Spätes Ende der Steinzeit: Stadtbücherei Petershagen legt online nach Oliver Plöger Petershagen. Die digitale Steinzeit in der Stadtbücherei Petershagen ist beendet. Wer sich außerhalb der Räumlichkeiten an der Hauptstraße über den Medienbestand unterrichten wollte, musste mühsam eine Liste herunterladen, am besten ausdrucken und sich dann auf die Suche begeben. Seit dieser Woche nun ist die Bücherei an den Bestandskatalog Web-Opac angeschlossen. Online können die neusten Bücher, Hörbücher und Spiele angeklickt, vorbestellt oder verlängert werden. Was in anderen Bibliotheken längst zum Standard gehört, hat nun auch Petershagen im Angebot. „Ja, es wurde Zeit“, sagt Büchereileiterin Tanja Fehling. Und ihre Kollegin Lisa Buddensiek denkt an die eigene Ausbildung 2006 zurück. Schon damals habe der Online Public Access Catalogue (Opac) zur üblichen Ausstattung von Bibliotheken gehört. Petershagen hingegen dümpelte bis vorige Woche immer noch mit einer Homepage auf dem Stand der frühen 2010-er-Jahre durchs Netz. „Wir sind der Verwaltung sehr dankbar, dass es nun neue Möglichkeiten gibt“, sagt Tanja Fehling, die die Leistung der Petershäger IT während der Ferienzeit lobt, die sich – trotz der laufenden Modernisierungen der PC-Ausstattung an den Schulen – mächtig ins Zeug gelegt hatte. Lesende können jetzt unter der üblichen Internet-Adresse stadtbuecherei-petershagen.de alle Funktionen nutzen. Ursprünglich war der Start des neuen Systems im Januar geplant, Corona hatte auch hier für Verzögerungen gesorgt. 8.000 Euro jährlich lässt sich die Stadt die Teilnahme am Web-Opac kosten; gut angelegtes Geld, wie Fachbereichsleiter Detlev Scheumann aus der Verwaltung betonte. Es habe zwar bereits Verbesserungen bei der Online-Präsenz gegeben, doch auch die eigentliche Homepage der Stadtbücherei sei lediglich eine Zwischenlösung gewesen. Nach dem Update hoffen alle Beteiligten auf hohe Klickraten und steigende Besucher- und Nutzerzahlen. Die waren pandemiebedingt zurückgegangen, da lediglich die kontaktlose Ausleihe mit Bestell- und Abholservice genutzt werden konnte. Seit Mai gebe es nun wieder einen kontinuierlichen Anstieg, wie Tanja Fehling sagt. Sehr gut komme die zusätzliche Öffnungszeit am Samstag an (10 bis 13.30 Uhr), insgesamt sei die Bibliothek statt früher 16 nun 30 Stunden wöchentlich geöffnet. Um Nutzern möglichst aktuelle Medien bieten zu können, sind die Ausleihzeiten auf drei statt bisher sechs Wochen verkürzt worden, neue Romane können nach Verlängerung maximal sechs Wochen entliehen werden. Ab sofort werden auch wieder Säumnisgebühren fällig, was während der harten Coronaphase ausgesetzt war. Mittlerweile finden die bewährten Aktionen wieder statt, darunter das Sommerangebot, bei dem Buchgutscheine verlost wurden, die Vorlesenachmittage (mit Anmeldung für Grundschulkinder) und das Café Kinderwagen jeden dritten Dienstag im Monat von 9 bis 11 Uhr. Das Café ist ein Angebot der „Frühen Hilfen“ des Kreises in Kooperation mit Stadt und Caritas. An jedem ersten Freitag im Monat trifft sich von 9 bis 10.30 Uhr der Literaturkreis, es sind wieder Klassenführungen für Schulen und Kitas möglich. Am Sonntag 24. Oktober, beteiligt sich die Stadtbücherei gemeinsam mit dem Förderverein am „Tag der Bibliotheken“, geöffnet ist dann von 13 bis 16 Uhr. Auf der neuen Website können Nutzer ab sofort in den über 22.000 Medien recherchieren. Entliehene, verfügbare und vorgemerkte Medien sind in Echtzeit sichtbar, Neuwerbungen werden übersichtlich dargestellt. Wer Leserin oder Leser der Bücherei werden möchte, muss sich allerdings zur Erfassung der Daten einmal vor Ort sehen lassen. „Darauf legen wir schon noch Wert“, sagt Tanja Fehling. Der nächste Schritt in die „modernen Zeiten“ soll für die Stadtbücherei Petershagen die Möglichkeit sein, auch Lesestoff für Lesegeräte ausleihen zu können – auch das wird Zeit, heißt es vom Büchereiteam. Die Einführung der Onleihe sei im Frühjahr kommenden Jahres geplant. Auch hierbei fühle sich die Bücherei durch Stadt und Politik unterstützt, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war. Nur selten hätten sich die Ausschussgremien, die eben auch über Belange einer öffentlichen Bibliothek zu entscheiden haben, in den Räumen blicken lassen. Das habe sich mittlerweile geändert, der Ausschuss für Kultur- und Heimatpflege hat seinen Besuch angekündigt, so Tanja Fehling.

Spätes Ende der Steinzeit: Stadtbücherei Petershagen legt online nach

Neu am Netz: Tanja Fehling und Lisa Buddensiek (rechts) freuen sich über die, wie sie sagen, „charmante neue Internetseite“ und den Anschluss an das Opac-System. MT-Foto: Oliver Plöger © Plöger

Petershagen. Die digitale Steinzeit in der Stadtbücherei Petershagen ist beendet. Wer sich außerhalb der Räumlichkeiten an der Hauptstraße über den Medienbestand unterrichten wollte, musste mühsam eine Liste herunterladen, am besten ausdrucken und sich dann auf die Suche begeben.

Seit dieser Woche nun ist die Bücherei an den Bestandskatalog Web-Opac angeschlossen. Online können die neusten Bücher, Hörbücher und Spiele angeklickt, vorbestellt oder verlängert werden. Was in anderen Bibliotheken längst zum Standard gehört, hat nun auch Petershagen im Angebot. „Ja, es wurde Zeit“, sagt Büchereileiterin Tanja Fehling.

Und ihre Kollegin Lisa Buddensiek denkt an die eigene Ausbildung 2006 zurück. Schon damals habe der Online Public Access Catalogue (Opac) zur üblichen Ausstattung von Bibliotheken gehört. Petershagen hingegen dümpelte bis vorige Woche immer noch mit einer Homepage auf dem Stand der frühen 2010-er-Jahre durchs Netz. „Wir sind der Verwaltung sehr dankbar, dass es nun neue Möglichkeiten gibt“, sagt Tanja Fehling, die die Leistung der Petershäger IT während der Ferienzeit lobt, die sich – trotz der laufenden Modernisierungen der PC-Ausstattung an den Schulen – mächtig ins Zeug gelegt hatte. Lesende können jetzt unter der üblichen Internet-Adresse stadtbuecherei-petershagen.de alle Funktionen nutzen.

Ursprünglich war der Start des neuen Systems im Januar geplant, Corona hatte auch hier für Verzögerungen gesorgt. 8.000 Euro jährlich lässt sich die Stadt die Teilnahme am Web-Opac kosten; gut angelegtes Geld, wie Fachbereichsleiter Detlev Scheumann aus der Verwaltung betonte. Es habe zwar bereits Verbesserungen bei der Online-Präsenz gegeben, doch auch die eigentliche Homepage der Stadtbücherei sei lediglich eine Zwischenlösung gewesen. Nach dem Update hoffen alle Beteiligten auf hohe Klickraten und steigende Besucher- und Nutzerzahlen.

Die waren pandemiebedingt zurückgegangen, da lediglich die kontaktlose Ausleihe mit Bestell- und Abholservice genutzt werden konnte. Seit Mai gebe es nun wieder einen kontinuierlichen Anstieg, wie Tanja Fehling sagt. Sehr gut komme die zusätzliche Öffnungszeit am Samstag an (10 bis 13.30 Uhr), insgesamt sei die Bibliothek statt früher 16 nun 30 Stunden wöchentlich geöffnet. Um Nutzern möglichst aktuelle Medien bieten zu können, sind die Ausleihzeiten auf drei statt bisher sechs Wochen verkürzt worden, neue Romane können nach Verlängerung maximal sechs Wochen entliehen werden. Ab sofort werden auch wieder Säumnisgebühren fällig, was während der harten Coronaphase ausgesetzt war.

Mittlerweile finden die bewährten Aktionen wieder statt, darunter das Sommerangebot, bei dem Buchgutscheine verlost wurden, die Vorlesenachmittage (mit Anmeldung für Grundschulkinder) und das Café Kinderwagen jeden dritten Dienstag im Monat von 9 bis 11 Uhr. Das Café ist ein Angebot der „Frühen Hilfen“ des Kreises in Kooperation mit Stadt und Caritas. An jedem ersten Freitag im Monat trifft sich von 9 bis 10.30 Uhr der Literaturkreis, es sind wieder Klassenführungen für Schulen und Kitas möglich. Am Sonntag 24. Oktober, beteiligt sich die Stadtbücherei gemeinsam mit dem Förderverein am „Tag der Bibliotheken“, geöffnet ist dann von 13 bis 16 Uhr.

Auf der neuen Website können Nutzer ab sofort in den über 22.000 Medien recherchieren. Entliehene, verfügbare und vorgemerkte Medien sind in Echtzeit sichtbar, Neuwerbungen werden übersichtlich dargestellt. Wer Leserin oder Leser der Bücherei werden möchte, muss sich allerdings zur Erfassung der Daten einmal vor Ort sehen lassen. „Darauf legen wir schon noch Wert“, sagt Tanja Fehling.

Der nächste Schritt in die „modernen Zeiten“ soll für die Stadtbücherei Petershagen die Möglichkeit sein, auch Lesestoff für Lesegeräte ausleihen zu können – auch das wird Zeit, heißt es vom Büchereiteam. Die Einführung der Onleihe sei im Frühjahr kommenden Jahres geplant. Auch hierbei fühle sich die Bücherei durch Stadt und Politik unterstützt, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war. Nur selten hätten sich die Ausschussgremien, die eben auch über Belange einer öffentlichen Bibliothek zu entscheiden haben, in den Räumen blicken lassen. Das habe sich mittlerweile geändert, der Ausschuss für Kultur- und Heimatpflege hat seinen Besuch angekündigt, so Tanja Fehling.

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