Sterne Marke Eigenbau: Hilfsaktion für Flutopfer Claudia Hyna Petershagen-Neuenknick. In einer kleinen Werkstatt in Neuenknick entstehen derzeit Holzsterne in großer Zahl. Die Schwestern Katharina und Helene Friesen geben diese gegen eine Spende ab. Der Erlös soll komplett an die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal gehen. Den Anstoß zu dem Projekt lieferte der Besuch bei einer Freundin an der Mosel, wenige Wochen nach der großen Flut. Dort wurden die Schwestern auf die Hilfsaktion „Tausendundeinstern" aufmerksam. Als sie wieder zuhause waren, hätten sie sich überlegt, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen. „Lass uns Sterne machen", sagten sie. Beide haben ein Faible fürs Handwerk, als Ausgleich zu ihrer beruflichen Tätigkeit im Büro oder Handel. Katharina Friesen baut sogar Möbel selbst. Das Holz (Tanne, Walnuss, Eiche) bekommen sie gespendet. Für die Fertigung können sie die Werkstatt von Andreas Koch in Neuenknick nutzen, dem sie dafür herzlich danken. Katharina (33) schneidet das Holz an der Bandsäge zu, Helene Friesen (31) gibt den Objekten in vier verschiedenen Größen den letzten Schliff. Zunächst waren die beiden von rund 100 Sternen ausgegangen, die sie zuschneiden wollten. Geplant war, die Sterne direkt an die Ahr zu bringen, doch dann sprach sich die Aktion schnell herum und sie wurden von Anfragen überrannt. Einige nahmen ganze Kisten mit und stellten sie an ihrem Arbeitsplatz auf. Abnehmer gab es im gesamten Kreisgebiet, besonders auch vor Nikolaus. Im Dezember habe sie an fünf Tagen pro Woche in der Werkstatt gestanden, verrät Katharina Friesen. Mittlerweile haben sie rund 1.000 Sterne vergeben, 400 Stück sind noch vorhanden und auch etwas Holz für den Zuschnitt. Aktuell hätten sie rund 2.000 Euro an Spenden eingenommen. Die Sterne haben keinen festen Preis, jeder gibt, was er mag und was ihm persönlich möglich ist. „Manche spenden für drei Sterne 100 Euro, andere 15." Sie hoffen, die 3.000er Marke zu knacken, den Rest wollen sie aus eigener Tasche aufrunden. Das Geld möchten die Schwestern persönlich an die Ahr bringen. Die Familie ihrer Freundin soll bestimmen, wo es hinfließt. „Wir vertrauen darauf, dass es dort ankommt, wo es am nötigsten gebraucht wird." Sie freuen sich, einen sinnvollen Beitrag dazu geleistet zu haben. Ansporn haben ihnen aber auch die Menschen gegeben. Alle Spender seien begeistert von den Sternen gewesen und hätten gesagt: „Macht weiter, das ist eine Top-Sache." Und so wollen sie es auch halten, mindestens bis alle Holzvorräte aufgebraucht sind – damit rechnen sie bis Ende Januar oder Anfang Februar. Ob sie danach etwas anderes angehen, steht noch nicht fest, das komme auf die Nachfrage an. Im übrigen hätten sie erfahren, dass Sterne nicht nur zur Weihnachtszeit gerne genommen werden. „Schließlich stehen sie ja jeden Abend am Himmel", sagt Helene Friesen und lacht. Die Schäden der Flut sind hoffentlich eines Tages beseitigt. Weihnachten kommt mit Sicherheit alle Jahre wieder. Kontakt per E-Mail an friesenkatha@gmail.com

Sterne Marke Eigenbau: Hilfsaktion für Flutopfer

Sterne-Aktion © Foto: Lehn

Petershagen-Neuenknick. In einer kleinen Werkstatt in Neuenknick entstehen derzeit Holzsterne in großer Zahl. Die Schwestern Katharina und Helene Friesen geben diese gegen eine Spende ab. Der Erlös soll komplett an die Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal gehen.

Den Anstoß zu dem Projekt lieferte der Besuch bei einer Freundin an der Mosel, wenige Wochen nach der großen Flut. Dort wurden die Schwestern auf die Hilfsaktion „Tausendundeinstern" aufmerksam. Als sie wieder zuhause waren, hätten sie sich überlegt, etwas Ähnliches auf die Beine zu stellen. „Lass uns Sterne machen", sagten sie. Beide haben ein Faible fürs Handwerk, als Ausgleich zu ihrer beruflichen Tätigkeit im Büro oder Handel. Katharina Friesen baut sogar Möbel selbst.

Sterne-Aktion - © Foto: Lehn
Sterne-Aktion - © Foto: Lehn

Das Holz (Tanne, Walnuss, Eiche) bekommen sie gespendet. Für die Fertigung können sie die Werkstatt von Andreas Koch in Neuenknick nutzen, dem sie dafür herzlich danken. Katharina (33) schneidet das Holz an der Bandsäge zu, Helene Friesen (31) gibt den Objekten in vier verschiedenen Größen den letzten Schliff.

Katharina Friesen (rechts) sägt die Sterne aus, ihre Schwester Helene schleift sie später glatt. MT-Foto: Alex Lehn - © lehn
Katharina Friesen (rechts) sägt die Sterne aus, ihre Schwester Helene schleift sie später glatt. MT-Foto: Alex Lehn - © lehn

Zunächst waren die beiden von rund 100 Sternen ausgegangen, die sie zuschneiden wollten. Geplant war, die Sterne direkt an die Ahr zu bringen, doch dann sprach sich die Aktion schnell herum und sie wurden von Anfragen überrannt. Einige nahmen ganze Kisten mit und stellten sie an ihrem Arbeitsplatz auf. Abnehmer gab es im gesamten Kreisgebiet, besonders auch vor Nikolaus. Im Dezember habe sie an fünf Tagen pro Woche in der Werkstatt gestanden, verrät Katharina Friesen. Mittlerweile haben sie rund 1.000 Sterne vergeben, 400 Stück sind noch vorhanden und auch etwas Holz für den Zuschnitt.

Aktuell hätten sie rund 2.000 Euro an Spenden eingenommen. Die Sterne haben keinen festen Preis, jeder gibt, was er mag und was ihm persönlich möglich ist. „Manche spenden für drei Sterne 100 Euro, andere 15." Sie hoffen, die 3.000er Marke zu knacken, den Rest wollen sie aus eigener Tasche aufrunden.

Das Geld möchten die Schwestern persönlich an die Ahr bringen. Die Familie ihrer Freundin soll bestimmen, wo es hinfließt. „Wir vertrauen darauf, dass es dort ankommt, wo es am nötigsten gebraucht wird." Sie freuen sich, einen sinnvollen Beitrag dazu geleistet zu haben.

Ansporn haben ihnen aber auch die Menschen gegeben. Alle Spender seien begeistert von den Sternen gewesen und hätten gesagt: „Macht weiter, das ist eine Top-Sache." Und so wollen sie es auch halten, mindestens bis alle Holzvorräte aufgebraucht sind – damit rechnen sie bis Ende Januar oder Anfang Februar.

Ob sie danach etwas anderes angehen, steht noch nicht fest, das komme auf die Nachfrage an. Im übrigen hätten sie erfahren, dass Sterne nicht nur zur Weihnachtszeit gerne genommen werden. „Schließlich stehen sie ja jeden Abend am Himmel", sagt Helene Friesen und lacht. Die Schäden der Flut sind hoffentlich eines Tages beseitigt. Weihnachten kommt mit Sicherheit alle Jahre wieder.

Kontakt per E-Mail an friesenkatha@gmail.com

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