit Hennes IX. Foto: Kölner Zoo - © Kölner Zoo
Pfleger Jens Krause trainiert im Kölner Zoo mit Hennes IX. Foto: Kölner Zoo - © Kölner Zoo

Und es gibt für den Bock auch ohne die tausenden Besucher am Tag genug Programm. Denn am Alltag hat sich für Hennes im Lockdown nichts geändert. „Alles läuft so ab wie zu normalen Zeiten“, sagt Schütt. Das bedeutet: Die Pfleger lassen sich immer wieder Beschäftigungsübungen einfallen, um das Tier bei Laune zu halten. Das ist auch notwendig, denn: „Hennes ist ein schlaues Tier. Er kann viel und will gefordert werden“, berichtet Schütt. Zwar könne das Pflegerteam aktuell wegen Kurzarbeit einige Übungen mit Hennes und den übrigen Tieren nicht in Angriff nehmen („die Kür“), aber das normale Programm laufe weiter, so der Sprecher.

Friedrich Dörmann aus Ilse hatte den Bock 2018 an den Kölner Zoo verkauft. MT-Archiv: Lehn - © Lehn Alexander
Friedrich Dörmann aus Ilse hatte den Bock 2018 an den Kölner Zoo verkauft. MT-Archiv: Lehn - © Lehn Alexander

Die Corona-Pandemie mit den monatelangen Schließungen hat den Kölner Zoo hart getroffen. „Die Situation ist allgemein schwierig“, sagt Christoph Schütt. Der Zoo verzeichne nahezu keine Einnahmen, habe aber weiterhin fast alle Ausgaben zu stemmen. Immerhin: Das Interesse an einem Zoobesuch scheint nach wie vor groß zu sein. Im vergangenen Sommer durfte der Tierpark unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Maximal 4.919 Besucher waren gleichzeitig auf dem mehr als 30.000 Quadratmeter großen Areal erlaubt. „Als wir öffneten, waren die Besucher sofort wieder da“, berichtet der Sprecher. Das sei ein positives Signal gewesen.

Für die Gäste ist Ziegenbock Hennes immer ein Highlight. „Er ist das bekannteste Tier-Maskottchen der Welt und hat natürlich einen hohen Promi-Faktor“, sagt Schütt. Und der Bock kann den Besuchern auch etwas bieten. So kann er sich auf Kommando auf zwei Pfoten stellen, sich verneigen oder an eine Hauswand lehnen. Zudem läuft er gut an der Leine – was wichtig ist, falls er bald wieder bei den Fußballspielen im Stadion dabei sein darf. Dass der Bock keine Scheu vor Menschenmassen hat und sich an der Leine führen lässt, war übrigens eine der Grundvoraussetzungen für den „Job“ als Maskottchen, erzählt Schütt.

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 und den darauf folgenden Geisterspielen war Hennes nicht mehr im Stadion. Wie das Tier reagieren wird, wenn nach so langer Zeit mal wieder eine Partie vor 50.000 jubelnden Fans ansteht? Christoph Schütt macht sich keine Sorgen: „Unsere Erfahrung zeigt, dass Hennes diese Situationen sehr gut abkann.“ Für seinen nächsten Auftritt an der Seitenlinie übt Hennes übrigens an einer besonderen Aktion: an der La-Ola-Welle. Wenn also die Fans im Stadion reihum nacheinander aufstehen und die Hände in die Höhe recken, könnte künftig auch das Maskottchen bei der Choreographie mitmachen. Wann dies der Fall sein wird, steht aber noch in den Sternen.

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