Schüler entwickelt Sensorbox gegen Viren: Frische Luft beim Lernen Oliver Plöger Petershagen. Fynn-Luca Nienstedt bastelt gern und gut. Oder besser „sehr gut“, um mit Schulnoten zu sprechen. Denn für seine Schule hat der 16-Jährige jetzt ein Gerät konstruiert, das die Luftqualität überwacht und so die Verbreitung von Virusinfektionen hemmen soll. Den Vorschlag hatte Fynn-Luca seinem Lehrer Ramin Mohazzab unterbreitet – und der unterstützte die Verwirklichung der Geräte mit einem Unterrichtsprojekt. Das hat auch Karin Fischer-Hildebrandt sofort überzeugt, Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Petershagen: „Es gibt aktuell eine große Unsicherheit in der Schülerschaft, im Kollegium und bei den Eltern.“ Sie hofft, dass die Sensoren zur Verbesserung des Infektionsschutzes beitragen und findet die Kosten von etwa 50 Euro pro Stück gut angelegt. Auch im Handel gibt es durchaus ähnliche Geräte und CO2-Ampeln, die aber schnell mit der dreifachen Summe zu Buche schlagen. Seit Montag findet am Gymnasium Petershagen wieder Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler statt. Bislang wurden fünf Geräte installiert. Mindestens zehn sollen es werden, vielleicht noch mehr, wie Ramin Mohazzab sagt, und: „Bislang haben wir Klassenräume der fünften und sechsten Jahrgangsstufe mit dieser Technik bestückt.“ „Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus ist weiterhin hoch. Die schrittweise Öffnung von Schulen in NRW birgt deshalb auch die Gefahr, die Virus-Verbreitung zu fördern: Kinder infizieren sich in der Schule und tragen dann das Virus in die Familien.“ Die neuen Geräte sollen die Teststrategie des Landes unterstützen, sagt Mohazzab, der am Gymnasium Physik, Mathematik und Informatik unterrichtet. Sein Schüler Fynn-Luca Nienstedt ist tief in die Materie eingestiegen: „Studien zeigen, dass die CO2-Konzentration in der Raumluft und die Luftfeuchtigkeit die Gefahr einer Infektion mit Krankheitserregern erhöht“, sagt der 16-Jährige. Beispielsweise habe sich das Infektionsrisiko bei einer Kohlenstoffdioxid-Konzentration von 3000 ppm (Parts per Million) bereits verdreifacht. Und genau hier setzt seine Idee an: Der Mini-Computer ist mit Sensoren ausgestattet und signalisiert bei einer schlechten Luftqualität sowie alle 20 Minuten durch einen farbigen LED-Streifen, dass es wieder Zeit zum Lüften ist. Auf Grundlage der Arduino-Plattform habe Fynn-Luca das Gerät konstruiert und programmiert – eine Sache, die ihm ziemlich leicht gefallen ist, wie der 16-Jährige sagt. Komplexer sei es dann bei der Erstellung des Gehäuses geworden, das genau an die Hardware angepasst werden musste. Dabei sei dann auch der 3-D-Drucker zum Einsatz gekommen. All das aber ist für Fynn-Luca Nienstedt ohnehin kein Neuland – seine Technik-Leidenschaft teilt er nämlich mit seinem Vater, Lehrer am Berufskolleg Lübbecke, der auch Kurse im Jugendzentrum Petershagen gibt. Der Lufttester allerdings ist seine ureigene Konstruktion, die ihm bei einem Treffen mit Ramin Mohazzab eingefallen war. „Ich saß gerade über meinen Facharbeiten, als Fynn-Luca mit dem Vorschlag kam.“ Ganz wichtig: Auch wenn die Pandemie überstanden sein wird, können die Geräte sinnvoll genutzt werden: „Da die Luftqualität einen großen Einfluss auf die Lernerfolge hat, ist regelmäßiges Lüften auch später noch bedeutsam“, so Ramin Mohazzab. „Die Technik von Fynn-Luca ergänzt deshalb ein Raumluftsicherungskonzept, das zwei Schülerinnen bereits 2019 am Städtischen Gymnasium erarbeitet hatten.“ Fynn-Luca Nienstedt kann sich ohnehin gut vorstellen, dass das System noch ausgebaut wird. Steuerbar wären die Geräte nämlich durchaus auch via Bluetooth und übers Internet. Ideen hat der 16-Jährige noch jede Menge.

Schüler entwickelt Sensorbox gegen Viren: Frische Luft beim Lernen

Der Sensor, den Fynn-Luca Nienstedt hier anbringt, warnt vor zu hoher Konzentration von Kohlenstoffdioxid und zeigt an, wann die Räume gelüftet werden müssen. Foto: pr © pr

Petershagen. Fynn-Luca Nienstedt bastelt gern und gut. Oder besser „sehr gut“, um mit Schulnoten zu sprechen. Denn für seine Schule hat der 16-Jährige jetzt ein Gerät konstruiert, das die Luftqualität überwacht und so die Verbreitung von Virusinfektionen hemmen soll. Den Vorschlag hatte Fynn-Luca seinem Lehrer Ramin Mohazzab unterbreitet – und der unterstützte die Verwirklichung der Geräte mit einem Unterrichtsprojekt. Das hat auch Karin Fischer-Hildebrandt sofort überzeugt, Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Petershagen: „Es gibt aktuell eine große Unsicherheit in der Schülerschaft, im Kollegium und bei den Eltern.“ Sie hofft, dass die Sensoren zur Verbesserung des Infektionsschutzes beitragen und findet die Kosten von etwa 50 Euro pro Stück gut angelegt. Auch im Handel gibt es durchaus ähnliche Geräte und CO2-Ampeln, die aber schnell mit der dreifachen Summe zu Buche schlagen.

Seit Montag findet am Gymnasium Petershagen wieder Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler statt. Bislang wurden fünf Geräte installiert. Mindestens zehn sollen es werden, vielleicht noch mehr, wie Ramin Mohazzab sagt, und: „Bislang haben wir Klassenräume der fünften und sechsten Jahrgangsstufe mit dieser Technik bestückt.“ „Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus ist weiterhin hoch. Die schrittweise Öffnung von Schulen in NRW birgt deshalb auch die Gefahr, die Virus-Verbreitung zu fördern: Kinder infizieren sich in der Schule und tragen dann das Virus in die Familien.“ Die neuen Geräte sollen die Teststrategie des Landes unterstützen, sagt Mohazzab, der am Gymnasium Physik, Mathematik und Informatik unterrichtet. Sein Schüler Fynn-Luca Nienstedt ist tief in die Materie eingestiegen: „Studien zeigen, dass die CO2-Konzentration in der Raumluft und die Luftfeuchtigkeit die Gefahr einer Infektion mit Krankheitserregern erhöht“, sagt der 16-Jährige. Beispielsweise habe sich das Infektionsrisiko bei einer Kohlenstoffdioxid-Konzentration von 3000 ppm (Parts per Million) bereits verdreifacht.

Und genau hier setzt seine Idee an: Der Mini-Computer ist mit Sensoren ausgestattet und signalisiert bei einer schlechten Luftqualität sowie alle 20 Minuten durch einen farbigen LED-Streifen, dass es wieder Zeit zum Lüften ist. Auf Grundlage der Arduino-Plattform habe Fynn-Luca das Gerät konstruiert und programmiert – eine Sache, die ihm ziemlich leicht gefallen ist, wie der 16-Jährige sagt. Komplexer sei es dann bei der Erstellung des Gehäuses geworden, das genau an die Hardware angepasst werden musste. Dabei sei dann auch der 3-D-Drucker zum Einsatz gekommen.

All das aber ist für Fynn-Luca Nienstedt ohnehin kein Neuland – seine Technik-Leidenschaft teilt er nämlich mit seinem Vater, Lehrer am Berufskolleg Lübbecke, der auch Kurse im Jugendzentrum Petershagen gibt. Der Lufttester allerdings ist seine ureigene Konstruktion, die ihm bei einem Treffen mit Ramin Mohazzab eingefallen war. „Ich saß gerade über meinen Facharbeiten, als Fynn-Luca mit dem Vorschlag kam.“ Ganz wichtig: Auch wenn die Pandemie überstanden sein wird, können die Geräte sinnvoll genutzt werden: „Da die Luftqualität einen großen Einfluss auf die Lernerfolge hat, ist regelmäßiges Lüften auch später noch bedeutsam“, so Ramin Mohazzab. „Die Technik von Fynn-Luca ergänzt deshalb ein Raumluftsicherungskonzept, das zwei Schülerinnen bereits 2019 am Städtischen Gymnasium erarbeitet hatten.“

Fynn-Luca Nienstedt kann sich ohnehin gut vorstellen, dass das System noch ausgebaut wird. Steuerbar wären die Geräte nämlich durchaus auch via Bluetooth und übers Internet. Ideen hat der 16-Jährige noch jede Menge.

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