Sondengänger machen archäologische Funde Petershagen (hy). Zwei besondere Funde haben Mitglieder des Vereins zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke gemacht. Bei dem ersten Fund handelt es sich um eine fragmentierte bronzezeitliche Sichel. Aufgrund der starken Fragmentierung ist eine genaue Ansprache und Datierung nicht möglich. Gefunden hat Jonas Rosenfeldt das bronzezeitliche Erntewerkzeug auf einem abgeernteten Acker im Bereich von Frille. Nach Auskunft von Geschäftsführer Daniel Bake sucht Rosenfeldt einen mittelalterlichen Handelsweg ab, der von Minden nach Bremen führte. „dennoch war es ein Zufallsfund.“ Solche Sicheln finden sich häufig als Grabbeigaben. Auf Luftbildern der Umgebung seien jedoch keine bronzezeitlichen Hügelgräber zu erkennen. „Es bleibt daher unbekannt, woher die Sichel stammt.“ Den zweiten Neufund machte Barbara Sparenborg ebenfalls in Frille. Sie fand eine französische Silbermünze aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, also aus dem Spätmittelalter. Geprägt wurde die Münze vor 1314 unter Philipp IV., genannt der Schöne. Diese Münze sei ein Indiz für den Handelsweg. Hier hätten Menschen Rast gemacht und dabei auch Sachen verloren. Philipp IV., 1268 in Fontainebleau geboren und am 29. November 1314 dort gestorben, stammt aus der Dynastie der Kapetinger und war von 1285 bis 1314 König von Frankreich und als Philipp I. König von Navarra. Er etablierte Frankreich als Großmacht in Europa und errichtete ein modernes frühabsolutistisches Staatswesen, das der mittelalterlichen französischen Monarchie eine bis dahin nie gekannte Machtentfaltung ermöglichte. Besondere Bedeutung besitzt seine Regentschaft wegen der Überführung des Papsttums nach Avignon und der Zerschlagung des Templerordens. Sein Beiname ist zeitgenössisch und bezieht sich auf sein Aussehen, welches dem Ritterideal seiner Zeit entsprochen haben soll. Die beiden Neufunde aus dem Landkreis belegen, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Sondengängern und der Bodendenkmalpflege ist, so der Verein in seiner Pressemitteilung. Die Hälfte der Vereinsmitglieder sei Sondengänger, so Mitglied Daniel Bake. Die meisten Funde gehen wieder an die Sondengänger zurück – es sei denn sie sind von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung.

Sondengänger machen archäologische Funde

Petershagen (hy). Zwei besondere Funde haben Mitglieder des Vereins zur Förderung der Bodendenkmalpflege im Kreis Minden-Lübbecke gemacht.

Bei dem ersten Fund handelt es sich um eine fragmentierte bronzezeitliche Sichel. Aufgrund der starken Fragmentierung ist eine genaue Ansprache und Datierung nicht möglich. Gefunden hat Jonas Rosenfeldt das bronzezeitliche Erntewerkzeug auf einem abgeernteten Acker im Bereich von Frille. Nach Auskunft von Geschäftsführer Daniel Bake sucht Rosenfeldt einen mittelalterlichen Handelsweg ab, der von Minden nach Bremen führte. „dennoch war es ein Zufallsfund.“ Solche Sicheln finden sich häufig als Grabbeigaben. Auf Luftbildern der Umgebung seien jedoch keine bronzezeitlichen Hügelgräber zu erkennen. „Es bleibt daher unbekannt, woher die Sichel stammt.“

Den zweiten Neufund machte Barbara Sparenborg ebenfalls in Frille. Sie fand eine französische Silbermünze aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, also aus dem Spätmittelalter. Geprägt wurde die Münze vor 1314 unter Philipp IV., genannt der Schöne. Diese Münze sei ein Indiz für den Handelsweg. Hier hätten Menschen Rast gemacht und dabei auch Sachen verloren.

Philipp IV., 1268 in Fontainebleau geboren und am 29. November 1314 dort gestorben, stammt aus der Dynastie der Kapetinger und war von 1285 bis 1314 König von Frankreich und als Philipp I. König von Navarra. Er etablierte Frankreich als Großmacht in Europa und errichtete ein modernes frühabsolutistisches Staatswesen, das der mittelalterlichen französischen Monarchie eine bis dahin nie gekannte Machtentfaltung ermöglichte.

Besondere Bedeutung besitzt seine Regentschaft wegen der Überführung des Papsttums nach Avignon und der Zerschlagung des Templerordens. Sein Beiname ist zeitgenössisch und bezieht sich auf sein Aussehen, welches dem Ritterideal seiner Zeit entsprochen haben soll.

Die beiden Neufunde aus dem Landkreis belegen, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Sondengängern und der Bodendenkmalpflege ist, so der Verein in seiner Pressemitteilung. Die Hälfte der Vereinsmitglieder sei Sondengänger, so Mitglied Daniel Bake. Die meisten Funde gehen wieder an die Sondengänger zurück – es sei denn sie sind von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung.

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