Sein Herz schlägt für Wietersheim: Herbert Marowsky ist seit 45 Jahren Ortsbürgermeister Oliver Plöger Petershagen-Wietersheim. Herbert Marowsky erinnert sich mit einem Lächeln: „Es war einfach keiner da, der diese Aufgabe übernehmen wollte.“ Keiner wollte Ortsvorsteher oder – wie es heute heißt – Ortsbürgermeister in Wietersheim werden. Und so habe er dann selbst angeboten, den Posten für eine Übergangszeit zu übernehmen. 1975 war das. Und der Übergang endet erst mit dieser Legislaturperiode. Herbert Marowsky ist jetzt der dienstälteste Ortsbürgermeister in Petershagen. Mindestens dort. Die örtliche SPD hat ihren verdienten Genossen mit einer Zusammenkunft in „seiner“ Alten Schule in Wietersheim geehrt, SPD-Vorsitzender Friedrich Lange sprach vom „eisernen Willen“, vom „nachhaltigen Wirken“ und davon, dass er das kulturelle Leben in Wietersheim geprägt habe. Und Prägung ist das richtige Wort: Marowsky, in Minden geboren und seit 1944 in Wietersheim, ist nicht nur Ortsbürgermeister, sondern auch in vielen Vereinen, Gremien und Organisationen aktiv. „Das ist eben so“, sagt er, „wenn man einen Posten annimmt, kommen andere dazu.“ Außerdem könne er so schlecht Nein sagen. Von 1984 bis 2009 war er Ratsmitglied, die letzten 15 Jahre stellvertretender Bürgermeister, kurzzeitig 1994 sogar – noch ehrenamtlich vor Abschaffung der Doppelspitze – Bürgermeister. Lange war Marowsky Vorsitzender der Kulturgemeinschaft, von 1998 bis 2019 auch Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes im Ortsverein Lahde. Immer, so sagt er, sei es ihm um Wietersheim gegangen. „Und wenn die Wietersheimer nicht mitgemacht hätten, wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Auch dass er bis zum sechzigsten Lebensjahr im Verwaltungsrat der Volksbank war, habe ihn „nicht dümmer“ gemacht, wie er sich erinnerte. Gern sei er auch Schöffe gewesen, noch mit Richter Dieter Fechner im Alten Amtsgericht. „Der hat mal eine ganze Verhandlung in sächsisch gehalten, weil die Angeklagte aus Sachsen kam.“ Weniger in der Öffentlichkeit bekannt, aber für ihn „sehr wichtig“ sei der schon vor mehr als 40 Jahren gegründete SPD-Skatclub. „Mit dem glorreichen Namen Rot ist trumpf“, wie Marowsky sagt und angesichts der jüngsten Wahlergebnisse hinterherschickt: „Wahrscheinlich nicht immer bei den Leuten.“ Gefreut habe er sich aber über eine Mail des Pfarrers, der jetzt auch mitspielen wolle. Wieder eingeführt hatte Marowsky das Erntefest, hier unter dem Titel „Wietser Dörpfest“. „Solange ich Ortsvorsteher bin“, habe er damals gesagt, „gibt es auch eine Erntekrone.“ Auch im Corona-Jahr sei die Krone gebunden worden – dank der Kulturgemeinschaft Wietersheim und des neuen Vorstands. In seiner Bilanz nennt Marowsky als wichtige Meilensteine den Radweg Bachstraße zum Kindergarten, den Radweg nach Lahde an der B 482, die Bauleitung gemeinsam mit der Stadt beim Dorfgemeinschaftshaus Wietersheim und natürlich die alte Schule von 1780, deren Erhalt er auch gegen anderslautende Meinungen („bauchen wir nicht“) durchsetzen konnte. Wichtig waren ihm örtliche Straßenerneuerungen, die Erweiterung des Siedlungsgebietes, der Erhalt des Spielplatzes am Amselweg oder die Lärmschutzwand an der Bundesstraße. „Jetzt kriegen wir noch die Eventsegel“, freute sich Marowsky über die Überdachung für die Freifläche am Dorfgemeinschaftshaus. Ebenfalls treibende Kraft war Herbert Marowsky bei der Entstehung der Städtepartnerschaft zwischen Petershagen/Weser und Petershagen-Eggersdorf in Brandenburg. Fast war es eine logische Folge, dass er 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde. Daran erinnerte in der Feierstunde Friedrich Lange, der in vielen Ämtern sein Nachfolger wurde und auch das Zepter als Ortsbürgermeister übernehmen wird. Für Herbert Marowsky bleiben schöne Erinnerungen . „Ich bin ganz wenig bei ernstlich kranken Leuten gewesen. Die Wietersheimer sind bis ins hohe Alter fit. Ich war zu Besuchen nur zweimal im Krankenhaus.“ Gerne habe er die Altersjubilare besucht. „Einer war kurz vor dem hundertsten Lebensjahr. Zu dem habe ich gesagt: Sieh zu, dass du hundert wirst, ich habe hier noch keinen Hundertjährigen gehabt. Und er dann: Ja, wenn du mal durchhältst.“ Leider habe der Senior es dann nicht ganz geschafft, sei aber immerhin 99 Jahre alt geworden. Herbert Marowsky, der Elektroinstallateur gelernt und ein Jahr als Heizer auf dem Schiff gearbeitet hatte, war 40 Jahre beim EMR und stieg aus, bevor es Eon wurde. In Zukunft will er es ruhiger angehen lassen, will allerdings weiter an der SPD-Dorfzeitung „Ortsgespräch“ arbeiten, die er ins Leben gerufen hatte, und im neuen Arbeitskreis Wietersheim. Der besteht aus rüstigen Senioren, die anpacken, wenn es irgendwo Arbeit gibt. Und die gibt es ja bekanntlich immer.

Sein Herz schlägt für Wietersheim: Herbert Marowsky ist seit 45 Jahren Ortsbürgermeister

Das ist schon eine Seltenheit: Herbert Marowsky ist seit 45 Jahren Ortsbürgermeister. Sein Ort Wietersheim sei ihm immer wichtig gewesen. © MT-Foto: Oliver Plöger

Petershagen-Wietersheim. Herbert Marowsky erinnert sich mit einem Lächeln: „Es war einfach keiner da, der diese Aufgabe übernehmen wollte.“ Keiner wollte Ortsvorsteher oder – wie es heute heißt – Ortsbürgermeister in Wietersheim werden. Und so habe er dann selbst angeboten, den Posten für eine Übergangszeit zu übernehmen. 1975 war das. Und der Übergang endet erst mit dieser Legislaturperiode. Herbert Marowsky ist jetzt der dienstälteste Ortsbürgermeister in Petershagen. Mindestens dort. Die örtliche SPD hat ihren verdienten Genossen mit einer Zusammenkunft in „seiner“ Alten Schule in Wietersheim geehrt, SPD-Vorsitzender Friedrich Lange sprach vom „eisernen Willen“, vom „nachhaltigen Wirken“ und davon, dass er das kulturelle Leben in Wietersheim geprägt habe.

Und Prägung ist das richtige Wort: Marowsky, in Minden geboren und seit 1944 in Wietersheim, ist nicht nur Ortsbürgermeister, sondern auch in vielen Vereinen, Gremien und Organisationen aktiv. „Das ist eben so“, sagt er, „wenn man einen Posten annimmt, kommen andere dazu.“ Außerdem könne er so schlecht Nein sagen.

Von 1984 bis 2009 war er Ratsmitglied, die letzten 15 Jahre stellvertretender Bürgermeister, kurzzeitig 1994 sogar – noch ehrenamtlich vor Abschaffung der Doppelspitze – Bürgermeister. Lange war Marowsky Vorsitzender der Kulturgemeinschaft, von 1998 bis 2019 auch Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes im Ortsverein Lahde. Immer, so sagt er, sei es ihm um Wietersheim gegangen. „Und wenn die Wietersheimer nicht mitgemacht hätten, wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Auch dass er bis zum sechzigsten Lebensjahr im Verwaltungsrat der Volksbank war, habe ihn „nicht dümmer“ gemacht, wie er sich erinnerte. Gern sei er auch Schöffe gewesen, noch mit Richter Dieter Fechner im Alten Amtsgericht. „Der hat mal eine ganze Verhandlung in sächsisch gehalten, weil die Angeklagte aus Sachsen kam.“

Weniger in der Öffentlichkeit bekannt, aber für ihn „sehr wichtig“ sei der schon vor mehr als 40 Jahren gegründete SPD-Skatclub. „Mit dem glorreichen Namen Rot ist trumpf“, wie Marowsky sagt und angesichts der jüngsten Wahlergebnisse hinterherschickt: „Wahrscheinlich nicht immer bei den Leuten.“ Gefreut habe er sich aber über eine Mail des Pfarrers, der jetzt auch mitspielen wolle.

Wieder eingeführt hatte Marowsky das Erntefest, hier unter dem Titel „Wietser Dörpfest“. „Solange ich Ortsvorsteher bin“, habe er damals gesagt, „gibt es auch eine Erntekrone.“ Auch im Corona-Jahr sei die Krone gebunden worden – dank der Kulturgemeinschaft Wietersheim und des neuen Vorstands.

In seiner Bilanz nennt Marowsky als wichtige Meilensteine den Radweg Bachstraße zum Kindergarten, den Radweg nach Lahde an der B 482, die Bauleitung gemeinsam mit der Stadt beim Dorfgemeinschaftshaus Wietersheim und natürlich die alte Schule von 1780, deren Erhalt er auch gegen anderslautende Meinungen („bauchen wir nicht“) durchsetzen konnte. Wichtig waren ihm örtliche Straßenerneuerungen, die Erweiterung des Siedlungsgebietes, der Erhalt des Spielplatzes am Amselweg oder die Lärmschutzwand an der Bundesstraße. „Jetzt kriegen wir noch die Eventsegel“, freute sich Marowsky über die Überdachung für die Freifläche am Dorfgemeinschaftshaus.

Ebenfalls treibende Kraft war Herbert Marowsky bei der Entstehung der Städtepartnerschaft zwischen Petershagen/Weser und Petershagen-Eggersdorf in Brandenburg. Fast war es eine logische Folge, dass er 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde. Daran erinnerte in der Feierstunde Friedrich Lange, der in vielen Ämtern sein Nachfolger wurde und auch das Zepter als Ortsbürgermeister übernehmen wird.

Für Herbert Marowsky bleiben schöne Erinnerungen . „Ich bin ganz wenig bei ernstlich kranken Leuten gewesen. Die Wietersheimer sind bis ins hohe Alter fit. Ich war zu Besuchen nur zweimal im Krankenhaus.“ Gerne habe er die Altersjubilare besucht. „Einer war kurz vor dem hundertsten Lebensjahr. Zu dem habe ich gesagt: Sieh zu, dass du hundert wirst, ich habe hier noch keinen Hundertjährigen gehabt. Und er dann: Ja, wenn du mal durchhältst.“ Leider habe der Senior es dann nicht ganz geschafft, sei aber immerhin 99 Jahre alt geworden.

Herbert Marowsky, der Elektroinstallateur gelernt und ein Jahr als Heizer auf dem Schiff gearbeitet hatte, war 40 Jahre beim EMR und stieg aus, bevor es Eon wurde. In Zukunft will er es ruhiger angehen lassen, will allerdings weiter an der SPD-Dorfzeitung „Ortsgespräch“ arbeiten, die er ins Leben gerufen hatte, und im neuen Arbeitskreis Wietersheim. Der besteht aus rüstigen Senioren, die anpacken, wenn es irgendwo Arbeit gibt. Und die gibt es ja bekanntlich immer.

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