Schlechte Zeiten für Einzelhändler: Letztes Modegeschäft in Lahde nun auch geschlossen Claudia Hyna Petershagen-Lahde/Minden. Auf unbestimmte Zeit mussten am 19. März in Petershagen alle Einzelhändler ihre Türen schließen. Vier Wochen später ging der Betrieb dann weiter – doch nicht für alle. Eine von denen, die von Corona in die Knie gezwungen wurde, ist Daniela Drebing. Ihr Ladenlokal an der Bahnhofstraße in Lahde ist jetzt wieder zu mieten. Angefangen hatte alles in einer Garage in Wietersheim, in der sie ab 2008 Dekoration aller Art angeboten hat. Das lief so gut, dass die heute 49-Jährige 2011 ihr Geschäft „Deco - Design“ in Leteln eröffnete. Die Mischung aus Mode und Schönem für Zuhause kam bei den Kunden gut an. Als an der Bahnhofstraße in Lahde eine Räumlichkeit frei wurde, entschloss sie sich 2014, einen weiteren Laden an den Start zu bringen. Zwei Jahre leitete sie zudem auf der gegenüberliegenden Seite ein Modegeschäft für Männer. Doch die von den Marken geforderten Umsätze konnte sie in der Ortschaft nicht erreichen. Bei „Deco - Design“ in Lahde habe es Höhen und Tiefen gegeben, aber insgesamt lief es gut, sagt die Geschäftsfrau rückblickend. Bis zur coronabedingten Schließung im März. Als finanzielle Hilfe vom Staat bekam sie die Corona-Soforthilfe in Höhe von 9.000 Euro. „Die waren aber ratzfatz weg.“ Nun bangt sie, ob sie das Geld zurückzahlen muss. In der Zeit der Shutdowns habe sie sich mit ihren Mitarbeitern zusammengesetzt. Gemeinsam hätten sie dann entschieden, nur den Standort Leteln zu erhalten. „Wir wussten ja nicht, was noch kommt. Ich musste realistisch sein.“ Das bedeutete aber auch, sich von vier der acht Mitarbeiterinnen zu trennen. Der Abverkauf sei gut gelaufen und irgendwann stand sie in dem leeren Geschäft. Bis heute habe sie daran zu knabbern, gibt sie zu. Auf der anderen Seite war sie auch erleichtert. „Denn wir müssen ja irgendwie über die Runden kommen.“ Immer im Hinterkopf hat sie dabei die Möglichkeit eines erneuten Shutdowns. Doch alles Jammern helfe nicht, man müsse eben aus der Erfahrung lernen, sagt die gelernte Mediengestalterin. Das Geschäft in Leteln habe sie dann renoviert und neu dekoriert. Groß ist ihre Freude darüber, dass viele Kunden aus Lahde – wo sie zum Schluss die einzige Mode-Einzelhändlerin war – ihr treu blieben und jetzt zu ihr nach Leteln kommen. Was sie dann allerdings auf die Palme brachte, war die erneute Sperrung der Lahder Straße in Leteln nach den Arbeiten im letzten Jahr. Das sei eine bodenlose Frechheit gewesen, sagt sie. Gerade sei nach der coronabedingten Schließung alles gut angelaufen. Und dann kam die Baumaßnahme – und hier fährt kein Auto mehr lang. „Das war ein Schlag in den Nacken.“ Seit den vergangenen zwei bis drei Jahre leide sie – und Gleiches weiß sie auch von Kollegen zu berichten – zunehmend unter dem Internethandel. Das äußert sich in Anrufen von Kunden, die auf günstige Online-Angebote verweisen und fragen, ob sie nicht auch am Preis drehen könne. Teilweise werde dort Kleidung zu den Konditionen geboten, zu denen sie die Sachen einkauft. In der Zeit des Shutdowns hat die Geschäftsführerin erstmals auf den Online-Verkauf gesetzt. Das sei eine Herausforderung für sie gewesen. Momentan bastelt sie an einem Einkaufsmöglichkeit im Netz. Um sich von anderen Einzelhändlern abzuheben, bietet Daniela Drebing außerdem Shoppingabende an, dazu kommen von Zeit zu Zeit auch Bastelworkshops. Besonders beliebt seien auch die gestalteten Geldgeschenke. „Damit punkten wir“, ist sie überzeugt. Zahlen über Ladenschließungen im Zuge des Corona-Shutdowns liegen indes noch nicht vor, erklärt auf Anfrage ein Sprecher der IHK Bielefeld. Und selbst wenn es irgendwann Zahlen aus der Zeit gebe, sei ein Rückschluss auf die Gründe schwierig. Auch die Stadt Petershagen hat noch keine Daten zu Insolvenzen der vergangenen Monate.

Schlechte Zeiten für Einzelhändler: Letztes Modegeschäft in Lahde nun auch geschlossen

Trotz der Geschäftsschließung in Lahde blickt Daniela Drebing optimistisch in die Zukunft. Nun konzentriert sie sich auf den Standort Leteln. MT- © Foto: Claudia Hyna

Petershagen-Lahde/Minden. Auf unbestimmte Zeit mussten am 19. März in Petershagen alle Einzelhändler ihre Türen schließen. Vier Wochen später ging der Betrieb dann weiter – doch nicht für alle. Eine von denen, die von Corona in die Knie gezwungen wurde, ist Daniela Drebing. Ihr Ladenlokal an der Bahnhofstraße in Lahde ist jetzt wieder zu mieten.

Angefangen hatte alles in einer Garage in Wietersheim, in der sie ab 2008 Dekoration aller Art angeboten hat. Das lief so gut, dass die heute 49-Jährige 2011 ihr Geschäft „Deco - Design“ in Leteln eröffnete. Die Mischung aus Mode und Schönem für Zuhause kam bei den Kunden gut an. Als an der Bahnhofstraße in Lahde eine Räumlichkeit frei wurde, entschloss sie sich 2014, einen weiteren Laden an den Start zu bringen. Zwei Jahre leitete sie zudem auf der gegenüberliegenden Seite ein Modegeschäft für Männer. Doch die von den Marken geforderten Umsätze konnte sie in der Ortschaft nicht erreichen.

Bei „Deco - Design“ in Lahde habe es Höhen und Tiefen gegeben, aber insgesamt lief es gut, sagt die Geschäftsfrau rückblickend. Bis zur coronabedingten Schließung im März. Als finanzielle Hilfe vom Staat bekam sie die Corona-Soforthilfe in Höhe von 9.000 Euro. „Die waren aber ratzfatz weg.“ Nun bangt sie, ob sie das Geld zurückzahlen muss.

In der Zeit der Shutdowns habe sie sich mit ihren Mitarbeitern zusammengesetzt. Gemeinsam hätten sie dann entschieden, nur den Standort Leteln zu erhalten. „Wir wussten ja nicht, was noch kommt. Ich musste realistisch sein.“ Das bedeutete aber auch, sich von vier der acht Mitarbeiterinnen zu trennen. Der Abverkauf sei gut gelaufen und irgendwann stand sie in dem leeren Geschäft. Bis heute habe sie daran zu knabbern, gibt sie zu. Auf der anderen Seite war sie auch erleichtert. „Denn wir müssen ja irgendwie über die Runden kommen.“ Immer im Hinterkopf hat sie dabei die Möglichkeit eines erneuten Shutdowns.

Doch alles Jammern helfe nicht, man müsse eben aus der Erfahrung lernen, sagt die gelernte Mediengestalterin. Das Geschäft in Leteln habe sie dann renoviert und neu dekoriert. Groß ist ihre Freude darüber, dass viele Kunden aus Lahde – wo sie zum Schluss die einzige Mode-Einzelhändlerin war – ihr treu blieben und jetzt zu ihr nach Leteln kommen.

Was sie dann allerdings auf die Palme brachte, war die erneute Sperrung der Lahder Straße in Leteln nach den Arbeiten im letzten Jahr. Das sei eine bodenlose Frechheit gewesen, sagt sie. Gerade sei nach der coronabedingten Schließung alles gut angelaufen. Und dann kam die Baumaßnahme – und hier fährt kein Auto mehr lang. „Das war ein Schlag in den Nacken.“

Seit den vergangenen zwei bis drei Jahre leide sie – und Gleiches weiß sie auch von Kollegen zu berichten – zunehmend unter dem Internethandel. Das äußert sich in Anrufen von Kunden, die auf günstige Online-Angebote verweisen und fragen, ob sie nicht auch am Preis drehen könne. Teilweise werde dort Kleidung zu den Konditionen geboten, zu denen sie die Sachen einkauft.

In der Zeit des Shutdowns hat die Geschäftsführerin erstmals auf den Online-Verkauf gesetzt. Das sei eine Herausforderung für sie gewesen. Momentan bastelt sie an einem Einkaufsmöglichkeit im Netz. Um sich von anderen Einzelhändlern abzuheben, bietet Daniela Drebing außerdem Shoppingabende an, dazu kommen von Zeit zu Zeit auch Bastelworkshops. Besonders beliebt seien auch die gestalteten Geldgeschenke. „Damit punkten wir“, ist sie überzeugt.

Zahlen über Ladenschließungen im Zuge des Corona-Shutdowns liegen indes noch nicht vor, erklärt auf Anfrage ein Sprecher der IHK Bielefeld. Und selbst wenn es irgendwann Zahlen aus der Zeit gebe, sei ein Rückschluss auf die Gründe schwierig. Auch die Stadt Petershagen hat noch keine Daten zu Insolvenzen der vergangenen Monate.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Petershagen