Stadt sucht Büro, das die Ortskerne Petershagen und Lahde in Schwung bringt Oliver Plöger Petershagen/Lahde. Die Stadt Petershagen hat sich erfolgreich um Fördermittel aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte in NRW beworben. Daraus fließen 561.533 Euro in ein externes Zentrenmanagement für die Ortskerne Lahde und Petershagen. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt, für den künftigen Dienstleister wird aktuell eine Ausschreibung erarbeitet. Bei der Bewerbung um die Fördergelder war die Stadt vom Bielefelder Planungsbüro Complan unterstützt worden, das in Petershagen bereits den „Städtebaulichen Fachbeitrag“ erarbeitet hat, bei dem es ebenfalls um die künftige Entwicklung der beiden Ortskerne geht. „Eigentlich wäre nun nach elf Jahren die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts an der Reihe gewesen“, erklärte Evelyn Hotze, Leiterin der Stabstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus. Einzelhandel sei zwar ein wesentlicher Punkt, in den Zentren passiere aber noch viel mehr. Der Weg sei heute ein anderer. Deshalb, so Hotze, habe sich die Stadt um Fördermittel bemüht. Erster Baustein jetzt sei das Zentrenmanagement, wie auch Wilm Quaß von Complan deutlich machte. „Struktureller Wandel und Leerstände sind in Petershagen und Lahde nicht neu. Die Veränderungen im Online-Handel und im Konsumverhalten haben sich durch Corona allerdings beschleunigt“, sagte Quaß. Ein moderner Ortskern sei durch eine lebendige Innenstadt gekennzeichnet und dadurch, dass verschiedene Akteure diese Innenstadt aufsuchen. Nicht nur Handel, auch Bildung und Kultur müsse sich widerspiegeln. „Das sind – genau wie der Klimawandel – die neuen Trends und Herausforderungen.“ Wichtig sei die Dialogkultur. „Wir kommen nicht mit einem fertigen Konzept, sondern wollen gemeinsam mit der Stadtgesellschaft herausfinden, wofür die Zentren in Lahde und Petershagen stehen. Antworten finden wir nur gemeinsam“, erklärte Quaß im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus. Ähnlich wie bei Ikek, dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept, sind für die Zentren auch wieder öffentliche Veranstaltungen und Workshops geplant. Dass es Überschneidungen zum Städtebaulichen Fachbeitrag gibt, machte Quaß deutlich, der auch für das Zentrenmanagement vor allem Mindener Straße und Hauptstraße in Petershagen und drumherum das Sanierungsgebiet benennt, in Lahde vor allem den Bereich Bahnhofstraße und Bismarkplatz. Nach der jetzt laufenden Ausschreibung soll im nächsten Jahr erarbeitet werden, welche Immobilien für eine künftige Nutzung spannend sein können. Dann gelte es, an die Besitzer heranzutreten. Zweiter Baustein sei dann eine Machbarkeitsstudie, Lärmgutachten oder Statikgutachten seien denkbar. Ganz wichtig sei auch die Möglichkeit des kommunalen Zwischenerwerbs von Immobilien. „Dabei wird nicht der Einkauf gefördert, aber die Unterstützung für drei Jahre.“ Die biete dann auch einen Puffer für mögliche Testnutzungen und mehr Sicherheit für spätere Investitionen. Ob Complan mit dem Zentrenmanagement beauftragt wird, liegt zwar nahe, ist aber laut Verwaltung nicht entschieden. Dass die Stadt Petershagen die Förderung nicht „für lau“ bekommt, gehört übrigens zu den Spielregeln. Vorgesehen ist hier ein Eigenanteil von etwa 62.000 Euro, wie Wilm Quaß in seinem Vortrag deutlich machte.

Stadt sucht Büro, das die Ortskerne Petershagen und Lahde in Schwung bringt

Wie stellt sich die Stadtgesellschaft die künftige Nutzung der Zentren vor? Diese Frage soll sie selbst beantworten. Dabei geht es auch um den Bismarckplatz in Lahde. MT-Foto: Oliver Plöger © Plöger

Petershagen/Lahde. Die Stadt Petershagen hat sich erfolgreich um Fördermittel aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte in NRW beworben. Daraus fließen 561.533 Euro in ein externes Zentrenmanagement für die Ortskerne Lahde und Petershagen. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt, für den künftigen Dienstleister wird aktuell eine Ausschreibung erarbeitet.

Bei der Bewerbung um die Fördergelder war die Stadt vom Bielefelder Planungsbüro Complan unterstützt worden, das in Petershagen bereits den „Städtebaulichen Fachbeitrag“ erarbeitet hat, bei dem es ebenfalls um die künftige Entwicklung der beiden Ortskerne geht.

„Eigentlich wäre nun nach elf Jahren die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts an der Reihe gewesen“, erklärte Evelyn Hotze, Leiterin der Stabstelle für Wirtschaftsförderung und Tourismus. Einzelhandel sei zwar ein wesentlicher Punkt, in den Zentren passiere aber noch viel mehr. Der Weg sei heute ein anderer. Deshalb, so Hotze, habe sich die Stadt um Fördermittel bemüht. Erster Baustein jetzt sei das Zentrenmanagement, wie auch Wilm Quaß von Complan deutlich machte. „Struktureller Wandel und Leerstände sind in Petershagen und Lahde nicht neu. Die Veränderungen im Online-Handel und im Konsumverhalten haben sich durch Corona allerdings beschleunigt“, sagte Quaß. Ein moderner Ortskern sei durch eine lebendige Innenstadt gekennzeichnet und dadurch, dass verschiedene Akteure diese Innenstadt aufsuchen. Nicht nur Handel, auch Bildung und Kultur müsse sich widerspiegeln. „Das sind – genau wie der Klimawandel – die neuen Trends und Herausforderungen.“

Wichtig sei die Dialogkultur. „Wir kommen nicht mit einem fertigen Konzept, sondern wollen gemeinsam mit der Stadtgesellschaft herausfinden, wofür die Zentren in Lahde und Petershagen stehen. Antworten finden wir nur gemeinsam“, erklärte Quaß im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus. Ähnlich wie bei Ikek, dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept, sind für die Zentren auch wieder öffentliche Veranstaltungen und Workshops geplant.

Dass es Überschneidungen zum Städtebaulichen Fachbeitrag gibt, machte Quaß deutlich, der auch für das Zentrenmanagement vor allem Mindener Straße und Hauptstraße in Petershagen und drumherum das Sanierungsgebiet benennt, in Lahde vor allem den Bereich Bahnhofstraße und Bismarkplatz. Nach der jetzt laufenden Ausschreibung soll im nächsten Jahr erarbeitet werden, welche Immobilien für eine künftige Nutzung spannend sein können. Dann gelte es, an die Besitzer heranzutreten. Zweiter Baustein sei dann eine Machbarkeitsstudie, Lärmgutachten oder Statikgutachten seien denkbar. Ganz wichtig sei auch die Möglichkeit des kommunalen Zwischenerwerbs von Immobilien. „Dabei wird nicht der Einkauf gefördert, aber die Unterstützung für drei Jahre.“ Die biete dann auch einen Puffer für mögliche Testnutzungen und mehr Sicherheit für spätere Investitionen.

Ob Complan mit dem Zentrenmanagement beauftragt wird, liegt zwar nahe, ist aber laut Verwaltung nicht entschieden.

Dass die Stadt Petershagen die Förderung nicht „für lau“ bekommt, gehört übrigens zu den Spielregeln. Vorgesehen ist hier ein Eigenanteil von etwa 62.000 Euro, wie Wilm Quaß in seinem Vortrag deutlich machte.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen