Steter Tropfen: Weserradweg in Ovenstädt endlich saniert Oliver Plöger Petershagen-Ovenstädt. Auch wenn es bei den Radwegen in Petershagen noch „Luft nach oben“ gebe, sei er doch mit dem Ergebnis der Sanierungsarbeiten in Ovenstädt sehr einverstanden. So Joachim Römermann, Radtourenleiter beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), Kreisverband Minden-Lübbecke. Auf einer Länge von fünf Kilometern zwischen Ovenstädt und Glissen hatte der Kreis eine neue Asphaltdeckschicht aufgebracht. Und diese neue Schicht, so Römermann, sei auch dringend notwendig gewesen: Schlaglöcher ohne Ende, überhaupt keine Markierungen, ein „Möchtegern-Radweg“ war das, wie Römermann meinte. Er selbst befahre die Strecke nahezu täglich zu seiner Arbeit und war schon lange der Meinung, dass der Abschnitt für den Weserradweg, einen der meist befahrenen Radwege in Deutschland, ein schlechtes Aushängeschild sei. So konnte es nicht weitergehen. Mehrfach Kritik war auch von Klaus Thater gekommen, ebenfalls Radwege-Nutzer aus Ovenstädt: „Ab 2004 haben wir gegenüber dem Kreis immer wieder auf den schlechten Zustand hingewiesen. Nachdem der Weg dann geschottert wurde, war er zwei Jahre später schon wieder in einem schlechten Zustand.“ Seit 2018, so erinnert sich Thater, konnten sich zwei Fahrräder mit Anhänger schon gar nicht mehr begegnen, da auf beiden Seiten jeweils 20 Zentimeter Gras gewachsen war. Auch Scooter oder andere kleine Fahrzeuge hätten den Weg nicht mehr nutzen können. Jetzt, so auch Joachim Römermann, sei der Radweg wieder ein touristisches Highlight. „Das war teuer, wird aber langfristig halten“, sind sich Thater und Römermann sicher. Die Arbeiten seien im vorgesehenen Zeitplan fertig geworden, der Radweg musste für anderthalb Wochen voll gesperrt werden, eine Umleitung war ausgeschildert. Was den Weserradweg in Petershagen und auch andere Radwege hier betrifft, gebe es noch eine Wunschliste, so Römermann, der von Schutzhütten, Schlauchautomaten oder E-Bike-Ladestationen träumt. Gewünscht hatte er sich auch, dass der Abschnitt in Petershagen nicht nur auf 2,10 Metern Breite, sondern auf 2,50 Metern wieder hergestellt worden wäre – eben wegen der Begegnungen von Lastenfahrrädern oder Fahrrädern mit Anhängern. „Das ist heute eigentlich Standard“, sagt Römermann. Für die Ausmaße allerdings gibt es einen Grund: Gebaut wurde der Radweg nämlich auf der ehemaligen Bahntrasse. „Damals eine Sensation“, so Römermann. Auch Klaus Thater erinnert sich genau an die „Glanzzeit“ der Mindener Kreisbahnen, auch an jene Jahre, als hier noch Dampfloks fuhren. Den Beschluss des MKB-Aufsichtsrats, die Strecke stillzulegen, gab es 1980. Aufwand und laufende Unterhaltungskosten stünden in keinem Verhältnis, hieß es damals. Aus der Politik war der Vorschlag gekommen, den Bahnkörper als Radweg zu nutzen. Dann – am 9. Juni 1985 – gab es die feierliche Einweihung des Abschnitts als Teil des Weserradweges. Einige Jahre ging alles gut, dann zeigte die Strecke erste Macken. Klaus Thater: „Schon Ende der neunziger Jahre war der Radweg in einem schlechten Zustand.“ Dass der Kreis Anfang dieses Jahres eine Sanierung ankündigte, ließ die Radler hoffen. Zunächst war es geplant, den Ausbau bis zum Industriemuseum in Gernheim voranzutreiben, dann aber gab es im Kreishaus eine neue Entscheidung: Insgesamt war von einem „nicht optimalen Zustand“ die Rede. „Der Ausbau bis Glissen ist kurzfristig mit in die Ausschreibung genommen worden, da sich der Zustand in diesem Abschnitt so verschlechtert hatte, dass aus Verkehrssicherungsgründen vorrangig gehandelt werden musste“, so gestern Mirjana Lenz aus der Pressestelle des Kreises. Insgesamt 183.000 Euro haben die Arbeiten nach Auskunft der Verwaltung gekostet, erledigt wurden sie von der Firma Schneider Tief- und Straßenbau aus Kirchlengern. Erst gestern sind die Sanierungen vom Kreis dann offiziell abgenommen worden. Mirjana Lenz: „Es gab keine Beanstandungen, der Radweg ist wieder freigegeben.“ Von der Qualität überzeugten sich auch Joachim Römermann und sein Sohn Matthis (13). Die „Jungfernfahrt“ sei gelungen, der Weg fahre sich gut, hieß es im Anschluss von den beiden. Damit erhöht sich die Chance für Petershagen, besser beim ADFC-Fahrrad-Klima Test 2020 abzuschneiden. Der soll unter fahrradklima-test.adfc.de deutlich machen, wo es noch Handlungsbedarf gibt. „Sicherlich auch in Petershagen“, wie Römermann sagt, der den Test organisatorisch begleitet und für das Frühjahr eine Präsentationsveranstaltung mit Bürgermeister und Landrätin ankündigt.

Steter Tropfen: Weserradweg in Ovenstädt endlich saniert

Gute Fahrt! Joachim Römermann vom ADFC und sein Sohn Matthis haben die neue Strecke schon getestet. Gestern war offizielle Abnahme durch den Kreis. © MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen-Ovenstädt. Auch wenn es bei den Radwegen in Petershagen noch „Luft nach oben“ gebe, sei er doch mit dem Ergebnis der Sanierungsarbeiten in Ovenstädt sehr einverstanden. So Joachim Römermann, Radtourenleiter beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), Kreisverband Minden-Lübbecke. Auf einer Länge von fünf Kilometern zwischen Ovenstädt und Glissen hatte der Kreis eine neue Asphaltdeckschicht aufgebracht. Und diese neue Schicht, so Römermann, sei auch dringend notwendig gewesen: Schlaglöcher ohne Ende, überhaupt keine Markierungen, ein „Möchtegern-Radweg“ war das, wie Römermann meinte. Er selbst befahre die Strecke nahezu täglich zu seiner Arbeit und war schon lange der Meinung, dass der Abschnitt für den Weserradweg, einen der meist befahrenen Radwege in Deutschland, ein schlechtes Aushängeschild sei. So konnte es nicht weitergehen.

Mehrfach Kritik war auch von Klaus Thater gekommen, ebenfalls Radwege-Nutzer aus Ovenstädt: „Ab 2004 haben wir gegenüber dem Kreis immer wieder auf den schlechten Zustand hingewiesen. Nachdem der Weg dann geschottert wurde, war er zwei Jahre später schon wieder in einem schlechten Zustand.“ Seit 2018, so erinnert sich Thater, konnten sich zwei Fahrräder mit Anhänger schon gar nicht mehr begegnen, da auf beiden Seiten jeweils 20 Zentimeter Gras gewachsen war. Auch Scooter oder andere kleine Fahrzeuge hätten den Weg nicht mehr nutzen können. Jetzt, so auch Joachim Römermann, sei der Radweg wieder ein touristisches Highlight. „Das war teuer, wird aber langfristig halten“, sind sich Thater und Römermann sicher. Die Arbeiten seien im vorgesehenen Zeitplan fertig geworden, der Radweg musste für anderthalb Wochen voll gesperrt werden, eine Umleitung war ausgeschildert.

Was den Weserradweg in Petershagen und auch andere Radwege hier betrifft, gebe es noch eine Wunschliste, so Römermann, der von Schutzhütten, Schlauchautomaten oder E-Bike-Ladestationen träumt. Gewünscht hatte er sich auch, dass der Abschnitt in Petershagen nicht nur auf 2,10 Metern Breite, sondern auf 2,50 Metern wieder hergestellt worden wäre – eben wegen der Begegnungen von Lastenfahrrädern oder Fahrrädern mit Anhängern. „Das ist heute eigentlich Standard“, sagt Römermann.

Für die Ausmaße allerdings gibt es einen Grund: Gebaut wurde der Radweg nämlich auf der ehemaligen Bahntrasse. „Damals eine Sensation“, so Römermann. Auch Klaus Thater erinnert sich genau an die „Glanzzeit“ der Mindener Kreisbahnen, auch an jene Jahre, als hier noch Dampfloks fuhren.

Den Beschluss des MKB-Aufsichtsrats, die Strecke stillzulegen, gab es 1980. Aufwand und laufende Unterhaltungskosten stünden in keinem Verhältnis, hieß es damals. Aus der Politik war der Vorschlag gekommen, den Bahnkörper als Radweg zu nutzen. Dann – am 9. Juni 1985 – gab es die feierliche Einweihung des Abschnitts als Teil des Weserradweges. Einige Jahre ging alles gut, dann zeigte die Strecke erste Macken. Klaus Thater: „Schon Ende der neunziger Jahre war der Radweg in einem schlechten Zustand.“

Dass der Kreis Anfang dieses Jahres eine Sanierung ankündigte, ließ die Radler hoffen. Zunächst war es geplant, den Ausbau bis zum Industriemuseum in Gernheim voranzutreiben, dann aber gab es im Kreishaus eine neue Entscheidung: Insgesamt war von einem „nicht optimalen Zustand“ die Rede.

„Der Ausbau bis Glissen ist kurzfristig mit in die Ausschreibung genommen worden, da sich der Zustand in diesem Abschnitt so verschlechtert hatte, dass aus Verkehrssicherungsgründen vorrangig gehandelt werden musste“, so gestern Mirjana Lenz aus der Pressestelle des Kreises. Insgesamt 183.000 Euro haben die Arbeiten nach Auskunft der Verwaltung gekostet, erledigt wurden sie von der Firma Schneider Tief- und Straßenbau aus Kirchlengern. Erst gestern sind die Sanierungen vom Kreis dann offiziell abgenommen worden. Mirjana Lenz: „Es gab keine Beanstandungen, der Radweg ist wieder freigegeben.“

Von der Qualität überzeugten sich auch Joachim Römermann und sein Sohn Matthis (13). Die „Jungfernfahrt“ sei gelungen, der Weg fahre sich gut, hieß es im Anschluss von den beiden.

Damit erhöht sich die Chance für Petershagen, besser beim ADFC-Fahrrad-Klima Test 2020 abzuschneiden. Der soll unter fahrradklima-test.adfc.de deutlich machen, wo es noch Handlungsbedarf gibt. „Sicherlich auch in Petershagen“, wie Römermann sagt, der den Test organisatorisch begleitet und für das Frühjahr eine Präsentationsveranstaltung mit Bürgermeister und Landrätin ankündigt.

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