Sex im Wohnwagen vorm Swingerclub: Böses Erwachen nach Partnertausch Stefan Lyrath Petershagen/Bückeburg. In einem nicht ganz jugendfreien Prozess hat das Landgericht Bückeburg einen Petershäger (35) vom Vorwurf der versuchten Vergewaltigung und Körperverletzung freigesprochen. Passiert sein sollte der Übergriff im Wohnwagen des Mannes, der über Nacht vor einem Swingerclub in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) stand. Fest steht, dass er und eine 42 Jahre alte Frau beim Partnertausch im Club zunächst einvernehmlichen Sex miteinander hatten. Was danach geschah, könnte eine Art Missverständnis gewesen sein. „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“, zitierte Richter Peter Rohde, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, in der Urteilsbegründung ein bekanntes Sprichwort. Im Vorfeld hatte die Frau nämlich kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie Interesse an BDSM hat. Das ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene sexuelle Praktiken, die mit Dominanz und Unterwerfung, Lustschmerz oder Fesselung in Zusammenhang stehen können. In ihrem Profil bei einer Kontaktbörse für Sexualkontakte im Internet schrieb sie: „Im Bett möchte ich beherrscht und unterworfen werden. Ich stehe bis auf wenige Tabus allem offen.“ Möglicherweise hat der Petershäger das allzu wörtlich genommen, die Frau bis zur Atemnot gewürgt, sie in beide Ohrläppchen gebissen und versucht, in sie einzudringen. Dies hatte die Staatsanwaltschaft ihm ursprünglich vorgeworfen. Vor Gericht war dem Angeklagten jedoch nicht nachzuweisen, dass er „gegen den erkennbaren Willen“ der 42-Jährigen gehandelt hat. So schreibt es das Gesetz vor. „Die Frau hat im Internet ausdrücklich angegeben, dass solche Praktiken erwünscht sind“, stellte Oberstaatsanwalt Frank Hirt fest. „Der Angeklagte konnte davon ausgehen, dass er diese Praktiken in einem gewissen Maße anwenden durfte.“ Der 35-Jährige beteuert: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst, der Geschlechtsverkehr war einvernehmlich.“ Das Gericht entschied im Zweifel für den Angeklagten. Ein Freibrief ist das Urteil nicht. „Wir wollen nicht den Eindruck entstehen lassen, dass in dem Bereich Narrenfreiheit herrscht. Ein Nein muss man akzeptieren“, betonte Peter Rohde. Zwei Pärchen hatten sich an jenem Wochenende im Mai 2018 im Swingerclub vergnügt und anschließend im Wohnwagen weitergemacht. In zwei verschiedenen Betten, nur wenige Meter voneinander entfernt, kam es erneut zum Partnertausch. Als die 42-Jährige wiederholt jammerte, kam ihr Mann herüber und fragte sinngemäß, was los sei. Von Würgen, Beißen und einer versuchten Vergewaltigung sagte die Frau jedoch nichts – nach eigenen Angaben, weil sie Angst hatte, ihr Mann würde den Petershäger sonst verprügeln. Erstmals sprach sie darüber auf der Rückfahrt im Auto. Zuvor hatte die Frau den Rest der Nacht noch mit dem jetzt Angeklagten im Bett verbracht. Möglicherweise ist es auch nach dem angeblichen Übergriff noch einmal zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit dem Petershäger gekommen. Atteste über Verletzungen gibt es nicht. „Dass etwas gegen den Willen der Frau geschehen ist, kann man wohl feststellen“, fasste Richter Rohde zusammen. „Bis zu einem gewissen Zeitpunkt war ein Wille vorhanden, dann ist das umgekippt.“ Dem Angeklagten schrieb Rohde ins Stammbuch: „Eine gewisse Sensibilität wäre schon hilfreich.“

Sex im Wohnwagen vorm Swingerclub: Böses Erwachen nach Partnertausch

Nach den Aktivitäten im Swingerclub ging der Partnertausch offenbar in einem in unmittelbarer Nähe abgestellten Wohnwagen weiter. Symbolfoto: Pixabay © Pixabay

Petershagen/Bückeburg. In einem nicht ganz jugendfreien Prozess hat das Landgericht Bückeburg einen Petershäger (35) vom Vorwurf der versuchten Vergewaltigung und Körperverletzung freigesprochen. Passiert sein sollte der Übergriff im Wohnwagen des Mannes, der über Nacht vor einem Swingerclub in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) stand.

Fest steht, dass er und eine 42 Jahre alte Frau beim Partnertausch im Club zunächst einvernehmlichen Sex miteinander hatten. Was danach geschah, könnte eine Art Missverständnis gewesen sein.

„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“, zitierte Richter Peter Rohde, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, in der Urteilsbegründung ein bekanntes Sprichwort. Im Vorfeld hatte die Frau nämlich kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie Interesse an BDSM hat. Das ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene sexuelle Praktiken, die mit Dominanz und Unterwerfung, Lustschmerz oder Fesselung in Zusammenhang stehen können.

In ihrem Profil bei einer Kontaktbörse für Sexualkontakte im Internet schrieb sie: „Im Bett möchte ich beherrscht und unterworfen werden. Ich stehe bis auf wenige Tabus allem offen.“

Möglicherweise hat der Petershäger das allzu wörtlich genommen, die Frau bis zur Atemnot gewürgt, sie in beide Ohrläppchen gebissen und versucht, in sie einzudringen. Dies hatte die Staatsanwaltschaft ihm ursprünglich vorgeworfen. Vor Gericht war dem Angeklagten jedoch nicht nachzuweisen, dass er „gegen den erkennbaren Willen“ der 42-Jährigen gehandelt hat. So schreibt es das Gesetz vor.

„Die Frau hat im Internet ausdrücklich angegeben, dass solche Praktiken erwünscht sind“, stellte Oberstaatsanwalt Frank Hirt fest. „Der Angeklagte konnte davon ausgehen, dass er diese Praktiken in einem gewissen Maße anwenden durfte.“ Der 35-Jährige beteuert: „Ich bin mir keiner Schuld bewusst, der Geschlechtsverkehr war einvernehmlich.“

Das Gericht entschied im Zweifel für den Angeklagten. Ein Freibrief ist das Urteil nicht. „Wir wollen nicht den Eindruck entstehen lassen, dass in dem Bereich Narrenfreiheit herrscht. Ein Nein muss man akzeptieren“, betonte Peter Rohde.

Zwei Pärchen hatten sich an jenem Wochenende im Mai 2018 im Swingerclub vergnügt und anschließend im Wohnwagen weitergemacht. In zwei verschiedenen Betten, nur wenige Meter voneinander entfernt, kam es erneut zum Partnertausch. Als die 42-Jährige wiederholt jammerte, kam ihr Mann herüber und fragte sinngemäß, was los sei. Von Würgen, Beißen und einer versuchten Vergewaltigung sagte die Frau jedoch nichts – nach eigenen Angaben, weil sie Angst hatte, ihr Mann würde den Petershäger sonst verprügeln. Erstmals sprach sie darüber auf der Rückfahrt im Auto. Zuvor hatte die Frau den Rest der Nacht noch mit dem jetzt Angeklagten im Bett verbracht. Möglicherweise ist es auch nach dem angeblichen Übergriff noch einmal zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit dem Petershäger gekommen. Atteste über Verletzungen gibt es nicht.

„Dass etwas gegen den Willen der Frau geschehen ist, kann man wohl feststellen“, fasste Richter Rohde zusammen. „Bis zu einem gewissen Zeitpunkt war ein Wille vorhanden, dann ist das umgekippt.“ Dem Angeklagten schrieb Rohde ins Stammbuch: „Eine gewisse Sensibilität wäre schon hilfreich.“

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