TV-Auftritt bei "Das perfekte Dinner": Dieser Petershäger kocht wie ein Profi Claudia Hyna Petershagen-Lahde. Dies ist nicht die Geschichte von Dennis Biermann, der seiner Mutter schon als kleiner Junge in der Küche geholfen hat. Klein-Dennis freute sich lediglich über das gute Essen und hielt ansonsten die Füße still. Erst als er für seine Mahlzeiten selbst verantwortlich war, begann er, am Herd zu experimentieren. Seit Kurzem bekocht er Menschen in seinem Feinkostgewölbe. Jetzt war er Teilnehmer in der Fernsehshow „Das perfekte Dinner – Wer ist der Profi?“. Die letzte Folge läuft am heutigen Freitagabend um 19 Uhr auf Vox. Der 40-Jährige aus Lahde landete auf dem dritten Platz (von 5), damit war er besser als der Profikoch, der sich mit dem vierten begnügen musste. Biermann ist „super zufrieden“ mit seinem Abschneiden, wie er sagt. Aus seinen Fehlern könne er nur lernen, meint er. Für den Laien klingt sein Drei-Gang-Menü nach höchster Kochkunst: Die Vorspeise bestand aus Rote Beete-Carpaccio mit karamellisierten Nüssen und Blüten samt geräucherter Entenbrust, als Hauptgang reichte er Artischocken-Weißwein-Risotto mit Rinderfilet, zum Dessert gab es Rote-Beeren-Eis, Tonkabohnen-Zabaione und Zitrusfrüchtekompott. Das Hauptgericht sei zu langweilig und bodenständig gewesen, sagt er selbstkritisch. Und die Rubrik Nachtisch sei einfach nicht sein Ding. Dabei habe er vor allem handwerkliche Fehler gemacht. Das Eis schmolz schon, bevor es auf dem Teller landete und überhaupt habe die Fluffigkeit gefehlt. Vier bis sechs Stunden Zeit hatte er inklusive Vorbereitung zum Kochen. Erschwerend hinzu kam, dass Dunstabzug und Spülmaschine wegen der unerwünschten Geräuschkulisse ausgeschaltet bleiben mussten. „Total aufgeregt“ sei er beim Dreh gewesen, am schlimmsten aber war das Kopfkino vorab. Beim Schnippeln kehrte dann wieder Ruhe ein, da war er in seinem Metier. Im Fernsehen überzeugte er die anderen Bewerber mit seinem souveränen Auftreten. Lange Zeit glaubten einige sogar, bei Dennis handele es sich um den Profi. Kein Wunder, wie er in der heimischen Küche die einzelnen Arbeitsschritte erklärt, das zeugt von der Gelassenheit und Routine eines Könners. Die Idee zur Teilnahme am Perfekten Dinner entstand „aus einer Schnapslaune heraus“, so der gelernte Kfz-Meister. Ohne sein Wissen meldete sich seine Frau Katharina beim Sender, der dann einige Wochen später bei ihm anrief. Drehtermin war bereits im Januar des Jahres, in dieser Woche lief dann die Ausstrahlung der fünf Teile. Vor allem mit der tollen Gruppe hätten ihm die Dreharbeiten riesigen Spaß gemacht. Bis heute halten sie Kontakt. Es muss mehr als Bratwurst geben, das waren vor rund 15 Jahren Dennis Biermanns Überlegungen, die ihm am Grill durch den Kopf gingen. Er legte mehr Wert auf Beilagen, probierte niedrig temperiertes Grillen und auch das Räuchern. Biermann las Kochbücher, machte Kurse und stellte sich für die Familie immer öfter an den Herd. Der Nachtisch ist ihm dabei nach eigenen Angaben noch nie gut gelungen. Das sei die Domäne seiner Frau Katharina, die er als Organisationstalent bezeichnet. „Ich hingegen bin ein verwirrter Schussel.“ Nur so ist es zu erklären, dass er mal eine Sauce Bolognese derart mit Zimt überwürzt hat, dass er sie am Ende alleine essen muste. Das Wohnzimmerrestaurant hatte das Ehepaar 2019 ins Leben gerufen. Zuvor hatte Dennis Biermann seinen Gästen bei Weinproben immer öfter kleine Häppchen gereicht, aus denen bald größere Gerichte wurden – bis er schließlich Freunden Fünf-bis Sechs-Gänge-Menüs servierte. Als der Kundendienst quasi Dauergast in der Küche war, weil sie auf diesen Einsatz nicht ausgerichtet war, gab es die Überlegung, das Ganze auf professionelle Ebene zu heben. Schließlich eröffnete er im September das Feinkostgewölbe im Habichtshof in Eldagsen. Hier gibt es Dinnerabende, Kochkurse und als regelmäßigen Termin den After-Work-Monday, gekocht wird in einer Haushaltsküche mit Profi-Elementen. Crossover nennt der Hobbykoch das, was er dort an festen Terminen zaubert (www.feinkostgewoelbe.de). Wenn er schnippeln, würzen und marinieren kann, ist er seinem Element. Garam Masala, Zitronenpfeffer, getrocknete Kräuter, da gerät er ins Schwärmen. Nicht runter kriegt er Meeresfrüchte aller Art. „Ich habs probiert, es geht nicht.“ Dabei hat er durchaus einen Hang fürs Exotische. Etwa, wenn er die Kohlwurst zum Grünkohl grillt, in Zitronen-Chili-Karamell wendet und Bonbons daraus formt, die er wiederum auf den angebratenen Grünkohl legt. Ein Lieblingsgericht hat Dennis Biermann nicht. Es muss auch nicht täglich Gourmetküche sein, an stressigen Abenden schiebt er schon mal eine Fertigpizza in den Ofen. Besonders liebt er die Abende in der griechischen Taverne im Ort, die sind einmal in der Woche Pflicht. „Essen hält Leib und Seele zusammen. Es gibt nichts Schöneres als Essen in einer guten Runde zu genießen“, sagt der 40-jährige Selfmade-Koch und Genießer mit Überzeugung. Ob er sich vorstellen könnte, seinen Job als Vertriebsangestellter an den Nagel zu hängen und nur noch zu kochen? Er schüttelt den Kopf. Denn erstens habe Corona gezeigt, wie anfällig die Branche ist. Und zweitens sei das tägliche Kochen auf Restaurant-Ebene ein harter Kampf. Für ihn hingegen soll Kochen ein schöner und entspannter Ausgleich zum Alltag sein. Das schönste Lob ist für ihn, wenn die Gäste mit einem Lächeln nach Hause gehen. Eine besondere Herausforderung liegt an diesem Wochenende vor ihm. Erstmals fährt er mit seiner Frau im Camper ins Blaue, gekocht wird auf zwei Platten. Sein Hang zum Experimentieren kommt ihm da entgegen. Ach Biermann, sagt er zu sich selber, das probierst du einfach aus.

TV-Auftritt bei "Das perfekte Dinner": Dieser Petershäger kocht wie ein Profi

Gastgeber Dennis Biermann musste ganz schön wirbeln, um den Hobbyköchen ein Drei-Gang-Menü im Wohnzimmer zu servieren. Geschmacklich finden sie es 1a, nur beim Nachtisch gab es Punktabzug. Foto: TVNow / ITV Studios © Die Verwendung des Materials der Mediengruppe RTL ist nur zur redaktionellen Berichterstattung im Zusammenhang mit der Sendung u

Petershagen-Lahde. Dies ist nicht die Geschichte von Dennis Biermann, der seiner Mutter schon als kleiner Junge in der Küche geholfen hat. Klein-Dennis freute sich lediglich über das gute Essen und hielt ansonsten die Füße still. Erst als er für seine Mahlzeiten selbst verantwortlich war, begann er, am Herd zu experimentieren. Seit Kurzem bekocht er Menschen in seinem Feinkostgewölbe. Jetzt war er Teilnehmer in der Fernsehshow „Das perfekte Dinner – Wer ist der Profi?“. Die letzte Folge läuft am heutigen Freitagabend um 19 Uhr auf Vox.

Der 40-Jährige aus Lahde landete auf dem dritten Platz (von 5), damit war er besser als der Profikoch, der sich mit dem vierten begnügen musste. Biermann ist „super zufrieden“ mit seinem Abschneiden, wie er sagt. Aus seinen Fehlern könne er nur lernen, meint er. Für den Laien klingt sein Drei-Gang-Menü nach höchster Kochkunst: Die Vorspeise bestand aus Rote Beete-Carpaccio mit karamellisierten Nüssen und Blüten samt geräucherter Entenbrust, als Hauptgang reichte er Artischocken-Weißwein-Risotto mit Rinderfilet, zum Dessert gab es Rote-Beeren-Eis, Tonkabohnen-Zabaione und Zitrusfrüchtekompott.

Dennis Biermann bezeichnet seinen Kochstil als Crossover. Foto: privat - © ID T Fotografie
Dennis Biermann bezeichnet seinen Kochstil als Crossover. Foto: privat - © ID T Fotografie

Das Hauptgericht sei zu langweilig und bodenständig gewesen, sagt er selbstkritisch. Und die Rubrik Nachtisch sei einfach nicht sein Ding. Dabei habe er vor allem handwerkliche Fehler gemacht. Das Eis schmolz schon, bevor es auf dem Teller landete und überhaupt habe die Fluffigkeit gefehlt. Vier bis sechs Stunden Zeit hatte er inklusive Vorbereitung zum Kochen. Erschwerend hinzu kam, dass Dunstabzug und Spülmaschine wegen der unerwünschten Geräuschkulisse ausgeschaltet bleiben mussten.

Dennis Biermann in der heimischen Küche. - © Foto: Hyna
Dennis Biermann in der heimischen Küche. - © Foto: Hyna

„Total aufgeregt“ sei er beim Dreh gewesen, am schlimmsten aber war das Kopfkino vorab. Beim Schnippeln kehrte dann wieder Ruhe ein, da war er in seinem Metier. Im Fernsehen überzeugte er die anderen Bewerber mit seinem souveränen Auftreten. Lange Zeit glaubten einige sogar, bei Dennis handele es sich um den Profi. Kein Wunder, wie er in der heimischen Küche die einzelnen Arbeitsschritte erklärt, das zeugt von der Gelassenheit und Routine eines Könners.

Dennis Biermann. Foto: privat - © ID T Fotografie
Dennis Biermann. Foto: privat - © ID T Fotografie

Die Idee zur Teilnahme am Perfekten Dinner entstand „aus einer Schnapslaune heraus“, so der gelernte Kfz-Meister. Ohne sein Wissen meldete sich seine Frau Katharina beim Sender, der dann einige Wochen später bei ihm anrief. Drehtermin war bereits im Januar des Jahres, in dieser Woche lief dann die Ausstrahlung der fünf Teile. Vor allem mit der tollen Gruppe hätten ihm die Dreharbeiten riesigen Spaß gemacht. Bis heute halten sie Kontakt.

Es muss mehr als Bratwurst geben, das waren vor rund 15 Jahren Dennis Biermanns Überlegungen, die ihm am Grill durch den Kopf gingen. Er legte mehr Wert auf Beilagen, probierte niedrig temperiertes Grillen und auch das Räuchern. Biermann las Kochbücher, machte Kurse und stellte sich für die Familie immer öfter an den Herd. Der Nachtisch ist ihm dabei nach eigenen Angaben noch nie gut gelungen. Das sei die Domäne seiner Frau Katharina, die er als Organisationstalent bezeichnet. „Ich hingegen bin ein verwirrter Schussel.“ Nur so ist es zu erklären, dass er mal eine Sauce Bolognese derart mit Zimt überwürzt hat, dass er sie am Ende alleine essen muste.

Das Wohnzimmerrestaurant hatte das Ehepaar 2019 ins Leben gerufen. Zuvor hatte Dennis Biermann seinen Gästen bei Weinproben immer öfter kleine Häppchen gereicht, aus denen bald größere Gerichte wurden – bis er schließlich Freunden Fünf-bis Sechs-Gänge-Menüs servierte. Als der Kundendienst quasi Dauergast in der Küche war, weil sie auf diesen Einsatz nicht ausgerichtet war, gab es die Überlegung, das Ganze auf professionelle Ebene zu heben. Schließlich eröffnete er im September das Feinkostgewölbe im Habichtshof in Eldagsen. Hier gibt es Dinnerabende, Kochkurse und als regelmäßigen Termin den After-Work-Monday, gekocht wird in einer Haushaltsküche mit Profi-Elementen.

Crossover nennt der Hobbykoch das, was er dort an festen Terminen zaubert (www.feinkostgewoelbe.de). Wenn er schnippeln, würzen und marinieren kann, ist er seinem Element. Garam Masala, Zitronenpfeffer, getrocknete Kräuter, da gerät er ins Schwärmen. Nicht runter kriegt er Meeresfrüchte aller Art. „Ich habs probiert, es geht nicht.“ Dabei hat er durchaus einen Hang fürs Exotische. Etwa, wenn er die Kohlwurst zum Grünkohl grillt, in Zitronen-Chili-Karamell wendet und Bonbons daraus formt, die er wiederum auf den angebratenen Grünkohl legt.

Ein Lieblingsgericht hat Dennis Biermann nicht. Es muss auch nicht täglich Gourmetküche sein, an stressigen Abenden schiebt er schon mal eine Fertigpizza in den Ofen. Besonders liebt er die Abende in der griechischen Taverne im Ort, die sind einmal in der Woche Pflicht. „Essen hält Leib und Seele zusammen. Es gibt nichts Schöneres als Essen in einer guten Runde zu genießen“, sagt der 40-jährige Selfmade-Koch und Genießer mit Überzeugung. Ob er sich vorstellen könnte, seinen Job als Vertriebsangestellter an den Nagel zu hängen und nur noch zu kochen? Er schüttelt den Kopf. Denn erstens habe Corona gezeigt, wie anfällig die Branche ist. Und zweitens sei das tägliche Kochen auf Restaurant-Ebene ein harter Kampf. Für ihn hingegen soll Kochen ein schöner und entspannter Ausgleich zum Alltag sein. Das schönste Lob ist für ihn, wenn die Gäste mit einem Lächeln nach Hause gehen.

Eine besondere Herausforderung liegt an diesem Wochenende vor ihm. Erstmals fährt er mit seiner Frau im Camper ins Blaue, gekocht wird auf zwei Platten. Sein Hang zum Experimentieren kommt ihm da entgegen. Ach Biermann, sagt er zu sich selber, das probierst du einfach aus.

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