Einkommensmillionäre: So viele Menschen im Kreis verdienen mehr als 80.000 Euro im Monat Jürgen Langenkämper Petershagen. Dass Petershagen nicht der Nabel von Nordrhein-Westfalen ist und deshalb nicht in allen Belangen mit den Metropolen an Rhein und Ruhr mithalten kann, erklärt sich schon aus seiner exponierten Lage im Nordosten des Landes. Die Randlage ist nicht die Ursache, aber sie bringt ein paar Schwachpunkte mit sich, wie ein Blick in die vom Land NRW erhobene Wirtschafts- und Sozialstatistik zeigt. Aus den jüngst vom statistischen Landesamt IT.NRW übermittelten Daten sticht eines hervor: Es gibt in Petershagen keinen einzigen Einkommensmillionär – nicht mehr, muss man sagen. Wie viele es früher waren, lässt sich gar nicht genau beziffern – aber weniger als vier. Denn für das Jahr 2016 steht an der Stelle, wo für die etwa gleich große Stadt Lübbecke 14 Einkommensmillionäre angegeben sind, nur ein Punkt – als Platzhalter, weil IT.NRW überhaupt keine Zahlen nennt, wenn es nur ein, zwei oder drei Vertreter gibt. So sollen Rückschlüsse auf die Personen möglichst vermieden werden. Das war im Jahr 2016 auch in Rahden und Stemwede so. Aber selbst im viel kleineren Hille gab es sechs Großverdiener – 3,8 je 10.000 Einwohner. In Porta Westfalica waren es übrigens 16 (4,5 je 10.000), in Minden 24 (2,9) und in Bad Oeynhausen 29 (5,9), im ganzen Kreis 115 (3,7). Doch 2017 – das aktuellste greifbare Jahr in der vor Kurzem vorgelegten Statistik – war für Petershagen nur noch ein Strich vorgesehen, sprich: kein einziger Einkommensmillionär. Wie der oder die Personen der Stadt abhandengekommen sein mögen, muss ungeklärt bleiben. Günstigenfalls: weggezogen. Schlechter schon für die Betroffenen: Einkommenseinbußen – oder „worst case“ gar: verstorben. Dadurch ist Petershagen auf Rang 375 in der Landesstatistik abgerutscht, ein Schicksal, das die Stadt etwa mit Lügde und Schieder-Schwalenberg und 20 weiteren teilt, wo auch keine Großverdiener wohnen. Auch Hille ist nicht ungeschoren davongekommen. Dort sank die Zahl der Einkommensmillionäre auf unter vier – keine Angaben mehr –, während sie in Stemwede auf genau vier (3,0 je 10.000) stieg. Insgesamt verlor Minden-Lübbecke 2017 aber fünf Großverdiener und kam in Summe auf 110. So wenig derartige Spitzeneinkommen die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen berühren, so sehr lässt diese in Petershagen nicht mehr zu sehende Spitze des Eisberges eine Schwäche am unteren Ende erahnen. 2017 nämlich rangierte die Stadt auch beim Einkommen der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen – 12.079 an der Zahl – mit 37.762 Euro am unteren Ende der Skala: auf Platz 320 von 396 (Weeze am Niederrhein: 30.508 Euro). Im Kreisgebiet verdienten nur die Espelkamper mit 35.078 Euro im Durchschnitt noch schlechter (Rang 366). Der Landesdurchschnitt lag um 3.120 Euro höher als in der Weserstadt, nämlich bei 40.882 Euro. Vor Ort Arbeit zu finden, ist auch nicht ganz einfach. Denn obwohl die fünftgrößte Flächengemeinde in NRW viele Platz hätte, gab es 2017 lediglich 780 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen. Deren Zahl ging bis 2019 auch noch auf 752 zurück, aber der Umsatz stieg in der Zeit von 507 auf 568 Millionen Euro. Doch allein in Minden gab es 2019 fast viermal so viele Unternehmen (2.831), die mehr als das 20-fache an Umsatz (14,7 Milliarden Euro) erzielten. Dass sich die Situation aufgrund der Pandemie gravierend verschlechtert hätte, ist nicht eindeutig zu erkennen. Im Rathaus, wo für das laufende Jahr 5,5 Millionen Euro Gewerbesteuer eingeplant wurden, sind im ersten Halbjahr schon 4,3 Millionen verbucht worden.

Einkommensmillionäre: So viele Menschen im Kreis verdienen mehr als 80.000 Euro im Monat

© imago images/Fotostand

Petershagen. Dass Petershagen nicht der Nabel von Nordrhein-Westfalen ist und deshalb nicht in allen Belangen mit den Metropolen an Rhein und Ruhr mithalten kann, erklärt sich schon aus seiner exponierten Lage im Nordosten des Landes. Die Randlage ist nicht die Ursache, aber sie bringt ein paar Schwachpunkte mit sich, wie ein Blick in die vom Land NRW erhobene Wirtschafts- und Sozialstatistik zeigt. Aus den jüngst vom statistischen Landesamt IT.NRW übermittelten Daten sticht eines hervor: Es gibt in Petershagen keinen einzigen Einkommensmillionär – nicht mehr, muss man sagen.

Wie viele es früher waren, lässt sich gar nicht genau beziffern – aber weniger als vier. Denn für das Jahr 2016 steht an der Stelle, wo für die etwa gleich große Stadt Lübbecke 14 Einkommensmillionäre angegeben sind, nur ein Punkt – als Platzhalter, weil IT.NRW überhaupt keine Zahlen nennt, wenn es nur ein, zwei oder drei Vertreter gibt. So sollen Rückschlüsse auf die Personen möglichst vermieden werden. Das war im Jahr 2016 auch in Rahden und Stemwede so.

Aber selbst im viel kleineren Hille gab es sechs Großverdiener – 3,8 je 10.000 Einwohner. In Porta Westfalica waren es übrigens 16 (4,5 je 10.000), in Minden 24 (2,9) und in Bad Oeynhausen 29 (5,9), im ganzen Kreis 115 (3,7).

Doch 2017 – das aktuellste greifbare Jahr in der vor Kurzem vorgelegten Statistik – war für Petershagen nur noch ein Strich vorgesehen, sprich: kein einziger Einkommensmillionär. Wie der oder die Personen der Stadt abhandengekommen sein mögen, muss ungeklärt bleiben. Günstigenfalls: weggezogen. Schlechter schon für die Betroffenen: Einkommenseinbußen – oder „worst case“ gar: verstorben. Dadurch ist Petershagen auf Rang 375 in der Landesstatistik abgerutscht, ein Schicksal, das die Stadt etwa mit Lügde und Schieder-Schwalenberg und 20 weiteren teilt, wo auch keine Großverdiener wohnen.

Auch Hille ist nicht ungeschoren davongekommen. Dort sank die Zahl der Einkommensmillionäre auf unter vier – keine Angaben mehr –, während sie in Stemwede auf genau vier (3,0 je 10.000) stieg. Insgesamt verlor Minden-Lübbecke 2017 aber fünf Großverdiener und kam in Summe auf 110.

So wenig derartige Spitzeneinkommen die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen berühren, so sehr lässt diese in Petershagen nicht mehr zu sehende Spitze des Eisberges eine Schwäche am unteren Ende erahnen. 2017 nämlich rangierte die Stadt auch beim Einkommen der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen – 12.079 an der Zahl – mit 37.762 Euro am unteren Ende der Skala: auf Platz 320 von 396 (Weeze am Niederrhein: 30.508 Euro). Im Kreisgebiet verdienten nur die Espelkamper mit 35.078 Euro im Durchschnitt noch schlechter (Rang 366). Der Landesdurchschnitt lag um 3.120 Euro höher als in der Weserstadt, nämlich bei 40.882 Euro.

Vor Ort Arbeit zu finden, ist auch nicht ganz einfach. Denn obwohl die fünftgrößte Flächengemeinde in NRW viele Platz hätte, gab es 2017 lediglich 780 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen. Deren Zahl ging bis 2019 auch noch auf 752 zurück, aber der Umsatz stieg in der Zeit von 507 auf 568 Millionen Euro. Doch allein in Minden gab es 2019 fast viermal so viele Unternehmen (2.831), die mehr als das 20-fache an Umsatz (14,7 Milliarden Euro) erzielten.

Dass sich die Situation aufgrund der Pandemie gravierend verschlechtert hätte, ist nicht eindeutig zu erkennen. Im Rathaus, wo für das laufende Jahr 5,5 Millionen Euro Gewerbesteuer eingeplant wurden, sind im ersten Halbjahr schon 4,3 Millionen verbucht worden.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen